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Alfred Eden-Bant


 


 


 


 


 


 

Alfred Eden - Bant  wurde am 22.März 1898 in Bant  geboren.

Nach der Schulzeit  erlernte er zunächst das Schmiedehandwerk. Ab 1923 wandte er sich  der Malerei zu. Ab Mitte der 1920er Jahre verdiente er sich seinen Lebensunterhalt als Bühnenbildmaler im Schauspielhaus und bei der Niederdeutschen Bühne  in Wilhelmshaven. In dieser Zeit nahm er erstmals an einer Ausstellung in der Wilhelmshavener Kunsthalle teil.

 Es folgten weitere Einzelausstellungen in Oldenburg und  in Bremen. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er an verschiedenen Schulen in Wilhelmshaven als Kunsterzieher, bevor er eine Tätigkeit als Angestellter im Wasser - und Schifffahrtsamt Wilhelmshaven auf nahm.

 

Alfred Eden Bant war 1944 Teilnehmer der  Kunstausstellung "Gaukulturtage Weser-Ems", ausgerichtet vom 7.Mai - 6.Juni 1944 im "Augusteum" zu Oldenburg. Er stellte dort zwei Ölgemälde (Uferlandschaft und Urlandschaft) aus.

 

Veranstalter war seinerzeit „Die Reichskammer der Bildenden Künste Landesleitung Weser-Ems“ in Verbindung mit dem Künstlerbund Bremen und dem Oldenburger Kunstverein.

 

Seit 1948 war Eden - Bant Mitglied im Bund Bildender Künstler Er starb am 24. März 1974 in Wilhelmshaven.

 

1974 wurde eine Gedächtnisausstellung in der Kunsthalle in Wilhelmshaven organisiert.

Im Jahr 2000 folgte eine Gedächtnisausstellung anlässlich seines 25. Todestages im Küstenmuseum Wilhelmshaven.

 

Alfred Eden-Bant war Autodidakt und bevorzugte in seinem frühen Werk die Darstellung sozialer Themen. Später widmete er sich bevorzugt der Heimatmalerei. In Ölbildern, Aquarellen und Radierungen stellte er insbesondere die Marschlandschaft, die Sielhäfen und die historischen Stätten der Wilhelmshavener Umgebung in den Vordergrund seiner künstlerischen Tätigkeit.

Arbeiten von ihm befinden sich im Landesmuseum Oldenburg und in Wilhelmshaven.

 

Quellen:

Gerhard Wietek: 200 Jahre Malerei imOldenburger Land, Oldenburg 1986, S.253

Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven: Kunst an der Jade 1912–1987, herausgegeben von den Kunstfreunden für Wilhelmshaven,1987.

Ausstellungskatalog zur Kunstausstellung Gaukulturtage Weser-Ems des Jahres 1944, S.14

 

Arthur Eden- Sillenstede

 

Arthur Eden wurde am 25. März 1899 in Sillenstede, Landkreis Friesland, geboren.

Nach dem Besuch der Volksschule in Sillenstede begann er in Jever eine Lehre zum Malerhandwerk. Anschließend studierte er in Berlin an der Unterrichtsanstalt des Kunstgewerbemuseums in der Fachabteilung dekorative Malerei.

 

Bereits 1914 widmete er sich der freien Malerei, es entstanden erste Ölgemälde. 1924 machte er die Meisterprüfung für das Malerhandwerk, um sich so durch Arbeiten seinen Lebensunterhalt zu sichern..

In Jever restaurierte er unter anderem die Galerie des Schlossmuseums zu Jever.

1961 gab er den Malerbetrieb auf und war danach nur noch als Kunstmaler tätig. Bekannt wurde er durch seine vielfach in Spachteltechnik ausgeführten Landschaftsdarstellung aus Friesland und Porträtarbeiten.

Seit 1948 war Arthur Eden-Sillenstede Mitglied im Berufsverband Bildender Künstler – Gruppe Oldenburg -.

Er starb am 3. November 1977 in Sillenstede

In der Zeit vom 17. November 2013 bis 7. Januar 2014 zeigte das Künstlerhaus Hooksiel im Rahmen einer Ausstellung mehrere Arbeiten Eden - Sillenstedes .

 

Quellen:

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.253

Internetauftritt Künstlerhaus Hooksiel mit Hinweis auf die Ausstellung.

Katalog zur Ausstellung Arthur Eden - Sillenstede anlässlich seines 100. Geburtstages im Schloss Jever, 1999


 Hanna Eilers

 

Hanna Eilers wurde am 29.5.1919 in Wuppertal geboren. Ein Jahr später verzog sie mit ihren Eltern nach Leer, wo sie aufwuchs. Nach der Schulzeit erlernte sie zunächst bei Verwandten in Iserlohn die Haushaltsführung. Im Alter von 18 Jahren heiratete sie einen Bäcker aus Leer  und lebte mit diesem zunächst in Delmenhorst. Es folgte der Umzug nach Hamburg, wo ihr Mann eine Anstellung als Bäckermeister in einer Großbäckerei annahm. Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Ehemann zum Kriegsdienst verpflichtet. Hanna Eilers wurde   nach Winsen/Aller evakuiert, als Fliegerangriffe auf Hamburg stattfanden.

1947 zog die Familie nach Leer, nachdem der Vater ihres Ehemannes verstorben war. Dort führten sie die  Bäckerei des Schwiegervaters weiter. Die Bäckerei wurde schließlich 1960 aufgegeben. Drei weitere Kinder hatten bis dahin das Licht der Welt erblickt.

Hanna Eilers widmete sich erst jetzt vermehrt der bildenden Kunst. Künstlerisch war sie Autodidaktin. Ihre Arbeiten entstanden hauptsächlich in Öl- und Aquarelltechnik.

Von 1968 an bildete sie sich in Malkursen an der Volkshochschule in Leer fort.1972 nahm sie in Hamburg während eines halbjährigen Aufenthaltes an Privatkursen im Aktzeichnen teil. Dabei wandte sie sich verstärkt der Grafik zu, insbesondere der Kaltnadelradierung und den Holz- und Linolschnitt. In den 1980er Jahren arbeitete sie in der VHS Leer in der drucktechnischen Werkstatt. Auf diversen Reisen verarbeitete sie dort entstandene Skizzen in Gemälden. Seit den 1980er Jahren beteiligte sie sich auch an Ausstellungen, unter anderem auch einige Male beim Bund Bildender Künstler Ostfrieslands. Hanna Eilers war Mitglied im Kunstkreis Rhauderfehn.

Sie starb am 25.9.2015 in Weener.

 

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 104,105, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

Wolfgang Epple

 

Wolfgang Epple wurde 1956 in Waldkirch/ Breisgau geboren. In seinem Beruf als Chemotechniker war er bis 2002 an verschiedenen Orten in Deutschland tätig. Längere Auszeiten auf Samoa und in Namibia unterbrachen seine beruflichen Tätigkeiten.

Seit 2000 lebt und arbeitet er als freischaffender Maler, Grafiker und Autor.

Als Künstler ist Wolfgang Epple Autodidakt. 1977 begann er mit Zeichnungen. Anfang der 1980er Jahre fand er zu seinem Stil, den  er bis heute beibehalten hat und die seine Arbeiten kennzeichnen.

Seit 2001 befasst er sich mit Druckgrafik. In seinen  Öl - und Acrylgemälden stellt er  Industrieanlagen, Landschaften, Gehöfte,Kirchen, Häfen und Küstenansichten dar. Auch widmet er sich der Pflanzen - und Tierwelt.

Wer mehr über den Künstler erfahren und auch seine Arbeiten betrachten möchte, der kann sich auf seiner Homepage

www.wolfgang-epple.net/  informieren.

 

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Ostfriesischen Landesmuseum 2011, S. 152

Internetauftritt:www.wolfgang-epple.net/

 


Gertrud Erichsen

Gertrud Erichsen war Mitglied in der Künstlervereinigung "Die Barke", die am 10. April 1921 und im März 1922 an einer Ausstellung  im Augusteum in Oldenburg teil nahm. Infos und Fotos über die Malerin erbeten.


Reemt Everts

 

Reemt Everts wurde am 22.10.1894 in Leezdorf, wo seine Eltern eine Landstelle besaßen geboren und wuchs dort auf. Nach der Schulzeit absolvierte er ab 1909 eine kaufmännische Lehre. Zum Kriegsdienst verpflichtet wurde er im Verlaufe des Ersten Weltkrieges bei einem Einsatz schwer verwundet. Nach Ende des Krieges arbeitete er zunächst im elterlichen Betrieb, machte sich dann jedoch selbständig und führte von 1921 bis 1938 einen Gewürzhandel in Norden. Ab 1938 war er dann als freischaffender Künstler tätig, zunächst in Norden, dann ab 1953 in Südarle. Zwischen ihm und dem Künstler Gerhard H. Janssen entstand eine enge Freundschaft.

Reemt Everts war Autodidakt, befasste sich mit Öl- Aquarell- und Temperamalerei. Jedoch auch mit der Radiertechnik; zudem zeichnete er mit Bleistift und Kohle.

Er verstand sich als Landschaftsmaler und suchte sich an der Küste, den Häfen und der ostfriesischen Landschaft geeignete Motive. Partien in Greetsiel hatten es ihm dabei angetan.

Zu Lebzeiten nahm Reemt Everts nur an wenigen Ausstellungen teil. Bekannt geworden ist eine Gemeinschaftsausstellung ostfriesischer Künstler 1942 in Groningen und eine Ausstellung in Norden 1943 „ Maler der Heimat“, bei der unter anderem auch Alf Depser, Poppe Folkerts, Hans Trimborn, Julian Klein von Diephold und Ludwig Kittel.

Viele seiner Arbeiten befinden sich heute im Privatbesitz.

     

Reemt Everts starb am 19.11.1964 in Südarle.


Quelle:

Walter Baumfalk,Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 114/115, ISBN 987-3-940601-33-9


Hans Fangmann


 


 


 


 


 


 


 

Wenn über bedeutende Landschafts- und Heimatmaler des Oldenburger Landes

gesprochen wird, so darf der Name des Wardenburger Malers Hans Fangmann nicht

fehlen, zumal dieser im Verlauf seines Lebens eine große Anzahl hervorragender

Aquarelle, Feder- und Bleistiftzeichnungen aus dem Oldenburger Land und Wardenburg schuf, die heute zum Teil bereits zeitgeschichtliche Bedeutung haben.

Johannes Fangmann, genannt Hans Fangmann, wurde am 28. August 1902 in

Wardenburg als einziges Kind des Drechslers und Landwirtes Heinrich Fangmann (1875 - 1944) sowie der Bäuerin Anna Katharina Fangmann geb. Speckmann, verwitwete Naber (1937 verstorben) geboren. Fangmann wuchs in Wardenburg auf und wurde 1909 in die Volksschule Wardenburg eingeschult. Schon damals fiel auf, dass er sehr geschickt mit Pinsel und Stift umgehen konnte. Mit Begeisterung zeichnete er häusliche Gegenstände und Motive in seiner Umgebung.Nach Beendigung der Volksschulzeit im Jahre 1917 besuchte Fangmann ein Jahr später

das Lehrerseminar in Oldenburg in der Peterstraße. Unterrichtet wurde er unter anderem von dem Zeichenlehrer Wilhelm Meyer (1867-1953), der seit dem Jahre 1912 den Auf und Ausbau des Botanischen Gartens des Seminars betrieb.

Bis zu seiner Ernennung zum Volksschullehrer im Jahre 1924 wohnte Fangmann mit zwei Studienkollegen in Efeustraße.

Anschließend unterrichtete er bis 1930 als Lehrer an der Volksschule in Brettorf, lediglich unterbrochen von einer dreimonatigen Grundausbildung zum Soldaten in Goslar im Jahre 1925.

Der Beruf des Volksschullehrers füllte Fangmann nicht vollständig aus. Er studierte

deshalb von 1930 bis 1933 in Köln am Staatlichen Berufspädagogischen Institut. Durch diese Ausbildung erlangte er die Qualifikation zum Berufsschullehrer für das

Malerhandwerk.

Nach seiner Rückkehr ins heimatliche Wardenburg unterrichtete er als Lehrer an

verschiedenen Oldenburger Berufsschulen, unter anderem in Huntlosen für Schüler der Gemeinde Wardenburg und Großenkneten.

1938 erkrankte Fangmann an Tuberkulose. Ein später wurde er deshalb zur Erholung für drei Monate nach Italien an den Lago Maggiore geschickt.


 

Nach seiner Genesung wurde er im selben Jahr als Fachlehrer an die Kreisberufsschule in Torgau an der Elbe berufen.

Neben seiner Lehrertätigkeit war er zusätzlich Ausbilder für 120 Schüler der Keramischen Werke von Villeroy & Boch in Torgau.

1940 heiratete der Maler die aus Wardenburg stammende Tochter seines Nachbarn, die Bankangestellte Erna Hegeler (1905-1997), die ihn nach Torgau begleitete. 1944 erblickte ein Sohn die Welt.

Einige Zeit nach Ende des Krieges kehrte Hans Fangmann wieder zur Familie zurück, wobei ihm eine erneute Erkrankung zu schaffen machte. Nach seiner Rückkehr 1946 verließ die Familie Torgau und kehrte nach Wardenburg zurück. Fangmann unterrichtete anschließend als Lehrer an der Volksschule Wardenburg bis 1955. 

Einer Bitte des Schulleiters Harry Janssen folgend (er war Leiter der Kreisberufsschule in Wildeshausen) unterrichtete Hans Fangmann bis 1959 als Gewerbeoberlehrer Schüler des Malerhandwerks an dieser Schule.

Im selben Jahr wurde er von einem schweren Herzinfarkt, begleitet von einer

Gehirnembolie, heimgesucht. Sein Sprachzentrum wurde dadurch so stark beeinträchtigt, dass er den Lehrerberuf nicht mehr ausüben konnte und daraufhin 1960 in den Ruhestand verabschiedet wurde.

Hans Fangmann war als Maler Autodidakt. Er war mit einem außergewöhnlichen

zeichnerischen Talent und einer genauen Beobachtungsgabe ausgestattet. Die Liebe zur Oldenburger Landschaft und seiner Heimatstadt Wardenburg führten ihn immer wieder in die Natur hinaus. Anfang der 50er Jahre besuchte er den in Achternholt/Benthullen

wohnenden Landschaftsmaler Georg Knetemann, um sich dessen Arbeiten anzusehen.

Aus diesem ersten Treffen entstand eine langjährige Freundschaft.

Bei schönem Wetter fuhren beide gemeinsam mit einem PKW durch das Oldenburger Land, ständig auf der Suche nach geeigneten Motiven. Fangmann skizzierte mit Bleistift seine Eindrücke auf postkartengroße Zeichenkartons und versah sie dann mit Farbangaben, so wie er sie später farblich aquarellieren wollte. Bei den Tagestouren mit

Knetemann waren der Dümmer, das Zwischenahner Meer und die Stadt Oldenburg ihre Ziele. Aber auch bereits in Köln während seiner Studienzeit oder während seines Aufenthaltes in Torgau schuf Hans Fangmann Aquarelle und Zeichnungen aus dieser Gegend.


 

Der größte Teil seiner Arbeiten entstand jedoch in und um Wardenburg herum. Nach seiner Genesung 1960 machte der Maler hauptsächlich Spaziergänge in der Nähe Wardenburgs, wobei er immer Zeichenutensilien dabei hatte.

Als Experiment betrachtete er den Exkurs in die Ölmalerei, von der er jedoch bald wieder abrückte, weil ihm die Leichtigkeit der Aquarellmalerei mehr am Herzen lag. Da Fangmann als Lehrer über ein gesichertes Auskommen verfügte, war er auf den Verkauf seiner Arbeiten nicht angewiesen. Seiner Persönlichkeit widerstrebte es zudem, durch Ausstellungen über die Grenzen Wardenburgs hinweg bekannt zu werden oder gar einem Künstlerbund beizutreten.

So sind deshalb auch nur zwei Ausstellungen im Wardenburger Rathaus in Erinnerung.

Die erste Ausstellung wurde nach seinem Tode vom 26.4 - 7.5.1980 durchgeführt. In dieser Ausstellung wurden über 80 Arbeiten des verstorbenen Künstlers, bestehend aus Ölgemälden, Aquarellen und Zeichnungen, präsentiert.6 Die zweite Ausstellung folgte im Jahr 2000.

Hans Fangmann starb überraschend am 6.Januar 1972 im Alter von 69 Jahren, er fand seine letzte Ruhe auf dem Alten Friedhof in Wardenburg.

 

 Quellenangaben 

1. Persönliches Interview des Verfassers mit Heiner Fangmann, geführt vom Verfasser im März 2006. 

2. Zeitungsartikel der NWZ Nr. 100, Ausgabe Wardenburg vom 29.4.1980 mit dem Titel: Der Kunstmaler Hans Fangmann wird in Wardenburg ewig weiterleben…( Verfasser: HL). 

3. Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, S. 462-463, herausgegeben vom Isensee Verlag, ISBN 3-89442-135-5. 

4. Zeitungsartikel der NWZ Nr. 100, Ausgabe Wardenburg vom 29.4.1980 mit dem Titel: Der Kunstmaler Hans Fangmann wird in Wardenburg ewig weiterleben…( Verfasser: HL). 

5. Persönlich geführtes Interview mit Georg Knetemann, geführt vom Verfasser im April 2006. 

6. Ausstellungskatalog mit dem Titel: Hans Fangmann – Bilder aus Wardenburg. Verfasser: Dr. Karl Veit Riedel 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 

Helmut Feldmann

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Helmut Feldmann wurde am 31. August 1964 in Deternerlehe als eines von vier Kindern des Schiffers Heinrich Feldmann ( geb. 1938 ) und dessen Ehefrau, der Hausfrau Marga Feldmann, geb. Feldhoff ( geb. 1941 ),geboren.

Helmut Feldmann wuchs in dem kleinen Dorf auf und wurde 1971 in die Grundschule Deutern eingeschult. Nach dem Besuch der Orientierungsstufe und der Hauptschule in Hesel besuchte er die Berufsbildende Schule, Fachbereich Wirtschaft, in Leer. Dort erlangte er  1982 seinen Realschulabschluss.

Unmittelbar nach der Schulzeitbegann er in Apen eine Ausbildung zum Bankkaufmann, die er 1986 abschloss. Bereits ein Jahr nach Beginn der Ausbildung stand allerdings für ihn fest, dass er diesen Beruf nach seiner Ausbildung nicht weiter ausüben möchte. Im Jahr 1986 leistete Helmut Feldmann seinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ab, dann folgte eine kurze Zeit der Arbeitslosigkeit. Von 1988 bis 1990  bildete er sich im EDV-Bereich weiter.

 

Auf Anraten eines Freundes besuchte er von 1990 bis 1991 die Fachoberschule für Gestaltung in Oldenburg. Durch sein erworbenes Fachabitur erhielt er die Qualifikation, um sich zwei Jahre darauf für ein Kunststudium an der renommierten Kunstakademie Minerva in Groningen, Niederlande, zu bewerben.

 

Von 1993 bis 1997 studierte er dort Illustration und Malerei unter den Dozenten Jan Vlasveld, ( Illustration), Geurt van Dijk ( Malerei ) und Asaph Ben Menahem ( Zeichnung ).

Als Klassenbester für den Bereich Illustration und der Empfehlung, nach England oder Amsterdam das Studium als Meisterschüler  fortzusetzen,verließ Feldmann 1997 die Akademie. Wegen fehlender finanzieller Mittel konnte er dem Anraten der Dozenten nicht Folge leisten.

Bis 1998 lebte Helmut Feldmann in Groningen, dann kehrte er nach Oldenburg zurück und betätigt sich seitdem unter anderen als  freischaffenderKünstler.

Von November 2000 bis März 2002 arbeitete er im Museums-Shop des Horst-Janssen-Museums, seit Ende 2001 betätigt er sich dort in der Museumspädagogik. Diese Tätigkeit umfasst unter anderem Führungen durch die Ausstellungen für Schulklassen mit dem Schwerpunkt der praktischen Kunstvermittlung, sowie die Erarbeitung eines umfassenden museumspädagogischen Angebots für Kinder.

 

Helmut Feldmann hat sich bereits früh mit dem Zeichnen beschäftigt. Dabei  kristallisierte sich sein zeichnerisches Talent heraus. Insbesondere die Kohlezeichnungen von Käthe Kollwitz inspirierten ihn und waren wohl für seine Entscheidung  mit verantwortlich, sich künstlerisch zu betätigen.

Bereits 1994, noch während seines Studiums, gewann Feldmann den ersten Preis der Stiftung für Kunst- und Rechtswissenschaft in Groningen. Es folgte 1996 eine weitere Ehrung in Groningen.

Im Jahre 2001 nahm Feldmann im Palais Rastede an der Ausstellung zum Kulturpreis für Malerei teil. Sein ausgestelltes Triptychon, mit dem Titel „Mutter Erde“,  wurde von der Jury als eines von den fünf besten gezeigten Arbeiten bewertet.

 

Helmut Feldmanns Arbeiten sind teile grafisch, teils malerisch. Die Illustration ist sein Metier.

Er beherrscht die Radierung genauso perfekt wie die Zeichnung, die Malerei, die Lithografie.

 

Viele kleine Arbeiten entstehen an seinem Schreibtisch. Er experimentiert mit vielen Materialien, die er auf dem Schreibtisch findet. So entstehen zum Beispiel Bilder, bei denen Kaffee die Farbflüssigkeit ist oder kleine Waldstücke und Bäume, die von ihm auf Kohlepapier mit einem spitzen Radiergummi vorsichtig herausgearbeitet werden.

Dazu kommen Arbeiten, die von ihm auf  dünnem Stanniolpapier herausgekratzt  werden.  Größere Zeichnungen und die Malereien Feldmanns entstehen ausschließlich an der Staffelei.

Durch die Verwendung von empfindlichen Materialien als Druckträger, wie z.B. dünne Folien oder Altpapier, handelt es sich bei den grafischen Werken, die an der Radierpresse gefertigt werden, zum größten Teil um Unikate.

 

An allen Arbeiten erkennt man nicht nur die hervorragende handwerkliche Qualität, die der Künstler abliefert, seine Arbeiten erzählen kleine Geschichten.

 

Helmut Feldmann stellt mit seiner akademischen Ausbildung und seinen künstlerischen Fähigkeiten eine Bereicherung der regionalen Kunstszene dar.


Jürgen Derschewsky

 


 

Ludwig Fischbeck


 

 


 


 


 


 


 


 

Der Maler Ludwig Fischbeck wurde am 20. September 1866 in Oldenburg als Sohn des Kaufmanns Carl Friedrich Fischbeck und dessen Ehefrau Helene, einer Schwester des Oldenburger Theater  – und Dekorationsmalers Wilhelm Mohrmann ( 1849 –1934),

geboren.  Nach dem Schulbesuch ging er in die Lehre von Wilhelm Mohrmann und erlernte bei diesem das Malerhandwerk.

1890 begab sich Fischbeck zur Kunstakademie München und studierte dort vier Semester unter anderem bei Professor Joseph Wenglein ( 1845– 1919 ).

Während seiner Studienzeit erwarb sein Vater in Oldenburg das Geschäft des Hofvergolders Heinrich Christian Köster gegenüber dem Großherzoglichen Schloss für den Sohn als sichere Existenzgrundlage.

Ludwig Fischbeck erlernte derweil in München bei der Firma Barth & Co das Vergolden. Er kehrte anschließend nach Oldenburg zurück und hielt sich dort ab 1893 ständig auf. Er betätigte sich zunächst als Maler und Vergolder, ab 1894 als Vergolder und Kunsthändler in seinem Geschäft am „Inneren Damm“, dem heutigen Schlossplatz. Im Verlaufe der Jahre konnte er zahlreiche prominente Kunden gewinnen, so unter anderem den Lyriker Hermann Allmers als auch den  Maler und Dichter Arthur Fitger. 1898/99 schuf Fischbeck für den neu erbauten Schlosssaal die Wandgemälde und lieferte die Entwürfe zu den Deckengemälden. Weiterhin widmete er sich der Freiluftmalerei, insbesondere hatte es ihm dabei die Moor - und Heidegegend angetan.

Der wichtigste Kunde zu dieser Zeit war der großherzogliche Hof, was seinem Geschäft ab 1906 den Titel Hofkunsthändler einbrachte.

So positiv sein beruflicher Werdegang zunächst war, so unglücklich verlief sein privates Leben. Unmittelbar nach seinem Studium in München und seiner Rückkehr nach Oldenburg heiratete er am 20. September 1895 die in Berlin geborene Martha Schwartin ( 1874 – 1938) eine Tochter des großherzoglichen oldenburgischen Kammer - Fouriers Georg Schwarting. Aus der Ehe ging 1897 der Sohn Walter Fischbeck hervor, der  Cellist und später Mitglied im Orchester der Berliner Staatsoper wurde. Einige Zeit nach der Geburt des Sohnes wurde Martha Fischbeck gemütskrank.


 
Ludwig Fischbeck, der ebenfalls wie August Oetken bei dem Theatermaler Wilhelm Mohrmann die Ausbildung genoss, hielt sich um 1914 herum offenbar  einige Zeit in Berlin auf und stand  dort  in Diensten des mittlerweile in  Berlin ansässigen und  zum Professor ernannten  August Oetken , der sich bereits seit Jahren der Kirchenmalerei widmete und sich dadurch ein außerordentlich hohes Ansehen erworben hatte.

 

Obwohl Oetken mittlerweile einen Lehrstuhl an der technischen Universität in Charlottenburg inne hatte, nahm er weiterhin Aufträge für die Instandsetzung und Ausschmückung von Kirchenräumen ein. Ein Beleg dafür  ist sind die Instandsetzungsarbeiten des Kircheninnenraumes der Stadtpfarrkirche St. Nikolai Richtenberg, an der August Oetken und der Kunstmaler Ludwig Fischbeck als dessen Helfer maßgeblich beteiligt waren. Im lokalen Evangelischen Gemeindeblatt und in der entsprechenden Stralsunder Tageszeitung fanden sich Hinweise zur letzten Farbgebung und zum Inventar der noch gut erhaltenen Kirche, die als dringend instandsetzungswürdig bezeichnet wurde.

Aus einer Beschreibung der Wiederindienstnahme dieser Kirche, die nach mehrmonatigen Instandsetzungsarbeiten am 1. April 1914 erfolgte, geht bezüglich der mittelalterlichen Farbgebung hervor, dass der unter Kaiser Wilhelm tätige Kunstmaler und Architekt August Oetken- Berlin – dafür verantwortlich gewesen ist und die Untersuchungen und die ergänzende Gestaltung vorgenommen hat. Anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche schrieb die Stralsunder Zeitung:

„.. in nicht geahnter Pracht ist unsere alte Kirche,wenigstens im Innern mit ihren Malereien so wiederhergestellt worden, wie es wohl vor Jahrhunderten gewesen ist…

Das Gestühl wurde von den hiesigen Tischlermeistern hergestellt und die Malereien nach den Entwürfen und unter Leitung des bekannten Berliner Kirchenmalers Professor Oetken von seinem Angestellten, dem Kunstmaler Fischbeck – Berlin, ausgeführt.

 

Ob Ludwig Fischbeck unter August Oetken an weiteren Projekten beteiligt war, ist  nicht bekannt.

 

Zunächst führte die aus Leipzig stammende Schwiegermutter Marie Schwarting den Haushalt Fischbecks. Etwa um die Zeit des ersten Weltkrieges kehrte diese jedoch Ludwig Fischbeck den Rücken. Fischbeck wurde dann von Lissy Leutbecher, einer Tochter des am Schlossplatz ansässigen Konditormeisters Leutbecher betreut. Sie blieb bis an ihr Lebensende bei ihm.

Trotz der betrüblichen familiären Verhältnisse blieb Fischbeck stets ein fröhlicher Mensch.

Er hatte einen weiten Freundes - und Bekanntenkreis und pflegte Freundschaften zu diversen Künstlern, die sich zum Teil in der Vereinigung „Schlaraffen“ zusammengetan hatten. Der erste

„Schlaraffia“ war von deutschsprachigen Künstlern, Kunst – und Theaterfreunden 1859 in Prag gegründet worden, um im Rückgriff auf traditionelle Männerbünde und Logen und als Parodie auf eine „verzopfte“Adelsgesellschaft Geselligkeit und Geist zu pflegen.

In der Oldenburger „ Schlaraffia Oldenburgia Nr. 110 „,gegründet unter anderem von Ludwig Fischbeck am 6. Januar 1891 von Aachen aus, gehörten unter anderem der Maler Georg Müller vom Siel, der Literat Georg Ruseler, der Redakteur Wilhelm von Busch, der Kirchenmaler August Oetken ( 1868 – 1951), der Zeichenlehrer Franz Bernack, der Oberrealschullehrer Heinrich Dünne, der Musiklehrer Gustav Götze, der Direktor des Großherzoglichen Theaters Carl Ulrichs sowie Hermann Allmers als „Ehrenschlaraffe“ an.

Gemeinsam mit Wilhelm von Busch war Ludwig Fischbeck häufig zu Besuch bei Müller vom Siel in Dötlingen.

Überhaupt unternahm er, stets mit dem Skizzenblock versehen, Streifzüge durch das Oldenburger Land, in die Heidelandschaften südlich der Stadt Oldenburg, zum Wüschemeer hinter Kreyenbrück, auf die Delmenhorster Geest, in den Hasbruch,  ins Ammerland, die Wesermarsch und ins Jeverland sowie an die Küste bei Dangast und ins Watt vor Wangerooge.

Insbesondere Motive aus dem Hasbruch waren bei ihm sehr beliebt.

Die Besonderheit des Hasbruchs hatten auf ihn eine solche Anziehungskraft, dass er sein Geschäft mit dem Wohnhaus am Schlossplatz verkaufte und sich am Nordostrand des Hasbruch in der Ortschaft Hohenböken  in einem  villenartiges Landhaus auf dem Areal des Seggernschen Hofes niederließ, mit der Absicht, dieses Objekt zu kaufen. Da sich die Erben nicht über den Verkauf des Hauses einigen konnten, blieb dem Maler nichts anderes übrig, als zu warten. Während der Wartezeit holte ihn die Inflation ein. Er verlor  sein Geld. Zwar behielt er seinen Künstlersitz, war aber verarmt und bekam die Not der 20er Jahre bitter zu spüren.

Nach dem ersten Weltkrieg war er in keiner Künstlervereinigung mehr Mitglied. Zudem lockerten sich aufgrund der räumlichen Trennung von Oldenburg die Kontakte zu anderen Künstlern.

Eine der wenigen Ausstellungen führte 1927 der Kunsthändler Harms am Schlossplatz durch, als er Radierungen Fischbecks ausstellte.

Weiterhin war er mit zwei Gemälden auf der Jubiläumsausstellung des Oldenburger Kunstvereins ( 15.1. – 5.2.1893 ) sowie mit zwei Gemälden auf der Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg ( 24. – 27.4.1904 ) vertreten.

Vor allem die Radiertechnik beherrschte der Künstler in Perfektion. Führende Verlagsanstalten wie zum Beispiel die Firma Hanfstaengel aus München oder die Firma Scherl aus Berlin, die  seine Heidebilder und Radierungen als Kunstdrucke vervielfältigten und diese dann als illustrierte Kataloge in den Kunsthandel brachten, machten Fischbeck weithin bekannt..

 

Ludwig Fischbeck starb am 23. November 1954, zwei Monate nach Vollendung seines 88. Lebensjahres in Hohenböken.

Er wurde auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg bestattet.


 

Martha Fischbeck geb. Schwarting 1874-1938

 

Die erschütternde Geschichte ihres Leidens und die Umstände ihresTodes, einhergehend mit den Entbehrungen die Ludwig Fischbeck und der Rest der Familie sowohl in psychischer als auch finanzieller Hinsicht zu ertragen hatten, sind in der Biografie über Martha Fischbeck näher beschrieben.

 

Martha Schwarting heiratet am 20. September 1895 21jährig in Oldenburg den Maler, Radierer und Hofkunsthändler Ludwig Fischbeck. Über Ludwig Fischbeck gibt es zwei Biographien (Georg von Lindern, Ludwig Fischbeck, Isensee, Oldenburg 1966, und Karl Veit Riedel, Ludwig Fischbeck (1866-1954), Isensee, Oldenburg 1986), auf denen die folgende Darstellung beruht. Für weitere Einzelheiten verweise ich auf diese Biographien.

 

Unter der Überschrift „kurzes Eheglück und schwere Jahre“ schreibt Georg von Lindern (der als Schüler und Vertrauter den künstlerischen Nachlaß des Fischbeck übernimmt): „Auf wirtschaftlich fundierter Grundlage konnte Ludwig Fischbeck mit 29 Jahren einen eigenen Hausstand gründen. Er heiratete am 20. September 1895, seinem Geburtstage, Martha Schwarting, die 1874 zu Berlin geborene Tochter des im Dienste des oldenburgischen Großherzogs stehenden Kammerfourier Gustav Schwarting und dessen Frau Marie geb. Wermann, die aus Leipzig stammte. Der glücklichen  Ehe entsproß am 18.Juli 1897 der Sohn Walter Fischbeck, der große Neigung zur Musik zeigte, in Berlin als Cellist ausgebildet wurde und dort jetzt [1966] im Ruhestand lebt.

 

Leider wurde das häusliche Leben der jungen Familie Fischbeck schon bald von schweren Schicksalsschlägen heimgesucht. Die Gattin und Mutter erlag in zunehmenden Maße einer Nervenkrankheit, die zu geistiger Umnachtung und schließlich zum unheilbaren Irresein führte. Das weitere Verbleiben der Erkrankten im eigenen Heim gestaltete sich immer schwieriger. Auch ein längerer Sanatoriumsaufenthalt bei Dr. Benning in Bremen-Oberneuland brachte keine Besserung, sodass  Martha Fischbeck schließlich in die Heil- und Pflegeanstalt Blankenburg (bei Oldenburg) eingewiesen werden musste. Vier Jahrzehnte hindurch umschattete dieser traurige Zustand das Leben Ludwig Fischbecks. Jahr für Jahr rührte es ans Herz der Nachbarn und Freunde, wenn er mit einem Blumenstrauß nach Blankenburg wanderte, um seiner kranken Frau zum Geburtstag zu gratulieren. Erschütternd war jedes Wiedersehen in der Anstalt. Schließlich rieten Ärzte und Pflegepersonal von weiteren Besuchen ab. Im August 1938 machte der Tod dem Elend ein Ende.

 

Einen Monat später folgte Großmutter Schwarting [Emilie Mariegeb. Wehrmann] ihrer Tochter ins Grab. Sie hatte stellvertretend zunächst den Haushalt in Oldenburg geführt und war dann mit ihrem Enkel nach Berlin gegangen. Die lange Krankheit der Gattin hat Ludwig Fischbeck ein Vermögen gekostet. Umso mehr muß man Fischbecks sauberen Charakter bewundern, der nicht nur in grenzenloser Liebe und Treue zum Ausdruck kam, sondern auch der Tatsache, dass er jedem Rat wohlmeinender Freunde, sich doch endlich scheiden zulassen, um sich weitere Kosten zu ersparen, stets ein entschiedenes „Niemals!“  entgegensetzte.

 

Ermutigend und doppelt wohltuend waren für den so schwergeprüften in dieser langen Zeit des Alleinseins die Freude an seinem Sohn, die herzerfrischende Verbundenheit im Freundeskreis der „Schlaraffia“ und der ihm für die Freizeit gebliebene Drang zur künstlerischen Betätigung als Maler und Radierer.“

 

Soweit Georg von Lindern. Eine Nachschau im Kirchenbuch von Oldenburg ergab freilich, dass Martha Schwarting nicht in Blankenburg sondern in Wehnen verstorben ist.; eine Todesursache ist (abweichend von anderen Einträgen derselben Zeit) nicht vermerkt. In Kenntnis der unsäglichen Praxis der sogenannten Euthanasie der Geisteskranken in den Anfangsjahren des Dritten Reiches (bis diese Praxis wegen des empörten Widerstandes der Kirchen und der Bevölkerung eingestellt wurde), beschleichen einen Zweifel, ob Martha Fischbeck eines natürlichen Todes gestorben ist. Es steht jedenfalls fest, daß auch die Krankenanstalt in Wehnen sich daran beteiligt hat, schwer Kranke mindestens indirekt dadurch zu töten, dss die Essensportionen immer weiter verkleinert wurden. So ist wahrscheinlich auch der Malerfreund des Ludwig Fischbeck, der aus Großensiel bei Nordenham stammende Maler Müller vom Siel, der an Schizophrenie erkrankte, 1938 in Wehnen verhungert; auch er wurde allerdings 73 Jahre, sodss auch ein natürlicher Tod möglich ist (vgl. hierzu Georg Müller vomSiel 1865 – 1939, Katalog Nr. 12 des Landesmuseum Oldenburg, 1999).

 

Auch im Falle von Martha Fischbeck gibt es einige Verdachtsmomente. Die Verlegung nach Wehnen, die Abschirmung der Kranken gegenüber den Angehörigen, die möglicherweise nicht nur der Schonung der Kranken diente,sondern vor den Angehörigen auch einen schlechten Allgemeinzustand verbergen ließ, sowie die Tatsache, dass die Verpflegungssätze in Wehnen in der III.Pflegeklasse von 0,95 RM 1925 auf 0,50 RM 1938 abgesenkt wurden (Raimond Reiter, Psychiatrie im 3. Reich in Niedersachsen, 1997; in dieser Untersuchung ist Blankenburg als Euthanasieanstalt nicht erwähnt, wohl aber Wehnen ausführlich behandelt).

 

Auf meine Anfrage im Archiv in Wehnen erhielt ich den Hinweis, die Krankenakten aus dieser Zeit seien an das Staatsarchiv abgegeben. Dort konnte ich tatsächlich ihre Akte einsehen (Bestand 226-3, Acc. 35/197 Nr.5660).  Die Akte enthielt neben den Aufzeichnungen aus ihren Aufenthalten in der Heil- und Pflegeanstalt Wehnen auch die Akte aus Blankenburg. Zur Krankengeschichte berichtete der Ehemann, dass alles kurz nach der Geburt des Sohnes angefangen habe. Das Kind bekam am 2. oder 3. Tag nach der Geburt „Pemphigus“ und steckte die Mutter an. Bei dieser Gelegenheit wurde Frau Fischbeck durch eine sehr unvorsichtige Äußerung von Dr. Müller in große Schrecken versetzt. Seit dieser Zeit begann das Leiden der Frau. Sie soll – laut Ehemann – auch recht eifersüchtig auf ihre Mutter gewesen sein, die das Kind und den Haushalt versorgte. In der Folgezeit wird in verschiedenen Berichten die an sich gesunde und große Statur der Patientin beschrieben. Als Diagnose erscheint zunächst Melancholie, 1907 Dementiapraecox, später werden epileptische Anfälle erwähnt. Auf dem Aktendeckel steht Schizophrenie.

 

Martha Fischbeck geb. Schwarting hat sich ab November 1906 fünfmal in der Anstalt in Wehnen aufgehalten, jedesmal in einem ordnungsgemäßen Verfahren mit behördlicher Genehmigung, das unserem heutigen Unterbringungsverfahren nicht unähnlich ist, jedoch ohne die Notwendigkeit einer richterlichen Genehmigung. Vor und zwischen diesen Aufnahmen liegen Behandlungen in Privatsanatorien und die lange Zeit vom 22.Dez. 1918 bis 25.März 1935 im Kloster Blankenburg. Im November 1906 kam es zu einem schweren Vorfall: Martha Fischbeck, die zu dieser Zeit bei ihrem Ehemann lebte, entfernte sich nachts – nur dürftigst bekleidet – aus dem Haus, überstieg eine Mauer und wollte sich im Schlossgarten ertränken. Davon nahm sie aber doch Abstand, hielt sich aber bis zum nächsten Abend im Park verborgen. Voraus gingen Wochen mit starker gemüthlicher Verstimmung; sie äußerte Selbstbeeinträchtigungsreden, sei zu nichts nütze, könnte dem Haushalt nicht vorstehen und glaubte als Bestes aus dem Leben zu scheiden. Starke Grübelsucht. In einem Brief der Mutter an die Anstaltleitung vom 22. September 1909 berichtet sie von Mutlosigkeit und Traurigkeit der Tochter; diese habe davon gesprochen, irgend einen Erwerbszweig ergreifen zu wollen, was ihr die Mutter natürlich ausgeredet habe. Der Arzt notiert am 30. Sept. 1909, Martha Fischbeck (stets als Kunsthändlersfrau betitelt) sei zeitweise tobsüchtig erregt und dulde keinen Widerspruch. 1913 wird sie in die Heilanstalt Blankenburg entlassen mit dem Bemerken, in der häuslichen Gemeinschaft sei ihr Verbleiben sehr schwierig,da sie durch ihre geistige Schwäche und Urteilslosigkeit zu Konflikten und Erregungen Veranlassung gibt. Sie habe selbst den Wunsch, durch weitere Anstaltspflege ihren Zustand zu bessern.

 

Aus der Akte Blankenburg ergeben sich zum Krankheitsbild keine weiteren Aufschlüsse. Aber dort spiegelt sich die finanzielle Misere des Ehemannes, der in der Inflation sein ganzes Vermögen verloren hatte. Der Ehemann kann die Rechnung für die Zeit vom Oktober 1924 bis März 1925 über183,60 Mark nicht zahlen, sodass ab dann der Amtsverband die Kosten trägt (sicher nur noch für die Verpflegungsklasse III). 1931 verlangt der Amtsverband die Rücknahme der Ehefrau in die eigenen Wohnung.  Dazu schreibt Ludwig Fischbeck: „Dies ist ganz ausgeschlossen, weil sie geistig so umnachtet ist, dass ich sie nicht bei mir aufnehmen kann. Ich habe schon die halbe Wohnung abvermietet, habe keine Schlafzimmer mehr und schlafe nachts auf dem Sofa. Ich verkaufe große Bilder für 30-40 Mark etwa alle zwei Monate. Es ist ein ganz elendes Leben, welches nur durch die treue Anhänglichkeit der Familie Leutbecker und einiger lieber Freunde erträglich ist.“

 

Zum 25 März 1935 wird Martha Fischbeck, ohne dass sich der Grund in der Krankenakte findet, in die Anstalt Wehnen verlegt. Dort wird im Aufnahmebericht ein völlig neuer, harter Ton angeschlagen: “Darniederliegen sämtlicher psychomotorischer Funktionen. Ziemlich hochgradiger Verblödungszustand. Liegt den ganzen Tag zu Bett, schmiert, ist unsauber. Neigt zu Impulsivhandlungen und Erregungszuständen, muss daher die meiste Zeit in Schutzjacke gehalten werden. Reduziertes körperliches Allgemeinbefinden“. Im März 1936 werden epileptische Anfälle notiert. Medikation: Campfer, Scopolamin, Cardiziol. 1937 heißt es: Unsauber. Manchmal schlägt sie Scheiben ein. Gewalttätig. Meist tagsüber außer Bett,vollkommen verblödet.

 

Am 20. August 1938 wird notiert: In letzter Zeit körperlich zurückgegangen. Starke Ödeme der unteren Extremitäten. Dekubitus in der Kreuzbeingegend. Leicht erhöhte Temperatur. Der Ehemann wird benachrichtigt; e rkönne seine Frau jederzeit besuchen. Am 24. August um 21.40 Uhr Exitus. Die Sterbefallmitteilungan verschiedene Behörden enthält keine Todesursache.

 

Die Familie empfindet ihren Tod als Erlösung.

 

Ihre Mutter Marie Schwarting, die in einem Brief vom 12.4.1938 ihrem Schwager Hermann Heinrich Schwarting dafür dankte, dass er zum Todestag ihres Mannes Gustav einen Kranz auf dessen Grab legte, schreibt am 4.9.1938 erneut aus Charlottenburg: „Lieber Schwager! Meine arme Tochter ist endlich erlöst, und ich musste noch vor ihrer Beerdigung wieder nach Hause fahren. Walter und ich hatten einen Unfall, da ich nicht gut mehr gehen kann, nahmen wir bei unserer Ankunft ein Auto, um zuerst mein Grab zu besuchen und auf der Rückfahrt zur Stadt fuhr ein Lieferauto an ... [Marie stürzt mit dem Kopf in die Scheibe, hat Schmerzen an Arm und Bein, Walter und Ludwig drängen sie, wieder nach Haus zu fahren.]...Nun schrieb mir Ludwig, daß trotzdem wir Martha in aller Stille beisetzen wollten, dass doch Herrn aus Grüppenbühren gefolgt wären, und 6-7 Kränze niedergelegt wurden....[Folgt Bitte um Grabpflege] Mein Walter ist am Mittwoch nach Schweden abgereist, er hat Martha noch einmal gesehen, und ihr einige Blumen in den Sarg gegeben; er war so erschüttert, wie ich ihn noch nie sah. Trotzdem es eine Erlösung für das arme Kind und für uns alle ist, wird dass Erlebnis nicht leicht zu überwinden sein, denn alles leider vielen Jahre wurde aufgewühlt. ... Mit herzlichem Gruß Schwägerin Marie“

 

Am 11. IX.38 schreibt Walter Fischbeck aus Göteborg: „Lieber Oheim! Möchte Euch die traurige Nachricht mitteilen, dass Grossmutter gestern früh gestorben ist. Muss heute nach Berlin fahren, um die Verbrennung zu beantragen, das Schriftstück, welches Großmutter  hinterlassen hat, genügt nicht. Dann muss ich wohl Vater alles übergeben, der die Beisetzung in Oldenburg leiten muss. Es ist zu traurig, dass ich Großmutter nicht einen sorgenfreien Lebensabend bereiten konnte, wo sie eigentlich nur für mich gelebt hat. Aber wie haben durch Mutters Tod und meine neue Reise nach Schweden doch ihre Nerven versagt so gern sie auch sah, dass ich fuhr, denn in Berlin habe ich immer zu kämpfen gehabt....Für heute grüsst  Euch herzlich Dein Neffe Walter“

 

Im Jahr 1942 hält sich Walter mit der Wehrmachtsbühne in Brüssel auf, wo er an einer Aufführung der Oper „Die Magd als Herrin“ von Pergolesi mitwirkt, deren Programm er mit einem Beileidsschreiben zum Tod seines Onkels Hermann Schwarting an dessen Sohn schickt. Aus diesem Anlass kommt aus Berlin auch eine Beileidsanzeige, unterzeichnet „Walter und Else Fischbeck. Walter ist bis 25.1.43 in Frankreich mit seiner Kammer-Oper.“ Dies ist mein einziger Hinweis auf die Ehe von Walter Fischbeck. Aus mündlichen Erzählungen von Frankhild Kiehl geb. Schwarting, die in Kontakt zu Walter Fischbeck stand, weiß ich, dass die Ehe mit Else sehr glücklich gewesen sein soll. Sie blieb aber kinderlos.

 

Walter Fischbeck stirbt am 30. Januar 1979 in Berlin.

 

Es bleibt ein Rätsel um Marthas Krankheit: Was ist ein Pemphigus, an dem der neugeborene Walter litt? Laut Meyers Lexikon von 1877: Hautkrankheit, bei welcher sich große mit heller Flüssigkeit gefüllte Blasenbilden (ähnlich Brandblasen). Die Ursache ist unbekannt, denn nur vom Pemphigus, welcher bei Neugeborenen vorkommt, weiß man, dass er syphilitischen Ursprungs ist. Die Krankheit dauert bei Neugeborenen 8-14 Tage, seltener 3-4 Wochen und endet stets mit dem Tode. Nun, Walter hat überlebt. War die Diagnose richtig? Litt Martha vielleicht nur an einer Wochenbettdepression, die chronisch wurde und mit den Mitteln der damaligen Zeit (Campher, Scopolamin,Cardiziol, Zwangsjacke) zur Unterdrückung aller Lebensgeister bis zur Verblödung behandelt wurde? Beruhte die Depression auch darauf, dass man sie mit der Diagnose „Pemphigus“ (also auch der Behauptung einer Syphilis auf Seiten der Mutter) erschreckte? Litt sie darunter, dass sie als Frau keine Möglichkeit eigener Tätigkeit hatte? Es war in jedem Fall ein schweres Schicksal, das sie und ihre Familie zutragen hatte. Ob sie schließlich als Opfer der nationalsozialistischen Grausamkeit gegenüber psychisch Kranken anzusehen ist, muss auch offen bleiben. Die staatlich befohlene Euthanasie der psychisch Kranken begann erst im Jahr 1941.Den Krankenberichten ist aber deutlich anzumerken, dass auch schon in der Zeit davor jedenfalls keinerlei Interesse mehr bestand, den „unnützen Essern“ eine das Leben verlängernde Behandlung zukommen zu lassen, zumal nicht mehr der Ehemann sondern die Gemeinde für die Verpflegungskosten aufkommen musste. Immerhin gab es 1938 noch nicht die Praxis der Vertuschung der Todesursachen; der Sohn Walter konnte sie noch einmal sehen, bevor der Sarg geschlossen wurde.

 Quellenangaben :

 

Die Biografie von Martha Fischbeck wurde verfasst von Claudia Nolte-Schwarting und mir zur Veröffentlichung zur Verfügung gestellt.

 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 254,255.

Hoftheater, Landestheater, Staatstheater in Oldenburg,S. 288 und 295, ISBN 3-87358-165-5.

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,Seite 188, 189, ISBN 3-89442-135-5.

Georg von Lindern- Ludwig Fischbeck, 1966 herausgegeben vom Isensee-Verlag.

Karl Veith Riedel, Ludwig Fischbeck,, 1866-1954, ISBN 3920557 67 0




 


 

 


 

Öl auf Leinwand, 70 cm x 110 cm, u.l. signiert


Öl auf Leinwand, mit Rahmen 103 x 155 cm " Partie im Hasbruch", signiert.

"Der Hasbruch", Öl auf Leinwand,130 cm x 190 cm (mit Rahmen)signiert, datiert 1912


Radierung, gerahmt, signiert,, 80 cm x 104 cm

Öl auf Leinwand, "Das Wüschemeer im Mondlicht", eine außergewöhnliche Größe,

30 cm x 46 cm(o.R.), unten links "L. Fischbeck 04" signiert


Otto Fisser


 

 


 


 


 


 


 


 

 

Otto Fisser wurde am 8. März 1890 in Bremen als Sohn eines Bremer Schiffmaklers geboren, der auch familiäre Beziehungen zu Ostfriesland hatte.Otto Fiiser besuchte in Bremen das Alte Gymnasium und begann dann in Amsterdam ein Kunststudium, welches er

in Weimar, bei Fritz Mackensen, in Berlin bei Lovis Corinth, München und Paris fortsetzte.

Fisser wurde zum Kriesdienst verpflichtet und geriet dabei vorübergehend in französishe Kriegsgefangenschaft. Ab 1918 lebte er als freischaffender Künstler wieder in Bremen. Er war Mitbegründer des Bremer Künstlerbundes.

 

Als 1945  Bremen bei einem Luftangriff schwer getroffen wurde und dabei ein Großteil seiner Arbeiten vernichtet worden waren, kehrte er Bremen den Rücken und wohnte fortan in Innenstadt von Oldenburg in sehr bescheidenen Verhältnissen in einer kleinen Wohnung in der Bergstraße 5. Einige seiner Arbeiten brachte er zur in der Nähe befindlichen Kunstgalerie Harms Am Schloßplatz und versuchte, sie über die Galerie zu verkaufen. Immer wieder zog es ihn  nach Bremen und nach Amsterdam, wo er Ansichten der Häfen, der Küste, des Meeres sowie Landschaftsdarstellungen des Bremer und Oldenburger Landes  als Aquarell, Zeichnung, Pastell oder Radierung bzw. Lithografie schuf. Auch eine Kohlezeichnung mit einer Partie aus Südeuropa ist bekannt, sodass anzunehmen ist, dass er sich dort möglicherweise zu Studienzwecken aufgehalten hat oder diese während seiner Internierung entstanden ist.

Zeichnungen aus Brake wurden 1921 in der Bremer Kunsthalle gezeigt.

Otto Fisser starb  am 1.5.1978 in Oldenburg.

 

Vom 23.4.-22.5.1938 beteiligte er sich an einer Kunstausstellung des Hilfswerkes für deutsche bildende Kunst in der Kunsthalle Bremen.

 

Fisser ist verzeichnet im Dresslers Kunsthandbuch , Seite 259, 1930 

noch wohnhaft in Bremen, Delbrückstraße 8.


 

Quellenangaben:


Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.254

Artiokel der Nordwestzeitung Oldenburg Nr. 17/60 vom27.8.1960 mit dem Titel:

Einblick in Oldenburgs „Malerwinkel“- Otto Fisser, der „Butenbremer“,malt Oldenburger Heimatlandschaften. 

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20.- und 21. Jahrhundert, S. 122/123, ISBN 978-3-940601-33-9.

   

 

 Richard Flatters


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Richard Flatters wurde 1822 in Uerdingen geboren. Er studierte an der Kunstakademie in Düsseldorf, und wurde in den 1840er Jahren großherzoglicher Hofmaler in Oldenburg.

Von 1845 bis 1848 hielt er sich in Paris auf. Dort beteiligte er sich an den „Salon-Ausstellungen“.  In den 1850er Jahren hielt er sich in Bremen auf,anschließend in Bremerhaven, wo er am 23. Oktober 1876 starb. Er machte sich hauptsächlich als Porträtmaler und Maler  von  Genreszenen einen Namen. Im Besitz des Oldenburger Stadtmuseums befinden sich mehrere Genrebilder und  ein Gruppenporträteiner oldenburgischen Kegelgesellschaft.

Flatters nahm an der 101. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins, 20.-22.6. 1857 mit 5 Gemälden teil, ebenso an der 104. KA,7.-9.2.1858, der 133. KA., 22.2.-24.2.1863. Nach seinem Tode wurden im Rahmender Ausstellung zum 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlungam 24.-27.4.1904 mehrere seiner Arbeiten gezeigt.

 

Quelle:

 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.254

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr1937, S. 44

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, S. 55-56.


 Johann Fokken (Jan)

 

Johann Fokken wurde am 22.9.1881 in Bremen geboren. Sein Vater war Kapitän, er selbst stammte aus einer ostfriesischen Familie aus Dornumersiel ab. Jan, so wie er landläufig mit Vornamen genannt wurde, machte nach der Schulzeit eine Lehre zum Dekorationsmaler und arbeitete in diesem Beruf. Vor dem Ersten Weltkrieg besuchte er Malerklassen in Köln und Berlin, ohne jedoch einen Abschluss zu erlangen.

Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges arbeitete er als freischaffender Maler in Bremen.

Häufig  hielt er sich in Ostfriesland auf und malte dort die ostfriesische Landschaft, die Küste, Häfen und Schiffe. Vor allem Neuharlingersiel wurde praktisch seine zweite Heimat. Dort entstanden viele seiner Arbeiten, ebenso in Westeraccumersiel, Dornumersiel und Esens.

Viele seiner Arbeiten befinden sich auch deshalb in privaten ostfriesischen Haushalten.

Johann Fokken starb an 17.6.1962 in Bremen.

      

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 126,

herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


Hinrich Fokken-Esens

 

Hinrich Fokken wurde am 31.7.1889 in Esens geboren und ist dort aufgewachsen. Nach Ende der Schulzeit erlernte er von 1904 bis 1908 das Malerhandwerk und arbeitete anschließend bis 1910 als Malergeselle. In jenem Jahr verzog er nach Bremen und war seitdem dort wohnhaft. Von 1911 bis 1913 leistete er den Militärdienst in Berlin ab und wurde 1914  bis zum Kriegsende 1918 zum Kriegsdienst eingezogen. In den 1920er Jahren machte er sich mit einem Malergeschäft in Bremen selbständig und legte 1927 die Meisterprüfung ab. Während dieser Zeit betätigte er sich bereits künstlerisch.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zweimal ausgebombt, wobei viele seiner Arbeiten verloren gingen.1945 begann er einen Neuanfang mit einem Malergeschäft in Bremen. Bereits  in den 1920er Jahren ließ er sich mit behördlicher Genehmigung seinem Namen Fokken den Zusatz Esens geben, um eine Verwechslung mit dem Bremer Maler Johann Fokken zu vermeiden.

Hinrich Fokken-Esens schuf viele Arbeiten in Öltechnik, die Motive von der Küste, Häfen und der ostfriesischen Landschaft zeigen; aber auch Bremer Ansichten malte er häufig auf Hartfaserplatte. Er beherrschte jedoch ebenso den Linolschnitt und die Aquarellmalerei, ebenso zeichnete er mit Bleistift oder Kohlestift.

Fokken-Esens war seit 1920 Mitglied im Bremer Künstlerbund, seit 1951 Mitglied im BBK Nordwestdeutschland und seit 1994 in der Bremer Sezession. Er starb am 14.3.1976 in Bremen.

     

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S.127,

ISBN 978-3-940601-33-9.

     

   Poppe Folkerts


 

Quelle: Foto Hall, Norderney


 

 


 


 


 


 


 


 


 

Poppe Folkerts wurde am 9. April 1875 in Norderney als zweitältester Sohn von insgesamt sechs Kindern des Baumeisters Folkert Janssen Folkerts und dessen Ehefrau Johanna Reemtdina geb. Meyer, geboren.

Die Eltern verlor Poppe Folkerts früh. Bereits im Alter von 38 Jahren starb die Muttter, kurz danach der Vater.

Er und seine Geschwister wurden von Verwandten auf Norderney aufgenommen und groß gezogen.

Mit 14 Jahren begann der junge Poppe eine Ausbildung bei dem Norderneyer Maler – und Glasermeister Krieger. Während seiner Ausbildung wurde er mit dem Umgang von Farben eingewiesen.

Die damals übliche sich anschließende Wanderschaft führte ihn nach Köln und Frankfurt. Es entstanden dabei Zeichnungen und Skizzen. Auf einer Reise nach  Hamburg und Berlin studierte er in den Museen Arbeiten der bekannten Marinemaler Anton Melbye,Frederic Gude, Hans von Bartels und Carl Saltzmann. Nach Norderney zurückgekehrt, erteilte ihm ein Kurgast einen Auftrag für ein Gemälde und erteilte ihm den Ratschlag, Kunstmaler zu werden. Mit einigen Arbeiten reiste er 1896 nach Berlin und legte dem an der Königlich – Akademischen Hochschule für Bildende Künste zu Berlin tätigen Professor Carl Saltzmann diese vor. Dieser empfahl, sich an dem emerierten Lehrer Professor Hermann Eschke zu wenden.

In seinem Privatatelier unterrichtete Eschke Folkerts  fortan. Einige Monate später fand er Aufnahme in der Klasse von Professor Saltzmann.Folkerts war zu diesem Zeitpunkt künstlerische bereits so gereift, dass er dort die sogenannte Vorklasse überspringen konnte.

Bis 1900 wurde er von Professor Saltzmann unterrichtet. Von 1902 bis 1903 studierte er bei Friedrich Kallmorgen, wechselte die Akademie und wurde im gleichen Jahr Meisterschüler bei Ludwig Dettmann in Königsberg.

 

In den Jahren 1900 bis 1903 unternahm er Studienreisen auf Segelschulschiffen der kaiserlichen Marine, die erst auf Empfehlung des Berliner Akademiedirektors Anton von Werner und mit persönlicher Genehmigung des Kaisers möglich wurden.

Zwischendurch lebte Folkerts einige Monate auf Capri.

Mitte des Jahres 1901 nahm er an der 301. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein mit dem Gemälde „ Norderneyer Angelfischer“ teil. Das Gemälde wurde anschließend zur Verlosung vom Kunstverein Hannover angekauft.

1906 zog er nach Kiel um. Hier wurde er Mitglied des Kieler Kunstvereins und der schleswig-holsteinischen Kunstgenossenschaft. Im Rahmen der Künstlergruppe „Schleswig-Holstein“ stellte er mit anderen Malers seine Arbeiten in der Kieler Kunsthalle aus.

 

In der Zeit von 1907 bis 1908 setzte er sein Studium in der Porträt und Figurenmalerei bei Eduard Gebhardt in Düsseldorf fort. Es schloss sich 1909 eine Reise nach Paris an, wo er an der Academie Julian Alte Meister studierte.

1910 kehrte er nach Nordeney zurück. 1911 baute er am Südwesthörn ein Turm-Atelier und verbrachte dort seine Zeit mit Malerei.

Als der Erste Weltkrieg ausbrach, wurde er als Kriegsmaler an der Westfront in Frankreich und in Flandern eingesetzt.

1917 heiratete er Frida Wilken( 1893 - 1982). Aus der Ehe gingen vier Kinder hervor.

Nach Beginn des Ersten Weltkrieges wurde sein Atelier durch die Wehrmacht abgerissen.

Nach dem Ersten Weltkrieg  wurde Folkerts beauftragt, Entwürfe für Notgeldscheine anzufertigen. Insgesamt 6 Entwürfe fertigt er daraufhin für die Insel Norderney an.

 

1943 wurde er Mitglied des ostfriesischen Kulturparlaments, der Ostfriesischen Landschaft.

1944 stellte er im Rahmen der Kunstausstellung „Gaukulturtage Weser – Ems im Augusteum zu Oldenburg, ausgerichtet vom 7. Mai bis 6. Juni 19446 Ölgemälde aus ( Begegnung, Sommertag in Ditzum, Brandung, Fischschaluppen, Brigg auf der Nordsee, Das Meer).

 

Poppe Folkerts starb am 31.12.1949, am 4. Januar wurde er auf See bestattet.

Das Gesamtwerk Poppe Folkerts umfasst hunderte Arbeiten. Bereits 1897 erlebte die Insel Norderney eine erste Ausstellung seiner Arbeiten. Es folgten weitere Ausstellungen in Berlin, Düsseldorf, Emden,Hannover, Kiel, Köln, Leer, München, Norden und Oldenburg. Im Jahr 2000 wurden anlässlich einer Gedächtnisausstellung zum Norderneyer Hafenfest 144 Arbeitendes Künstlers gezeigt. Er gehört sicherlich zu einer der bedeutendsten und bekanntesten Künstler aus dem Nordwestdeutschen Raum. Seine Gemälde werden auf dem freien Markt hoch gehandelt.

 

Quellen:

Hermann Lohausen – Ein Beitrag für die Ostfriesische Landschaft über Poppe Folkerts.

Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie.

Ausstellungskatalog zur Kunstausstellung  Gaukulturtage Weser-Ems aus dem Jahr 1944.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914, S. 56.

Künstlerlexikon Vollmer, Band 2, S.127


 

Franz Francksen


 

 


 

 


 


 


 


 


 

Der Maler Franz Francksen wurde am1.9.1892 auf der Hofstellein Sibirien bei Tossens in der Wesermarsch, geboren.

Bereits während seiner Schulzeit machte er durch sein zeichnerisches Talent auf sich aufmerksam. Von 1912 – 1914 ließ er sich von dem Oldenburger Malern Gerhard Bakenhus, Richard tom Dieck und Nothold unterrichten. Ansonsten war der begabte Maler Autodidakt.

Nach 1933 beteiligte er sich an einigen Ausstellungen „Kunst im Gaus Weser-Ems „ des Oldenburger Kunstvereins.

1934 nahm er an der „ Gemeinsame Ausstellung Deutscher Künstler“ in Düsseldorf teil.

Franz Francksen war Mitglied im Oldenburger Kunstverein und im BBK , Landesgruppe Oldenburg. In Verbindung mit dem BBK Oldenburg nahm er an Ausstellungen teil, unter anderem an der Niedersächsischen Kunstausstellung in der Werkschule Hildesheim von den im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen vom 26.8. – 16.9.1962 sowie im Oldenburger Kunstverein, Weihnachtsausstellung des BBK - Oldenburg- Freie Gruppe – vom 14.12.1969 – 14.1.1970 im Kleinen Augusteum Oldenburg.

Ausstellung des BBK – Oldenburg im Oktober 1968 in den Schaufenstern der Haarenstrasse unter dem Titel:“ Kunst in der Haarenstrasse“.

Franz Francksen widmete  sich in den folgenden Jahren der Landschaftsmalerei, wobei er die Bleistift - und Kohlezeichnungen, Lithografien und Ölgemälden bevorzugte.

In den fünfziger Jahren wandte er sich verstärkt neuer experimenteller Kunst zu. Seine in einer Mischtechnik entstandenen informellen Bilder bestechen durch ihre Farbigkeit und weite Räumlichkeit.

Mehrere Arbeiten von ihm sind im Besitz des Oldenburger Stadtmuseums und des Landesmuseum Oldenburg.

Franz Francksen war verheiratet mit der Künstlerin Margarethe Francksen - Kruckenberg.

 

Der Maler wohnte zuletzt in der Haareneschstraße 45, er starb am 22.6.1974 in Oldenburg.

 

 Quellenangaben 

 

1.     Oldenburger Hauskalender von 1976, Seite 34.

2.     Artikel aus der Heimatbeilage der Nordwest-Zeitung aus dem Jahre 1967, verfasst von Bolko Kannenberg: Titel: Zum 75. Geburtstag des Oldenburger Malers Franz Francken – Ein Lebenswerk für die Kunst.

3.     Mitgliederliste des Oldenburger Kunstvereins aus dem Jahre 1953, Seite 3.

4.     Katalog zur Niedersächsischen Kunstausstellung 1962 vom 26.8. – 16.9.1962 in der Werkschule Hildesheim, Nr. 91 – 93.

5.     Katalog zur Ausstellung des BBK – Junge Gruppe vom 20.10.-19.11.1974 im Kleinen Augusteum Oldenburg, Nr. 19 – 25.


 


 


 

 

Margarethe Francksen-Kruckenberg


 

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Am 20. September 1890 wurde die Malerin Margarethe Francksen - Kruckenberg in Varel  geboren. Dem Besuch des Neuenburger Lehrerinnenseminars unter B. Gerbrecht folgte eine Tätigkeit als Lehrerin an verschiedenen Orten des Fürstentums Lübeck, dann in verschiedenen Dörfern unweit des Jadebusens.

Sie begab sich anschließend in eine Ausbildung in München bei  dem Bildnismaler Professor Walter Thor( 13.2.1870 – 15.1.1929), zudem studierte sie an der Akademie Kunstgeschichte.

Während dieser Zeit hielt sich dort auch die aus einer angesehenen Frankfurter Juristenfamilie

stammende Helene Schulz-Dubois auf. Die Künstlerinnen freundeten sich miteinander an. Kruckenberg lud Helene Schulz - Dubois in der Folgezeit nach Oldenburg ein, der sie auch folgte. Im Rahmen eines Besuches bei dem Maler Gerhard Bakenhus lernte Helene den Oldenburger Maler Wilhelm Kempin kennen, den sie später heiratete und den Namen Kempin annahm.

Margarethe Kruckenberg studierte ab 1921 an der der Kunstgewerbeschule in Frankfurt a.M. und anschließend an der Kunstakademie in Weimar bei Professor Max Thedy (1858 – 1924 ),  bei dem auch die Oldenburger Maler Wilhelm Kempin und Georg Harms - Rüstringen (2.11.1890in Heppens – 14.10.1955 in Rastede) studierten.

 

Nach ihrer Rückkehr ins Oldenburgische entstanden in den 1920er Jahren  die ersten Urwaldbilder, die im Hasbruch, in den Wäldern um Dötlingen und im Neuenburger Urwald entstanden sind. 1924 heiratete sie den Kunstmaler Franz Francksen aus Tossens, der sich bei Gerhard Bakenhus ausbilden ließ. Die Malerin, die an Urwaldmärchen arbeitete, veröffentlichte 1924 das Büchlein „ Geschichten aus der Vogelstube“ und veröffentlichte 1935 eine Urwaldbildermappe mit sechs Baumstudien.

1950 wandte sich die Künstlerin der Teppichknüpferei zu. Sie schuf Bildteppiche in Einzelanfertigungen und nach eigenen Entwürfen und stand dabei stilistisch in der Tradition der Künstlergruppe „ Die Brücke“. 1965 ernannte sie die Arbeitsgruppe Kunsthandwerk Oldenburg zum Ehrenmitglied. Arbeitenvon ihr befinden sich im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Die Malerin starb am 30. November 1975 in Oldenburg


Quellenangaben: 

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei i  Oldenburger Land, S.255

 

Hermann Freede

 

Hermann Freede wurde am 15.11.1905 in Leer geboren, wo er auch aufwuchs. Nach der Schulzeit absolvierte er eine Ausbildung zum Maler und war danach als Malergeselle tätig. Nach der Meisterprüfung machte er sich 1910 in Rhauderfehn selbständig. Auch er wurde wie viele andere mit Beginn des Ersten Weltkrieges zum Kriegsdienst verpflichtet. Während eines Einsatzes wurde er verwundet. Die Verletzung seines rechten Armes war so folgenreich, dass er seinen Beruf nicht mehr ausüben konnte. In der Folge bestritt er seinen Lebensunterhalt als freischaffender Künstler. Als Künstler war er Autodidakt, jedoch äußerst talentiert. Kontakte pflegte er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Karl Freede zu Poppe Folkerts. 1934 stellte Hermann Freede erstmals seine Arbeiten aus. Er war Mitglied der Reichskammer der bildenden Künstler. Freede malte in Öl, Aquarell, Tusche, Bleistift und Kohle. Für Aufführungen der  Heimatbühne fertigte er große Bühnenbilder an. Er gilt als Landschafts-und Heimatmaler, weil viele seiner Arbeiten Motive das heimatliche Ostfriesland zeigen.

Der Maler starb am 5.3.1995 in Rhaude.

Quelle: Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 132/133, ISBN 978-3-940601-33-9.


Karl Freede

 

 Karl Freede wurde am 20.6.1908 in Leer als Sohn eines Schuhmachermeisters geboren. Bereits früh widmete er sich dem Zeichnen und Malen und zeigte dabei sein großes Talent. Eine akademisch fundierte Ausbildung wurde ihm jedoch aus finanziellen Gründen nicht ermöglicht. Nach einer Lehre als Dekorateur und einigen Gesellenjahren fand er eine Anstellung als Dekorateur und Heimberater bei einer Leeraner Textilfirma.

 

Nach Beginn des Zweiten Weltkrieges wurde er 1940 zum  Kriegsdienst verpflichtet. Er war während des Krieges als  Kartenzeichner in einem Diversionsstab eingesetzt. Während seiner Kriegsgefangenschaft, aus der er 1948 entlassen wurde, schuf er Skizzen und Zeichnungen.

 

Nach der Entlassung aus der Kriegsgefangenschaft nahm er seine Tätigkeit in dem Textilhaus wieder auf. Er blieb dort bis zu seinem Eintritt in den Ruhestand 1973 tätig.

Karl Freede war in seiner Freizeit immer künstlerisch aktiv und betätigte sich nach 1973 als freischaffender Künstler.

Seine Motive fand er in der Umgebung von Leer und der näheren Umgebung Ostfrieslands.

Seine detailgetreuen, realistischen Zeichnungen und Skizzen dokumentieren das Arbeitsleben der heimischen Bevölkerung, ebenso die von ihm geschaffenen Öl,-Aquarell- und Pastellarbeiten sowie Rötel - und Kohlezeichnungen.

 

Freede starb am 21.7.2000 starb in Leer.

  

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden, Seite 154.

 

 

 

 Gertrud Freifrau von Schimmelmann


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Gertrud Freifrau von Schimmelmann wurde am 12.11.1875 als Elise Gertrud Strube als Tochter des Fabrikanten Louis Strube und dessen Ehefrau Auguste geborene Hedloff  in Magdeburg geboren. Nach dem Besuch der Rosenthalschen Schule in Magdeburg begab sie sich nach Lausanne, wo sie ein Pensionsjahr absolvierte. Während dieser Zeit nahm sie bei Professor Genservon der Pariser Akademie Zeichenunterricht. Im Verlaufe weiterer sechs Monate, die sie in Frankreich verlebte, bildete sie sich durch Studien im Louvre weiter. Anschließend bildete sie sich im Atelier von Professor Wedepohl und in der Malschule von Frl. Fleck weiter. Im Jahre 1894 heiratete sie den Leutnant Ernst Freiherr von Schimmelmann aus Frankfurt/ Oder. Die Wege führten beide in den folgenden Jahren nach Paderborn, Naumburg und Minden. Im November 1913 zog sie von Minden nach Oldenburg, wo ihr Mann seinen Dienst im  Oldenburgischischen Infanterie - RegimentNr. 91 versah. Gertrud Freifrau von Schimmelmann nahm in Oldenburg bei dem Kunstmaler und Zeichenlehrer Hugo Zieger der  sich 1911 in Oldenburg niedergelassen hatte, Unterricht. Offensichtlich lernte die Malerin bei Hugo Zieger eine längere Zeit, denn ihre Arbeiten zeigten auch in späterer Zeit, als sie Oldenburg bereits verlassen hatte,eindeutig den Einfluss Ziegers auf ihre die Ausführung und die Farbgebung ihrer Motive.

Die Malerin wohnte zu dieser Zeit in der Ratsherr-Schulze-Straße 13.

 

Die Malerin hieltsich allerdings bereits einige Jahre vorher über einen Zeitraum von mehreren Jahren in Dötlingen auf und nahm bei dem Maler Georg Müller vom Siel Unterricht. Eine Beleg dafür ist eine Fotografie aus dem Jahre 1905  und die Aufzählung der Namen einiger Schülerinnen Müller vom Siels, unter ihnen auch Gertrud Freifrau von Schimmelmann .1909 wurde Georg Müller vom Siel  in das Landeskrankenhaus in Wehnen eingeliefert und konnte seine künstlerische Tätigkeit nicht mehr ausführen.

Ernst Freiherr von Schimmelmann starb 1953 in Oldenburg.

 

Die Malerin malte überwiegend Landschaften, vor allem Heidemotive hatten es ihr angetan.

Einige ihrer Arbeiten dürften im Bereich Dötlingen und unter dem Einfluss Hugo Ziegers in Huntlosen entstanden sein. Später besuchte sie häufig die Lüneburger Heide. Es entstanden dort viele Motive, ebenso aus der Gegend um Wilselde.

Westermanns Monatshefte veröffentlichte im Maiheft 1928 das Bild einer Birke bei Huntlosen. Die Heidebildmappe„ Mein Heideglück“ ist bei Westermann Druck - und Verlagsgruppe/ Braunschweig erschienen. Das Gemälde“ Frühlingserwachen“ wurde vom Norddeutschen Lloyd für den Dampfer“ Bremen“ erworben.

Die Malerin starb am 29.9.1935 in Oldenburg.

 

Verzeichnet ist sie im Dresslers Kunsthandbuch, Seite 875.  

Quellenangaben:

Oldenburger Hauskalender von 1935

Dresslers Kunsthandbuch.

Georg Müller vom Siel, Isensee Verlag Oldenburg,

herausgegeben vom Landesmuseum Oldenburg.


 

 

 


 


 










Eleonore Frey-Hanken

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Eleonore  Marta Hanken wurde am 7. November 1927  als einziges Kind des Landwirts Johann Gerhard Martin Hanken und dessen Ehefrau Bertha Hanken geborene Freels in Oldenburg in der damaligen Hebammen-Lehranstalt in der Kanalstraße 15 geboren.

Eleonore wuchs in der ländlichen Umgebung Moorhausens, Gemeinde Altenhuntdorf, auf.  Nach dem Besuch der Volksschule  ging sie auf eine weiterführende Schule in Brake und legte dort 1947 das Abitur ab.

Bereits während ihrer Schulzeit fuhr Lore, wie sie genannt wurde, regelmäßig  von Moorhausen aus mit dem Fahrrad oder dem Zug nach Oldenburg in die Brüderstraße 30, um dort bei dem 1946 aus dem Krieg zurückgekehrten und danach als Zeichenlehrer an der Hindenburgschule tätig gewesenen Zeichenlehrer Heino Johannsen Zeichen- und Malunterricht zunehmen.

Bis 1948 ließ sie sich von ihm unterrichten. Während des regelmäßig stattfindenden Unterrichtes entstand eine freundschaftliche Beziehung zu der Familie.

 

Als sich ihre Mutter 1948 das Leben nahm und ihr  Vater im selben Jahr starb, verpachtete sie den Hof zunächst, gab den Zeichenunterricht bei Johannsen auf und begann  im selben Jahr ein Kunststudium an der Kunstschule in Bremen. 1949 kehrte sie Bremen den Rücken, begab sich nach Karlsruhe und studierte bis 1952 an der dortigen Kunstakademie unter Wilhelm Schnarrenberger. Am Ende ihrer Ausbildung war sie Meisterschülerin Schnarrenbergers.

 

Sie verließ anschließend die Kunstakademie und heiratete am 1. Juli 1952 den Bildhauer und Designer Bert Frey. Im selben Jahr erblickte eine Tochter das Licht der Welt.1956 zog die Familie nach Daisendorf bei Meersburg. Dort richtete sie sich mit ihrem Mann ein Wohnhaus mit Atelier ein.

 

1965 verließ Eleonore Daisendorf in Richtung Rom. Sie richtete sich dort ein Atelier ein, dass sie bis 1966 unterhielt. Eine zweite Tochter kam zur Welt, es folgte jedoch auch die Scheidung von ihrem Ehemann.

Da sich ihr Gemütszustand in der Folge eintrübte, begab sie sich von 1966/67 in die Behandlung des Psychiatrischen Landeskrankenhauses Reichenau. Nach ihrer Entlassung kehrte sie 1967 nach Rom zurück und blieb dort bis 1970 wohnhaft.

1971 kehrte sie abermalszurück und nahm Wohnsitz in Salem-Mimmenshausen.

Im selben Jahr folgte ein zweiter stationärer Aufenthalt in der Psychatrie Reichenau, der bis 1972 andauerte.

Es folgten in den Jahren 1973 und 1974/75 weitere stationäre Behandlungen, die nur vorübergehende Besserungen brachten.

 Am 6.11.1975, einen Tag vor ihrem Geburtstag, nahm sich Eleonore Frey-Hanken auf der Insel Reichenau das Leben.

 

Quellenangaben:

 

1. Repros der  Privatfotos aus dem Besitz Wulff.

2. www.galerie-schrade.de/.../frey-hanken.../werke-eleonore-frey-hanken/

3. Persönlich geführtes Interview des Verfassers mit Antje Wulff, geführt vom Verfasser am   29.11.2011 und 5.2.2011.

4. Geburtsurkunde der Eleonore Hanken, Standesamt Oldenburg, Nr. 1274, datiert vom 14. November 1927. Darauf angeführt der Tag der Eheschließung am 1. Juli 1952, Standesamt Bruchsaal, Nr. 65. Darauf aufgeführt das Sterbedatum am            6 . November 1975, Standesamt Reichenau, Nr. 102/1975.

 

Fritz Fuhrken

 

 

 

 


 


 


 


 


 

Fritz Fuhrken wurde am 31. Juli 1894 in Nadorst als erstes von fünf Kindern des Hauptlehres Hinrich  Fuhrken (*9.1.1868 in Varrel, Gemeinde Stuhr) und dessen Ehefrau Marianne Caroline Luise, genannt Lily Meyer (*29.7.1868 in Osternburg/Oldbg.) geboren.

Nadorst war damals noch eigenständige Gemeinde am Stadtrand von Oldenburg, heute ist es ein Stadtteil Oldenburgs.

 

Fuhrken verbrachte seine Kindheit bis zu seinem sechsten Lebensjahr in den Schulen von Nadorst und Munderloh, GemeindeHatten, wo sein Vater Lehrer war. Im Mai 1900 zog die Familie  in die Schule Stickgras, Gemeinde Hasbergen. Stickgras ist heute Stadtteil von Delmenhorst.

 
Nach dem Schulabschluss bei seinem Vater begann Fritz Fuhrken 1909 im Alter von15 Jahren ein 6-jähriges Studium am Bremer Lehrerseminar. Aus dieser Zeit sinddie frühesten künstlerischen Arbeiten erhalten, jugendstilhafteFederzeichnungen und Holzschnitte mit Motiven der heimatlichen Landschaft.

 

Das Volksschullehrerexamen legte er im August 1914, um ein halbes Jahr vorverlegt, ab. Grund waren die Kriegsvorbreitungen zum Ersten Weltkrieg.

Fritz Fuhrken  meldete sich, wie die anderen Klassenkameraden, freiwillig zum Militär. Im November 1915 wurde Fuhrken als Soldat an die Ostfront nach Wolhynien und Galizien verlegt. Neben Teilnahmean Kämpfen in vorderer Schusslinie wurde er auch als Regimentszeichner für topographische Zeichnungen der Frontlinien für 3 Regimenter eingesetzt. So warer in der Lage, auch Zeichnungen für seine eigene Mappe und Postkarten zum Verkauf anzufertigen.

 

Künstlerisch konnte er sich durch gemeinsames Malen mit einem Meisterschüler von Arthur Kampf fortbilden. Nach dem Abflauen der Kämpfe (Waffenstillstand von Brest-Litowsk) wurde er im Dezember 1917 an die Westfront verlegt und geriet im August 1918 in Frankreich während der Somme - Schlacht in englische Kriegsgefangenschaft. Es folgten bis Oktober 1919  fünfzehn Monate Kriegsgefangenschaft in England im privilegierten Lager für Offiziere in Colsterdale bei Masham, Yorkshire. Es brauchte nicht gearbeitet zu werden.

 

Das Erlebnis des Ersten Weltkrieges und die Begegnung mit den Werken des deutschen Expressionismus lösten in der Gefangenschaft ein eigenständiges Werk farbstarker Aquarelle aus. Hierfür wurde der Begriff  „Colsterdaler Expressionismus“ geprägt. Es sind romantisch - expressive Aquarelle im Stil des Futurismus  und Kubismus (Orphismus).Er selbstbezeichnet sie als „romantisch dahinstürmende Bilder“.

 

Fuhrken erhielt Anregungen durch Intellektuelle verschiedenster Richtungen im Lager. Durchden  Maler Otto Nebel (1892–1973) bekam er Kontakt zur Kunst des „ Blauen Reiter“. Weitere Anregungen erhielt er durch den Bocholter Architekten Karl Tangerding (1891–1936) und den Kunstpädagogen Erich Parnitzke, den späteren Professor für Kunsterziehung an der Universität in Kiel.

   
Am 26.10.1919 kehrte Fuhrken aus der Gefangenschaft mit seinem dort entstandenen Werk zurück, erhielt eine Anstellung als Lehrer an der Bremer Volksschule  Kleine Allee und  wohnte  wieder in der Schule Stickgras bei seiner Mutter. Sein Vater war schon 1914 verstorben. Im Oktober 1920 verzog die Familie nach Delmenhorst in die Kantstraße 39 (Schule Deichhorst). Hier führte seine Mutter einem Schulleiter den Haushalt.

 

Nachmittags nutzte Fuhrken die Fortbildungsmöglichkeiten für Lehrer und  bildete sich an der Kunstgewerbeschule Bremen, Sternstrasse weiter. Er besuchte  von Herbst 1920 bis Ostern 1923 die Grafikklasse von Willy Menz (1890 -1969)  und trat in den „Bremer Künstlerbund“ ein, wurde Mitglied im „Nordwestdeutschen Künstlerbund“ und in der Bremer Künstlergruppe „ Neuwerker“. Diese Mitgliedschaften eröffneten ihm viele Ausstellungsmöglichkeiten.

 

Ende 1921 war Fuhrken  Mitbegründer der Künstlergemeinschaft  „Der Fels“(1921-1927), ein Zusammenschluss ehemaliger Künstler aus den Kriegsgefangenenlagern Colsterdale und Ripon. Gründungsmitglieder waren außer Fuhrken noch Franz Bronstert, Hagen (1895-1967) ebenfalls aus dem Lager Colsterdale und Georg Philipp Wörlen, Passau (1886-1954) aus dem Lager Ripon. Später kamen der österreichische Expressionist Carry Hauser (1895-1985) und der Bauhausschüler Reinhard Hilker, Hagen (1899-1961) hinzu. Es entstanden 8 Mappenwerke mit jeweils einer graphischen Arbeit der Mitglieder (Holzschnitt oder Lithographie).

 

 Der Fels stellte in vielen Regionen Deutschlands sowie in Wien und Salzburg aus. Darunter in Oldenburg im Kunstsalon Lappan Oncken und im Augusteum.

Im Oktober des Jahres 1921 hatte Fuhrken bei einem Arbeitstreffen der „Felsleute“ in Passau das prägende Erlebnis, den Maler und Schriftsteller Alfred Kubin in Zwickledt, Niederösterreich, kennen zu lernen. Zwickledt konnte zu Fuß am Inn entlang erwandert werden. Die Begegnungen wurden ihm eine Offenbarung, denn die Ideenwelt Alfred Kubins lag ihm sehr nahe.

 

Erkennbar wurde dies bei Fuhrken durch eine zauberische Atmosphäre in seinen Arbeiten bis ca.1925. In fast surrealer Stimmung entstanden 10 Schwarzkreide-Lithografien von Motiven der Stadt Passau und Zwickledt, die auch Kubin erhielt. Fuhrken gab Kubin außerdem Kinderzeichnungen aus seinem Unterricht in Bremen.  

Nach Heirat mit Ada Bors 1922  wohnten beide für ca. 2 Jahre bei den Schwiegereltern in Delmenhorst, Cramerstrasse 166. Im gleichen Jahr begann eine lebenslange Freundschaft zu Otto Modersohn, mit einem sehr persönlichen Umgang zwischen den Familien Fuhrken und Modersohn.

 

Ab 1924 folgte eine Freundschaft zu Fritz Stuckenberg. Im gleichen Jahr zogen Fritz und Ada Fuhrken nach Bremen in die Mainstrasse 81. Fuhrken konnte seinen Wunsch zur Ausbildung zum akademischen Zeichenlehrer von Oktober 1925 bis Juli 1927 an der Kunstakademie Kassel (heute Kunsthochschule Kassel) verwirklichen. Dies wurde durch Teilung seines Gehaltes mit einem „Hilfslehrer“ und mit finanzieller Unterstützung seines Schwiegervaters möglich.

 

Zuerst besuchte er die Zeichenklasse von Kay H. Nebel (1888 - 1953) und wechselte dannin die Malklasse von Curt Witte (1882 - 1959), der über die  Künstlerkolonie Worpswede an die Akademie gekommen war.

Bei ihm  wurde Fuhrken 1926 Meisterschüler.

 

Nach seinem Examen vom 15. Juni 1927 erhielt er als 33-jähriger ein Lehramt als akademischer Zeichenlehrer an der „Deutschen Oberschule für Knaben und Realschule beim Doventor“ in Bremen. Fuhrken beschäftigte sich nicht nur mit der Malerei. Sein Interesse galt auch bemalter alter Keramik.

Mit seinen Schülern machte er sich auf Baustellen in der Bremer Altstadt auf die Suche nach alten Gefäßen und Scherben. Kurz vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges übergab er dem Focke-Museum eine umfangreiche Sammlung, die den Direktor  Ernst Grohne 1940  zu einer Jahresschrift des Museums über Tongefäße seit dem Mittelalter in Bremen veranlasste.

 

Kunsthistorisch war bei Fuhrken nach 1925 die Zeit der avantgardistischen Experimente und der romantisch - expressiven Bildwelt vorbei. Sein künstlerischer Weg führte über die Neue Sachlichkeit zu einer versachtlichten Bildwelt. Es entflammt eine  Begeisterung für die Wegbereiter der Moderne, Cezanne und Vincent van Gogh. In seinen Landschaften ist dies durch einen expressiven Pinselduktus, und eine autonome Wirkung der Farben erkennbar.Seine Motive fand er vornehmlich in der norddeutschen Heimat und in Alltagsdingen, aber auch auf Reisen durch ganz Deutschland (Berlin, Harz,Allgäu, Schwäbische Alb, Eifel, Rhein, Thüringen und Oberweser) sowie in Paris und Norwegen. Malaufenthalte folgten in den ehemaligen Künstlerkolonien Dötlingen und Hiddensee.

  

Mit Beginn des Zweiten Weltkrieges 1939 war Fuhrken als Offizier einer der ersten, der eingezogen wurde. Er kam, wie im Ersten Weltkrieg, wieder zuerst nach Russland. Dort erlebte er im Januar 1943 vor Stalingrad die Aufreibung seiner Kompanie. Die Überlebenden sammelten sich in Villingen/Schwarzwald 

zum anschließenden Einsatz in Nordfrankreich. Während der gesamten Kriegszeit entstanden dokumentarische Skizzen und Zeichnungen der Landschaft und von Kriegszerstörungen.

 

Am19. Juli 1943  wählte Fritz Fuhrken in Frankreich bei Hesdin im Pas de Calais den Freitod. Der eng mit ihm befreundete Divisionspfarrer schrieb 1943 an Ada Fuhrken: „Er litt unter dem grauenvollen Krieg. Der Krieg hat ihn getötet, innerlich tot geschlagen“. 

Ausstellungenin jüngerer Zeit:

1983: „Erinnerung an einbedeutendes Lebenswerk“, Städtischen Galerie Delmenhorst mit Katalog;

1987: „Künstler des Landkreises Oldenburg“  in Wildeshausen;

1994:Fritz Fuhrken1893-1943“, eine Retrospektive zum 100. Geburtstag,  Städtischen Galerie Delmenhorst Haus Coburg mit ausführlichem Katalog;

2002:Fritz Fuhrken,Norddeutsche Landschaften“ im Künstlerhaus Jan Oeltjen, Jaderberg;

2009: Eine größere Beteiligungan der Ausstellung „Der Erste Weltkrieg und die Kunst“ von Bernd Küster, Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg im Augusteum mit Kataloganteil zu Fritz Fuhrken.

Umfangreichere Sammlungen des Künstlers sind im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Oldenburg, in der Städtischen Galerie Delmenhorst Haus Coburg und im Museum  Moderner Kunst in Passau. Sowie in weiteren Museen und vielen Privatsammlungen.

 

 

 In Gemeinschaftsarbeit

 

Jürgen Derschewsky                         Gerold Fuhrken

 

 

Quellenangaben Fritz Fuhrken:

1. Geburtsurkunde vom 5. Juli 1920, Standesamt Ohmstede.

2. Fuhrken, Fritz, Feldpostbrief an seinen Bruder Karl Fuhrken vom 26.07.1915.

3. Fuhrken, Fritz, Feldpostbrief von an seine Mutter Lily Fuhrken vom 06.11.1915.

4. Fuhrken, Fritz, Feldpostbrief an seine Mutter Lily Fuhrken, vom 02.01.

u.14.01.1916.

5. Fuhrken, Fritz, Feldpostbrief an seine Mutter Lily Fuhrken vom 23.12.1915 und an

G.Ph. Wörlen

vom 03.12.1922.

6. Internet - Suchmaschine: Erster Weltkrieg Abschnitt 6. 6. Kriegsjahr 1918.

7. Oberrheinisches Infanterie-Regiment Nr.97, Mitteilung vom 26.08.1918.

8. Fuhrken, Fritz, Gefangenenpost aus Colsterdale vom 15.09.1918.

9. Stamm, Rainer, Allgemeines Künstlerlexikon AKL Bd.46 S.107, Leipzig 2005.

10. Gramse, Regina, Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Delmenhorst

Sammlung Stuckenberg „Fritz Fuhrken 1894- 1943“, Kapitel: Zu Leben und Werk.

11. Fuhrken, Fritz, handgeschriebener Lebenslauf von 1928, (aus dem Archiv der

Kunsthalle Bremen).

12. Gramse, Regina, Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Delmenhorst

Sammlung Stuckenberg „Fritz Fuhrken 1894-1943“ Kapitel: Biographische Notizen

(1894-1920)

13. Fuhrken, Fritz, Skizzenbuch von der Passau-Reise, Oktober 1921

14. Gramse, Regina, Ausstellungskatalog der Städtischen Galerie Delmenhorst

Sammlung

Stuckenberg „Fritz Fuhrken 1894-1943“, Abschnitt: Ein Besuch bei Alfred Kubin.

15. Waldmann, Emil, Direktor der Kunsthalle Bremen. Schreiben vom 12.02.1925.

16. Heiler, Emil, Divisionspfarrer, Brief vom 23.07.1943 an Ada Fuhrken.

17. Fuhrken, Fritz, Feldpostbrief an seine Frau vom 12.07.1943.

18. Volksbund Deutsche KriegsgraÅNberfürsorge, Brief vom 27.10.1961 an Ada

Fuhrken.

19 . Fuhrken, Ada, Notiz an der Grabstelle auf dem Soldatenfriedhof

Bourdon/Somme vom Sept. 1972.

20. Unteres Foto des Malers: Oldenburgischer Hauskalender aus dem Jahr 1937, S. 40

 

  

 

Gustav Fuhrken

 

 

 

 


 


 


 


 


 


 

 

Bei einem Besuch des Schifffahrtsmuseums in Brake fiel mir unter den zahlreichen dort ausgestellten Gemälden und Exponaten ein beeindruckend großes, fast  zwei Meter breites und knapp 70 cm hohes fein gemaltes Gemälde auf, das die Signatur Gustav Fuhrken, Oldenburg – Donnerschwee, trägt.

Das Gemälde ist mit der Jahreszahl 1909 datiert und  zeigt zahlreiche Dampf - und Segelschiffe, die sich auf der Weser vor der Silhouette der Stadt Brake dahin bewegen. Es trägt den Titel: Ölgemälde der Reede von Brake.

Auf einem weiteren kleineren Gemälde, das auch eine Hafenansicht Brakes zeigt und dort ausgestellt ist, findet sich ebenfalls der Name Gustav Fuhrken mit dem Zusatz Oldenburg - Donnerschwee.

Beide Gemälde  haben eine sehr ansprechende Qualität  und haben den Weg bis ins bekannte Schifffahrtsmuseum in Brake gefunden, weil  sie von ihrer Thematik her für das Schifffahrtsmuseum interessant sind.

Weitere Angaben über den Maler dieser Bilder waren nicht vorhanden, auch fand sich später kein Hinweis auf diese Person in einschlägiger Literatur.

Da das Entstehungsdatum des Bildes „ Ölgemälde der Reede von Brake“ mit dem Jahr 1909 fest stand, lag die Vermutung nahe, dass Gustav Fuhrken um diese Zeit in Donnerschwee gelebt hat.

Bei der Durchsicht von alten Adressbüchern und Einwohnerverzeichnissen der Stadt Oldenburg  gab es einen ersten Hinweis. Ein Gustav Fuhrken ist dort für die Bürgerstraße 17 mit dem Zusatz „Maler“ verzeichnet.

Einige Oldenburger Dekorations -Schmuck- und Theatermaler hatten sich damals neben ihrer beruflichen Tätigkeit in ihrer Freizeit auch künstlerisch betätigt.

Einer der bekanntesten war in dieser Region wohl Wilhelm Mohrmann, der unter anderem die Ausmalung des 1881  eröffneten Großherzoglichen Hoftheaters übernahm, das 1891 Opfer eines verheerenden Brandes wurde. Die bei der Renovierung des Theaters anfallenden Ausmalungen und Dekorationsarbeiten übernahm  Wilhelm Mohrmann, die Ausgestaltung des Foyers sein Neffe Ludwig Fischbeck und die Gestaltung der herrschaftlichen Räume der Oldenburger Dekorationsmaler F.W. Adels.

Wilhelm Mohrmann betätigte sich in seiner Freizeit als Kunstmaler und schuf neben idealisierten Landschaften und Stillleben auch Landschaftsmotive. Ludwig Fischbeck erlernte zunächst das Malerhandwerk, bevor er sich zum Kunstmaler ausbilden ließ.

Wo ist Gustav Fuhrken einzuordnen?

Weitere durchgeführte Nachforschungen kamen zu folgendem Ergebnis:

Heinrich Gustav Bernhard Fuhrken wurde am 21.6.1874 in Süderfeld bei Brake als Sohn des Haltestellenaufsehers Julius Dietrich Fuhrken (*1852) und dessen Ehefrau Mathilde Johanne Gerhardine geborene Ficke( *1854) geboren.

Durch die Tätigkeit des Vaters, der in einigen Abständen immer wieder seinen Arbeitsplatz wechseln musste, war in der Regel auch ein Umzug der gesamten Familie  verbunden. Die Schulzeit Gustav Fuhrkens verlief aus diesem Grunde sehr unruhig und war geprägt von zahlreichen Umzügen der Familie

Bis zum Ende seiner Schulzeit besuchte Gustav Fuhrken aus diesem Grunde die Volksschulen in Sandkrug, Elsfleth, Cloppenburg, Berne und Vechta.

Nach Beendigung der Schule begann er  am 25.4.1889 eine Lehre zum Dekorations- – und Schmuckmaler in einem Oldenburger Malerbetrieb, welche er am 25.4.1893 mit  der Gesellenprüfung abschloss.

Von Angehörigen überliefert ist, dass Gustav Fuhrken unter anderem an Ausmalungen im Großherzoglichen Hoftheater und im Oldenburger Schloss mitgewirkt haben soll, was jedoch bislang nicht belegt werden konnte.

Die Arbeiten passen jedoch zeitlich  in seine Lehrzeit  und legen die Vermutung nahe, dass er möglicherweise bei F.W. Adels, der als Dekorationsmaler tätig  und an den Ausmalungen im damaligen Großherzoglichen Hoftheater beteiligt war, in die Lehre gegangen ist.

Ab dem 10.1.1899 war Gustav Fuhrken als selbstständiger Maler in Oldenburg in der Bürgerstraße 17 tätig.

Der Erste Weltkrieg unterbrach seine berufliche Tätigkeit. In der Zeit vom 5.12.1916 bis zum 25.2.1918 diente er im Infanterie - Regiment Nr. 610, dass als Grenzschutz und als Küstenschutz gegen Dänemark und Holland aufgestellt wurde.

Bereits  Anfang des 20. Jahrhunderts hatte sich Gustav Fuhrken in seiner Freizeit intensiv mit der Ölmalerei auseinandergesetzt. Vor allem zog es ihn immer wieder in die Wesermarsch in die Nähe  von Brake und der an der Stadt vorbeifließenden Weser.

Aus dieser Gegend sind mittlerweile mehrere Landschaftsgemälde bekannt, die Fuhrken auf Leinwand  oder Hartfaser festhielt.

Gustav Fuhrken  brachte es beruflich weit. Er wurde Mitglied des kunsthandwerklichen Ausschusses und trat der Malerinnung bei, dessen langjähriger Schriftführer er Anfang der dreißiger Jahre wurde. Nach dem 30.1.1933 war er Fachberater für Handwerkskultur, Vertrauensmann der Fachlehrer im Landesteil Oldenburg  und seit dem 1.11.1933 Führer der Malerinnung.

Freundschaftliche Verbindungen bestanden zu anderen Oldenburger Malern, die sich in ihrer Freizeit zum Teil, ebenso wie er, künstlerisch betätigten. August Klosterhoff, von dem hin und wieder Arbeiten auftauchen, sei hier erwähnt.

Während des 2. Weltkrieges wurde der mittlerweile 60jährige Gustav Fuhrken ab Februar 1934 als Mitglied der SA Reserve II geführt. Von einem Fronteinsatz blieb er jedoch verschont.

Als er in den Ruhestand verabschiedet wurde, existierte bereits im Obergeschoss seines Hauses ein  Atelier, das er dort eingerichtet hatte. Es war mit großen Fenstern versehen und ließ viel Tageslicht hinein.

Dort widmete sich Fuhrken weiterhin der Malerei,  wobei er bei der Auswahl seiner Motive auf Fotos und Postkarten zurück griff.

Wie viele Gemälde er im Verlaufe seines Lebens schuf, kann nicht gesagt werden.

Die meisten seiner Arbeiten befinden sich jedoch in privater Hand.

 

Gustav Fuhrken verstarb am 22.6.1957 in Oldenburg. Er wurde auf dem Friedhof  in Donnerschwee bestattet.

 

 

 

 

 

 

 









Quellenangaben:

 

1. Niedersächsisches Staatsarchiv Oldenburg, Aktz.: 265 Nr. 1014 Dep. 30 (Fragebogen der Handwerkskammer Oldenburg vom 19. Februar 1934, betrifft Personalangaben).

2. Schiffahrtsmuseum Brake – Ölgemälde der Reede von Brake, Inventarnummer 1989/0704, Standort PMD 19.

3. Weblink: http://forum.genealogy/index.php- über die Infanterieregiment er 601-627 und 610.

4. Weitere Informationen über den Maler Gustav Fuhrken erhielt ich in Gesprächen mit noch lebenden Angehörigen.