M-N

Gerhard Malinowski


 


 

 

Der Maler Gerhard Malinowski hat nur wenige Spuren in Oldenburg hinterlassen. Es gibt bislang nur ein einziges Ölgemälde mit einem Oldenburger Motiv, dass auf seine Existenz hin deutet.

Der Maler wurde im Zeitraum von ca. 1900 bis 1905 bei Danzig geboren. 1943 gehörte er als Flaksoldat zur Flakeinheit 3,7 bei Erich Harms auf dem früheren VFL-Sportplatz an der Alexanderstraße        ( heute Neues Gymnasium). Als Soldat war er eigentlich dienstuntauglich. Mit Genehmigung eines vorgesetzten Offiziers, der privat Kunstprofessor aus Wien war, stellte Erich Harms ihn frei damit er sich künstlerisch in Oldenburg betätigen konnte.

In dieser Zeit bekam er sehr viele Aufträge von Offizieren und Oldenburgern. Einige Arbeiten wurden in der Kunsthandlung Harms am Schlossplatz verkauft.

Es verloren sich nach dem Krieg seine Spuren. Hinweise, wo er sich danach aufhielt, ist bislang nicht bekannt.

 

Quellenangaben:

Die Biografie findet sich schriftlich fixiert auf der Rückseite des Ölgemäldes wieder.


 

Anna Martens


 


 












Die Malerin Anna Martens wurde am 12. Juni 1878 in Eiding/ Gemeinde Burhave als Tochter des Bauern Heinrich Adolf Martens, geb. 8. April 1843 in Abbehausen – 11.Mai 1932 in Oldenburg und dessen Ehefrau Johanne Sophie Martens geb. Francksen, geb. 22. Oktober1854 in Altendeich – 10. Mai 1917 in Oldenburg, geboren.

Sie verlebte ihre Kindheit auf dem elterlichen Hof in Eiding und besuchte in Burhave eine Privatschule. Bereits zu diesem frühen Zeitpunkt entwickelte sie eine ausgeprägte Neigung zum Zeichnen und Malen. Als die Familie 1904 nach Oldenburg umzog und in der Parkstraße 4 ihre neue Heimat fand, nahm Anna Martens in der Folgezeit Malunterricht bei dem Landschaftsmaler Gerhard Bakenhus. Bakenhus, 1860 in Großenmeer geboren, hatte sich nach seiner Malerlehre in Berlin und Karlsruhe zum Landschaftsmaler ausbilden lassen und kehrte, nachdem er anschließend einige Jahre in Hamburg und Berlin tätig war, 1895 nach Oldenburg zurück. Zunächst lebte er einige Jahre in Osternburg, dann baute er 1905 ein Haus am Stadtrand der zu diesem Zeitpunkt etwa 23.000 Einwohner zählenden Stadt, und zwar im damaligen Schaftriftsweg 21, der heutigen Klingenbergstraße, unmittelbar am Rande des unberührten Kreyenbrücker Moores.

Da Bakenhus vom Verkauf seiner eigenen Arbeiten nichtl eben konnte, gab er in seinem Hause Malunterricht. In den folgenden Jahren wurden von ihm eine Vielzahl von Schülerinnen und Schülern unterrichtet, einige entwickelten sich später zu Malern, die auch international Anerkennung fanden, unter ihnen Wilhelm Kempin, Hugo Duphorn, Hermann Böcker oder Johannes von Wicht.

Im Jahre 1906 verließ Anna Martens Oldenburg, um sich inDüsseldorf in der Malschule bei Professor Willy Spatz (1861 - 1931) in einem Studiensemester weiter ausbilden zu lassen. Es folgte 1907 in München ein Studiensemester bei Professor Robert Engels (1866 – 1926).

Als Anna Martens 1908 wieder in ihr Elternhaus nach Oldenburg zurückkehrte, lernte sie den Jugendfreund von Gerhard Bakenhus, den Landschaftsmaler Richard tom Dieck (1862 – 1943) kennen, der ihr wichtigster Wegbegleiter, Förderer, Lehrer und enger Freund wurde.

Mittlerweile hatte sich in Hause von Gerhard Bakenhus ein Künstler – und Freundeskreis gebildet, der sich regelmäßig traf und dem von der älteren Generation unter anderem Richard tom Dieck, Hugo Duphorn, Wilhelm Kempin und Anna Martens angehörten. Professor Bernhard Winter, Bakenhus und tom Dieck begründeten 1904 den Oldenburger Künstlerbund, dem Anna Martens nach ihrer Rückkehr ebenfalls bei trat.

Intensivere Kontakte zwischen der Malerin Emma Ritter und Anna Martens bestanden offensichtlich ebenfalls, zumal Emma Ritter enge Kontakte zu Bakenhus unterhielt und sich einige Zeit vor Anna Martens bei Willy Spatz in Düsseldorf und anschließend in München weiterbilden ließ. Belegt ist ebenfalls, dass Emma Ritter Anfang der 60er Jahre in demselben Haus wie ein enger Verwandter Anna Martens wohnhaft war, nämlich in der Saarstraße 23 in Oldenburg.

 

Zusammen mit den Oldenburger Künstlern Otto Naber, Richard tom Dieck, Paul Schütte, Emma Ritter, Nanne Suffrian, Hanna Hohnhorst, Berta Habers, Georg Klages, Wilhelm Kempin, Adolf Niesmann und Jan Linnemann ,alles Mitglieder im Oldenburger Künstlerbund, trat Martens  1926 in den Reichswirtschaftsverband Bildender Künstler Deutschlands ein.

Der Vorsitzende für den Gau Hannover des RVBKD war damals Carl Buchheister. Die Oldenburger Mitglieder wurden zunächst der Bezirksgruppe Bremen organisatorisch angegliedert. Es ist zu vermuten, dass der Eintritt einiger dieser Künstler in den RVBKD seine Ursache in der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatte, zumal sich der RVBKD zum Ziel gesetzt hatte, die wirtschaftliche Lage der Künstler zu verbessern, indem sie ihnen Vergünstigungen verschaffte.

 

Der Maler Richard tom Dieck und Anna Martens unternahmen einige gemeinsame Studienreisen, die sie zweimal nach Italien, Paris und Wien führten. Die letzte Reise die beide gemeinsam 1938 unternahmen, führte sie für sechs Wochen abermals nach Italien und über Wien zurück nach Oldenburg. Die Pläne für eine Reise nach Rom und nach Spanien wurden 1939 durch den Beginn des 2.Weltkrieges zunichte gemacht.

Als Richard tom Dieck 1943 starb, verfasste Martens einen umfangreichen Aufsatz über das Leben dieses Oldenburger Malers, der im Oldenburger Jahrbuch von 1948/49 abgedruckt wurde.

Anna Martens hatte sich unter dem Einfluss ihres Förderers Richard tom Dieck ebenso wie dieser der modernen Landschaftsmalerei verschrieben.

Auch sie malte, skizzierte oder aquarellierte wie tom Dieck in der freien Natur. Vor allem das Oldenburger Land mit seinen Schönheiten hatten es ihr angetan. Besonders liebte sie das Moor, die Heideflächen, stille Winkel und Holzungen, aus denen sie sich Ausschnitte herausgriff, um diese dann in ihrer ganzen beeindruckenden Schönheit auf Leinwand oder Papier zu präsentieren.

Ihre Arbeiten wurden auf Ausstellungen im Oldenburger Kunstverein, des Oldenburger Künstlerbundes und später dem Bund BildenderKünstler, dem sie beigetreten war, gezeigt. 1933 war sie auf der Ausstellung „Kunst im Gau Weser-Ems“ vertreten, im Jahre 1958 wurde sie und Emma Ritter in einer gemeinsamen Ausstellung im Oldenburger Kunstverein gewürdigt.

Neben der Malerei kümmerte sich Anna Martens auch um die Belange anderer Künstler in ihrem Umfeld.

Schon 1920 organisierte sie gemeinsam mit Wilhelm Kempin anlässlich des 60. Geburtstages von Gerhard Bakenhus eine Einzelausstellung dieses Malers und trug dazu bei, dass dieser eine erste große Würdigung mit dieser Ausstellung erfuhr.

Seit Mitte der fünfziger Jahre trat die traditionelle Landschaftsmalerei mehr und mehr in den Hintergrund. Neue Stilrichtungen wieder Konstruktivismus, die beginnende Pop-Art sowie andere Stilrichtungen der Moderne waren gefragt.

 Aufgrund dieser neuen Strömungen  trat die traditionelle Landschaftsmalerei immer mehr in den Hintergrund. Dadurch verschwand auch Anna Martens mehr und mehr aus dem Blickfeld des kunstorientierten Publikums.

 Mit ihrem Rückzug verabschiedete sich gleichzeitig eine Vertreterin der Künstler, denen es ein Anliegen war, die vielfältigen Erscheinungsformen sowie den Liebreiz und die Schönheit der noch unberührten Natur, die heute in ihrer Existenz bedroht und teilweise schon verschwunden ist, für die Nachwelt festzuhalten.

 Die ledige Malerin, die bis zu ihrem Tode am 7. April1964 in der Parkstraße wohnhaft war, fand ihre letzte Ruhestätte neben ihren Eltern im Grabkeller der Familie auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.

 Quellenangaben

1. Gerhard Wietek-200Jahre Malerei im Oldenburger Land, herausgegeben von der Landessparkasse zu Oldenburg aus Anlass des 200jährigen Jubiläums, Seite 264, ISBN 3-9801191-0-6

2.Jose' Kastler „Heimatmalerei – Das Beispiel Oldenburg“, Seite 53,152,167,ISBN 3-87358-316-X

5.Amtsgericht Oldenburg –Nachlassgericht –Geschäftsnr.NZS 4 IV 408/64

6.Auszug aus dem Grabregisterder ev. Luth. Kirchengemeinde, Abtl.04, Feld 0,Linie H Grabstätte 038/042

8. Eröffnungsrede vonProfessor Dr. Ewald Gäßler anlässlich der Ausstellungseröffnung Anna Martens am 26.8.1990 in der Galerie Am Wehlhamm, Ruhwarden, Sonnenstraße 1

9. Vortrag von Prof. Dr.Ewald Gäßler zur Ausstellung von Anna Martens: „ Erscheinungsformen der Natur“ im Kunstverein Nordenham am 28.1.2006

9.Oldenburger Jahrbuchvon 1948/49, Seite 84 – 96 mit einem Beitrag von Anna Martens über den Maler  Richard tom Dieck, Leben und Wirken eines Oldenburger Malers(1862-1943).

Dokumentation zum 30jährigen Bestehens des BBK im Stadtmuseum Oldenburg. In der Dokumentation ist eine BBK-Ausstellung aus dem Jahre 1958 aufgeführt, an der Anna Martens und Emma Ritter im Landesmuseum teil nahm.

10. Ausstellungskatalog des Stadtmuseum Oldenburg mit Werken von Adolf Niesmann, 25.September bis 25. Oktober 1992,Seite13 des Ausstellungskataloges, ISBN 3-89442-128-2.


 Hansjörg Martin

 

Hansjörg Martin wurde am 1.11.1920 in Leipzig geboren und in Grimma aufgewachsen. Nach dem Besuch der Kunstgewerbeschule begann er an der Kunstakademie Leipzig ein Studium für Gebrauchsgrafik und angewandte Kunst. 1941 wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach Einsätzen an der Ostfront und den Niederlanden geriet er dort in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung lebte er von 1945 bis 1949 in Norden und von 1949 bis 1955 auf Norderney. Von dort aus verzog er 1955 nach Wedel/Holstein.

Bis 1960 arbeitete er als verantwortlicher Redakteur einer Werkszeitung in Hamburg, dann bis 1963 als Dramaturg bei einem Filmunternehmen. Außerdem war er ab 1963 als freiberuflicher Schriftsteller tätig. Er verzog schließlich nach Mallorca, wo er am 1.3.1999 in Manacor/Mallorca starb.

Während seiner Lebensjahre in Ostfriesland schlug sich Hansjörg Martin mit Gelegenheitsarbeiten durch. So arbeitete er als Zirkusclown, Schaufenster-Dekorateur, Journalist und Bühnenbildner. In Norden war er zeitweise als Lehrer und Leiter des Volksbildungswerkes sowie als Bühnenbildner für die Landesbühne Niedersachsen Nord tätig. Auf  Norderney leitete er 1951 eine Theatergruppe, die er zuvor gegründet hatte.

In Ostfriesland schuf er als Maler impressionistische Landschaftsdarstellungen, Porträts und Stillleben. Diese tauschte er bei Bauern und Landwirten häufig gegen Naturalien ein. Er trat dem BBK Ostfrieslands bei und war in den 1940er Jahren deren Mitglied. Er beteiligte sich auch an der ersten Ausstellung des BBK nach dem Kriege 1946 an einer Ausstellung in Aurich und Emden, ebenso 1948 an einer Ausstellung in Aurich.

Als erfolgreicher Schriftsteller veröffentlichte er 35 Kriminalromane. Seine Arbeiten dienten unter anderem als Vorlagen für Fernsehfilme, wie „Tatort“. 1986 erhielt er „als Begründer des deutschen Kriminalroms“ das Bundesverdienstkreuz.

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 279/280, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

         
 Rolf Matthis


 


 


 


 


 


 


 


 Rudolf Matthis wurde am 24. November 1888 in Berlin als Sohn eines Buchhalters geboren. Während seiner Schulzeit an der Oberrealschule nahm er in der Abendschule Malunterricht. Er arbeitete zudem bei einer Theaterausstattungsfirma. Anschließend studierte er an der Königlichen Berliner Kunstschule. Seine Lehrer waren Paul Mohn ( 1842 – 1911) und Philipp Franck (1869-1945).

Matthis erlangte dort 1909 die Berechtigung für den Zeichenlehrerberuf und setzte in Berlin das Studium anschließend an der Königlichen  Hochschule für bildende Künste fort. Er war Schüler von Friedrich Kallmorgen (1856-1924) und Georg Koch (1857-1931). 1911 nahm er eine Lehrtätigkeit auf. Er unternahm zwischenzeitlich Studienreise nach Holland, Mittel - und Norddeutschland. Im ersten  Weltkrieg wurde er 1914 als Infanterist in Polen eingesetzt. 1916 erkrankte er, malte zwar in Küstrin noch einige interessante Partien, wurde dann aber aus dem Wehrdienst entlassen,da er seine Krankheit nicht überwinden konnte.

Im April 1917 fand er am Gymnasium in Nordenham eine Anstellung. 1921 heiratete er Editha Albrecht. Die Ehe blieb kinderlos. Er schied 1954 aus dem Schuldienst aus. In seiner Freizeit malte er Stillleben und Landschaften. Viele seiner Motive malte er in der hügeligen Gegend von Damme.

Rudolf Matthis starb am 26. August 1976 in Nordenham.

 

Quellen:

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1933, S. 40.

NWZ Online v. 10.6.2006 mit einem Artikel von Henning Bielefeld : Einweihung – Neue Facetten im Bild Rudolf Matthis



 

Charlotte Mayer – Schomerus

 

 















Charlotte Mayer wurde am 7.9.1922 in Wuppertal als eine von zwei Töchtern des Kaufmanns Julius Mayer und dessen Ehefrau Selma, geborene Schwarz,  geboren. Der Vaterbetrieb in der Stadt ein großes und gut gehendes Schuhgeschäft. Als er 1926 starb, war Charlotte vier Jahre alt. Die alleinige Erziehung der Töchter Charlotte und Trude lag nun in den Händen der Mutter. Charlotte verlebte, ebenso wie ihre Schwester, ihre Kindheit in Wuppertal. Sie wurde im Alter von sieben Jahren eingeschult und brachte in der Schule gute Leistungen, sodass sie ab 1934 das Gymnasium in Wuppertal besuchen durfte. Bereits 1929 musste die Mutter das Schuhgeschäft schließen. Die Familie lebte in den nachfolgenden Jahren von den Ersparnissen, die man für schlechte Zeiten zurückgelegt hatte.1935 wurde die Mutter, Selma Mayer, aufgrund der Herkunft der Familie von Existenzängsten geplagt.

Sie beschloss aus diesem Grunde, Wuppertal den Rücken zu kehren, da sie sich dort nicht mehr sicher fühlte. Auf Empfehlung eines Verwandten zog die Familie nach Oldenburg um, um sich hier eine neue Existenz aufzubauen. Noch im selben Jahr eröffnete die Mutter in der Achternstraße ein Handarbeitsgeschäft unter dem Namen Selma Mayer. Dieses Geschäft warf zunächst genügend ab, um sie und die beiden Kinder zu ernähren.

Im selben Jahr sollte Charlotte, so wie in Wuppertal, auf das Lyzeum eingeschult werden. Dieses scheiterte jedoch am Veto der damaligen Verantwortlichen. So besuchte sie deshalb bis 1938 die Wallschule und  anschließend bis 1940 die mittlere Handelsschule.

1941 musste Selma Mayer ihr Handarbeitsgeschäft aus finanziellen Gründen schließen, da sie plötzlich von  ihren früheren Stammkunden gemieden wurde und das Geschäft nicht mehr genügend abwarf. Sie musste deshalb die letzten Ersparnisse angreifen. Charlotte Mayer erhielt nach ihrer Ausbildung  eine Anstellung als Büroangestellte in dem Bauunternehmen Freytag, dessenKunstbegeisterter Inhaber, Wilhelm Freytag, Mitglied im Oldenburger Kunstverein war. Sie arbeitete in dem Unternehmen bis 1948. Bereits seit ihrer Jugendzeit hatte Charlotte stets den Wunsch, Malerin zu werden. Schon in der Schule zeigte sich ihr zeichnerisches Talent. Nach der Schule nahm sie jede Gelegenheit wahr, Skizzen und Zeichnungen aus ihrem Umfeld anzufertigen. 1943, nach Beendigung der Handelsschule, entschloss sich Charlotte Mayer, bei dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin (1885-1951) in der Cloppenburger Straße Zeichen - und Malunterricht zu nehmen. Diesen Künstler besuchte sie regelmäßig einmal in der Woche bis 1945. In dieser Zeit trafen sich bei Kempin zehn bis zwölf Schülerinnen und Schüler, unter ihnen auch Hermann Schomerus (1910-1971) und Elisabeth Schmitz (1910-1998), eine bereits geschulte Malerin, mit der sich Charlotte besonders gut verstand. Auch Anna Kempin, die noch junge Tochter des Malers, nahm regen Anteil am Geschehen. Vor allem in den Sommermonaten machte sich die Künstlergruppe mit ihren Fahrrädern, Zeichenblock und Stiften auf den Weg in Richtung Wüschemeer und Tungelner Wiesen, um Skizzen aus der Umgebung und der Hunteniederung anzufertigen. Wenn Wilhelm Kempin einmal verhindert war, vertrat ihn die Malerin Marga von Garrel, die das Vertrauen Kempins besaß und die, manchmal zum Leidwesen einiger Schüler, sehr auf Genauigkeit bei der Ausführung der Arbeiten bedacht war. Die Dauer einiger Arbeiten bis zur endgültigen Fertigstellung zog sich aus diesem Grunde hin und wieder über mehrere Wochen hin.

Während der gemeinsamen Ausbildung bei Kempin kamen sich Charlotte Mayer und Hermann Schomerus zwar näher, verloren sich anschließend jedoch wieder aus den Augen. Zwei Jahre später, 1946, trafen sie sich zufällig wieder, als beide an der Volkshochschule in Oldenburg ein Studium für Kunstgeschichte begannen. Im Jahre 1949, ein Jahr nach dem Studium, heirateten sie und bezogen eine Wohnung in Oldenburg, Markt 22.

Während Hermann Schomerus unter anderem Auftragsarbeiten für Reklame und Plakatmalerei annahm, betätigte sich Charlotte Mayer – Schomerus, wie sie nun hieß, als freischaffende Malerin. Das Ehepaar unternahm anschließend viele Ausflüge in der Umgebung, die sie damit verbrachten, um sich gemeinsam der Malerei zu widmen.

Noch vor der Heirat bis zum Jahre 1953, schloss sie sich Charlotte Mayer der Malergruppe des Malers und Kunsterziehers Heinz Liers (1905-1985) und des Grafikers Kurt Philipsen an, die in dem Bereich Öl - und Aquarellmalerei unterrichteten und zwar mit dem Schwerpunkt Porträt – und gegenständliche Malerei.

Die Gruppe traf sich dabei häufig bei Kurt Philipsen am Drögen- Hasen- Weg und begab sich anschließend gemeinsam in die freie Natur, um dort die Schönheiten der Landschaft in Ölfarben einzufangen.

1950 trat Charlotte Mayer- Schomerus dem Bund Bildender Künstler bei, ebenso war sie Mitglied im Oldenburger Kunstverein. Innerhalb des Berufsverbandes des BBK bildete sich 1953 unter Führung von Emil Brose (1901 –1962) die „ Freie Gruppe, der sich die Malerin anschloss. Sie hatte in den folgenden Jahren mehrfach Gelegenheiten, ihre Arbeiten auf Gemeinschaftsausstellungen des BBK zu zeigen. Unter anderem fand im November 1953 die Weihnachsausstellung des BBK-Freie Gruppe -, des Oldenburger Kunstvereins in den Räumen des Landesmuseums statt, im Dezember 1954 eine Ausstellung des BBK-Freie Gruppe im Stadtmuseum Oldenburg, statt, an der die Malerin teil nahm. Es folgte in der Zeit vom 2.10. – 30.1.1955 eine Ausstellung des BBK - Freie Gruppe -  im Goslaer Museum, im November 1955 die Weihnachsausstellung des BBK - Freie Gruppe -  des Oldenburger Kunstvereins in den Räumen des Landesmuseums, 1982 im Stadtmuseum Oldenburg, im Oldenburger Schloss, der Brücke der Nationen und dem Oldenburger Staatstheater. Im Jahre 1962 wurde die Ehe mit Hermann Schomerus geschieden.

Noch im selben Jahr, bis zu ihrem Renteneintritt im Jahre 1984, war die Malerin als Sekretärin bei der Bundeswehr in Bümmerstede tätig.

 

Charlotte Mayer-Schomerus starb am 18. April 2009 in Oldenburg. Sie fand ihre letzte Ruhe auf dem Gertrudenfriedhof.

 

 Quellenangaben :

1. Alle Informationen über den Lebenslauf der Malerin Charlotte Mayer-Schomerusstammen von der Künstlerin persönlich und sind in Gesprächen mit ihr 2007 erarbeitet worden.

 2.  NWZ-Artikel vom 25.11.1953-Oldenburger Nachrichten-Feuilleton  mit dem Beitrag: Oldenburger Kunstverein: Arbeiten der „Freien Gruppe“

3. NWZ-Artikel vom 7.12.1954 unter der Überschrift: Weihnachtsausstellung der Freien Gruppe –Oldenburger Künstler zeigen ihre Arbeiten im Stadtmuseum-.

4. NWZ - Artikel vom 28.11.1955 unter der Überschrift: Weihnachtsausstellung der „Freien Gruppe“ in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins im Landesmuseum
 

Anmerkung: L.steht für Lotte(Abkürzung für Charlotte)

 

 

 Wilhelmine Mehrens

 

 Die Malerin Wilhelmine Mehrens wurde 1811 in Oldenburg geboren. Sie ist eine Verwandte der Künstler Emil Volkers, August Tom Diek und Christian Griepenkerl. Wilhelmine Mehrens ließ sich ab 1839 in Dresden ausbilden, ab 1846 in München. Später betätigte sie sich als Malerin und Zeichenlehrerin in Oldenburg, wobei sie vorwiegend als Porträtmalerin tätig war. Einige Gemälde befinden sich im Besitz des Stadt-und Landesmuseums sowie im Museum in Jever.

Auf der 16. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein zeigte sie vom 2.-3.6.1844 zwei Gemälde. Es handelt sich dabei um Kopien      ( nach Terborch und nach JeanEtienne Liotard) der Dresdener Gemäldegalerie.

Auf der 45. Kunstausstellung, die vom 17.11.1847 bis 21.11.1847 ausgerichtet wurde, zeigte sie ein Porträt.

Auf der 46. Kunstausstellung ( 23.1.-25.1.1848) stellte sie ein Porträt aus.

Auf der 47. KA ( 24.9.-26.9.1848) zeigte sie ein Porträt.

Auf der 49. KA ( 25.3.-28.3.1849) stellte sie vier Gemäldeaus.

Auf der 72. KA (14.11.-16.11.1852 wurde vier ihrer Gemäldeausgestellt( „Heilige Familie „– Kopie nach Sassoferrato -, „Heilige Familie“ -Kopie nach Maratti-,“Der Zinsgroschen“-Kopie nach Tizian-,“ Blumenstück“-Kopienach de Heem).

In der Zeit vom 22.4.1857 – 10.5.1857 stellte sie auf der 100. Kunstausstellung 3 Gemälde aus, und zwar ein Porträt, ein Blumenstück sowie das Bild mit dem Titel: Die Nordsee bei Gewitterhimmel, vom Südstrand auf Norderney gesehen.

Sie war außerdem auf der 104. Kunstausstellung (7.2.-9.2.1858) mit zwei Gemälden ( Mühle in Soschewitz bei Dresden sowie Blumenstrauß), auf der 115 KA (11.12.-13.12.1859) mit drei Gemälden („Der Brocken von der Rabenklippe aus“, „Schloss Wernigerode“ sowie „ Männliches Porträt“), auf der 128. KA (18.7.-21.7.1861) mit einem Gemälde („Kopie nach Rubens“), auf der 147. KA( 27.11.1864 – 29.11.1864) mit zwei Gemälden („Die Kindheit“ und „ Waldlandschaft“), auf der 148. KA (19.3.1865 – 21.3.1865 ) mit einem Kinderporträt, auf der 153. KA (19.6.1867 ff) mit einem Landschaftsgemälde und in der Zeit vom 24.4. - 27.4.1904 anlässlich der Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg mit mehreren Gemälden vertreten.

 

 

 Quellenangaben:

  1. Gerhard     Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 264, ISBN     3-9801191-0-6, 1986, herausgegeben von der Landessparkasse zu Oldenburg aus Anlass des 200jährigen Jubiläums.
  2. Oliver     Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, Seite 122, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft und der Stiftung Oldenburger Kulturbesitz.

 

 Friedrich Wilhelm Meyer – ( Hesel )

 

Friedrich Wilhelm Meyer wurde am 8.10.1910 in Apen geboren. Er besuchte in Oldenburg die Oberrealschule. Dem an der Schule tätigen Zeichenlehrer Otto Naber fiel dabei sein zeichnerisches Talent auf und wurde von diesem gefördert. Nach er Schule nahm Meyer 1930 in München ein Pädagogikstudium in den Fächern Kunst und Biologie auf, brach dieses aber wegen fehlender Berufsaussichten nach vier Semestern ab.

In Hannover und München studierte er stattdessen Tiermedizin. 1936 erhielt er die Approbation, 1938 promovierte er. 1939 wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet und geriet dabei in Kriegsgefangenschaft, aus der er 1945 entlassen wurde. Erwurde danach   anschließend als Tierarzt in Hesel  sesshaft. In seinen letzten Berufsjahren war er bis 1975 im stattlichen Veterinärdienst tätig. Als Maler war Friedrich Wilhelm Meyer Autodidakt. Er widmete sich der Ölmalerei. Sein Bildthema war die ostfriesische Landschaft, Tier - Jagdbilder und hin und wieder Porträts. Dabei arbeitete er genau, um eine realistische Wiedergabe zu erreichen. Er war Mitglied im Ostfriesischen Kunstkreis Wittmund.

Friedrich Wilhelm Meyer starb am 6.3.1999 in Hesel.

    

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. – und 21. Jahrhundert,S 286/287, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


Gerd Meyer


 


 











Der Maler Georg Bernhard Meyer , auch Gerd Meyer bzw. Gerd Meyer - Helldiek genannt, wurde am 28.11.1894 in Oldenburg als Sohn  des Eisenbahntischlers Friedrich Gerhard Meyer ( 1859 – 1952) und dessen Ehefrau Thedje Marie Catharina geborene  Renken( 1863 – 1948, geboren.

Gerd besuchte die Stadtknabenschule – die heutige Röwekampschule - und begann nach dem Schulabschluss eine Lehre bei der Eisenbahnverwaltung  in Osnabrück. Einige Jahre später wechselte er von dort in die Finanzverwaltung, in der er rasch aufstieg und als Großbetriebsprüfer bei den Finanzämtern in Bremen, Cuxhaven und Delmenhorst tätig war, wo er auch stellvertretender Amtsvorsteher wurde. Am 12.6.1920 heiratete er in Bremen Minna Klages. Die Ehe wurde 1942 getrennt. Nach seiner Pensionierung als Steuerrat 1952 war Meyer noch jahrelang als Steuerberater tätig.

   

Gerd Meyer hatte ein beachtliches zeichnerisches Talent. Er nahm zwanzigjährig im Jahre 1914 Unterricht bei dem damaligen Konservator der Großherzoglichen Gemäldesammlung, Richard tom Diek ( 1862 – 1943)  und  verfeinerte bei diesem seine zeichnerischen Fähigkeiten. Während des Ersten Weltkrieges kämpfte er als Soldat von 1916 bis 1918 an der russischen Front und fertigte in dieser Zeit impressionistische Federzeichnungen an. 1918 kehrte Meyer nach Oldenburg zurück und besuchte ab 1919  die Kunstgewerbeschule in Bremen, wo er  ab 1920 lebte.

1921 wurde Gerd Meyer Mitglied der Oldenburger Künstlergruppe „ Barke“. Die „ Barke „ war eine der zahlreichen Künstlergruppen des Nachkriegsexpressionismus , die antraten, um die moderne Kunst in die deutsche Provinz zu tragen.

Die 1. Frühjahrsausstellung der „Barke“, Gruppe nordwestdeutscher Künstler fand am 10. April im Augusteum der Stadt Oldenburg statt. Vermutlich Georg von der Vring, Ehemann der an der Ausstellung teilnehmenden Therese von der Vring war es, der folgenden Text verfasste:

Zum ersten Male wird sich die junge Generation Oldenburger Maler zeigen. Herangereift am Erlebnis des Krieges, tritt sie hervor mit ihrer Arbeit.

Erschrockene Seelen baten, man möge sie mit der jüngsten Kunst verschonen. Ihnen zur Beruhigung, dass es nicht um Sensationen geht. Weder aufgenagelte Fahrkarten noch eingeschraubte Wasserkrähne werden sie zu unseren Bildern sehen. Denn-dass wir uns einig sind, es geht um eine ernste Sache. Es gilt, wie für die ganze heutige künstlerische Jugend, so auch für uns, die zerrissenen Fäden wieder zu finden und zu knüpfen, die uns mit den besten Deutschen, das je war, wieder verbinden sollen, und dann an diesem Gewebe weiterzuwirken, um das zu schaffen, was uns fehlt: eine Volkskunst im besten Sinne des Wortes.

So wünschen wir uns auch unsere Gäste: einfach, unverbildet und vorurteilslos. Menschen die fähig sind, mitzufühlen, dass hier um dasselbe gekämpft wird, um das das Schongauer bis Mar'ees die besten deutschen Künstler gekämpft haben. Um den Ausdruck deutschen Wesens in seiner Tiefe, in seiner herben Kraft, seiner Eckigkeit und Zuverlässigkeit. (So national sind wir! Sie schwarz-weiß-roter Pfiffikus!)

Nun bitten wir alle ernsthaften Leute zu uns zu kommen und unsere Arbeiten anzusehen. Vielleicht werden sie uns nicht stark genug finden. Da geben wir zu bedenken, dass wir der Überrest einer Jugend sind, die in Flandern und vor Verdun, am Sann und am Stood der Rasen deckt! Die Fröhlichsten, Stärksten, Reichsten sind nicht mehr unter uns.

Und doch ist ihr Geist unter uns lebendig, unsichtbar sitzen sie mit uns in der Barke, sind fröhlich mit uns und blicken ins Segel, das sich blähend entfaltet. In ihrem Sinne den Kurs zu nehmen, ist unser Gelöbnis bei der ersten Ausfahrt.

Die Fahnen flattern!

Schiff stoß vom Strand!

 

Die Barke

Es fand in dieser Zeit ein reger Gedankenaustausch mit den anderen Künstlern dieser Gemeinschaft, unter ihnen das Ehepaar Georg und Therese von der Vring, Adolf Niesmann, der Bühnenbildner K.W. Göring, Gertrud Erichsen, Baumann ( verm. Georg Emil Baumann), Jan Oeltjen und C. Behling, allesamt Vertreter des Expressionismus, statt.

 

Die Ausstellung kommentierte die Zeitschrift“ Nachrichten für Stadt und Land“ am Dienstag, 19.April 1921

 

 

 

Es folgte im März 1922 eine zweite und gleichzeitig letzte Ausstellung im Augusteum.

 Auch hier kommentierte die Zeitschrift „Nachrichten für Stadt und Land, Oldenburg“ am Freitag, 24. März 1922:

 

 

 

Gerd Meyer nahm an diesen Ausstellungen ebenso teil wie an weiteren Gemeinschaftsausstellungen in Bremen und Bremerhaven, jeweils mit anderen Künstlern.

Er fand soviel Anerkennung, dass er um 1923 Mitglied des Bremer Künstlerbundes wurde, in dessen Vorstand er zeitweise mitarbeitete.

1924 erhielt er eine besondere Anerkennung, indem er  von der Kestner – Gesellschaft Hannover aufgefordert wurde, an einer Kollektivausstellung in der avantgardistischen Kestner - Gesellschaft  Junger Kunst teilzunehmen.

Das Folkwang - Museum in Essen erwarb von ihm ein Bild mit dem Titel „ Vorfrühling in Achterdiek“. 1926 erwarb das Landesmuseum Oldenburg eine Arbeit von ihm, die allerdings 1937 als entartete Kunst beschlagnahmt wurde.

Freundschaftlich verbunden war Gerd Meyer mit dem Delmenhorster Maler Fritz Stuckenberg ebenso wie mit dem Dangaster Maler Franz Radziwill .

Während des zweiten Weltkrieges beschickte Meyer 1941 die „Große Gau-Ausstellung Weser-Ems“ mit mehreren Landschaftsgemälden.

 Als nach 1946 der Bund Bildender Künstler in Oldenburg gegründet wurde, trat er diesem bei, wechselte dann aber zum Oldenburger Künstlerbund,  dem er bis zu seiner Auflösung angehörte. Meyer beteiligte sich an Ausstellungen in Bremen, Delmenhorst und Oldenburg. Neben den genannten Öffentlichen Museen kaufte auch die Kunsthalle Bremen Arbeiten von ihm an.

Gerd Meyer gehörte zu den wenigen Künstlern im Oldenburger Land, die sich schon Anfang der 1920er Jahre malerisch und grafisch der Abstraktion bis hin zur Ungegenständlichkeit zu wandten.

Gerd Meyer starb am 29.8.1987 im Alter von 93 Jahren in Delmenhorst. 

     

Exhibitions in which Gerd Meyer took part



  

 

                

       

Last update January 30, 2017

       

       

10.April.1921   

       

       

Artist     group 'Barke', Augusteum,     Oldenburg. „Augusteum“

       

       

März 1922   

       

       

Artist     group 'Barke', Augusteum,     Oldenburg. „Augusteum“

       

       

1924

       

       

Thieme/Becker     & Vollmer knows about a group exhibition of Gerd Meyer at the   Kestner-Gesellschaft,     Hannover, in 1924 without giving further details. No records   could be found   so far for this group exhibition.

       

The     exhibitions archive of the Kestner Gesellschaft lists no   exhibition for 1924.

       

       

01.10.-31.10.1926   

                                  

08.12.-11.12.1926   

                         

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kestner_gesellschaft1926_12_11

       

       

For     1926 the Kestner-Gesellschaft archive page knows the exhibition Artists     from Hannover for 01.10.-31.10.1926. Most     of the artists are members of the Hannoversche Secession, e.g. Richard     Seiffert-Wattenberg (1874–1945).

                

However,     the Kestner-Gesellschaft did stage a group exhibition for an   auction from   December 8–11 in 1926 in which Gerd Meyer took part.   

                

Versteigerung     einer Privatsammlung moderner Aquarelle und Graphik,     Sonnabend, den 11. Dezember 1926 — Hannover, 1926, [organized by]   Karl von   der Porten jun., Ort: Kestner-Gesellschaft     e.V., Hannover, Königstraße 8.

       

Lot     #130: Meier,   Gert,   Bremen, Komposition Braune Melodie, Aquarell   12x24 cm

                

It is     an auction of a prestigious private collection (no further   details known   about the owner) of watercolors and graphic art by   82 well known artists of   the beginning 20th century, among them Wassily     Kandinsky, Paul   Klee,   Max     Beckmann, Fernand     Léger, Ernst     Ludwig Kirchner, László     Móhóly-Nagy, Emil   Nolde,   Kurt     Schwitters, Willi     Baumeister, Lyonel     Feininger.

                         

All     artists of the auction exhibition on artist-info.com     Privatsammlung     moderner Aquarelle und Graphik.

The     complete, digitized catalog (11 pages) on

       

http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/kestner_gesellschaft1926_12_11

       

       

1941

       

       

Kunstausstellung     des Gaues Weser-Ems : Gemälde, Graphik, Plastik.

       

No     further details.

       

       

06.09.-02.10.1949   

       

       

The     Société Anonyme Collection, Institute     of Contemporary Art, Boston; (Source: Dreier Bequest,   1984, YSA   51, p.781)

                

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10.10.–06.11.1949   

       

       

Modern     Art From the Collection of the Société Anonyme, Museum of Modern   Art: 1920,   Mount     Holyoke   College, South Hadley, MA

       

(Source:     Dreier Bequest, 1984, YSA 54, p.781)

                

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06.06.-21.07.1999   

       

       

Graphische     Sammlung Klassische Moderne - 25 Jahre Städtische Galerie   Delmenhorst,   curator Barbara     Alms, Städtische     Galerie Delmenhorst

                

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11.01.-03.02.2002   

       

       

Graphische     Sammlung II - Akrobaten, Harlekine und Amazonen,     curator Barbara     Alms, Städtische     Galerie Delmenhorst

       

(Group     Exhibition)

                

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06.09.     - 20.12.2009

       

       

'entartet'     - beschlagnahmt - Bremer Künstler im Nationalsozialismus,     curator Birgit     Neumann-Dietzsch, Städtische Galerie Bremen im   Buntentor, Bremen   (group exhibition)

                

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Die Informationen zu den Ausstellungen stellte Thomas Poller, Website: 

https:// www.artist-info.com 

zur Verfügung

    

Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 264-265

Oldenburger Hauskalender von 1992 S. 15 – 21, ein Beitrag von Jörg Michael Henneberg mit dem Titel Gerd-Meyer Helldiek,- Ein Delmenhorster Künstler und der Beginn der Moderne im Oldenburger Land.

Therese von der Vring, 1894-1927, Eine Künstlerin des Expressionismus, Herausgegeben 1996 vom Künstlerhaus Jan Oeltjen, (Seite 65-71 u.75-78 – Texte wurde als Foto übernommen und in die Biografie eingearbeitet)  ISBN 38959883861.

Die Grafische Sammlung – Städtische Galerie Delmenhorst- Klassische Moderne anlässlich des Bestehens der Städtischen Galerie Delmenhorst 1974 – 1999, herausgegeben von Barbra Alms.

 



Willi Meyer

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 




Der Maler und Grafiker Georg Julius Otto Willi Meyer, der sich den Künstlernamen Otto Georg gab, wurde am 5. Juni 1890 in Northeim am Harz als Sohn des Amtsgerichtsassistenten Siegmund Heinrich Robert Meyer und dessen Ehefrau Sophie Louise Meyer geborene Wehmhörner geboren. Willi war das älteste Kind. Die Familie wechselte mehrfach den Wohnsitz. Der jüngere Bruder Karl wurde 1892 in Gieboldesheim geboren und wurde Drogist; nach seiner Lehre in Oldenburg heiratete  er dort in das Geschäft ein (Bremer Straße 17) , das er 1962 nach dem Tode seiner zweiten Frau (der ersten Frau von Willi Meyer) aufgab. Er verstarb 1971 in Oldenburg.

Die drei folgenden Schwestern wurden in Celle geboren. Adele,1895 in Celle geboren, betätigte sich zunächst kaufmännisch und kam durch ihren Beruf zunächst nach Heidelberg, Freiburg und Kempten. Sie wurde anschließend Lehrerin an einer Handelsschule und schließlich Buchhändlerin. Erika wurde am 5. Dezember 1897 geboren, war 40 Jahre lang als Krankenschwester und zuletzt als Klinikoberschwester in Hamburg den Eppendorfer Kranken-Anstalten tätigt. Sie lebte ab 1961 in Hamburg - Winterhude im Ruhestand.

Gertrud wurde 1899 geboren und lebte in Celle. Die jüngste von ihnen, Ingeborg, eine Halbschwester, wurde 1908 geboren. Sie lebte später in Hannover. Die Geschwister hatten stets engen Kontakt miteinander und halfen sich auch in finanzieller Hinsicht gegenseitig.

 Nach dem Umzug der Familie von Northeim nach Celle und dem Besuch der Grundschule wurde Willi Meyer auf die Mittelschule und ab 1899 auf ein Gymnasium umgeschult. Willi war ein schwieriger und fauler Schüler. Er wurde aus der Schule wegen seiner Auffälligkeiten entlassen. Um ihm trotzdem eine gute Ausbildung zu geben,  entschlossen sich seine Eltern 1902 trotzangespannter finanzieller Lage, ihn in ein Internat des Wichern-Stiftes nach Hamburg zu geben, weil er dort die „Einjährigenreife“ erlangen sollte.

Als 1906 die Mutter starb, konnte der Vater die teure Ausbildung nicht mehr bezahlen. An ein Studium war aus finanziellen Gründen wegen der Größe der Familie gar nicht zu denken. Ein Lehrer prophezeite dem Vater aufgrund der besonderen Begabungen des Sohnes eine Zukunft als Marinemaler oder Marineschriftsteller. Dieses war auch im Sinne Willi Meyers. Sein Versuch, schon 1902 bei der Marine anzukommen, wurde  von dort abgelehnt, da er aufgrund der Kurzsichtigkeit eines seiner Augen die gesundheitlichen Voraussetzungen für eine Einstellung nicht mit brachte. Sein Vater versuchte vergebens ihn zu überreden, einen Beamtenberuf zu ergreifen. Stattdessen nahm er nach dem erfolgreichen Schulabschluss eine Stelle als Praktikant in einer Maschinenfabrik an und arbeitete dort ein Jahr lang. Willi litt sehr unter dem frühen Tod seiner Mutter und verzieh seinem Vater nie, dass er nach nur einem Jahr erneut heiratete. Erst in späteren Jahren wurde das Verhältnis zu seiner zweiten Mutter entspannter.

 Eine tiefgreifende Veränderung im Leben des Künstlers brachte 1913 der Wehrdienst. Willi war in den Garnisonen Straßburg und Zossen als Berufssoldat und war im Ersten Weltkrieg in Russland und in Frankreich unter anderem auch als Zahlmeister eingesetzt.

Er war mit Leib und Seele Soldat. Offizieren brachte er eine hohe Achtung entgegen. Während des Krieges heiratete er seine erste Frau Marie geborene Dorn, die er während der Dienstzeit in Zossen kennen gelernt hatte. 1918 wurde Willi Meyer bei einem Fronteinsatz schwer verwundet. Er erhielt einen Kopfschuss, so dass ihm eine Silberplatte eingesetzt werden musste. Außerdem erlitt er eine Fußverletzung, sodass er für den Rest seines Lebens hinkte. Als Folge stellten sich allgemeine Bewegungsschwierigkeiten ein. Zeitweise musste er an zwei Stöcken gehen. Nie aufhören wollendes Trommel- und Granatfeuer, der Anblick von Schwerstverwundeten, der Verlust von Kameraden und eine immer präsente Todesangst verursachten tiefe Wunden , Furchen und Risse in der Psyche des Malers. Er kam in amerikanische und französische Kriegsgefangenschaft. 1919 wurde er, im Austausch und unter Mithilfe des Schweizer Roten Kreuzes, vom Lazarett in Poitier über Konstanz nach Berlin verlegt. Dort wurde er in der Kriegsgefangenenbewegung tätig, was ihm lobende Anerkennung einbrachte. Schon während des Ersten Weltkrieges versuchte sich Willi Meyer auf künstlerischem Gebiet. Er schrieb Erinnerungen und Gedichte nieder. Zu diesem Zeitpunkt soll er bereits ständig einen Zeichenblock bei sich geführt und Zeichnungen gemacht haben.

 In Berlin lernte er 1920 durch Zufall den Maler und Filmarchitekten Walter Reimann (1887– 1936) kennen, der ihm Mut machte, seine künstlerische Tätigkeit wieder auf zunehmen. Seine Ehe geriet in eine Krise. Ob sich seine Frau von ihm trennte, weil er in Berlin eine Freundin hatte, oder weil sie gesicherte Lebensverhältnisse anstrebte, ist nicht bekannt. Sie verließ ihn und ging zu seinem inzwischen verwitweten Bruder Karl nach Oldenburg, der sie nach der Scheidung von seinem Bruder Willi heiratete. Um sie zurückzuholen, kam Willi nach Oldenburg, wo er schließlich blieb. Er war nun fest entschlossen, sich ganz der Malerei zu widmen. Es folgte eine Kunstreise nach Holland, die er in dieser Zeit unternahm.

Seine finanzielle Situation war äußerst angespannt, da er eine Rente ablehnte. So bekam er schließlich 20 Reichsmark Versehrtenrente, die später auf 120,- DM angehoben wurde. In dieser schwierigen Zeit lernte Meyer  den Oldenburger Oberbaurat,  kunstbegeisterten und selbst aquarellierenden Architekten Adolf Rauhheld (1868– 1932) kennen, der den Kontakt zu dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin (1885 –1951) herstellte. Kempin lebte, ebenso wie Gerhard Bakenhus, vor den Toren Oldenburgs. Um sie herum hatte sich ein Malerkreis gebildet. Zu Wilhelm Kempin, der als Künstler selbst schwer zu Kämpfen hatte, entstand eine dauerhaft anhaltende Freundschaft, die  aber auch von ständigen streithaften Auseinandersetzungen begleitet war. Mit Gerhard Bakenhus, der ein aufrichtiger, solider, aber auch zum Einsiedlerischen neigender Maler war, verstand er sich wesensmäßig gut. Obwohl Willi in diesem Kreise wichtige Anregungen erhielt und wohl auch gab, wurde er dennoch weder Schüler von Kempin noch von Bakenhus, die ihre Schülerinnen und Schüler gewissenhaft betreuten. Willi Meyer wollte immer anders arbeiten, als es die anderen Maler taten. Zu dem Kreyenbrücke Kreis, und damit auch zum Bekanntenkreis Willis, gehörten unter anderem Willy Behrends, der später bis 1968 Kunsterzieher am Alten Gymnasium in Oldenburg war und Paul Schütte ( 1908 –1968), der sich auf der Akademie in Düsseldorf ausgebildet hatte und traditionell eingestellt die Bildnis- und Stilllebenmalerei pflegte. Kempin, der seine Familie kaum selbst durch den Verkauf seiner Gemälde ernähren konnte,sicherte Meyer Unterstützung zu und unterrichtete ihn dennoch in den folgenden Jahren. Willi Meyer war  der erste Schüler,dem Kempin Mal- und Zeichenunterricht erteilte. 1927 lernte der Maler im Kreyenbrücker Kreis seine zweite Frau Marie Glaeseker kennen, die von Gerhard Bakenhus (1860 – 1939) ausgebildet worden war und in Wilhelm Kempin einen neuen Lehrmeister fand. Beide verstanden sich gut und verliebten sich schließlich ineinander. Marie Glaeseker, die bereits 4 Semester in Essen an der Ruhr studiert hatte, wurde 1929 in Leipzig an der Akademie für Grafische Künste und Buchgestaltung zum Studium angenommen und begann in der Ausbildungsklasse. Mit ihr begann auch Willi Meyer ein Studium, dass er jedoch bereits nach dem Probe-Semester 1930 aufgrund seines unbequemen Wesens wieder verlassen musste. Er kehrte jedoch erst 1913 nach Oldenburg zurück. Anzunehmen ist, dass er wegen Marie Glaeseker solange in Leipzig verweilte, weil diese das Studium erst  im März 1932 beendete. Am 15. April 1933 heirateten Marie Glaeseker und Willi Meyer und zogen anschließend in einen alten Eisenbahnwaggon auf dem Huntedeich, einige Zeit später ein Landarbeiterhaus in der Cloppenburger Straße 238, das den Eltern der Malerin gehörte. Im Dachgeschoss der einen Hälfte des Doppelhauses richteten sie sich ein Atelier ein, dass von ihnen gemeinsam genutzt wurde. Willi Meyer trat als Künstler unter anderem unter dem Pseudonym Otto Georg auf. Seine Freunde nannten ihn allerdings immer nur Willi Meyer. Die Ehe zwischen Marie Meyer-Glaeseker und Willi Meye rverlief schwierig und stellte seine Frau Marie häufig auf eine schwere Probe. Heimgesucht von immer wiederkehrenden schrecklichen Visionen des Krieges, litt der traumatisierte Maler vor allem nachts in seinen Träumen unter dem Erlebten. Gemälde mit Kriegslandschaften und Schlachten, die der  Maler aus seiner Erinnerung schuf,  waren ein immer wiederkehrendes Thema seiner Arbeiten und vermutlich wichtiger Bestandteil zur Verarbeitung seines Traumas. Unmittelbar davon betroffen war allerdings  seine Frau Marie. Wenn die Erinnerungen an die Kriegserlebnisse wieder hoch kamen und übermächtig wurden, produzierte der Maler schnell gemalte, kleinformatige und expressive Kriegsdarstellungen und Landschaften. In einer Situation äußerster Erregung trug er alle Bilder und Aufzeichnungen in den Garten an der Cloppenburger Straße, übergoss sie mit Petroleum und verbrannte sie, weil er sie nicht einer „ verrückt gewordenen Menschheit“ ausgeliefert wissen wollte. Nur hin und wieder gelang es seiner Frau Marie, solche Arbeiten vor der Zerstörung zu bewahren, indem sie ihm die Arbeiten entriss oder in einem günstigen Moment weg nahm und versteckte. Nach der Zerstörung fühlte sich der Maler wieder frei und war in der Lage, anschließend impressionistische Landschaftsgemälde voller Anmut und Schönheit zu malen. Willi Meyer nahm hin und wieder Auftragsarbeiten an. Für Johann Bünting, der in der Zeit von 1924 bis 1929 die Gaststätte "Jeddeloh" am Torfkanal (heute Schleusenstraße) betrieb, wurde von diesem beauftragt, den Torfschuppen zu malen. Willi wurde dafür von Johann Bünting in der Gaststättevoll voll verköstigt.

Zwei Ölgemälde schuf Meyer, die er  mit OG 1928 und Otto Georg Meyer signierte. 1933 bot sich Marie Meyer - Glaeseker und Willi Meyer die Gelegenheit, an einer Weihnachtsausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Augusteum teilzunehmen.

 1940 wurden Arbeiten von ihm unter dem Namen Otto Georg (Meyer-Oldenburg) im Oldenburger Landesmuseum unter dem Titel „Kriegslandschaft– Im Zeitalter der Materialschlacht-, gezeigt. Die Werke entstanden in den Jahren 1929 bis 1939 und verschafften dem Maler eine erste größere Beachtung in der Öffentlichkeit.

 Sein schwieriger Charakter hinderte ihn hin und wieder daran, durch den Verkauf seiner Gemälde ein etwas komfortableres Leben zuführen. Während der damalige Reichsnährstand (heute Landwirtschaftsverband) Meyer noch ein Gemälde abkaufen konnte, scheiterten die Ankaufsbemühungen der Stadt Oldenburg an seiner Unzugänglichkeit. Selbst als das Reichspropagandaministerium ihm 1942 für das Gemälde „ Feuervogel“ 5000 Reichsmark bot, lehnte dieser einen Verkauf des Gemäldes ab, weil sein Gegenüber während einer politischen Diskussion eine andere Meinung als er selbst hatte. 1944, vom 7. Mai bis 6. Juni, nahm Willi Meyer  an der Kunstausstellung der Gaukulturtage Weser-Ems in Oldenburg im Augusteum mit 6 Gemälden teil (RoterTod, Flammenwerfer, Morgennebel, Nächtlicher Brand und Cyclus - Weltkrieg). Seine Frau Marie Meyer - Glaeseker stellte 6 Gemälde (Kälber im Stall,Selbstbildnis, Maike, Azalee, Ruhende Rinder, Waldstudie) aus.

 Im letzten Jahr des Zweiten Weltkrieges kam Meyer nochmals in unmittelbare Berührung mit der Kriegslandschaft, die sein ständiges Bildthema war. Wilhelm Kempin, dessen Wohnhaus  sich in Sichtweite der Unterkunft Meyers befand, war gerade beim Volkssturm eingesetzt, als dessen Haus einen Bombentreffer erhielt und nieder brannte. Meyer eilte daraufhin zu der Brandstelle und half, die Tochter Kempins aus den Trümmern zu retten.

Als Wilhelm Kempin zurück kam und vor den Trümmern seines Hauses stand sagte er zu Willi Meyer: “Meyer, das musst du malen“. Auf diese Weise entstand eine weitere 1946 datierte Kriegslandschaft. Die Ehe von Marie und Willi war mittlerweile so strapaziert, dass sie am 17.4.1946 geschieden wurde. Während des Krieges war seine Frau Marie im Rahmen des Kriegseinsatzes zum Bruder auf den väterlichen Hof zurückgekehrt, auf dem dringend jede Hand gebraucht wurde. Willi lehnte dieses ab. Da für ihn in seiner immer wieder selbst herbeigeführten menschlichen Isolierung seine Frau für ihn die wichtigste und einzige Bezugsperson war, wurde er von einer heftigen Eifersucht geplagt und wollte sie, auch gewaltsam und mit einer Anwaltsforderung zurückholen, nahm dann aber Abstand davon. Wegen dieser Spannungen, die Maries Kräfte und ihre künstlerische  Kreativität nachhaltig beeinträchtigten, reichte sie schließlich die Scheidung ein. Beide blieben befreundet. Man lebte fortan miteinander im Obergeschoss des Hauses, allerdings in nunmehr getrennten Wohn - und Atelierräumen. Durch die Trennung der Ehe wurde das Zusammenleben erträglicher. Der Künstler - und Freundeskreis blieb erhalten, veränderte oder ergänzte sich. Marie Meyer-Glaeseker hatte einen Kreis von Schülern und einen Lesezirkel, in dem Willi vorlas. Dennoch blieb er ein Einzelgänger.

Als 1947 der Bund Bildender Künstler in Oldenburg gegründet wurde, lehnte er eine Mitgliedschaft vor allem auch deshalb strikt ab, weil ihm die Auseinandersetzungen mit den neuen Kunstrichtungen nicht lagen, und er jeden Kompromiss verabscheute.

 Mitte der 1950er Jahre verschlechterte sich der Gesundheitszustand des Malers. Er litt an Magengeschwüren, die ihm große Schmerzen bereiteten. Dennoch wollte er sich nicht im Krankenhaus behandeln lassen. Seine Beschwerden wurden schließlich so groß, dass eine Einlieferung in ein Krankenhaus unausweichlich schien. Um dieses zu verhindern, wählte er am 23. Dezember 1958 den Freitod. Willi Meyer fand seine letzte Ruhe auf dem Parkfriedhof an der Sandkruger Straße. In einer Gedächtnisausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Schloss wurden zu seinen Ehren und des 1962 verstorbenen Malers Emil Brose Gemälde von ihm und Emil Brose in einer gemeinsamen Ausstellung gezeigt.

Eine weitere Würdigung seiner Person wurde ihm 1968 in einer Gedächtnisausstellung im Augusteum zuteil, die vom Oldenburger Künstlerbund organisiert worden war. Seit dieser Zeit ist es still geworden um den Schlachtenmaler Willi Meyer, der aufgrund seines Könnens zu den herausragenden Oldenburger Malern gehört.


Quellen: 

1. Ausstellungskatalog des Oldenburger Landesmuseum vom 12.Mai bis 14. Juli 1940 Titel der Ausstellung: Kriegslandschaft im Zeitalter der Materialschlacht-Ein Versuch rückschauender Gestaltung- gemalt 1929-39 von OttoGeorg (Meyer-Oldenburg).

2. NWZ-Artikel vom 10. Mai 1963 mit der Überschrift: Der Maler Emil Brose und Otto Georg- Zur Gedächtnisausstellung im OldenburgerKunstverein.

3. In Kopie : Liste der 27 Gemälde von (Otto Georg) WilliMeyer, zur Zeit als Leihgabe im Landesmuseum Oldenburg – undatiert -.

4. In Kopie: Handschriftlich verfasster Lebenslauf von MarieMeyer-Glaeseker vom 19. Januar 1964.

5. Beilage zu Nr. 336 der „Oldenburgischen Staatszeitung“ vom Sonntag, dem 8. Dezember 1940 -Die neue Ausstellung des Kunstvereins-Oldenburger und ostfriesische Künstler stellen im Augusteum aus.

6. Kopie eines mit KM monogrammierten undatiertenSchriftstückes   mit der Überschrift:

Zum Gedenken an den Maler und Graphiker Willi Meyer (OttoGeorg).

 In dem Schriftstück befindet sich auch die Ansprache des Landwirtschaftsrates Voigt, Hude b. Bremen anlässlich der Trauerfeier für den am 25.12.1958 verstorbenen Maler und Graphiker Willi Meyer (Otto Georg).

7. Kopie der Geburts-Heiratsurkunde Nr. 96, Aufgebotsverzeichnis Nr. 83 vom 19. Juni 1946 zwischen Willi Meyer und Marie Meyer-Glaeseker .

8. Kopie der Sterbeurkunde  Nr. 1765  vom 29.12.1958 des Standesamtes Oldenburg von Willi Meyer

9. Standesamt Northeim – Kopie der Geburtsurkunde WilliMeyers, Nr. 88 vom 5.6.1890.

10. Kopie des Ausstellungskataloges des OldenburgerKunstvereins – Gedächtnis-Ausstellung von Emil Brose und Otto Georg vom 5.5.63– 26.5.63 im Schloss.

 

11. Werner Bünting, Brief vom 1.11.2013 an den Verfasser mit dem Hinweis auf  die Auftragsarbeit Meyers von Johann Bünting.


 

Das Foto zeigt Willi Meyer beim Malen in der freien Natur.

Torfschuppen am Torfkanal(heute Schleusenstraße)


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 

 


 

 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Gerhard Milz

 

Gerhard Milz wurde am 18.3.1910 in Abschwangen, einem kleinen Ort in Ostpreußen, geboren. Er wuchs dort auf und besuchte bis zur mittleren Reife die Oberschule in Preußisch - Eylau. Anschließend besuchte er die Heeresfeuerwerkschule und schloss diese als Feuerwehr-Ingenieur ab. Kriegsdienstverpflichtet versah er in der Wehrmacht seinen Dienst in der Luftwaffe und als Fallschirmjäger. Er geriet dabei in Kriegsgefangenschaft. 1945 wurde er daraus nach Brockzetel ( Kreis Aurich) entlassen. Dort lebte bereits seine aus Ostpreußen geflüchtete Familie. Zunächst arbeitete er dort auf einem Bauernhof. Ab 1952 bewirtschaftete er eine eigene Kleinsiedlungsstelle auf der er bis zu seinem Tode am 23.1.2000 in Brockzetel gelebt hatte.

Gerhard Milz war als Künstler Autodidakt. Sein Grundwissen und eine entsprechende Anleitung erhielt er bei Kursen und auf Kunstreisen. Insbesondere von dem aus Bremen stammenden Maler Professor Wolf Wrisch erhielt er wertvolle Anregungen und eine entsprechende künstlerische Ausbildung.

Gerhard Milz beschäftigte sich mit Zeichnungen, Druckgrafik und Aquarellmalerei.

Bildthemen seiner Arbeiten waren die ostfriesische Landschaft, die Meer und Nordseeküste, jedoch auch Stillleben, Tier, Mensch und politische Themen wie die Tschernobylkatastrophe oder der Challenger-Absturz.

Er war Mitglied im Ostfriesischen Kunstkreis Wittmund und Mitbegründer der Druckwerkstatt der VHS in Wittmund. Er beteiligte sich an Druck-Werkshops in Leer und  Norden.

Das Kunsthaus Norden zeigte  am 14.8.2001 im Rahmen einer Ausstellung Arbeiten von ihm. In der Ostfriesischen Graphothek befinden sich Arbeiten von ihm.

       

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert,. S. 290, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


 

Johann Heinz Mindermann

 

 Johann Heinz Mindermann wurde am 19.10.1872 in Bremen geboren 1872  und wuchs dort auch auf. Seine Liebe zur Kunst brachte ihn zur Malerei. Bereits vor dem Ersten Weltkrieg war er Galerist in Köln, Bad Kissingen und Berlin. 

Nach dem Ersten Weltkrieg wurde er ab 1933 auf Norderney sesshaft. Er betätigte sich hier als Galerist  und Marinemaler. 

Bereits  ab 1914 besuchte Mindermann mehrfach die Insel und hielt sich dort zum Teil auch längerfristig auf. 1927 und 1928 betrieb er dort ein Logierhaus. Bereits 1925 gründete er mit den Malern Poppe Folkerts und Otto Schiemann den Seglerverein Norderney.

Der Maler starb am 21.10.1959 auf Norderney

 

Die Vorbilder von Heinz Mindermann waren in erster Linie Maler aus dem hohen Norden, wie Adelsteen Normann, Hans Dahl oder Rasmussen. Zu ihnen ergaben sich sogar persönliche Verbindungen.

In seiner Freizeit war Mindermann ebenso wie der Maler Poppe Folkerts begeisterter Segler. Eine enge Freundschaft bestand außerdem zu  dem Maler Paul Ernst-Wilke. Auf gemeinsamen Ausflügen beschäftigten sie sich häufig mit Malerei. Es entstanden dabei Gemälde in Greetsiel und Accumersiel sowie an der gesamten ostfriesischen Küste.

 

Quelle:

 

Die biografischen Angaben stellte mir der Enkelsohn des Malers,Uwe Mindermann, zur Verfügung.

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 290/291, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

 

   

Wilhelm Mohrman


 

 

 

 


 


 


 


 


 


 

Zu einer der bekanntesten und verdienstvollsten Künstlerpersönlichkeiten dieser Region  gehört zweifellos der Oldenburger Theatermaler Wilhelm Bohrmann, der sich zu Lebzeiten einen hervorragenden Ruf als Kunstmaler sowie Dekorations- und Bühnenmaler erarbeitet hat.Viele seiner Ölgemälde befinden sich noch heute in Privatbesitz. Die Lebensgeschichte dieses Künstlers ist eng mit demOldenburger Theater verbunden, zumal Wilhelm Mohrmann entscheidend an dessen Gestaltung mitgewirkt hat.

Nachdem 1833 in Oldenburg das erste ständige Theater eröffnet hatte, wurde am 1. Mai 1934 der gerade zum Dekorationsmaler ausgebildete Theodor Presuhn (1810 – 1877) als erster Theatermaler an diesem Theater engagiert. Presuhn, der sich nach einer Malerlehre auf Wanderschaft begeben hatte, lernte in einer Werkstatt in Karlsruhe das Handwerk für Dekorationsmalerei und kehrte nach dieser Ausbildung nach Oldenburg zurück.

 

Am 13.5.1849 wurde Wilhelm Christian Gerhard Bohrmann als eines von insgesamt fünf Kindern des Bauern Carsten Bohrmann (1806 – 1877) und dessen Ehefrau Anna Catarina Mohrmann, geborene Geerken (geb. 1809 – 1862) in Nadorst geboren. Seine Kindheit verlebte Mohrmann  in der Nadorster Straße 1. Während seiner Schulzeit zeigte Bohrmann ein außergewöhnliches Talent  im Umgang mit Mal-und Zeichenstiften.

Als er die Schule beendet hatte, begab er sich 1863 in die Lehre des in der Staustraße 21 ansässigen Oldenburger Malermeisters  W. Will's und begann bei diesem eine Ausbildung für das Malerhandwerk, die er 1867 mit  der Gesellenprüfung erfolgreich abschloss. Während seiner Lehre hatte er bereits den Kontakt zu Theodor Presuhn hergestellt und half diesem in seiner Freizeit freiwillig bei der Gestaltung und Anfertigung von Theaterdekorationen mit.

Wegen des kleinen Oldenburger Theaters hatte Presuhn häufig Schwierigkeiten beim Bau und den technischen Unzulänglichkeiten größerer Dekorationen und wich deshalb auf das Obergeschoß des Haaren-Vorwerks an der Offener Straße aus.

Nach bestandener Gesellenprüfung  ging Wilhelm Mohrmann auf Wanderschaft und arbeitete einige Zeit an Theatern in Leipzig und Frankfurt. Die letzte Station seiner Wanderschaft war Mannheim, wo er unter der Leitung des Theatermaschinisten und Theatermalers Josef Kühn am Großherzoglichen Hof-und Nationaltheater Mannheim  tätig war. Als 1870 der Deutsch-Französische Krieg ausbrach, kehrte Mohrmann nach Oldenburg zurück. Anzunehmen ist, dass er sich einige Jahre in die Theaterwerkstatt von Theodor Presuhn begab, um dort die Voraussetzungen für die Meisterprüfung zu erlangen. Diese bestand er 1874 und übernahm bereits kurz darauf, am 9. September 1874, das Geschäft des Malers Spanhake in der Bergstraße 19. Durch unermüdlichen Fleiß und hervorragend ausgeführter Arbeiten baute er das Geschäft in den folgen Jahren zu einer der größten Firmen in Nordwestdeutschland für die Anfertigung von Theater-und Bühnendekorationen  aus. Sein guter Ruf sprach sich herum und führte dazu, dass ihm Aufträge aus Ostfriesland, Westfalen, Hamburg, Lübeck, Jena, Göttingen, Bremen, den Niederlanden, Norwegen und Petersburg erteilt wurden. Ebenso erhielt er Aufträge von Gastronomen für die Gestaltung der Saalbühnen in deren Lokalen und Tanzhäusern.

Um alle Aufträge zeitgerecht erledigen zu können, beschäftigte er deshalb in seinem Betrieb bis zu fünfzig Gehilfen.

Als Theodor Presuhn 1877 starb, wurden Wilhelm Bohrmann alle Arbeiten für das Oldenburger Theater übertragen. So übernahm er die Ausmalung des neu errichteten Großherzoglichen Hoftheaters, das 1881 eröffnet wurde. Den Zuschauerraum gestaltete er dabei mit dem seinerzeit in der Bahnhofstraße 5 ansässigen Oldenburger Malermeister F.W. Adels.

1891 wurde das Theater Opfer eines verheerenden Brandes. In kurzer Zeit errichtete man ein Interimstheater am Cäcilienplatz, das  ebenfalls von Mohrmann ausgestaltet wurde.

Die bei der Renovierung des durch den Brand stark beschädigten Theaters  anfallenden Dekorationsarbeiten übernahm wiederum Mohrmann, die plastischen Arbeiten der Hofmedaillieur Böschen, die malerische Ausgestaltung des Foyers Wilhelm Mohrmanns Neffe Ludwig Fischbeck (1866 – 1954) und die Gestaltung der herrschaftlichen Räume wiederum F.W. Adels.

Neben dieser Tätigkeit wurden Mohrmann die  Innengestaltungen der  Oldenburger  Kunst- und Gewerbeschauen 1885, 1895 und 1905 übertragen. Für diese Arbeiten wurde er mit  zwei Goldmedaillen und einer Staatsmedaille ausgezeichnet.

Neben der Theatermalerei betätigte sich der Theatermaler als Kunstmaler und stellte gegen Ende jeden Jahres in der Oldenburger Innenstadt in einem Schaufenster vorwiegend Ölgemälde aus, die sich gut verkaufen ließen. Verkaufsfördernd war dabei sicherlich sein hoher Bekanntheitsgrad, den er als angesehener Theatermaler genoss.

Viele Motive der Gemälde entsprangen seiner Phantasie und haben die Besonderheit, dass sie auf eine dekorative Wirkung ausgelegt waren. So schuf er viele Gemälde mit Waldlandschaften, die in der Mitte des Bildes ein kleines herabfließendes  Bächlein und kleine Felsen zeigen. Auch üppige  Blumen - oder Obststillleben mit Krug und Fisch waren Themen seiner Arbeiten und lehnen sich in ihrer Üppigkeit an die Bühnen - und Dekorationsmalerei an.

Diese romantischen illusionären Arbeiten wurden von ihm in der Regel gut ausgeführt und waren in der Bevölkerung durchaus beliebt, entsprachen sie doch dem Kunstgeschmack der damaligen Zeit. Neben diesen Arbeiten gab es jedoch auch den klassischen Landschaftsmaler, der  naturalistische Landschaftsgemälde mit Partien aus dieser Gegend schuf, die sein herausragendes Können widerspiegeln und gleichzeitig die Wichtigkeit dieses Künstlers für die regionale Kunst unterstreichen. Diese Arbeiten genießen einen anderen Stellenwert als die auf reine Dekoration ausgelegten Ölgemälde. Wilhelm Mohrmann war zudem für viele bedeutende Oldenburger Künstler Arbeitgeber oder Lehrer. Künstler wie Richard tom Dieck, Gerhard Bakenhus, August Oetker, Wilhelm Morses, Ludwig Fischbeck, Hugo Duphorn, Hermann Böcker und Johannes von Wicht wurden von ihm angeleitet oder beschäftigt.

1924 feierte Wilhelm Mohrmann im Rahmen einer großen Festveranstaltung sein fünfzigjähriges Meisterjubiläum. Ihm wurde seitens der Stadt Oldenburg wegen seiner Verdienste ein Ruhegeld zugesprochen.

Der Theatermaler starb am 6. September 1934 in Oldenburg. Wilhelm Mohrmann fand seine letzte Ruhestätte auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.

 

Quellenangaben:

 Hoftheater, Landestheater, Staatstheater in Oldenburg, Beiträge zur Geschichte des  oldenburgischen Theaters 1833-1983 herausgegeben von Heinrich Schmidt mit     einem Beitrag von  Karl Veit     Riedel, Seite 279 – 311- ISBN 3-87358-165-5.

Informationen     über den Maler Wilhelm Mohrmann erhielt ich von Angehörigen des Künstlers, die in Gesprächen erarbeitet wurden. Diese stellten auch umfangreiches schriftliches Material, eine Anzahl undatierter Zeitungsartikel-und Ausschnitte über Mohrmann sowie von Wilhelm Mohrmann handschriftlich verfasste Briefe und  Schreiben in Kopie zur Verfügung.

Staatsarchiv     Oldenburg Best. Nr. 271-39 Signatur 21, Rep. 760 Akz. 91 Nr. 1538 A

Akz. 272 Nr. 4383 Dep. 113.

Bremer     Nachrichten vom 13. Mai 1934 mit dem Artikel: Wilhelm Mohrmann 85 Jahre

Todesanzeige Wilhelm Mohrmann vom 6. September 1934.

Oldenburger Jahrbuch von 1948/49, Seite 84-96 mit einem Beitrag von Anna Martens über den Maler Richard tom Dieck, Leben und Wirken eines Oldenburger Malers(1862-1943).

Der  Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1984.

Handschriftliche  Aufzeichnungen des Malers Wilhelm Mohrmann.

Stadtarchiv  Mannheim-Institut für Stadtgeschichte- Faxantwort vom 7.1.2008 zu einer Anfrage über den Theatermaler Josef Kühn, Großherzogliches Hoftheater     Mannheim.

 

 

 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Ernst Moll

 

Ernst Moll wurde am 31.5.1916 in Kiel geboren und wuchs dort auch auf. Nach dem Abitur studierte er in Kiel von 1934 bis 1937 an der Kunstgewerbeschule und Meisterschule für angewandte Kunst Grafik und Gebrauchsgrafik unter Anleitung der Professoren Theodor Riebecke und Georg Zimmermann.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Arbeitsdienst und 1937 zum anschließendem  Kriegsdienst verpflichtet, bei dem er auf Borkum eingesetzt war. 1940 heiratete er die Insulanerin Gotelinde Degen und wurde danach auf Borkum sesshaft. Zunächst als Gebrauchsgrafiker tätig fand er ab 1950 eine Anstellung auf der Insel als Kunst - und Werklehrer an der Realschule Borkum. 1981 trat er in den Ruhestand und war danach wieder als freischaffender Künstler aktiv. In seinen letzten Lebensjahren erblindete er, sodass er seine künstlerische Tätigkeit nicht mehr fortsetzen konnte. Der Maler starb am 2.9.1995 auf Borkum.

Ernst Moll schuf seine ostfriesischen Landschaften, Häfen, das Meer, Schiffe und Boote hauptsächlich als Zeichnung, als Druckgrafik oder als Aquarell, selten in Öl.

Arbeiten von ihm befinden sich im Landesmuseum Emden, im Heimatmuseum Borkum und der Ostfriesischen Graphothek.

 

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 294/295, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


Wilhelm Morisse

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Der Maler und Kirchenrestaurator Ludwig Wilhelm Martin Morisse wurde am 16.10.1870 in Brake als Sohn des Lehrers Gerhard Wilhelm Heinrich Morisse ( 23.6.1842 – 11.4.1904) und dessen Ehefrau Sophie Katharina Wilhelmine, geborene Ruschmann (19.6.1847 – 16.11.1935), geboren. Gerhard Wilhelm Morisse leitete in Bad Zwischenahn eine Privatschule, Sophie Katahrina entstammte einer bäuerlichenFamilie in Rodenkirchen.

Nach Abschluss der Mittleren Reife wollte der künstlerischsehr talentierte Wilhelm Morisse die Kunstakademie in Dresden besuchen. Da die finanziellen Mittel seiner Eltern dafür nicht ausreichten, musste er 1886 bei einem Anstreicher in die Lehre gehen. 1889 wurde er zu Professor Hermann Schaper ( 1853 – 1991) nach Hannover vermittelt, der öffentliche Gebäude und sakrale Bauten im historischen Stil ausmalte.

Bei Schaper erwarb Morisse sein handwerkliches Rüstzeug. Ab 1895 war er für vier Jahre im Malersaal des Hoftheaters in Oldenburg unter Wilhelm Mohrmann ( 1849 – 1937) tätig. Danach ging Morisse wieder für neun Jahre nach Hannover und wurde dort von Professor Schaper angestellt. Finanziell reichte es nun, Studienreisen nach Italien, Belgien und in die Niederlande zu unternehmen.

Von 1894 bis 1896 war er für Schaper in Schleswig - Holstein tätig und malte nebenbei in Ratzeburg, Schleswig, Lübeck, Mölln, Duderstadt und Blankenese. 1904 kehrte er nach Oldenburg zurück, wo er mit ähnlichen Aufträgen betraut wurde. Seine Aufgabe bestand in der Aufdeckung, Freilegung und Ergänzung vorreformatischer Deckenmalereien, unter anderem  in Bad Zwischenahn ( St. Johanis, 1904), Edewecht (1906) Oldenburg, Gertrudenkapelle,1908/1909), Varel, Wildeshausen, Sengwarden und Tharau .

1911 erhielt er die Silberne Medaille für Wissenschaft und Kunst und 1916 die Goldene Medaille. Er wurde Mitglied der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler und des Deutschen Werkbundes. Seit 1904 gehörte er dem Oldenburger Künstlerbund an, dessen Schriftführer er bis 1918 war. Regelmäßig stellte er im Oldenburger Kunstverein aus und war vertreten auf der 287. Kunstausstellung vom 12.2.-14.3.1897 mit drei Zeichnungen, der 322. Kunstausstellung vom 9.1. – 29.1.1908 mit 4 Buntstiftzeichnungen, der 328. Kunstausstellung vom 14.11.- 15.12.1909 mit 2 Aquarellen, der 339. Kunstausstellung vom 15.11. – 15.12.1912 mit 2 Gemälden, der 340. Kunstausstellung vom 16.2.-16.3.1913 mit einem Gemälde, der 343. Kunstausstellung vom 16.11.-15.12.1913 mit 3 Gemälden sowie der 344. Kunstausstellung vom 8.2.-11.3.1914 mit 2 Gemälden.

 Wilhelm Morisse hatte sich in Oldenburg mittlerweile einen Namen gemacht und war mit zahlreichen Oldenburger Künstlern bekannt oder befreundet. Als der Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus 1920 sechzig Jahre alt wurde, schenkten ihm 27 „ Kollegen und Schüler“ eine Sammelmappe mit eigenen Arbeiten zum Geburtstag. Unter ihnen befand sich neben Emma Ritter und Jan Oeltjen auch Wilhelm Morisse.

Auch als der Freund von Bakenhus, Hugo Duphorn, im Herbst 1906 in Rastede in seinem Atelier eine Ausstellung mit seinen eigenen Gemälden eröffnete, trug sich Wilhelm Morisse neben vielen bekannten Künstlern in die Besucherliste ein. Dass die Kontakte zu Duphorn und wohl auch zu Bakenhus enger waren, belegt eine Karte anlässlich des Verkaufs des Gemäldes „ Schweigen im Herbst“ als Hochzeitsgeschenk für die Tochter des Großherzogs, die Hugo Duphorn an seine Frau nach Oberweimar schickte. Auf dieser Karte unterschrieben unter anderem Gerhard Bakenhus als auch Wilhelm Degode und Wilhelm Morisse.

 1914 wurde Wilhelm Morisse Regimentsmaler und malender Kriegsberichterstatter des Oldenburgischen Infanterie-Regiments Nr. 91. Mit dem Regiment kam Morisse durch Ostpreußen, Galizien, Russland und Belgien.

1917 heiratete der Maler Luise Pape aus Bremen. Die Ehe blieb kinderlos. 1924 und 1926 unternahm Morisse mit seiner Frau Reisen nach China, von denen er viele Aquarelle mitbrachte.

Ab 1926 erkrankte er an einer Lähmung der Füße und war gezwungen im Rollstuhl zu arbeiten. Während des Dritten Reiches war er Mitglied der NSDAP.

Aus der Zeit nach dem ersten Weltkrieg stammen die meisten seiner Arbeiten, als für die Restaurierung der Kirchen kein Geld vorhanden war. Er malte viel im Ammerland und in Butjadingen. Seine Ölgemälde, Zeichnungen und Lithos zeigen häufig das friedliche Bild reetgedeckter Bauernhäuser in weiter Wiesenlandschaft, Baumgruppen und Bäken im Wechsel der Jahreszeiten in gegenständlicher Manier. Dabei sind seine Ölgemälde mit feinem Pinselstrich ausgeführt und vermitteln dem Betrachter Ruhe und Geborgenheit einer Zeit, die heute nur noch selten zu finden ist. Er hat durch sein künstlerisches Schaffen ein Stück Heimat für die Nachwelt konserviert.

 Der Maler starb am 22.9.1936 in Oldenburg, er fand seine letzte Ruhe auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.


 Quellenangaben:

 Wilhelm Morisse - Liebenswerte Erinnerungen und Bilddokumente, herausgegeben von Manfred Holze 1986, ISBN 3-920557-64-6

Oliver Gradel - Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein1843-1914, S.128-129

Gerhard Wietek - 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S. 265


 Klaus G. Müller-Bochum

 

Klaus G. Müller – Bochum wurde am 22.4.1938 in Bochum geboren, wuchs jedoch in der Tschechoslowakei und nach Kriegsende in Bochum auf. In den Jahren 1955 bis 1958 machte er eine Ausbildung zum Raumgestalter und Grafiker und war danach unter anderem in Berlin, Dortmund und Wuppertal in der Werbung und als Schaufenstergestalter tätig. Währenddessen studierte er in Abendkursen an der Folkwandschule in Essen Freie Kunst.1969 begann er seine künstlerische Tätigkeit mit Zeichnungen und Collagen.

1983 gab er seine berufliche Tätigkeit auf und kam als „Aussteiger“ nach Ostfriesland, wo er sich als freischaffender Künstler betätigte und als Werbegrafiker in einer Firma angestellt war, zudem betätigte er sich als Dozent an verschiedenen Volkshochschulen.

Er lebte und arbeitete in Iren/Westoverledingen. Seit 1983 war Klaus G. Müller – Bochum Mitglied im BBK Ostfriesland, seit 2005 in der Sezession Nordwest in Wilhelmshaven.

Müller – Bochum war in erster Linie Grafiker(Radierungen) und Zeichner, hin und wieder malte und fotografierte er und schuf Objekte und Skulpturen.

 Schwerpunkte seiner Arbeit sind Kaltnadelradierungen, Zeichnungen und Skulpturen. Inhaltlich beschäftigen ihn dabei Themen wie die Mythologie, Umwelt, Soziales, Industrie und Technik.  

Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen führten seine Werke nach Bochum, Düsseldorf, Kassel München, Hannover, Hamburg, Augsburg, Usedom, Greetsiel, Emden, Bonn, Bremen, Berlin, Frankreich, Griechenland, Holland, Australien, Polen und Schweden.

 Arbeiten von ihm befinden sich m Ostfriesischen Landesmuseum Emden, der Ostfriesischen Graphothek und dem Fine Art Museum Surgut/Sibirien. Der Künstler starb am 23.2.2015 in Ihren.

      

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 304/305, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

 Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S. 167 - 168 

www.bbk-ostfriesland.com


Jürgen Müller – Dühring

 

Jürgen Müller – Dühring wurde am 23.7.1924 in Aurich geboren und wuchs dort auf. 1934 verzog er mit seiner Mutter nach Stollhamm in der Wesermarsch. In Nordenham besuchte er die Oberrealschule, an der Rudolf Matthis als Zeichenlehrer tätig war und ihm Anregungen gab.

Jürgen Müller – Dühring wurde zum Kriegsdienst verpflichtet und geriet dabei in Kriegsgefangenschaft. Als er aus dieser entlassen wurde, machte er 1946 am Gymnasium Ulricianum in Aurich sein Abitur. Bis 1948 studierte er anschließend an der Nordischen Kunsthochschule in Bremen. Unter anderem war er dort Angehöriger der Meisterklasse unter Leitung von Professor Gustav Adolf Schreiber. Danach begann er ein Lehramtsstudium an der Kunstakademie Düsseldorf unter Anleitung der  Professoren Otto Pankok, Paul Bindel und Ewald Mataré. An der Universität Köln studierte er Geografie, ebenfalls an der Werkkunstschule in Köln. 1950/1951 unterbrach er das Studium wegen eines einjährigen Studienaufenthaltes in Paris. 1953 legte er das Staatsexamen als Kunsterzieher und Werklehrer ab. Anschließend war er in dieser Eigenschaft bis 1962 an verschiedenen Gymnasien in Niedersachsen und Schleswig – Holstein tätig. Er kehrte 1962 nach Ostfriesland zurück und betätigte sich in Altfunnixsiel und Ardorf als freischaffender Künstler. 1970 wurde er Kunsterzieher an der Gesamtschule Wittmund. 1984 schied er aus dem Berufsleben aus und betätigte sich als Künstler in Wittmund freischaffend bis zu seinem Tode am 10./11.9.1999. Bei dem Namenszusatz Dühring  handelt es sich um den Geburtsnamen seiner Mutter.

Jürgen Müller – Dühring schuf viele großformatige farbenbetonte gegenständliche Öl – und Aquarellbilder. Themen seiner Arbeiten waren ostfriesische Landschaften, das Meer, das Watt, Hafen – und Küstenmotive. Hin und wieder arbeitete er mit Zeichenstift oder Radiernadel. Als Bildhauer schuf er wenige Plastiken in Holz und Ton. In seinen letzten Lebensjahren befasste er sich bildnerisch mit  religiösen Themen.

Arbeiten von ihm befinden sich im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden und im Vorwerk - Museum in Rispel bei Friedeburg .

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20.  und 21. Jahrhundert, S. 305/306, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


 Johann Müller-Emden

           

Johann Müller wurde am 19.8.1920 in Emden geboren und wuchs dort auch auf. Er besuchte in Emden die Kaiser - Friedrich - Schule   ( Oberrealschule). Nach dem Schulwende wurde er zum Arbeitsdienst und ab 1941 zum Kriegsdienst verpflichtet. Dabei nahm er am Russlandfeldzug teil. Nach dem Ende des Ersten Weltkrieges absolvierte er von 1945 bis 1947 ein Kunststudium an der Staatlichen Kunstschule in Bremen bei Professor Willy Menz. 1947 wurde er in Emden freiberuflich in der Werbebranche, kurz danach als freischaffender Maler tätig. Er lebte in Emden, Simonswolde und bei Brake.

Ab 1959 stellte er regelmäßig in Ostfriesland aus.  1976 verlegte er seinen Wohnsitz  in Upganter Meede bei Upgant Schott.

Im Jahre 2000 beendete eine schwere Erkrankung seine künstlerische Arbeit. 2010 starb er in Marienhafe.

Johann Müller-Emden verstand sich als Landschaftsmaler. Er schuf 

Öl- und Aquarellbilder mit Motiven der ostfriesischen Landschaft, 

Bauernhöfe, Windmühlen, Dörfer und Partien von der Küste. Das 

charakteristische seiner Arbeiten sind blau - rot-grüne Himmel und vielfach nicht ausgemalte Bildränder.

Arbeiten von ihm befinden sich im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden.

 

Quelle:

Ostfriesenzeitung vom 14.5.2010 mit einem Beitrag „ Kunstmaler Johann Müller-Emden gestorben“.

Bildende Kunst in Ostfriesland – Ostfriesisches Landesmuseum, herausgegeben 2011, S.168.

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S.306/307, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


Otto Müller – Hartau

 

Otto Müller – Hartau wurde am 24.11.1898 in Hausdorf( Kreis Glatz , Schlesien) geboren und wuchs dort auf. Nach der Schulzeit begann er eine Lehrerausbildung, wurde dann jedoch zum Kriegsdienst im Ersten Weltkrieg eingezogen. Nach Ende des Krieges studierte er von 1922 bis 1923 unter Anleitung von Professor Arnold Busch an der Kunstakademie in Breslau Malerei. Nach länger andauernden Aufenthalten in Hildesheim und Hannover war er als freischaffender Maler in Schlesien tätig, zuletzt in Bad Reinerz in der Grafschaft Glatz. 1939 wurde er abermals Kriegsdienstverpflichtet. 1945 wurde er von der polnischen Miliz verhaftet und ausgewiesen.

Er kam nach Borkum und arbeitete dort ebenfalls als freischaffender Künstler. 1949 trat er in den Bund Bildender Künstler Ostfriesland ein. Ein Jahr später zog er nach Hinterzarten wo er abermals als freischaffender Künstler tätig war.

Er starb am 4.10.1969 auf der Insel Sylt. Otto Müller – Hartau war Landschaftsmaler. Er schuf Arbeiten in Öl und Aquarell, ebenso fertigte er  Zeichnungen an. Seine Motive sind gegenständlich in impressionistischer Malweise, vorzugsweise  Küstenlandschaften, Greetsiel oder Partien auf Borkum.

Arbeiten von ihm befinden sich im Heimatmuseum auf Borkum .

 

Quelle: Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 307/308, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

     

 

Paul Müller-Kaempff


 

 

 















Der Maler Paul Müller - Kaempff wurde am 12.10.1861 als jüngstes von insgesamt 6 Kindern des  Arztes Dr. med. Dodo  Emken Müller und dessen Ehefrau Marie Christiane Wilhelmine geborene Kaempff, in Oldenburg geboren. Bei der Geburt Pauls wohnte die Familie bereits in einem eigenen Haus in Oldenburg am Wall, dem heutigen Theaterwall. Er verlebte seine Kindheit in Oldenburg und besuchte das Gymnasium.

1882 reiste der talentierte Paul nach Düsseldorf und begann an der dortigen Akademie ein Kunststudium. Zu diesem Zeitpunkt hatte er sich als Künstlernamen bereits den Doppelnamen Müller - Kaempff zugelegt. Nach nur einem Jahr verließ der junge Maler Düsseldorf und begab sich an die Großherzoglich Badische Akademie der Bildenden Künste nach Karlsruhe.

Als er das Studium 1886 beendet hatte, reiste er weiter nach Berlin, wo er  bis 1888 an der Berliner Kunstakademie die Meisterklasse von Hans Frederick Gude besuchte.

Während dieses Studiums beteiligte sich Müller - Kaempff vom 13. – 27.2.1887 an der 235. Kunstausstellung im Kunstverein Oldenburg mit dem Gemälde „ Norddeutsches Bauernhaus“.

Müller - Kaempff lebte weitere vier Jahre in Berlin, unterbrochen von Aufenthalten in Italien und an der Ostsee.

Er widmete sich in den ganzen Jahren der damals im Trend liegenden Freilichtmalerei.

Mit seinem Malerfreund Oskar Frenzel besuchte Müller -  Kaempff  das vorpommersche Fischerdorf Ahrenshoop .

Offenbar war Müller - Kaempff von der ursprünglichen malerischen Kulisse, die er vorfand so beeindruckt, dass er beschloss, 1892 dort als erster Künstler  in der Dorfstraße 18 einen festen Wohnsitz zu nehmen.

Das Jahr 1892 war damit das Geburtsjahr der Künstlerkolonie Ahrenshoop. Der Kontakt zu Oldenburg war in dieser Zeit nie abgerissen, was ein Gemälde aus dem Jahre1890 – Blick in den Schlossgarten – dokumentiert.

Noch im selben Jahr beschickte Müller – Kaempff die Akademische Berliner Kunstausstellung mit zwei  Gemälden.

1893 beschickte er die große Berliner Kunstausstellung mit dem Gemälde „Schifferfriedhof“, ein Motiv aus Ahrenshoop.

Im selben Jahr nahm er an der 275. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein teil, die vom 15.1. - 5.2.1893 gezeigt wurde. Auf dieser Jubiläumsausstellung zeigte er insgesamt 3 Gemälde, darunter auch „ Sommertag auf Fischland“.

Zur Jahreswende 1894/95 nahm der Maler in Oldenburg an der 275. Kunstaustellung teil. Dort zeigte er 12 Gemälde die vorwiegend in der Gegend um Ahrenshoop entstanden.“ Grauer Tag in den Dünen“, „Sommertag“,“ Herbststille“, Einsamkeit“, „Sommernacht“, “Spätherbst am Meer“, “Im Herbstwind“, “Spätherbstfriede“, “Schifferfriedhof“ in den Ostseedünen“, Hochsommertag am Saaler Bodden“, „ImGrünen“ sowie“ Vorsommer im mecklenburgischen Dorf“ waren die Titel seiner Werke.

1895 baute der Maler in der Dorfstraße 35 ein neues Haus nach Berliner Vorbild. Er nannte es „ Villa St. Luca“ und sollte als Künstlerhaus dienen. Er erteilte dort  mit dem  Schweriner Malerprofessor  Friedrich Wachenhusen privaten Malunterricht. Daran nahmen häufig Frauen teil, da diese in dieser Zeit noch keinen Zugang zur Kunstakademie hatten. Resultat dieser „Sommermalschule“ war, dass sich einige der Damen in der Folgezeit in Ahrenshoop nieder ließen. Anna  und Bertha Gerresheim gehörten dazu.

Ende des Jahres nahm Müller - Kaempff noch einmal an der 280. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein mit 10 Bleistiftzeichnungen, allesamt Ostseemotive, teil.

Obwohl  Friedrich Wachenhusen und Paul Müller - Kaempff nach einiger Zeit getrennte Wege gingen, blieben sie in Ahrenshoop. Wachenhusen gründete das „Dünenhaus“ und unterrichtete  dort, während Müller-Kaempff sein Künstlerhaus um 1896  mit dem Kauf eines Hauses und der Vermietung an Mal - und Badegäste in Niehagen erweiterte.

Vom 15.11.-15.12.1896 war der Maler wiederum auf der Kunstausstellung in Oldenburg vertreten. Auf der 285. KA. zeigte er das Gemälde „ Stiller Herbsttag“.

Am18. Januar 1896 starb sein Vater in Oldenburg. Das Haus in Oldenburg wurde verkauft, Müller - Kaempff erhielt anschließend eine finanzielle Abfindung.

Auf der 287. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein, die vom 21.2 .- 14.3.1897ausgerichtet wurde, zeigte Müller - Kaempff sich wieder dem Oldenburger Publikum. 15 großformatige  Gemälde , das Größte hatte die Maße 130 cm x 180 ( Novembertag im Wald) stellte er im Kunstverein aus.

Vom 24.-27.4.1904 beteiligte sich der Maler mit einem Gemälde und diversen Zeichnungen an der Ausstellung zur Feier der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg.

1905 heiratete der Maler seine langjährige Bekannte und

Malschülerin, die aus Berlin stammende Elsbeth Schwager.

Im selben Jahr  fertigte Müller - Kaempff einen Plakatentwurf für die Landes - ,Industrie  - undGewerbe - Ausstellung in Oldenburg an und gewann mit seinem Oldenburger Bildhauerkollegen Kurt Boschen den ausgeschriebenen Wettbewerb.

Bei der Landes - Industrie - und Gewerbeausstellung fand die Ausstellung  „ Nordwestdeutsche Kunstausstellung“  eine überaus große Resonanz. Müller - Kaempff fungierte dort als Jurymitglied und stellte außerdem zwei seiner eigenen Werke aus.

1906 verlieh ihm daraufhin der Großherzog den Titel Professor. Gleichzeitig wurde er in die Staatliche Oldenburgische Kunstankaufskommission berufen..

1907 übernahm er den Vorsitz im Oldenburgischen Künstlerbund, den er 1904 mit seiner späteren Ehefrau Else und weiteren Künstlern gegründet hatte.

In jenem Jahr nahm der Künstler abermals an einer Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins teil, und zwar in der Zeit vom 21.2. - 21.3.1907 mit dem Gemälde „Tauwetter“ ( 320. KA.).

Außerdem beteiligte sich der Maler an der Gründung der Vereinigung nordwestdeutscher Künstler,  bei der der Maler Wilhelm Otto in Bremen den Vorsitz hatte.

Müller - Kaempff bestückte aber auch Ausstellungen in München. So sind dort  folgende Ausstellungstätigkeiten von ihm bekannt:

Münchener Jahresausstellung 1904 in kgl. Glaspalast, Nr. 820 „Friede“, Nr.821 „Nach schwülem Tag“.

Münchener Jahresausstellung 1903 in kgl. Glaspalast, Nr. 809 „Fischerdorf“.

Münchener Jahresausstellung 1902 in kgl. Glaspalast, Nr. 900 „Schlafendes Dorf“.

Münchener Jahresausstellung 1900 im kgl. Glaspalast, Nr. 708 „Novembertag im Walde“, Nr. 709 „Im tiefen Winter“,  Nr. 710 „Vorfrühling“.

Münchener Jahresausstellung 1907 im kgl. Glaspalast, Nr. 687 „Mein Dorf im Schnee“, Nr. 688 „Winterabend“.

Münchener Jahresausstellung 1908 verbunden mit einer Jubiläumsausstellung der Allgemeinen Deutschen Kunstgenossenschaft im kgl.Glaspalast, 1. Juni - Ende Oktober 1908, Nr. 780 „Im März“.

 

Paul Müller - Kaempff, der mit dem Oldenburger Moormaler Gerhard Bakenhus befreundet war  und mit diesem gemeinsam im Vorstand des Oldenburger Künstlerbundes saß, versuchte diesen mit großzügigen Versprechungen nach Ahrenshoop zu locken. So  ist überliefert:“ Wollen Sie mir die Freude machen und zu uns nach Ahrenshoop als Gast zu kommen? Sie sind jeden Tag willkommen! Sie bringen den ganzen Schreibkram ect. mit und wir können von dort alles in Gemütsruhe erledigen“.

Müller - Kaempff trat sehr  für die Belange Oldenburgs ein und versuchte bereits im ersten Jahr seines Vorsitzes im Oldenburgischen Künstlerbund Ahrenshooper Künstler nach Oldenburg zu locken, um dort auszustellen.

In der Zeit vom 9.-29.1.1908 zeigte der Maler auf der 322 Kunstausstellung in Oldenburg 4 Gemälde ,

in der Zeit vom 14.11.-15.12.1909 2 Gemälde , und zwar auf der 328. Kunstausstellung.

Müller - Kaempff pflegte Briefkontakt zu seinem Freund Gerhard Bakenhus .1908 teilte er ihm mit, dass seine Frau sehr krank sei und er rasend viel zu tun habe, 1909 dass er kein großes Interesse daran habe, ob man ihm ein Bild abkaufe, weil er ganz ins Kunstgewerbe gefallen sei. Damit waren offenbar Buchillustrationen und eventuell Werbeschriften gemeint, die er schuf.

Bereits ein Jahr zuvor hatte der Maler sein Haus St. Lukas verpachtet, was das Ende der Malschule bedeutete.

1909 eröffnete er den Kunstkaten in Ahrenshoop, den er mit Hilfe der Prinzessin Sophie Charlotte von Preußen und seines Freundes Theodor Schorn errichtete.

Um 1910 wurde der Künstler Mitglied im Vorstand des Oldenburgischen Kunstvereins.1911 gab er seinen Vorsitz im Oldenburger Künstlerbund auf, ein Jahr später verließ er die Oldenburgische Kunstankaufskommission.

1913 erhielt er einen Auftrag der oldenburgisch - portugisischen Reederei für 24 Bilder.

Im Jahre 1914 verlegte Müller - Kaempff seinen Wohnsitz wieder nach Berlin.

Im Jahre 1919 verkaufte der Maler seine Malschule  Villa St.Lukas. Der Kunstkaten hatte schon 1918 seine Galerietätigkeit eingestellt. Müller - Kaempff lebte bis zu seinem Tode in Berlin. Seine Ehefrau Else starb am 27.2.1940 in Berlin , Paul Müller - Kaempff am 5.Dezember 1941 in Berlin.

 

 

 Quellenangaben:

 

1.    Oliver Gradel – Kunstausstellungen imOldenburger Kunstverein, 1843  - 1914, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft und der Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz.

2.    Oldenburgischer Hauskalender 1931, mit einem Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann

3.    Wolf Karge – Paul Müller-Kaempff, 1861  Oldenburg-Ahrenshoop – Berlin 1941 mit einem Beitrag von Friedrich Schulz, ISBN 3-88132 268-Xs

4.    José Kastler – Heimatmalerei – Das BeispielOldenburg – Heinz Holzberg Verlag Oldenburg, ISBN 3-87358-316-X

5.    Biografisches Handbuch zur Geschichte des LandesOldenburg, Isensee Verlag Oldenburg, ISBN 3-89442-135-5 mit einem Beitrag von José Kastler

6.    Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei imOldenburger Land,ISBN 3-9801191-0-6


Hans - Erich Müller – Uphusen

 

Hans – Erich Müller Uphusen wurde am 29.10.1915 in Berlin geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abitur machte er von 1934 bis 1938 eine Ausbildung zum Gebrauchsgrafiker. Ab 1938 leistete er den Wehrdienst und wurde bis zum Ende des Krieges Kriegsdienstverpflichtet. Im Winter 1942/1943 hatte er  Gelegenheit, an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste in Berlin - Charlottendorf ein Semester zu belegen. 1945 verzog er nach Emden, wo er verwandtschaftliche Beziehungen hatte. Von 1952 -1953 lebte er in Brasilien und kam von dort aus zurück nach Berlin. Dort wurde er zunächst sesshaft, besuchte aber in den Sommermonaten regelmäßig  Emden, wo er sich jeweils eine längere Zeit aufhielt. Ab 1971/1972 verlegte er seinen ständigen Wohnsitz nach Emden – Uphusen.

Hans – Erich Müller – Uphusen war als Maler und Grafiker tätig. Themen seiner Arbeiten waren Ansichten von Emden, der ostfriesischen Landschaft und der Küste. Den Künstlernamen Müller – Uphusen gab er sich, um Verwechslungen mit dem Maler   Müller – Emden zu vermeiden.

Müller – Uphusen malte seine Bilder in erster Linie auf Hartfaserplatte. Dabei bevorzugte er kräftige Rot – und Grüntöne. Eine Nähe zur naiven Malerei ist dabei unverkennbar. Von ihm gefertigte Aquarelle sind in der Farbgebung blasser. Alle Arbeiten vermitteln das Gefühl heiler Welt. Der Maler arbeitete zudem mit Zeichenstift, Rohrfeder oder Skribtol. Der Künstler war Mitglied im BBK Ostfriesland. Er starb am 26.1.1981 in Emden.

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 308/309, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

               
 

Georg Bernhard Müller vom Siel


 

 

 















Der Maler Georg Müller vom Siel wurde am 13. Juni 1865 in Großensiel als jüngstes von insgesamt zwölf Kindern des Kaufmanns Johann Hinrich Müller ( 1816 – 1871 ) und seiner Ehefrau Anna Amalie Meyer ( 1820 –1872) geboren.

Georg besuchte ab 1871 die Volksschule in Abbehausen und anschließend die Oberrealschule in Oldenburg. Während dieser Zeit, seine Eltern waren mittlerweile verstorben, lebte er bei Verwandten. Im Alter von 15 Jahren reiste er im Jahre 1880 mit einem Segelschiff, das einem entfernten Verwandten gehörte, nach Amerika und lebte etwa 2 Jahre in New York, wo bereits drei seiner Geschwister wohnten.

Während seiner Aufenthaltes in New York besuchte Georg eine Mal- und Zeichenschule und fasste den Entschluss, Maler zu werden.

Mit 17 Jahren kehrte er wieder nach Europa zurück. Zunächst führte er ein Wanderleben, bei dem er Studien anfertigte, um dadurch das Fundamt seines Könnens dem  hohen akademischen Standart anzugleichen.

Müller vom Siel erreichte schließlich München, wo er unter Anleitung  seines Lehrers Joseph Wenglein ( 1845 – 1919) zunächst in der Elementarklasse  des Zeichnens saß und Modellierübungen an einem Totenschädel oder den eigenen Händen machen musste.

Von München aus begab sich der Maler 1883/84 an die Kunstakademie in Antwerpen und studierte dort weiter.

1885 unternahm er eine weitere Reise nach New York. Ein Jahr später hielt er sich bereits wieder in Paris auf. Von 1886 bis 1889 verweilte er in Frankreich, wobei er vor allem in Paris lebte. Dort besuchte er unter anderem die École des Beaux Arts Goncourts, die Pariser Kunstakademie. Bereits zu dieser Zeit hatte er eine gründliche akademische Ausbildung erfahren.

Sein Können hatte sich in dieser Zeit bereits bis nach Oldenburg herumgesprochen.

Anstatt sich jedoch in der Natur unter freiem Himmel zu profilieren, besuchte er stattdessen den Louvre und kopierte dort die Alten Meister.

Im Jahre 1888 begegnete ihm der aus Hamburg stammende Privatgelehrte Friedrich August Leesenberg - Hartrotte ( um 1840 – 1918 ), der ihm beim Kopieren im Louvre zusah. Er sprach ihn an, weil er von der Begabungund der herausragenden Ausführung seiner Arbeiten beeindruckt war. Beide freundeten sich miteinander an und führten gemeinsame Unternehmungen durch, indem sie. Reisen nach St. Denis und zum Mont St. Michèle unternahmen.

An  Kopien, dieder Maler angefertigte, saß er etwa vier Wochen. Als Entlohung erhielt er dafür 250 Francs.

Zur gleichen Zeit erhielt Müller vom Siel durch Vermittlung des Oberkammerherrn Friedrich Kurt von Alten ( 1822 – 1894) den brieflichen Auftrag des Großherzogs von Oldenburg Nikolaus Friedrich Peter ( 1853 – 1900),von Leonardo da Vincis „ Die Madonna in der Felsengrotte“ eine Kopie anzufertigen, die er aber erst im Juni 1888 beginnen konnte.

Tatsächlich war es der Künstler selbst, der beim Großherzogum diesen Auftrag ersuchte.

Sein Freund Leesenberg, der Tagebuch führte, notierte zwei wichtige Einzelheiten über Müller vom Siel, nämlich seine tiefreligiöse Haltung und  den als Vorboten der zwanzig  Jahre später ausbrechenden Krankheit zu deutenden Gemüts- und Körperzustand.

Müller hatte einen anerkannten Arzt aufgesucht, der ihm wegen Überarbeitung und seelischer Krämpfe zu einer Reise angeraten hatte. Kurzfristig ging ihm danach zwar besser, allerdings trat dann die Mattigkeit und der Mangel an Lebenskraft wieder auf. Es schlossen sich die  genannten Reisen mit Leesenberg an, da der Arzt dem Maler eine Luftveränderung und anregende Medikamente verschrieben hatte.

Dennoch vermisste Leesenberg an seinem Freund die frühere Frische und Empfänglichkeit und sprach von dunklen Schatten der Vergangenheit und mit gläubigem Gebet verbundene Sorgen für die Zukunft.

Nach Fertigstellung der Kopie von Leonardo da Vinci kehrte Müller 1890 nach Oldenburg zurück und suchte beim Oldenburgischen Großherzog erneut um Arbeit.

Durch Fürsprache Friedrich von Altens wurde er am Oldenburger Schloß als Kopist beschäftigt und stellte 1892 erstmals eigene Arbeiten im Augusteum der Öffentlichkeit vor.

Müller vom Siel bewegte sich in dieser Zeit  auf ausgedehnten Wanderungen durch das Oldenburger Land und  widmete sich dabei der Freilichtmalerei.

Auf einer dieser Wanderungen, die er von Huntlosen aus unternahm, entdeckte er 1889 den kleinen Ort Dötlingen, ein kleines Bauerndorf mit uraltem Baumbestand und reetgedeckten Höfen.

Dötlingen wurde die Wahlheimat des Malers, zumal ihm die sanften Hügel der Geest einen vielfältigen  und freien Blick über das flache Land mit der ruhig dahinfließenden Hunte, den Waldstücken, Wiesen und Feldern, gestatteten.

Es sollten jedoch weitere sieben Jahre vergehen, bis sich der Maler entschloss, dort sesshaft zu werden.

1894/95 reiste der Maler nach Berlin, um sich an der Berliner Akademie als Schüler des Lehrers Hans Fredrik Gudes ( 1825 – 1903) zu betätigen.

Im Jahre 1896 wurde Müller vom Siel endgültig in Dötlingen sesshaft. In kurzer Zeit wurde das Innere eine Dötlinger Scheune in eine Wohnung und Atelier umgebaut. Der Maler konnte wegen seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten und der damit einhergehenden Aufträgen finanziell existieren. Damals setzte, und das kam als glücklicher Faktor hinzu, die Heimatbewegung ein. Die Heide, bis dahin stiefmütterlich behandelt, wurde mit einem Schlag modern. Die Dötlinger Scheune wurde auf die Dauer als Atelier zu eng. Ein Bauplatz, ein kleiner Heideplatz, der sogenannte“ Zuckerkamp“, weil dort die Schafe gerne weideten, wurde für 200 Mark erworben.

Die Villa „ Meineck“ wurde entworfen, gebaut und bezogen.

Gäste kamen und gingen. Am 15. August 1898 trug sich als erste darin ein die Gattin des von der Gemeinde hoch geschätzten Dorfpfarrers Louis Müller, Frau Marie, geb. Wulf.

Dötlingen hatte viele reizvolle Motive zu bieten. Die alte Kirche, der Tabken - Hof und die alte Dorfeiche, Strohdachhäuser, Birkengruppen, Ginsterbüsche und Viehweiden. Müller ließ sich sein Haus ab 1896 in zweibauabschnitten im Stiele eines englischen Landhauses mit Turm und Spitzdach errichten. Das „ Haus Meineck“ entwickelte sich langsam zu einem kulturellen Mittelpunkt, indem der oldenburgische Heimatdichter Georg Ruseler, die Maler

Makart, Arthur Fitger, Ludwig Fischbeck, der Oldenburger Redakteur Wilhelm von Busch, die Oldenburger Grafikerin Marie Stein-Ranke, der Marschendichter Hermann Allmers und viele andere  zu Gast waren.

Den Haushalt führten Müllers beiden älteren Schwestern. Zur Sicherung des Lebensunterhaltes betrieb der Maler ab dem Jahre 1900 eine private Malschule, die er in den Sommermonaten für Frauen unterhielt, denen damals der offizielle Zugang zu einer Akademie versagt blieb.

Zu den Schülerinnen gehörte die aus Bad Zwischenahn stammende Louise Roggemann, Gertrud Freifrau von Schimmelmann, Lily Fuhrken, Gretchen Francksen und Marie Stumpe, die von 1905 bis 1936 in Dötlingen lebte.

Zu den Malern Gerhard Bakenhus, Richard tom Diek und AugustKaufhold hielt Müller vom Siel engen Kontakt. Bakenhus und Kaufhold malten,wenn auch später, ebenfalls in Dötlingen.

Müller vom Siels Auftragslage hatte sich mittlerweilestabilisiert. 1901, 1903 und 1906 reiste er nach Pyrmont um dort Aufträgeauszuführen.. Er malte mehrfach die Schlösser Arolsen in Nordhessen undSchaumburg bei Diez an der Lahn.1906 mietete er sich in Berlin ein Atelier undmalte dort den Kaiser drei Mal, jedes Mal in einer anderen Umgebung.

Im Jahre 1908 erhielt der Maler den Auftrag, die Kronprinzessin zu malen. Zur Ausführung dieser Arbeit kam es jedoch nicht, weil er gerade für die Fürstin Bathildis von Aldeck und Pyrmont malte.

Müller vom Siel war zu dieser Zeit offensichtlich bereits erkrankt. Er litt an exzessiven erotischen  Phantasien. Schon sein Bruder, der sich 1909 seiner annahm, schrieb peinlich berührt von „ Handlungen, die an sich gar nicht zu begehen sind“ und sah sich „aus Besorgnis vor möglich Exzessen nach dieser Richtung“ zur Einweisung in eine geschlossene Anstalt gezwungen. Georg Müller vom Siel wurde am 20. April 1909 im Alter von 43 Jahren in die Großherzoglich  -oldenburgische Heil - und Pflegeanstalt Wehnen aufgenommen, wo er nach dreißigjährigem Patientendasein 1939 starb.


 

Quellenangaben:

 

José Kastler – Heimatmalerei, Das Beispiel Oldenburg, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg, ISBN  3-87358-316-X.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 266

Georg Müller vom Siel, 1865 – 1939 – Begleitbuch anlässlich der Ausstellung im Augusteum des Landesmuseums Oldenburg, 14.3.-25.4.1999, ISBN3-89598-594-5, Insensee Verlag Oldenburg, herausgegeben vom Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg.

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S. 492-493, ein Beitrag von Karl Veit Riedel, ISBN 3-89442-135-5, Isensee Verlag Oldenburg.

Oldenburger Hauskalender von1930, S. 46, ein Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann.

 

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Ernst Walter Mütze

 

 
















Der Maler und Grafiker Ernst Walter Mütze wurde am 30. Mai1897 in Dresden geboren. Nach der Schulzeit begann Mütze eine vierjährige Ausbildung und besuchte anschließend in Dresden die Kunstgewerbeschule und anschließend die Akademie für Kunstgewerbe. Im 1. Weltkrieg wurde Mütze ab 1915 als Soldat eingesetzt und wurde als Kriegsteilnehmer am 27. Mai 1917 bei Reims verwundet.

Nach Kriegsende ließ er sich zum Zeichenlehrer ausbilden und arbeitete von 1921 bis 1923 in seinem Dresdener Atelier freischaffend.

Von 1923 bis 1925 war er an der Malerfachschule, der Städtischen Gewerbeschule und der alten Dresdener Gewerbeschule tätig.

Von 1925  bis1928 war er an der Städtischen Gewerbeschule in Delmenhorst angestellt.

In dieser Zeit bildete sich Mütze weiter und legte erfolgreich die Prüfung zum Gewerbeoberlehrer ab.

Es folgte der Umzug nach Oldenburg, wo ab 1928 an der Städtischen Gewerbeschule in Oldenburg und nebenamtlich am Werkhaus in Oldenburg  unterrichtete. Mütze unterrichtete dabei 1928 in Abendkursen unter anderem den Maler Georg Knetemann.

In seiner Freizeit widmete sich Mütze der Aquarell - und Ölmalerei. Schwerpunkt seiner Tätigkeit war dabei die Landschafts -,Porträt -und Stilllebenmalerei.

Ernst Walter Mütze beteiligte sich im Dezember 1929 an der Gemeinschaftsausstellung des Künstlerbundes Bremen in der Bremen Kunsthalle.

In Oldenburg trat Mütze dem Bund Bildender Künstler bei und war im Oktober 1955 mit anderen Oldenburger Künstlern des BBK - Freie Gruppe, im Goslaer Museum vertreten.

Es folgte im Dezember 1958 die Weihnachtsausstellung des BBK im Oldenburger Stadtmuseum, an der er unter anderem mit Emil Brose, Otto Blanck, Hein Bredendiek, Emma Ritter und weiteren Oldenburger Künstlern teil nahm.

 Im Dezember1962 nahm Mütze an einer Gemeinschaftsausstellung des BBK in den Räumen des Oldenburger Kunstverein im Alten Schloss teil. Unter anderem waren dort auch wiederum Emil Brose, Otto Blanck, Willi Oltmanns, Alfred Bruns, Marga von Garrel  und Hermann Schomerus vertreten .

 Ernst Walter Mütze verstarb 1963.


Quellenangaben:

1.     OldenburgischerHauskalender von 1934

2.     Katalogzur Kunstausstellung der Gaukulturtage Weser –Ems aus dem Jahre 1944

3.     GerhardWietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, ISBN3-9801191-0-6

4.     Mitgliederverzeichnisdes OKV aus dem Jahre 1953

5.     Katalog zur Niedersächsischen Kunstausstellung in Oldenburg 1960

6.     Katalog zur 1. Herbstausstellung des BBK im Oldenburger Schloss, Oktober 1957


 

Hermann Murdfield


 

 












Hermann Murdfield wurde am 19.12.1914 in Rheine als Sohn des Kaufmanns Gustav Murdfield  und dessen Ehefrau Hedwig geb. Darpe geboren.

Hermann Murdfield wuchs in Rheine auf und besuchte dort von1921 bis 1925 die Volksschule und anschließend das städtische GymnasiumDionysianum, wo er 1935 die mittlere Reife erlangte.

Am 15.10.1931 begann er eine Lehre als Schaufensterdekorateur und Gebrauchswerber und war anschließend in Rheine als Angestellter bis  zum 31.12.1935bei der Firma Theodor Althoff, Inhaber Rudolph Karstadt AG, tätig.

Vom 1.1. 1936 bis zum 19.10.1936 war Hermann Murdfield anschließend in Kiel als Schaufensterdekorateur bei der Fa. Karstadt AG tätig.

In den Jahren 1936 bis 1938 absolvierte Murdfield seine Wehrdienstpflicht. Anschließend war er als Gebrauchswerber bis 1939 in Wilhelmshaven wiederum für die Fa. Karstadt tätig.

Vom 3.4.1939 bis zum Februar 1940 belegte er in Rheine ein Praktikum bei dem Hochbauunternehmen J. Krüselmann .

1940 verstarben seine Eltern.

Vom 26.2.1940 bis zum 27.9.1944 versah Murdfield  Kriegsdienst unter anderem in Amiens, am Albert-Kanal, Turnhout - Brasel-Castelin, Wilweit, Uetersel, Spielweve.

Am 4.10.1944 wurde Murdfield verwundet und zunächst in ein Lazarett in Rotterdam eingeliefert.

Am 15.4.1945 wurde er vom Lazarett Warstein in amerikanische Kriegsgefangenschaft überstellt, aus der er am 8.9.1945 entlassen wurde. Mit Rolf-Dieter Brandorff, den er in der Kriegsgefangenschaft kennen gelernt hatte, begab sich Murdfield nach Oldenburg und lebte zunächst mit ihm und dessen Eltern in der Oldenburger Innenstadt in der Lange Straße 47.

Am 15.10.1945 begann Murdfield ein Studium an der Staatsbauschule Oldenburg, das er am 19.12.1947 abschloss. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in der Wilhelm - Wisser - Straße 17 fand Murdfield eine neue vorübergehende Bleibe im Scheideweg 34/Ecke Deelweg.

Am 30.12.1947 heiratete er Adelheid Tiemann geborene Brandorf . 1948 folgte der Umzug in die Auguststraße 49, im Jahre 1953 der Umzug in die Hebbelstraße 2.

Beruflich stieg Hermann Murdfield in den folgenden Jahren zum Bauoberamtsrat bei der Stadt Oldenburg auf.

Er wurde 1976 pensioniert und starb am 10.3.1992.

Hermann Murdfield war als Maler Autodidakt. Sein zeichnerisches Talent half ihm dabei nicht nur in seinem Beruf, sondern auch in seiner Freizeit, wenn er sich mit Aquarell - oder Ölmalerei beschäftigte. Er ist unbekannt geblieben, da er nie an Ausstellungen teilgenommen hat oder einer Künstlervereinigung beigetreten ist. Murdfield beschäftigte er sich mit  gegenständlicher Malerei. Insbesonderedie Aquarellarbeiten und Ölgemälde mit Partien, die Ansichten  der Stadt Oldenburg zeigen, sind gelungen und von erstaunlich guter Qualität.

 

Quellenangaben Hermann Murdfield

 

Alle Angaben stammen vom Sohn des Malers, der mir den Lebenslauf in schriftlicher Form zur Verfügung gestellt hat.


 

 

Otto Naber

 

 
















Der Maler Otto Naber wurde am 18. Mai 1878 als Sohn eines Gymnasial-Professors in Detmold geboren. Nach dem Besuch des dortigen Gymnasiums nahm er Privatunterricht, um sich zeichnerisch weiter zu bilden. Anschließend besuchte er die Kunstgewerbeschule in Hannover und von 1902 ab die  Königliche Kunstschule in Kassel, wo er die akademische Zeichenlehrerprüfung und die Prüfung als Landschaftsmaler ablegte. Nach ausgedehnten Studienreisen, die ihn nach München, Wien, Paris und Holland führten, trat er 1906 in den Schuldienst ein. Zunächst wurde er Zeichenlehrer an der Oberrealschule in Wilhelmshaven, um seinem künstlerischen Schaffen eine solide Grundlage zu geben.

Bereits 1911 stellte Otto Naber im Atelier in der Börsenstraße 15 in Wilhelmshaven in einer Weihnachtsausstellung seine Aquarelle und Zeichnungen gemeinsam mit dem Wilhelmshavener Maler Georg Siehl - Freystett aus.

In Wilhelmshaven setzte er sich für die Gründung des dortigen Vereins der Kunstfreunde ein. Am 24. März 1912 eröffnete der Verein seine erste Ausstellung, an der auch Otto Naber und Georg Siehl - Freistett vertreten waren . Naber und Georg Siel - Freystett gründeten auch 1913 die Kaiser-Friedrich-Kunsthalle, die im zweiten Weltkrieg zerstört wurde und anschließend als Kunsthalle Wilhelmshaven neu aufgebaut wurde .

Schon sei dem Jahre 1910 war Otto Naber Mitglied des Oldenburger Künstlerbundes, dessen Vorstand er neun Jahre lang angehörte Engere Beziehungen pflegte er mit Anna Martens, Wilhelm Kempin, Bernhard Winter, Karl Sartorius und Richard tom Dieck.

Bereits 1909 nahm er an der 328. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein teil, die vom 14.11. – 15.12.1909 ausgerichtet wurde. Dort war er mit vier Aquarellen vertreten ( Oldenburger Bauernhaus, Mittelstraße in Lemgo, Hof des Schlosses zu Brake i. Lip., Hof des Schlosses zu Varenholz).

1919 verließ Otto Naber Wilhelmshaven und verlegte seinen Wohnsitz nach Oldenburg. Dort lebte er vorübergehend in einer behelfsmäßigen Wohnung in der Peterstraße 30.

Das altersschwache Gebäude stand auf dem heutigen Gelände der Oldenburger Nordwest-Zeitung. In Oldenburg  erhielt Naber  an der Oberrealschule (Hindenburgschule) eine Anstellung als Zeichenlehrer .

1933 war er auf der Ausstellung Kunst im Gau Weser-Ems vertreten. In der Zeit von April bis Juli 1935 gab er der Oldenburger Malerin Ingeborg Schwonke - Harding privaten Zeichen - und Aquarellunterricht in seinem Atelier in Oldenburg, Weidamm 8.

Aus Anlass des 60. Geburtstages des Malers veranstaltete der Oldenburger Kunstverein in der Zeit vom 25.9. – 16.10.1938 im Webersaal des Augusteums in  Oldenburg eine Ausstellung von Aquarellen und Skizzen des Malers.

Im Jahre 1942 ging Otto Naber in den Ruhestand.

Anlässlich seins 70. Geburtstags zeigte  am 28. Mai 1948 die damalige Kunsthandlung Harms , ansässig am  Schlossplatz in Oldenburg, Aquarelle des Malers mit Motiven aus Wardenburg, Oldenburg, Hahn, Dangast und der weiteren Umgebung.

Nachdem Otto Naber am 14. Juli 1951 verstorben war, zeigte das Oldenburger Stadtmuseum 1952 in einer Gedächtnisausstellung seine Arbeiten und die des Oldenburger Malers Richard tom Dieck.

Es folgte eine weitere Ausstellung  mit 70 seiner Arbeiten im Jahre 1984 in der Nordgalerie Straatmann in der Nadorster Straße.

Otto Naber liebte neben er Malerei das Spiel der Laute und der Gitarre. Er machte sich außerdem um die Erforschung alter Saitenmusik verdient.

Otto Naber war Zeichner und Aquarellist. Mehrere hundert Arbeiten schuf er im Verlaufe seines Lebens. Insbesondere Motive aus der Stadt Oldenburg liebte er und brachte diese Ansichten in meisterlicher Weise auf Papier. Vor allem Arbeiten vor 1945 sind gesucht, weil sie zu den schönsten Ansichten Oldenburgs gehören, denn danach setzte die zerstörerischen Modernisierung in der Stadt ein. Diese Arbeiten spiegeln das „Alte Oldenburg“ von seiner schönsten Seite wider.

 

 

 Quellenangaben:

1.     Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914

2.     Kunst an der Jade – Wilhelmshaven von 1912 – 1987, herausgegeben vom Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven e.V.

3.     Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, ISBN 3-9801191-0-6

4.     Oldenburger Staatszeitung vom 4.10.1938

5.     Zeitungsausschnitte vom 18.5.1943, 18.5.1948, 1952 und 1958,

6.     NWZNr. 11 von 1978

7.     NWZNr. 110 von 1981

8.     NWZvon 1984

9.     Oldenburgischer Hauskalender von 1953

10. Oldenburgischer Hauskalendr von 1934

  

 

Karl Nagel

 

 

 














Der Maler Friedrich Karl Nagel wurde am 25.6.1888 in Striegau/ Schlesien geboren. Karl Nagel studierte an der Kunstakademie in Breslau. Er war zwischen den Kriegen als Kunsterzieher tätig und gehörte zunächst derJuryfreien Gruppe Berlin und dem Verein Berliner Künstler an.1939, als er sich in Berlin aufhielt, war er Lehrer des späteren Professors Reinhard Pfennig und Gerhard Linke.

Zahlreiche Studienreisen führten ihn durch mehrere europäische Länder. In den letzten Jahren malte er in Griechenland und Schottland.

Bad Zwischenahn wurde dem Maler eine zweite Heimat.

Der Zeichenlehrer und Studienrat widmete sich hauptsächlich landschaftlichen Motiven seiner Ammerländer Heimat, Ostfrieslands und dem Nordwesten des Landes.

Er trat dem Bund Bildender Künstler bei und beteiligte sich  im Dezember 1954 in der Freien Gruppe des BBK im Oldenburger Stadtmuseum an einer Gemeinschaftsausstellung, an der neben ihm Heino Johnnsen, Emil Brose, Otto Blanck, Eva Simmat, GeorgSchmidt - Westerstede, Hein Bredendiek, Ernst von Glasow, Wilhelm Gerstenberger, Heino Korte, Emma Ritter, Hermann Holst und Charlotte Mayer-Schomerus beteiligten.

Im Dezember 1953 nahm Karl Nagel mit Otto Blanck an der Weihnachtsausstellung des BBK – Freie Gruppe – im Oldenburger Schloss teil.

Im November 1955 fand die Weihnachtsaustellung des BBK - Freie Gruppe -, des Oldenburger Kunstvereins in den Räumen des Landesmuseums statt. Karl Nagel beteiligte sich dort zusammen mit Heino Johannsen, Emil Brose, Otto Blanck, Hein Bredendiek, Werner Tegethoff, Eva Simmat, BrunoWesthäusler, Ernst von Glasow, Hermann Schomerus, Charlotte Mayer-Schomerus, Heino Korte, Hermann Holst und Hans Schuster an der Ausstellung.

1957 beteiligte sich Nagel an der 1. Herbstausstellung des BBK im Oldenburg Schloss ( 6. – 27.10.1957)

1958 beteiligte er sich an einer Ausstellung im OldenburgerKunstverein.

Im selben Jahr fand im Oldenburger Stadtmuseum die Weihnachtsausstellung des BBK statt, die im Dezember des Jahres abgehalten wurde.

Neben Karl Nagel stellten Emil Brose, Otto Blanck, Walter E. Mütze, Emma Ritter, Elisabeth Theede - Jürgens, Marga von Garrel, Hans Schuster, Heino Johannsen, Ernst von Glasow, Hein Bredendiek, Ewald Westholm und Heino Korte ihre Arbeiten aus.

 

1966 und 1968 stellte er in Bad Zwischenahn in Einzelausstellungen seine Werke aus.

Im Dezember 1969 beteiligte sich Karl Nagel in Oldenburg mit Wilhelm Gerstenberger, Ernst von Glasow, Heinz Carl Wimmer, Peter Geithe, Rolf Klamm, Heino Korte, Gerhard Linke, Otto Blanck, Anna-Elisabeth Theede –Jürgens, Willy Hinck, Hans Jochim Sach, Bruno Westhäusler, Walter Kleen, Eva Simmat, Ewald Westholm, Heino Johannsen, Georg Schmidt – Westerstede, Franz Francksen, Dietrich Voigt und Wilhelm Gerstenberger an einer BBK – Weihnachtsausstellung im Kleinen Augusteum.

Karl Nagels  Bilder stehen dem Expressionismus nahe und sind von dunkler Farbigkeit.

In den zwanziger Jahren stattete Nagel der Zeitschrift „Niedersachsen“ mit farbigen Bildern aus Zwischenahn und der Umgebung aus.

 Der Maler starb 1974 in Bad Zwischenahn.

 

Quellenangaben:

1.     GerhardWietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, ISBN 3-9801191-0-6

2.     OldenburgischerHauskalender von 1964

3.     Zeitungsausschnittder NWZ Oldenburg -Carl Nagel 70 Jahre-

4.     Austellungsktalogedes BBK aus den Jahren1953,1957,1969,1958,

 

Karl – Eberhard Nauhaus

 

Karl – Eberhard Nauhaus wurde am 2.9.1902 als Sohn eines deutschen Missionars und Sprachforschers in Wangemannshöhe am Nyassa - See, dem heutigen Malawisee/ Tansania, geboren. Er verbrachte dort seine Kind - und Jugendzeit. Nach Ende des Ersten Weltkrieges musste er mit seiner Familie Ostafrika verlassen und kam nach Berlin. In Berlin - Steglitz besuchte er die Oberrealschule und machte  anschließend bis 1927 eine Ausbildung zum Maler und Grafiker an den Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst. Vorher hieß diese Einrichtung Unterrichtsanstalt des Berliner Kunstgewerbemuseums. Er war dort unter anderem Schüler des Malers Emil Orlik. Nach dem Studium arbeitete er als Kartograf in Schlesien.

1931 heiratete er die Malerin Hannah Kunze, die auch als Lehrerin tätig war. 1941 wurde Karl – Ebergard Nauhaus zum Kriegsdienst verpflichtet. 1945 gelangte er nach Aurich, wo er sich niederließ und als freischaffender Künstler tätig wurde. Unter anderem gab er Malunterricht an der Volkshochschule. Nauhaus trat in den Bund Bildender Künstler Ostfriesland ein  und nahm 1946 an der ersten Ausstellung der Ostfriesischen Landschaft in Aurich und Emden teil. Von 1951 bis 1977 arbeitete er als Kartograf bei der Emsland GmbH in Meppen. 1984 erschien sein Kartenwerk „Das Emsland im Ablauf er Geschichte“, welches von der Emsländischen Landschaft herausgegeben worden war. Er starb am 23.5.1992 in Lingen.

Als Künstler schuf Nauhaus Zeichnungen, Öl – und Aquarellarbeiten, wobei er als Porträt -  und Landschaftsmaler tätig war.

 

Quelle: Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 310/311, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

   


 Adolf Georg Niesmann

 

 










 




Der Maler Adolf Georg Niesmann wurde am 14. Februar 1899 in Nordenham als Sohn des Grenzaufsehers August Joseph Georg Niesmann und dessen Ehefrau Anna Elise Ottilie geb. Hartmann, geboren.

1905 zog die Familie nach Oldenburg, weil sein Vater eine Stellung als Steueraufseher erhalten hatte. Adolf besuchte in Oldenburg die Stadtknabenschule. Nach dem Besuch des Lehrerseminars in den Jahren 1913 bis1916  meldete er sich freiwillig zur Marine und nahm in den Jahren 1917 bis 1918 auf U-Booteinsätzen im Mittelmeer teil.

In den Jahren 1919 bis 1921 studierte der Maler an der Staatlichen Kunstschule in Berlin und erhielt dort eine künstlerische  und pädagogische Ausbildung. Insbesondere durch seinen  damaligen Lehrer Bernhard Hasler wurde Niesmann aufgrund seines erkannten Talentes gefördert. Niemann beendete das Studium mit dem Staatsexamen für das höhere künstlerische Lehramt.

Anschließend kehrte er wieder nach Oldenburg in die Sonnenstraße 28 zu seinen Eltern zurück und fand 1922 eine Anstellung als Zeichenlehrer am Alten Gymnasium in Oldenburg. Am 8.1.1922 trat er dem Oldenburger Künstlerbund bei. In demselben Jahr wurde er Mitglied in der 1921 gegründeten Oldenburger Künstlergruppe „ Barke“., die nur noch einmal im März 1922 im Augusteum eine Ausstellung hatte. Die 1. Frühjahrsausstellung der „Barke“, Gruppe nordwestdeutscher Künstler fand am 10. April im Augusteum der Stadt Oldenburg statt. Vermutlich Georg von der Vring, Ehemann der an der Ausstellung teilnehmenden Therese von der Vring war es, der folgenden Text verfasste:

Zum ersten Male wird sich die junge Generation Oldenburger Maler zeigen. Herangereift am Erlebnis des Krieges, tritt sie hervor mit ihrer Arbeit.

Erschrockene Seelen baten, man möge sie mit der jüngsten Kunst verschonen. Ihnen zur Beruhigung, dass es nicht um Sensationen geht. Weder aufgenagelte Fahrkarten noch eingeschraubte Wasserkrähne werden sie zu unseren Bildern sehen. Denn, dass wir uns einig sind, es geht um eine ernste Sache. Es gilt, wie für die ganze heutige künstlerische Jugend, so auch für uns, die zerrissenen Fäden wieder zu finden und zu knüpfen, die uns mit den besten Deutschen, das je war, wieder verbinden sollen, und dann an diesem Gewebe weiterzuwirken, um das zu schaffen, was uns fehlt: eine Volkskunst im besten Sinne des Wortes.

So wünschen wir uns auch unsere Gäste: einfach, unverbildet und vorurteilslos. Menschen die fähig sind, mitzufühlen, dass hier um dasselbe gekämpft wird, um das das Schongauer bis Mar'ees die besten deutschen Künstler gekämpft haben. Um den Ausdruck deutschen Wesens in seiner Tiefe, in seiner herben Kraft, seiner Eckigkeit und Zuverlässigkeit. (So national sind wir! Sie schwarz-weiß-roter Pfiffikus!)

Nun bitten wir alle ernsthaften Leute zu uns zu kommen und unsere Arbeiten anzusehen. Vielleicht werden sie uns nicht stark genug finden. Da geben wir zu bedenken, dass wir der Überrest einer Jugend sind, die in Flandern und vor Verdun, am Sann und am Stood der Rasen deckt! Die Fröhlichsten, Stärksten, Reichsten sind nicht mehr unter uns.

Und doch ist ihr Geist unter uns lebendig, unsichtbar sitzen sie mit uns in der Barke, sind fröhlich mit uns und blicken ins Segel, das sich blähend entfaltet. In ihrem Sinne den Kurs zu nehmen, ist unser Gelöbnis bei der ersten Ausfahrt.

Die Fahnen flattern!

Schiff stoß vom Strand!

 

Die Barke

Es fand in dieser Zeit ein reger Gedankenaustausch mit den anderen Künstlern dieser Gemeinschaft, unter ihnen das Ehepaar Georg und Therese von der Vring, Adolf Niesmann, der Bühnenbildner K.W. Göring, Gertrud Erichsen, Baumann ( verm. Georg Emil Baumann), Jan Oeltjen und C. Behling, allesamt Vertreter des Expressionismus, statt.

 Niesmann wurde auch Mitglied in der in Oldenburg am 20. Februar 1922 gegründeten  „Vereinigung für junge Kunst“. In der ersten Ausstellung dieser Vereinigung wurden im Lappan in der Zeit vom 20.5.-10.6. des Jahres Arbeiten von Heckel, Schmidt-Rottluff und Radziwill gezeigt, bei welcher Niesmann die Führung durch die Ausstellung übernahm. Noch vor Schluss der Ausstellung gab Niesmann jedoch seine Mitgliedschaft in der Vereinigung auf, da er sein Engagement nicht mehr mit voller Überzeugung vertreten konnte.

Am 25. März 1923 heiratete Niesmann die Sekretärin Anna Luise Ellinghusen aus Oldenburg und zieht mit ihr in eine eigene Wohnung im Haus Bismarkstraße 12. In dieser Zeit entwarf er Bühnenbilder für das Landestheater in Oldenburg.

1924 begab er sich auf eine Studienreise nach Italien,insbesondere dort Neapel und Capri. Auf Capri traf er auf die Maler Werner Gilles und Otto Pankok, die sich dort ebenfalls zu Studienzwecken aufhielten,ohne jedoch von diesen beeinflusst worden zu sein. Spätere Studienorte Niesmanns waren Positano und San Angelo.

Im Jahre 1925 stellte der Oldenburger Künstlerbund Arbeiten von Niesmann  in Bremerhaven, Brake, Nordenham und Jever aus.

Für das Herrenzimmer des befreundeten Ehepaares Helene und Hermann Notholt in der Peterstraße 31 gestaltete Niesmann sein erstes Wandbild.In diesem Jahr unternahm er zudem eine Studienreise nach Amsterdam mit Wilhelm Kempin, Jan Linnemann und Paul Schütte.

1926 stellte er erstmals seine Arbeiten in Oldenburg im Augusteum aus, und zwar im Rahmen der Ausstellung „ Vereinigung für junge Kunst“.

Zusammen mit den Oldenburger Künstlern Otto Naber, Richard tom Diek, Paul Schütte, Emma Ritter, Nanne Suffrian, Hanna Hohnhorst, Berta Habers, Georg Klages, Wilhelm Kempin, Anna Martens und Jan Linnemann, alles Mitglieder im Oldenburger Künstlerbund, trat Niesmann  1926 in den Reichswirtschaftsverband Bildender Künstler Deutschlands ein.

Der Vorsitzender für den Gau Hannover des RVBKD war damals Carl Buchheister. Die Oldenburger Mitglieder wurden zunächst der Bezirksgruppe Bremen organisatorisch angegliedert. Es ist zu vermuten, dass der Eintritt Niesmanns und einiger anderer Künstler in den RVBKD seine Ursache in der schwierigen wirtschaftlichen Situation hatte, zumal sich der RVBKD zum Ziel gesetzt hatte, die wirtschaftliche Lage der Künstler zu verbessern, indem sie ihnen Vergünstigungen verschaffte.

Im Dezember des Jahres 1929 nahm Niesmann mit sechs Gemälden an der Jubiläumsausstellung des Oldenburger Künstlerbundes im Augusteum teil.

Am 11. Februar 1930 wurde die Ehe Niesmanns geschieden. Im selben Jahr entwarf er gemeinsam mit seinem Freund, dem Bühnenbildner des Landestheaters Oldenburg, Ernst Rufer, eindrucksvolle Bühnenbilder für dieSpielzeit 1929/30 und 1930/31.

Zu einem Sommeraufenthalt nach Positano lud Adolf Niesmann seinen Schüler Kurt Sandstede ein.

1931 entwarf Niesmann das Ausstellungsplakat  zu der Ausstellung „ Die billige Wohnung“ der „ Vereinigung für junge Kunst“, die im Augusteum gezeigt wurde.Bei der Auswahl des Wandschmuckes ist Niesmann mit seinen Arbeiten neben denen von Jan Oeltjen, Elsa Oeltjen-Kasimir, Franz Radziwill, Emma Ritter, Fritz Stuckenberg und Wilhelm Tegtmeier vertreten.

1932 gestaltete er das Bühnenbild und die Dekoration für die Uraufführung von Ferdinand Bruckners Shakespearestück „ Timons Glück und Untergang“.

Es folgten 1933 letzte Bühnenbilder für das Schauspiel „Verjagtes Volk“, dessen Uraufführung am 22. Februar im Landestheater statt fand.

Niesmann zog in demselben Jahr, und zwar am 1. September, von der Bismarkstraße 12 in die Heiligengeiststraße 24. Er nahm am 24. September an der Herbstausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Augusteum mit dem Titel „Kunst im Gau Weser-Ems „teil und zeigte dort Aquarelle. Noch im Herbst begann Niesmann mit dem Bau seines Atelierhauses an der Innsbrucker Straße in Oldenburg, das er im Bauhausstil errichten ließ. 1934 zog er dorthin um und heiratete in zweiter Ehe Erika Stechmann aus Oldenburg. In diesem Jahr nahm er an der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Künstlerbundes im Augusteum mit dem Titel „ Werke Oldenburgischer und Ostfriesischer Künstler“ teil.

1935 wurde seine Tochter Susanne geboren. Niesmann ließ sich beurlauben und begab sich auf eine sechsmonatige  Reise nach Südfrankreich, Spanien und Italien. 1936 schloss sich eine Reise mit Wilhelm Kempin nach Venedig an. In der Kunsthalle Wilhelmshaven stellte Niesmann im selben Jahr Aquarelle mit dem Titel „ Ein deutscher U-Bootfahrer malte das Mittelmeer“, aus.

Weiterhin nahm er in jenem Jahr an der Ausstellung „ Marsch und Geest“ des „Oldenburger Künstlerbundes, Bezirksgruppe des RVBKD“ in der „Kunsthütte zu Chemnitz“ teil. Niesmann war dort mit dem Aquarell „ Hafen“ vertreten, dass anschließend im Kunstverein Jena im Prinzessinnenschlösschen“ gezeigt wurde.

Am 6. März 1937 übernahm Niesmann den Vorsitz des Oldenburger Künstlerbundes, Bezirksgruppe Oldenburg, nachdem Bernhard Winter im Februar 1937 zurückgetreten war.

In den Jahren 1937/38 übernahm er die Ausmalung der im Oldenburger Landesmuseum neu eingerichteten Schütte-Lanz-Ehrenhalle. Es folgte1938 ein Wandbild für den Festsaal des Zivilkasinos.1939 zeigte der Oldenburger Kunstverein in seiner Frühjahrsausstellung Arbeiten von Oldenburger Künstlern.Im September des Jahres wurde der Maler zur Marine eingezogen.

Niesmann geriet in Kriegsgefangenschaft.1945 entstanden  erste  neue Arbeiten. Er beteiligte sich 1946 mit der Vorbereitung zur Gründung des Bundes Bildender Künstler Nordwestdeutschlands, Zweigstelle Oldenburg. Ein Jahr später, am 19. März 1947, wurde er Gründungsmitglied des Berufsverbandes. Ab 1948 unternahm er eine Vielzahl Reisen in den Mittelmeerraum.

1950 zeigte er in der Galerie Schwoon als Kunsterzieher Arbeitsergebnisse 12-jähriger Schüler,

im selben Jahr nahm er an einer Ausstellung in der Kunsthalle Bremen statt, die vom12.11.-3.12.1950 ausgerichtet wurde und an der auch unter anderem Marie Luise Ahlhorn.Packenius teil nahm. 1951 wurde er Sprecher der „ junge gruppe“ innerhalb des BBK, 1952folgte die erste Ausstellung der „junge gruppe“ im Oldenburger Kunstverein.

Niesmann stellte als Mitglied und Mitbegründer der „Niedersächsischen Sezession“ vier eigene Arbeiten des Oldenburger Kunstvereinsim Schloss aus.

1955 widmete sich der Künstler intensiv der Wandgestaltung.Er schuf Wandbilder für den Neubau der Landesbrandkasse an der Moslestraße,eine Opaqueglaskomposition sowie ein Wandbild für das Verwaltungsgebäude der EWE in der Tirpitzstraße sowie ein großes Wandbild für die Weser-Ems-Halle.

1956 war er mit fünf Arbeiten in einer Ausstellung des BBK,„ junge gruppe“, vertreten, 1961 mit Arbeiten auf der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Schloss. Daran nahmen unter anderem auch die Oldenburger Maler Wernhera Sertürner, Max Herrmann, Reinhard Pfennig und Werner Tegethof teil. In diesem Jahr wurde er als Kunsterzieher am Alten Gymnasium in Oldenburg pensioniert.

In den Jahren 1961 bis 1963 übernahm Niesmann den Vorsitz des BBK.

1962 stellte er zwei Arbeiten des BBK, „ junge gruppe“ in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins aus. Für den Erweiterungsbau der Landesbrandkasse schuf Niesmann das Wandbild „ der zweite Schöpfungstag“. Im Jahre 1965 folgte eine Einzelausstellung von Aquarellen und Gouachen Adolf Niesmanns im Schloss. In der Kunsthalle Bremerhaven zeigte der Kunstverein eine umfangreiche Ausstellung mit Arbeiten Niesmanns.1972 unternahm Niesmann eine Reise in die Provence, 1975 in die USA. Vom 26.3.-25.4.1976 zeigte das Stadtmuseum Oldenburg in einer Retrospektive 60 Arbeiten des Malers.

1979 unternahm Adolf Niesmann eine letzte Reise nach Positano. Durch eine Krankheit musste er seine künstlerische Tätigkeit einstellen. Vom 6. Dezember 1987 bis zum 10. Januar 1988 zeigte das Stadtmuseum Oldenburg Arbeiten von Niesmann zusammen mit denen  von Gerhard Georg Krueger, Reinhard Pfennig und Werner      Tegethof.

 

Adolf Georg Niesmann starb am 17. Oktober 1990 in einer Klinik in Bad Zwischenahn. Er wurde am 24. Oktober 1990 nach der Einäscherung in Oldenburg bestattet.


 Quellenangaben:

 

Band 16 – Veröffentlichungen des Stadtmuseums Oldenburg,Herausgeber Ewald Gäßler, Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen 1920-1970, Isensee Verlag 1992.

José Kastler – Heimatmalerei, Das Beispiel Oldenburg, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg, ISBN  3-87358-316-X

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.266

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S. 519-520, ein Beitrag von Jörg Michael Henneberg, ISBN 3-89442-135-5, Isensee Verlag Oldenburg

Hoftheater, Landestheater, Staatstheater in Oldenburg-Beiträge zur Geschichte des Oldenburger Theaters 1833-1983, S. 300.Heinz Holzberg Verlag, ISBN 3-87358-165-5.

Oldenburger Hauskalender von 1935, S.47, ein Beitrag von Fritz Strahlmann

Therese von der Vring, 1894-1927, Eine Künstlerin des Expressionismus, Herausgegeben vom Künstlerhaus Jan Oeltjen, ISBN 38959883861.

  

Hans Nolting


 


 


 


 


 


 


 



 

Hans Gustav Willi Nolting wurde am 1.Juli 1913 in Ostpreußen in der damaligen Regierungsstadt Gumbinnen als der ältere von zwei Söhnen des Fleischers Karl Franz Nolting und dessen Ehefrau Martha Minna Nolting geborene Bussas geboren.

Hans Nolting verlebte seine Kindheit in Gumbinnen und besuchte dort die Schule. Im Kindesalter beschäftigte er sich bereits viel mit Zeichen - und Malstiften. Als 1914 der 1. Weltkrieg begann, wurde sein Vater zum Kriegsdienst eingezogen. Im letzten Kriegsjahr fiel er, so dass die weitere Erziehung der beiden Söhne nun in den

Händen der Mutter lag. Als sich 1927 die Schulzeit dem Ende nahte, wollte Hans sich künstlerisch ausbilden lassen.

Dieses Ansinnen stieß bei seiner Mutter auf heftige Ablehnung, weil sie offenbar fürchtete, dass ihr Sohn als Künstler finanziell nicht existieren konnte. Sie schickte ihn deshalb in die Lehre eines ortsansässigen Malereibetriebes.

Bei diesem erlernte er den Beruf des Maler - und Anstreichers. Kurz vor Ende der vierjährigen Lehrzeit musste Hans Nolting Ostern 1931 ohne Abgangsprüfung trotz eines guten Zeugnisses die Gewerbliche Berufsschule aus gesundheitlichen Gründen verlassen. „Er sei öfters umgekippt“ wurde später bescheinigt. Gesundheitliche Beeinträchtigungen sollten Hans Nolting fortan ein Leben lang begleiten. Noch im Elternhaus bei seiner Mutter in der Gartenstraße 31 lebend, steuerte er seinen finanziellen Anteil am Lebensunterhalt bei, indem er in Gumbinnen und der näheren Umgebung Maler - und Anstreicherarbeiten für Anwohner ausführte.

Einige Jahre später lernte er in Gumbinnen Gerda Emma Maria Schneidereit kennen, die in der Stadt gerade eine Schneiderinnenlehre absolvierte. In dieser Zeit stand Nolting dem Nationalsozialismus sehr ablehnend gegenüber. Er vertrat

seine Haltung auch öffentlich, was ihm immer mal wieder Probleme einbrachte. 1936 kam es im Rahmen einer „Verdunkelungsübung“ zu einem schwerwiegenden Zwischenfall, als jemand aus dem Hinterhalt auf ihn schoss. Die Kugel traf seinen Rücken,

durchdrang den rechten Lungenflügel und blieb in seinem Herzbeutel stecken. Hans Nolting überlebte schwer verletzt. Er vermutete wegen seiner öffentlich geäußerten Kritik einen Anschlag auf sein Leben. Der Täter wurde nie ermittelt. Obwohl die Kugel nicht entfernt werden konnte, arbeitete er nach einer längeren

Genesungszeit ab 1937 als Werksmaler in einem Brauereibetrieb. Im selben Jahr heiratete er Gerda Schneidereit, auch erblickte im November des Jahres der erste Sohn das Licht der Welt.

Seine Mutter, Martha Nolting, die längere Zeit an Tuberkulose erkrankt war, starb in jenem Jahr 50jährig.

Nolting gab nach dem Tod der Mutter die Wohnung auf und zog mit der jungen Familie zunächst nach Dubeningen, im Kreis Goldap liegend. 1939 wurde eine Tochter, 1940 ein zweiter Sohn geboren. Die Familie wohnte mittlerweile in einer etwas größeren Wohnung in Preußendorf, Kreis Gumbinnen.

Nolting, der sich in den ganzen Jahren in jeder freien Minute mit Malen und Zeichnen beschäftigt hatte, wurde kurz nach Ausbruch des 2. Weltkrieges zum Kriegsdienst verpflichtet. 1940 wurde er zu einer Sanitätskompanie abkommandiert. In den Jahren

1941 bis 1944 erblickten drei weitere Kinder das Licht der Welt.

Bis zum Kriegsende versah Nolting als Soldat den Kriegsdienst.

Gegen Ende des 2. Weltkrieges geriet er in Kriegsgefangenschaft. Am 1.7.1945 wurde er aus der Gefangenschaft entlassen, hatte jedoch den Kontakt zu seiner Familie verloren. In

Westerloy, unweit von Westerstede, fand er bei einem Bauern mit Namen Alberstiers eine vorübergehende Unterkunft und Beschäftigung.

Gerda Nolting war während der Abwesenheit ihres Mannes in Preußendorf auf sich allein gestellt. Als im Herbst 1944 Gumbinnen evakuiert werden musste, weil sich die russische Kriegsfront auf den Ort zu bewegte, verließ sie mit ihren sechs Kindern die Heimat und

machte sich von Bookhagen aus auf den Weg in Richtung Westen.

Da in Bremen ihre jüngere Schwester wohnte, versuchte sie, sich mit den Kindern bis dorthin durch zuschlagen.

Hans Nolting hatte mittlerweile über das Zentralarchiv für Flüchtlinge und Evakuierte beim Deutschen Roten Kreuz in Flensburg eine Suchanzeige aufgegeben. Die Suchanzeige und der ständige Kontakt zu seiner Schwägerin in Bremen hatten

schließlich Erfolg und führte dazu, dass die Familie einige Zeit später in Ohrwege, Kreis Ammerland, wieder vereint war.

Ab November 1945 war Nolting zunächst als Kunstmaler für die kanadischen Besatzungstruppen tätig. Viele kanadischen Frauen liebten bemalte Kopftücher mit glitzernden Pailletten, sodass Nolting dadurch etwas Geld verdienen konnte. Nach dem Abzug der kanadischen Truppen erhielt er 1946 eine Anstellung als

Bademeister im Freibad Bad Zwischenahn. Ende Dezember des Jahres kam eine weitere Tochter zur Welt, so dass nunmehr 7 Kinder

zu versorgen waren. Drei Jahre lang hatte Nolting den Bademeisterberuf ausgeübt, als man im Herbst 1949 bei einer Untersuchung feststellte, dass er an Lungentuberkulose

erkrankt war. Hans Nolting im Kreise seiner Familie

Die sofortige Aufgabe seines Berufes führte dazu, dass er mit der Familie die bisherige Wohnung verlassen musste. Eine Wohnung in der ehemaligen Kommandantur in Rostrup wurde ihr neues bescheidenes Zuhause. (Die Kommandantur befand sich in der

damaligen Flugplatzstraße – heute Elmendorfer Straße-).

Nolting richtete sich dort ein kleines Atelier ein, in welchem er vor allem nachts, wenn alle schliefen, in Ruhe malen und zeichnen konnte. Hin und wieder konnte er einige seiner Arbeiten verkaufen und mit dem Erlös die immer angespannte finanzielle Situation

vorübergehend etwas lindern. Von Januar 1950 bis zum 11.5.1957 musste er wegen seiner Erkrankung immer wieder

 ür längere Zeit in Lungenheilstätten in Wildeshausen, Sannum und Blankenburg stationär behandelt werden.

Zusätzlich musste ihm 1954 wegen einer weiteren Erkrankung eine Niere entfernt werden.

Noltings ständige gesundheitliche Beeinträchtigungen wirkten mittlerweile so nachhaltig, dass er keiner geregelten Arbeit mehr nachgehen konnte.

Nolting Im November 1962 bezog er mit der Familie eine neue, etwas komfortablere Wohnung am Lerchenplatz 8. Nach sieben Jahren zog er nach Bad Zwischenahn, wo er in der Straße

Auf dem Winkel 3 eine Wohnung fand. Seine Frau Gerda arbeitete mittlerweile in einer ortsansässigen Strumpf- und Wollfabrik

und sicherte durch ihre Tätigkeit einen Teil des Lebensunterhaltes.

Von mühsam erspartem Geld hatte sich Hans Nolting im März 1954 ein DKW Motorrad

gekauft, mit dem er das Ammerland nach geeigneten Motiven erkundete. 1961 kaufte er einen Lloyd - PKW, mit dem er etwas komfortabler das Ammerland durchqueren konnte,

um geeignete Motive für Ölgemälde, Aquarelle oder Zeichnungen zu finden. Alte, fast vergessene und abbruchreife Scheunen oder Bauernhäuser fand er besonders reizvoll. Entweder brachte er diese Motive dann direkt vor Ort auf Leinwand, Papier oder

Hartfaserplatte, oder aber er fotografierte sie, um sie später in seinem Atelier fertig zu stellen.

Um die Ausstellungsmöglichkeiten für seine Arbeiten zu verbessern und Kontakte zu anderen Künstlern herzustellen, bewarb sich der Maler in Oldenburg bei der Vereinigung Bund Bildender Künstler.

Hart traf ihn die Mitteilung, dass seine Bewerbung, dort aufgenommen zu werden, abgelehnt worden war. Hans Nolting brachte als Autodidakt die Voraussetzungen für eine

Aufnahme in den BBK nicht mit. Die Satzung schrieb seinerzeit eine entsprechende Ausbildung vor Obwohl seine Arbeiten qualitativ mit vielen anderen akademisch ausgebildeten Mitgliedern mithalten konnten, blieb ihm eine Aufnahme in den Berufsverband versagt.

Als die Familie Ende der 60er Jahre in Bad Zwischenahn in die Peterstraße 25 umzog, ergab sich die Gelegenheit, im Erdgeschoss des Hauses eine Galerie, in der er seine Arbeiten ausstellen konnte, zu etablieren. Der Name „ Kleine Galerie“, sprach sich bald in

Bad Zwischenahn und in kunstinteressierten Kreisen herum.

Mit der Ausstellungsfläche stiegen auch die Einnahmen aus den Verkäufen. Die Firma Johann Tirre aus Bad Zwischenahn baute nach seinen Entwürfen eine Druckerpresse für Radierungen.

Das Atelier Noltings Nolting war unentwegt damit beschäftigt, sich neue Techniken anzueignen und anschließend anzuwenden. Es entstanden nun auch Kaltnadel- und handkolorierte

Radierungen mit Oldenburger und Ammerländer Ansichten, Linolschnitte, Feder- und Kohlezeichnungen, Öl-, Acryl- und Temperagemälde. Sogar mit Glas- und Porzellanmalerei beschäftigte er sich. Für eine in Friesland ansässige Porzellan-Firma

fertigte er Entwürfe für Pharisäertassen an. Postkarten mit Ansichten aus dem Ammerland ließen sich ebenso gut verkaufen wie Federmappen mit Ansichten von Oldenburg, Rastede und Bad Zwischenahn.

Hans Nolting um 1965 in Kurhaus Tapken in Dangast, wo er hin und wieder seine Arbeiten ausstellte.

Als 1984 das Gebäude in der Peterstraße abgebrochen wurde, zogen Noltings ein letztes Mal um. Im Diekweg 8 fanden sie eine neue Wirkungsstätte. Dort führten sie die Galerie weiter. Nur ein Jahr später starb Gerda Nolting. Zwei Jahre später, am 13. August 1987,

Hans Nolting im Alter von 74 Jahren.6 Er fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof in Bad Zwischenahn( Abtl. 52, Grab 82).

Zu Lebzeiten wurden seine Arbeiten auf Ausstellungen in Bad Zwischenahn, Dangast und

Oldenburg gezeigt. Eine Freundschaft pflegte er über viele Jahre mit dem Kinderbuchautor Janosch. Hans Nolting hinterließ über 1000 Arbeiten, die sich heute in privater Hand befinden.

Ihm zu Ehren fand vom 29.1. - 7.2.1988 in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn eine von Angehörigen organisierte viel beachtete Gedenkausstellung statt, bei der sich über 450

Besucher in das dort ausliegende Gästebuch eintrugen.7

Mit seinem Tode verlor das Ammerland einen bedeutenden Künstler, der mit seinen Arbeiten, insbesondere den Ammerländer Motiven, einen wichtigen zeitgeschichtlichen Beitrag für diese Region geleistet hat.


 
Quellenangaben:

Geburtsurkunde Hans Nolting Nr. 227.Gumbinnen, 3. Juli 1913

 http://www.ostpreussen.net/index.php?seite_id=12&kreis=05&stadt=01

 Zeugnis der Gewerblichen Berufsschule Gumbinnen, datiert am 28.3.1931

 http://www.z-g-v.de/doku/archiv/oderneisse1/kapitel-4-1-2-3.htm

 Notizbucheintrag von Hans Nolting,undatiert.

 Sterbeurkunde Nr. 283/1987 von Hans GustavWilli Nolting ausgestellt vom Standesamt Westerstede, am 14.August 1987,

 Innerfachärztliches Gutachten derMedizinischen Klinik des Oldenburgischen Landeskrankenhauses über denGesundheitszustand und die Vorgeschichte Hans Noltings,Akt.: A 10/62,vom19.7.1962, Sanderbusch.

 

Persönlich geführtes Interview desVerfassers mit Christina Frerichs, geführt vom Verfasser am

15.11.2011 in Delmenhorst.

 



 

 


 Fritz Notholt


 

 


 


 

  


 


 


 


 


 Der Kunstmaler Fritz Notholt wurde am 2. Februar 1884 als Sohn des Kaufmanns Wilhelm Notholt in Oldenburg geboren. Früh fiel sein zeichnerisches Talent auf. 1885 zog er mit seiner Familie nach Bremerhaven, kehrte jedoch drei Jahre später wieder nach Oldenburg zurück. Seine schulischen Leistungen litten unter der wiederholten Umschulung, sodass er das Zeugnis für den Einjährig -Freiwilligen Militärdienst zunächst nicht erlangte. Sein Vater gab  ihm daher eine Anstellung in seinem Geschäft. Einige Zeit später holte Notholt den Berechtigungsschein zum Einjährig - Freiwilligen Dienst nach kam 1900 nach Magdeburg und lernte in einer fotochemiegrafischen Anstalt. Von 1902 bis 1905 besuchte Notholt die Akademie für grafische Künste und Kunstgewerbe in Leipzig. Anschließend zog er nach München und lebte dort von 1905 bis 1910. In dieser Zeit lernte er zahlreiche Persönlichkeiten kennen, Unter anderem pflegte er eine intensive Freundschaft mit dem Baron Fuchs - Nordhoff. Studienreisen führten ihn nach Algier, Belgien und Italien.

Als 1910 sein Vater in Oldenburg starb, kehrte Fritz Notholt nach Oldenburg zurück. Hier blieb er bis zum Ausbruch des 1. Weltkrieges und lebte in seiner Heimatstadt von dem Verkauf seiner Arbeiten. Er schuf dabei auch Reklameentwürfe. Dokumentiert ist zudem eine Zusammenarbeit mit Georg Hermann Narten ( 1839 – 1916), der ab 1888 Direktor des Kunstgewerbemuseums Oldenburg war, und der 1910 nach Hannover, seiner Heimatstadt zurück kehrte.

Zwischendurch besuchte er für längere Zeit seinen Freund Baron von Fuchs - Nordhoff in Störort an der Elbe.

 Notholt war in der Zeit vom 15.11. – 15.12.1912 auf der 339. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins mit zwei Gemälden ( Morgennebel, Am Deich), vertreten.

 Er pflegte zudem eine enge Freundschaft mit dem Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus.

In der Zeit von 1912 – 1914 ließ sich der Oldenburger Franz Francksen in der Ölmalerei von Gerhard Bakenhus unterrichten. Zudem erteilte ihm Fritz Notholt als gelernter Grafiker Unterricht im anatomischen Zeichnen.

 Mit Beginn des 1. Weltkrieges wurde auch Fritz Notholt zum Kriegsdienst einberufen.

Er fiel am 17. September 1914 bei einem Angriff des Reserve-Infanterieregiments Nr. 74 auf Reims.

 

Seine Grabstätte befindet sich in Oldenburg auf dem Gertrudenfriedhof.

 

Quellenangaben :

Oldenburger Jahrbuch von 1915, Seite 77.

 Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein, 1843 – 1914,Seite 135

 Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land –, Seite 266.

Artikel aus der Heimatbeilage der Nordwest-Zeitung aus dem Jahre 1967, verfasst von Bolko Kannenberg: Titel: Zum 75. Geburtstag des Oldenburger Malers Franz Francksen – Ein Lebenswerk für die Kunst.