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Werner Ganteföhr

 

Werner Ganteföhr wurde am 21.3.1933 in Herne geboren. Er stammte aus einer Bergarbeiterfamilie. Nach Ende der Schulzeit erlernte er den Bergmannsberuf und arbeitete bis 1953 als solcher unter Tage in der Zeche Heinrich Robert in Hamm. 1953 begann er ein Studium für Gebrauchsgrafik an der Folkwand-Schule in Essen unter Anleitung  von Professor Burchartz, Schard und Urbach, das er 1957 abschloss. Er arbeitete anschließend mehrere Jahre lang in einem Verlag und betätigte sich für die Industrie als Werbegrafiker,-texter und gestalter. 1962 nahm er Wohnsitz in Espelkamp und war dort als freischaffender Künstler unter anderem auch in der Werbung tätig. 1973 entwarf er Kalender für die in Espelkamp ansässige Automatenfirma Merkur. Bei den Kalendern handelt es sich um Zeichnungen von Stadtansichten bzw. Objekten. Insgesamt erschienen 33 Kalender  mit einer Gesamtauflage von ca. 270.000 Exemplaren. Die letzten drei Kalender bestanden aus  Motiven, die er in Aquarelltechnik schuf.

Ab 1975 setzte sich Ganteföhr intensiv mit der Radiertechnik auseinander, von 1973 bis 1975 war er als Kunsterzieher am Espelkamp angestellt.

1979 zog er nach Hude- Hurrel und lebte dort mit seiner Familie auf einem Bauernhof in der Straße „Haus op dem Brink“. Neben seiner freien künstlerischen Tätigkeit leitete er auch Volkshochschulkurse. In den Jahren 1980/81 erhielt er einen Lehrauftrag  der Universität Bremen für das Wintersemester im Bereich Radierungen.

1984 erhielt er ein Schwalenberg-Stipendium, Aldegrever-Stipendium, und erzielte den 2. Preis der Lipp. Heimattage.

1986 und 1996 war er als „Dorfkünstler“ Gast im Künstlerhaus Hooksiel und hielt sich dort jeweils 3 Monate auf.

1995 und 1996 beteiligte er sich an einer Wanderausstellung der Oldenburgischen Landschaft mit dem Titel „Struktur und Raum“.

Ab 1980 schuf Ganteföhr auch Arbeiten in Öl.

Er starb am 25.11.2013 in Hude.

Quelle:

Walter Baumfalk,Bildende Kunst in Ostfriesland im 20.-und 21. Jahrhundert, S. 143, herausgegeben von der Ostfriesischen Lanschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

Ausstellungskatalog „Struktur und Raum“ – Eine Wanderausstellung der Oldenburgischen Landschaft 1995/96, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft, ISBN 3-89598-266-0.

     

Peter Geithe 


 


 


 


 


 


 


 

Peter Geithe wurde am 20.10. 1942 in Wilhelmshaven geboren. Nach dem Abschluss einer Feinmechanikerlehre studierte er Maschinenbau. In seiner Feizeit begann er zu malen. Dem Maler Heinz Carl-Wimmer legte Geithe erste Arbeiten vor und holte sich von diesem Anregungen. Über ihn erhielt er 1962 Kontakt zur Gruppe „Horster Bült“, bei der er Mitglied wurde. Seit  1971 ist er Mitglied im Bund Bildender Künstler Niedersachsen.

In diesem Zusammenhang betätigte sich Peter Geithe unter anderem an der Gemeinschaftsausstellung des BBK im Oldenburger Stadtmuseum in der Zeit vom 12. Dezember 1975 bis 11. Januar 1976 anlässlich der Dokumentation zum 30jährigen Jubiläum des Bundes Bildender Künstler Landesgruppe Oldenburg, und  1973 in der Galerie Früchtning in Oldenburg an einer Gemeinschaftsausstellung des BBK gemeinsam mit Ewald Westholm, Hans Jochim Sach, Heinz Carl Wimmer und anderen.

 

1971 wurde er Mitglied der Gruppe „Art Formation“, 1973 Mitglied der Gruppe „B71“

 In den Jahren 1976 – 89 war er als Dozent in der Erwachsenenbildung für bildnerisches Gestalten tätig.

1983 erhielt er ein Stipendium im Künstlerhaus Wehrda/Hersfeld. 1993 unternahm er eine Studien - und Ausstellungsreise nach Japan .

1994 war er Gründungsmitglied der Gruppe „Alpha“.

 1996 nahm er am 3. Malerwerkstatt der Nikolaus Kopernikus Universität Torun/PL in Gorzno/PL teil .

2000 schloss sich eine Studien- und Ausstellungsreise nach Osaka/JP an.

 

Es folgte das Buchprojekt: „Briefwechsel 2000“ mit Shoichi Futami / Kyoto/JP an.

2002 unternahm er eine Studien- und Ausstellungsreise nach Kyoto, Tokyo und Osaka/JP.

2002 wurde er Gründungsmitglied und 1.Vorsitzender der „Sezession Nordwest e.V.“Wilhelmshaven.

 2004 folgte das Buchprojekt „Kunst und Kochen“ BBK Ostfriesland.

2005 war er für die Organisation Kulturaustausch Friesland/NL und Friesland/D verantwortlich.

2005 unternahm er eine Ausstellungsreise nach Polen, Stadtgalerie „Sztuki Wozownia“ Torun/PL, 

2006 Begegnungen “Kunst in Kirchen“ Groningen/NL und Ostfriesland/D.

 Es schlossen sich 2007 Ausstellungen in  3 Galerien auf Moen/DK an.

 2008  war er verantwortlich für die Idee und Organisation zum Buchprojekt „Künstler-Orte-Ost-Fries-Land“ BBK Ostfriesland.

 2009 folgte das Mappenprojekt „Bokuseki“ ( Tuschspuren ) 5 Grafiken und Texte.

Im selben Jahr folgte das Pop-Up-Buch-Projekt, Aufl.10 („Seefahrt tut Not“, Bilder zu Gedichtenvon Joachim Ringelnatz).

Es folgte ein Jahr später das Pop-Up-Buch-Projekt, Aufl. 10 („Land der Sonne“, Bilder zur Kultur Japans), ebenso das Kassettenprojekt, Aufl. 5 („explicatus“, Entfaltung)(1), 6 infor­melle Papierplastiken.

2010 ebenso Idee und Organisation „Park Illusionen – Illusionen Park“ Klosterpark Schortens.

2011 folgte das Pop-Up-Buch-Projekt,Aufl.10, („Hochkultur am Nil“, Bilder zur Kultur Ägyptens) und das Kassettenprojekt, Aufl. 5 („explicatus II“, Entfaltung), 6 informelle Papierplastiken.

 

Peter Geithe nahm bis zum heutigen Tage an zahlreichen Einzelausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland teil.

Er ist künstlerisch weiterhin aktiv.

 

Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.255 


 


 

Fritz Herbert Gentzsch

 

Fritz Herbert Gentzsch wurde am 29. März 1909 in Falkenhain, Kreis Zeitz, als Sohn des Bäckermeisters Oswin Gentzsch und dessen Ehefrau Alma geborene Bohne, geboren. Er besuchte zunächst  in Halle / Saale die Schule, dann von 1918 bis 1924 die Realschule in Aschersleben; anschließend zwei Jahre lang das Reformrealgymnasium. Das Abitur machte er 1928 an der Oberschule in Cöthen.

Er studierte im Anschluss an der Universität in Jena Kunstgeschichte und arbeitete parallel dazu bei der Bildhauerin Marta Bergemann - Könitzer und dem Maler Georg Kötschau.

1931 legte er das erste Examen für das Lehramt der Volksschulen ab, 1934 das zweite Examen .Er unterrichtete zunächst an der Volksschule in Zerbst und bis 1940 an der dortigen Realschule.

Noch während der Lehramtsausübung bildete er sich an der Akademie für grafische Künste in Leipzig in der Klasse von Professor Heroux fort und 1939 zwei Monate an der Hochschule für Bildende Kunst in Berlin bei Professor Freitag fort.

1940 wurde er Kriegsdienst verpflichtet und unter anderem in Griechenland eingesetzt. In Frankreich kam er in Kriegsgefangenschaft. Nach seiner Entlassung 1946 kehrte er zunächst nach Fraureuth zu seinen Eltern zurück und betätigte sich als freischaffender Maler. 

 1948 erhielt er in Ostfriesland eine Anstellung als Lehrer. Bis 1965 unterrichtete er an der Inselschule in Juist und anschließend bis 1974 an der Realschule Norden.

Herbert Gensch beherrschte fast alle Mal- und Zeichentechniken. Er schuf Landschafsbilder die in Ostfriesland und den Niederlanden entstanden, aber auch solche, die er auf seinen zahlreichen Studienreisen und Reisen nach Griechenland und Italien anfertigte.

Die Palette seines Malstils umfasste während seines Künstlerlebens das Gegenständliche bis hin zur Abstraktion.

Herbert Gentsch starb am 20.12.1989 in Hage. In Norden und in Meuselwitz wurde jeweils eine Straße nach ihm benannt.

Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem im Ostfriesischen Landesmuseum in Emden, im Kunstverein Norden, im Küstenmuseum Juist, im Heimatmuseum Meuselwitz.


 Er fand seine letzte Ruhe auf der Insel Juist auf dem Friedhof der Inselkirche. 


Quelle:

 

Heiko Jörn – Ein Beitrag über Fritz Herbert Gentzsch für die Ostfriesische Landschaft

( BLO II, Aurich 1997, S. 129-131.

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden, Seite 154.

Kunstverein Norden -Ausstellung des Ostfriesischen Teemuseums in Kooperation mit dem Kunstverein Norden, 17. Dezember 2011 – 11.März 2012


Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S.146/147,

herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

   

 

Wilhelm Gerstenberger


 

Wilhelm Gerstenberger wurde 1889 in Mühlheim geboren. Nach der Schulzeit studierte er zunächst Glas – und Kirchenmalerei. Bis 1914 war er in Mönchengladbach und Düsseldorf tätig. Im Ersten Weltkrieg wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach Ende des Krieges 1918 studierte er an der Kunstgewerbeschule in Bielefeld, sowie an den Kunstakademien in Düsseldorf und Dresden. Neben Malerei befasste er sich dort mit Grafik und Kalligrafie.

1922/23 erhielt er eine Anstellung in Wilhelmshaven. In den folgenden Jahren war er in Leipzig, Braunschweig und  Frankfurt tätig. 1927 zog es ihn nach Osnabrück, wo er Mitbegründer des Reichsbundes Bildender Künstler Osnabrück wurde.

 

Neben Maleraufträgen erhielt er auch Aufträge für die Anfertigung von Werbeplakaten, Urkunden, Meisterbriefen und Werbegrafik. Er entwarf Industrieentwürfe für Tapeten und Teppiche.

Seine Arbeiten fanden solchen Anklang, dass seineTeppichentwürfe 1931 im Metropolitan-Museum in New York ausgestellt wurden.

1933 stand er an der Spitze des neugegründeten „Reichskartell für bildende Künstler“.

 

1937 verzog er nach Bremen, wo er während des Zweiten Weltkrieges dienstverpflichtet wurde.

1943 wurde seine Wohnung durch einen Bombentreffer und einem dadurch ausgelösten Brand vollständig zerstört; mit der Wohnung auch sein bis dahin geschaffenes künstlerisches Werk.

1954 zog er von Bremen wieder nach Wilhelmshaven.

 

In Wilhelmshaven gründete sich ein Künstlerkreis um die in Künstlerkreisen benannte Heinz-Janszen - Presse. Dazu zählten neben Wilhelm Gerstenberger die Künstler Rolf G. Klann, Heinz-Carl Wimmer, Klaus Zegenhagen, Peter Geithe, Kea Schwedes und Christian Roos.

Die Druckpresse war von Hein Janszen beschafft worden und bot fortan den Künstlern aus der Umgebung Gelegenheit, die Kunst des Radierens zu üben und auszuführen.

 

Wilhelm Gerstenberger trat dem Verein der Kunstfreunde e.V. Wilhelmshaven bei. 1962 und 1964 wurde er in den Kunstausschuss berufen.

Bereits  1960 war er Mitglied im Bund Bildender Künstler.

Er nahm in der Zeit vom 2. Juli bis 31. Juli 1960 an einer Gemeinschaftsausstellung der im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen unter dem 

Titel „ NiedersächsischeKunstausstellung Oldenburg 1960 “ teil, die in den Räumen des Neuen Gymnasiums ausgerichtet wurde. Gerstenberger zeigte ein Temperabild und war der Gruppe Oldenburg zugeordnet.

 Wilhelm Gerstenberger  war er bis zu seinem Tode 1969 in Wilhelmshaven künstlerisch tätig.

Ein Aquarell ist im Besitz der Landessparkasse zu Oldenburg.

1969 richtete der Oldenburger Kunstverein  im Kleinen Augusteum eine Gedächtnisausstellung zu Ehren der verstorbenen Künstler Wilhelm Gerstenberger und Ernst von Glasow aus. Bei dieser Ausstellung, die von 14.12.1969 bis 14.1.1970 statt fand, wurden unter anderem 23 Temperaarbeiten Gerstenbergers und 41 Temperaarbeiten Ernst von Glasows gezeigt. Außerdem beteiligten sich weitere im BBK - Oldenburg - Freie Gruppe – angeschlossene Künstler an der Ausstellung . 

 

Quellen:

Wilhelmshavener Heimatlexikon, 20. Folge vom 9.2.1985, S.163.

Hans-Gerd Rabe – Osnabrücker Kunst und Künstler – 1900 – 1970 -

Kunst an der Jade - Wilhelmshaven 1912 – 1987, herausgegeben vom Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven, 1987.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.256

Ausstellungskatalog  BBK - Oldenburg – Freie Gruppe 1969 - Oldenburger Kunstverein

14. Dezember 1969 - 14. Januar 1970.

Ausstellungskatalog Niedersächsische Kunstausstellung Oldenburg 1960, Nr. 337.


Elisabeth Giencke

 

Elisabeth Giencke wurde am 28.1.1897 in Eschwege geboren. Im Kindesalter zog sie mit ihren Eltern, ihr Vater, Baurat Giencke war Baurat und dorthin versetzt worden, nach Ostfriesland.

Nach dem Besuch der höheren Töchterschule in Aurich begann sie 1915 ein Kunststudium an der Kunstakademie in Kassel, musste dieses aber 1916 bereits wieder beenden, weil sie während des Ersten Weltkrieges als Krankenschwester eingesetzt wurde. Ab 1918 lebte sie wieder in Aurich. Sie heiratete den Wasserbau-Ingenieur Hans Giencke und besuchte danach auch keine Kunstakademie. Insofern hat sie keine weitere künstlerische Ausbildung erhalten. Ihr künstlerisches Talent brachte sie dennoch in Ölfarben auf Leinwand, ebenso befasste sie sich mit Holzschnittarbeiten und Zeichnungen. Künstlerisch aktiv wurde sie vermehrt ab den 1960er Jahren.

Sie schuf vor allem Ölgemälde mit Motiven der ostfriesischen Landschaft, Deichen – und Fehnlanschaften, ebenso fertigte sie Blumenstillleben und Porträts an.

Elisabeth Giencke starb am 11.3.1988 in Oldenburg.

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 148,

ISBN 978-3-940601-33-9.

         
 

 Marie Meyer Glaeseker

 


 


 


 


 


 


 


 

Die Malerin Marie Auguste Glaeseker wurde am 13.Juli 1901 in Oldenburg – Osternburg als eines von zwei weiteren Kindern des Landmannes Johann Heinrich Georg Glaeseker und dessen Ehefrau Johanne Rebekka Helene Wübbenhorst, geboren.  Johann Glaeseker bewirtschaftete in dieser Zeit in Osternburg an der damaligen Cloppenburger Chaussee 27 einen Hof . Osternburg, damals noch eine selbständige Gemeinde vor den Toren Oldenburgs, wurde  1922 der Stadt Oldenburg eingemeindet.

Nach der Eingemeindung wurde die Cloppenburger Chausse in Cloppenburger  Straße umbenannt, außerdem änderte sich die Hausnummer Glaesekers von Nummer 27 in 256.

Nach ihrer Schulzeit erhielt Marie 1917 ihren ersten Zeichenunterrricht bei dem Maler Gerhard Bakenhus, der sich 1905 am Rande des Kreyenbrücker Moores im damaligen Schaftriftsweg 21 in Kreyenbrück ein Haus mit Atelier errichtet hatte.

In den Jahren 1920 bis 1921 erlernte Marie in Hanstedt bei Wildeshausen bei der Familie Stöver die Haushaltsführung. Anschließend kehrte sie nach Oldenburg zurück und nahm den Unterricht bei Gerhard Bakenhus wieder auf, den sie bis 1925 fortsetzte.

Mit  Almut Bakenhus, der Tochter ihres Lehrers , besuchte Marie im Januar 1925 die Folkwangschule in Essen und kehrte im März 1926 wieder zurück.

1926 kam mit 36 Jahren ohne abgeschlossene Kunstausbildung der Maler Otto Georg Willi Meyer zu seinem Bruder nach Osternburg. Der Oberbaurat Adolf Rauchheld verschaffte Meyer bei  dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin eine  Ausbildung . Für Wilhelm Kempin war Otto Georg Meyer der erste Schüler, für den  Autodidakten war wiederum Kempin der erste Lehrer.

Um sich fortzubilden, besuchte 1927  Marie Glaeseker  das Oldenburger Werkhaus und lernte bei Wilhelm Kempin Otto Georg Willi Meyer kennen. In demselben Jahr zeigte Marie in einer ersten Ausstellung Arbeiten mit Tiermotiven.

Im  Jahre1929  besuchten Glaeseker und Meyer das erste Semester an der Akademie für Grafische Künste und Buchgestaltung in Leipzig. Während Meyer nach kurzer Zeit wegen  Differenzen die Akademie verlassen musste und wieder nach Oldenburg zurückkehrte, blieb Marie dort bis 1932.

Am 15. April 1933 heiratete sie Willi Meyer und zog mit ihm zunächst in einen Eisenbahnwaggon und dann in das zum elterlichen Hof gehörende kleine Atelier – und Landarbeiterhaus an der Cloppenburger Straße 238. Im Dachgeschoss der einen Hälfte des Doppelhauses richtete sich das Ehepaar  ein Atelier und eine Wohnung ein.

In demselben Jahr trat Marie dem Oldenburger Künstlerbund bei. 1934 folgte die Teilnahme an der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Künstlerbundes und des Oldenburger Kunstvereins im Augusteum in Oldenburg mit dem Titel:“ Werke Oldenburgischer und Ostfriesischer Künstler“.

1935 folgte eine weitere Teilnahme an einer Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins mit dem Titel:“ Bildende Künstler des Gaus Weser-Ems“.1936 folgte die Teilnahme an der Ausstellung „Marsch und Geest“  des Oldenburger Künstlerbundes,Bezirksgruppe des RVBKD. Die von Marie gezeigten 18 Zeichnungen wurden anschließend auch vom Kunstverein Jena im Prinzessinnenschlösschen gezeigt. Als am 12. Dezember 1939 Gerhard Bakenhus starb, übernahm Marie Meyer-Glaeseker, wie sie ab der Heirat mit Willi Meyer hieß, das Atelier des Verstorbenen. Sie musste es jedoch im Kriege räumen, da es von der Familie  des verstorbenen Malers benötigt wurde. Sie selbst lebte in dieser Zeit mit ihrem Mann , ihrer Mutter und ihrer Schwester zurückgezogen in ihrem Landarbeiterhaus. Ausstellungen erfolgten in dieser Zeit nicht.

1948 wurde die Ehe mit Willi Meyer geschieden, er blieb jedoch in dem Landarbeiterhaus wohnen und durfte das Atelier nutzen. Die Beiden blieben freundschaftlich miteinander verbunden.

Nach dem Tode ihrer Mutter am 27. September ,vermietete Marie eine Haushälfte, um ihren Lebensunterhalt damit  aufzubessern.

In der Zeit vom 12. November 1950 bis 17. Dezember 1950 nahm die Malerin an einer Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins und des Bundes Bildender Künstler  im Schloss zu Oldenburg teil, 1951 beteiligte sie sich an der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Künstlerbundes im Schloss zu Oldenburg.

Im Jahre 1954 beteiligte sie sich an der Weihnachtsausstellung in den Ausstellungsräumen des Kunstvereins im Schloss. Titel der Ausstellung:“ 50 Jahre Oldenburger Künstlerbund“. 1955 folgte eine Einzelausstellung ihrer Arbeiten in den Räumen des Oldenburger Stadtmuseums.1958 nahm sich Willi Meyer das Leben. In demselben Jahr begann Marie Meyer-Glaeseker damit,  privaten Malunterricht  zu erteilen. Ihre erste Schülerin war Ines Ohmstede.

1968 nahm die Malerin an der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Kleinen Augusteum  teil. Vom  29.10.1972 bis 29.11.1972 nahm sie an einer Ausstellung des Oldenburger Künstlerbundes teil. An dieser Ausstellung beteiligten sich außerdem  Willi Behrends, Friedrich Hinrichs-Logemann, Rudolf Matthis, Gerd Meyer und Emil Wolff.

Es handelt sich bei dieser Ausstellung um die letzte des Oldenburger  Künstlerbundes. Der Künstlerbund spielte keine gewichtige Rolle mehr im Oldenburger Kulturleben.1973 fand im Atelier Marie Meyer – Glaesekers die letzte Sitzung des Oldenburger Künstlerbundes statt, bei der der Künstlerbund aufgelöst wurde.

1982 stellte Marie Meyer-Glaeseker gemeinsam mit ihrem Schüler Helmut Lindemann im Künstlerhaus in der Cloppenburger Straße 35 aus. Im Herbst des Jahres erkrankte die Malerin so schwer, dass sie auf den Hof ihrer Nichte in die Nähe von Badbergen gebracht werden musste.

Die Malerin starb am 31. Januar 1983 in Badbergen.

Sie fand ihre letzte Ruhe in Oldenburg auf dem Alten Osternburger Friedhof.

 

 Quellenangaben:

 

Ewald Gäßler, Gemälde, Zeichnungen, Aquarelle 1923-1983, Veröffentlichungen des Stadtmuseums Oldenburg, Band 18, Isensee Verlag1993

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.265

NWZ vom 5.9.1966- die letzten Maler der Kreyenbrücker Schule-Marie Meyer-Glaeseker und Paul Schütte.

Oldenburger Hauskalender von 1984, S. 32-33

 













 

 

 

 

 

 

 

 














 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Diese Radierung entstand vermutlich um 1925 währen des Grafikstudiums an der Folkwangschule in Essen










Franz van der Glas:

 

 

Der Kunstmaler Franz van der Glas gehört eigentlich nicht in die Rubrik der Oldenburger Künstler. Weil jedoch immer wieder Gemälde in dieser Region auftauchen, stellt man sich zwangsläufig die Frage, warum dieses so ist, zumal die Landschaftsgemälde, die durchweg von guter  handwerklicher Qualität sind, durchaus in die Oldenburger Gegend passen.

 

 Befasst man sich jedoch näher mit dem Lebenslauf dieses Künstlers, so stellt man fest, dass  van der Glas unter anderem in Dötlingen und Worpswede gewirkt hat und die Nähe beider Künstlerdörfer auch Auswirkungen auf den Verkauf seiner Bilder hatte. Sie wurden nicht nur in Bremen und dem Bremer Umland sondern auch in Dötlingen, bis hin nach Oldenburg verkauft.

Deshalb soll dieser hervorragende Maler auch in der Oldenburger Biografie aufgenommen werden.

 

Franz van der Glas wurde am 18. Juli 1878 in den Niederlanden in Anloo bei Gronigen als Sohn eines Malers, geboren. Da schon früh sein zeichnerisches Talent auffiel, wurde er mit den Besonderheiten der Malerei vertraut gemacht. Nach der Schulzeit  musste er seinem Vater helfen, nach eigenen Familienrezepten Farben zu reiben.

 

Mit 18 Jahren verließ er sein Elternhaus und begab sich nach München, um dort ein Kunststudium für Malerei zu beginnen. Der Malerprofessor Brandes war der erste Lehrer, der ihn dort unterrichtete.

 Nach Abschluss des Studiums begab er sich auf Studienreisen nach Österreich und Italien.

In Sachsen, einer weiteren Station seiner Reisen,erledigte er Restaurationsarbeiten an Fresken in verschiedenen Schlössern.

 

Als er Bremen erreichte, lernte er seine  Ehefrau kennen und heiratete diese. Zunächst fand der Maler eine Wohnung in der Römerstraße und blieb dort mehrere Jahre wohnen.

Er machte sich während der Jahre einen guten Namen als Maler und konnte den Lebensunterhalt durch den Verkauf seiner Arbeiten bestreiten.

 

Während des zweiten Weltkrieges wurde seine Zuhause durch  einen Fliegerangriff stark beschädigt, sodass er Bremen schließlich verließ und nach Worphausen zog. Von dort aus zog er 1955 nach Lilientahl um und erwarb ein Haus an der Moorhauser Landstraße.

Van der Glas zog es in all den Jahren immer wieder nach Dötlingen, wo er viele Stunden verbrachte und Ansichten des kleinen Künstlerdorfes auf Leinwand festhielt.

 Er machte sich jedoch nicht nur als Kunstmaler einen Namen, sondern zeichnete auch für die künstlerische Gestaltung von Kriegerehrenmalen in Moorende, Frankenburg und Falkenburg verantwortlich.

Auch als Schriftsteller trat er in Erscheinung. So schrieb er unter anderen zahlreiche Aufsätze über spezielle Farb - und Kompositionsprobme .

 

Seit 1961 hat der Maler aufgrund fortschreitender Altersschwäche nicht mehr malen können.

Am Tage seines Geburtstages, am 18. Juli 1964, starb der Kunstmaler Franz van der Glas.

 

Seine Gemälde, vornehmlich entstanden in Worpswede,Worphausen, Bremen, Lilienthal und Dötlingen, zeigen verträumte Waldwege, Bauernhäuser ,Wege und Felder. Sie sind vornehmlich sonnendurchflutet  und dokumentieren ein Stück Ursprünglichkeit und „ heile Welt“. Van der Glas kann man als klassischen Landschaftmaler bezeichnen, der dem Impressionismus verhaftet war und der auf vorzügliche Weise die hohe Kunst der Landschaftsmalerei  präsentieret.

 Nicht umsonst waren seine Arbeiten deswegen in der Bevölkerung so begehrt und sind auch heute noch gesucht.


 

 Quellenangaben:

 Alte Zeitungsausschnitte:

 

  1. Franz  van der Glas 78 Jahre
  2. Franz  van der Glas  85 Jahre
  3. Kunstmaler Franz van der Glas – Nachruf -

 


 


 


 

 


 


 


 


 

Ernst von Glasow


 

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Ernst von Glasgow wurde am 21.7.1897 in Partheinen am Frischen Haff (Ostpreußen geboren. Er war Gutsbesitzer des Gut Partheinen (Kreis Heiligenbeil), war verheiratet mit Charlotte geborene von Berg und hatte sieben Kinder (fünf Töchter, 2 Söhne).

Ernst von Glasgow nahm an beiden Weltkriegen teil. Als Oberstleutnant wurde er an die Ostfront beordert, wurde an die Westfront versetzt und geriet anschließend in amerikanische Gefangenschaft.

Er wurde später aus der amerikanischen Kriegsgefangenschaft entlassen.

Die Familie hatte 1945 ihren Besitz aufgeben müssen und flüchtete nach Vechta zu Verwandten. In Schledehausen bei Vechta fand Ernst von Glasgow eine neue Heimat.

 

Der künstlerisch begabte Autodidakt nahm im Verlaufe seines Lebens an zahlreichen Kollektivausstellungen in Vechta, Worpswede und Gelsenkirchen teil. Zahlreiche Öl - ,Aquarell - und Temperaarbeiten entstanden im Verlaufe seiner künstlerischen Tätigkeit. Er widmete sich aber auch Wandmalereien. So sind Arbeiten von ihm in Lohne und Vechta zu finden.

 

Ernst von Glasgow nahm 1953 an der Weihnachtsausstellung des BBK im Lappan teil.

 

1956 fand im Oldenburger Kunstverein eine Stipendiaten - Ausstellung teil, an der neben anderen auch von Glasgow teil nahm.

 

Ernst von Glasgow trat dem Bund Bildender Künstler in Oldenburg bei und nahm vom 6. Oktober bis 27. Oktober 1957 an der 1.Herbstausstellung des BBK – Gruppe Oldenburg - im Oldenburger Schloss teil, und zwar mit 5 Aquarellen(Anatomische Landschaft I, Anatolische Landschaft II, Häuseram Bosporus I, Häuser am Bosporus II, Bosporus mit rotem Schiff)

1960 beteiligte er sich an der Niedersächsischen Kunstausstellung der im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen im Neuen Gymnasium in der Alexanderstraße in Oldenburg. In dieser Ausstellung zeigte von Glasgow die Ölgemälde „Baumgruppe“ und „Häuser mit gelbem Himmel“.

 

Vom 14. Dezember bis 14. Januar 1970 wurden im Kleinen Augusteum  18 seiner  Temperaarbeiten im Rahmen einer Ausstellung des BBK -Freie Gruppe – gezeigt        ( BlumenI,II,III,IV,Kosmisches Farbenspiel I,II,Hamburger Fleet, Herbst, Licht in Landschaft, Brise am Morgen,Clown, Mann mit Pfeife, Frau mit Tier, Kopf I, II, III.Die Ausstellung wurde vom Oldenburger Kunstverein organisiert( Ernst von Glasgow erlebte diese Ausstellung bereits nicht mehr)

 

 

Der Oldenburger Kunstverein ermöglichte ihm durch ein Stipendium einen Studienaufenthalt in Paris. Eine weitere Studienreise führte ihn in die Türkei. Von Glasgow schuf im Verlaufe seines Lebens zahlreiche Landschaftsdarstellungen.

 

Ernst von Glasow starb 1969.

 

Quellenangaben: 1. Oldenburger Hauskalender von 1964, Seite 33 mit einem Beitrag von Hein Bredendiek. Titel: Die bildenden Künstler Oldenburgs

Oldenburger Jahrbuch von 1970, Seite 133.

web:http://www.fem bio.org/biografie.php/frau/biographie/gabr...

 

K.W. Göring


Göring war Mitglied in der Künstlervereinigung "Die Barke", die am 10.April 1921 und im März 1922 im Oldenburger Augusteum ausstellte. Informationen und Fotos über den Maler gesucht.

Infos zur "Barke" in der Biografie von Gerd Meyer enthalten.
 

Berend Jakob Govers

 

Berend Jakob Govers, genannt Bentje Govers, wurde am 27. August 1843 in Leer als eines von zwei Kindern des Malermeisters Jacob Govers und dessen Ehefrau Sophie Friederike Charlotte Eleonore geborene Henkel, in Leer geboren.

Nach der Schulzeit erlernte er im Malerbetrieb seines Vaters das Malerhandwerk.

In den Museen in Hamburg und Bremen kopierte er die  Niederländischen Meister Ruysdael und Hobbema.

Autodidaktisch bildete er seine künstlerischen Fähigkeiten dadurch  weiter. Hauptsächlich wandte er sich anschließend der Marinemalerei zu. Um eine möglichst genaue Wiedergabe von Schiffsaufbauten zu realisieren, studierte er die Aufbauten, Takelagen, Segelformen und Ruderanlagen von Schiffen, die in der nachbarschaftlichen Schiffswerft „ Harmonia", repariert oder ausgerüstet wurden. Im Verlaufe der Zeit konnte er seine Beobachtungen aufgrund seines großen Talentes immer besser auf Bildern in Szene setzen.

 

 

Der bekannte Kunstmaler und Grafiker Ernst Petrich, der als Schiffsexperte gilt, sagte einmal über Govers:“ Seine Schiffsdarstellungen stimmen.“

Bentje Govers, wie er genannt wurde, malte in der Art der alten Niederländer. Von sich sagte er einmal ohne Übertreibung, dass er das Wasser wie der damals moderne Düsseldorfer Maler Andreas Achenbach male.

 

Govers blieb ledig, seine ebenfalls ledige Schwester Charlotte führte ihm den Haushalt.

 

Berend Jakob Govers starb am 2. Februar 1917 in Leer. Seine letzte Ruhe fand er in Leer auf dem Friedhof an der Heisfelder Straße.

 

Das Heimatmuseum in Leer zeigte in der Zeit vom 4. Oktoberbis 12. Oktober in einer Ausstellung neben Arbeiten von Gottlieb Kistenmacher, Heinrich Vosberg, Gerhard Arnold Poppinga und Johannes Georg Bietz auch  zehn Ölgemälde von Govers        ( Kuff unter vollen Segeln, datiert 1914, Flusslandschaft, Flandrische Pleit unter vollen Segeln, datiert 1903, Abendstimmung am Fluss, Sommerabend auf dem Sandhof, datiert 1903, Ententeich am Wandrand, datiert 1913, Die Eilenriede in Hannover, datiert 1909, Seemotiv, datiert 1909, Heidelandschaft, datiert 1909, sowie Schiff auf hoher See)..

 

 

Quelle:

Ausstellungsbroschüre des Heimatmuseum Leer, vom 4. - 12.Oktober 1986.

Heiko Jörn – Ein Beitrag über Berend Jakob Govers für die Ostfriesische Landschaft

(BLO IV, Aurich 2007, S. 166 – 167 ).

 


 

Gerd Gramberg


 

 

 

 


 


 


 


 


 


 


 

Der Kunstmaler Gerd Gramberg wurde am 29. November 1923 in Aurich als jüngstes von insgesamt vier Kindern des Malermeisters Enno Gramberg und dessen Ehefrau Helene, geb. Thessen geboren. Gramberg verlebte in Aurich seine Kindheit und besuchte, ebenso wie sein ein Jahr älterer Bruder Karl die dortige Volksschule, in die er 1930 eingeschult wurde.

Beide Kinder fielen in der Schule durch ihre außergewöhnlichen zeichnerischen Fähigkeiten auf. Beim alljährlichen Jahresabschluss der Schulklassen wurden traditionsgemäß die besten Zeichnungen  von besonders begabten Schülerinnen und Schülern in der Schule gezeigt. Die Arbeiten erhielten einen Platz an einer Wand im Schulgebäude, so dass Mitschüler sie bestaunen konnten. Gerd und Karl Gramberg hatten alljährlich eine eigene Wand in dieser Ausstellung, so zahlreich und qualitativ hochwertig waren  ihre Bilder.

Gerd Gramberg verließ die Schule 1938 mit dem Volksschulabschluss und begann in Aurich beim Katasteramt eine Ausbildung zum Vermessungstechniker. Als er 1941 sie nach der ersten Prüfung beendet hatte,wurde er unmittelbar darauf zur Wehrmacht eingezogen. Im Regiment 15 bei der Fallschirmjägerkompanie, in der er als Funker seinen Dienst versehen musste, verschlug ihn der 2.Weltkrieg nach Russland und Frankreich.

Nach Kriegsende, unverletzt geblieben und der Gefangenschaftnur knapp entgangen, kehrte er 1945 wieder nach Aurich zurück und nahm seine Tätigkeit beim Katasteramt wieder auf. Nach zwei weiteren Jahren praktischer Arbeit und einer zweiten bestandenen Prüfung stieg er zum Vermessungsingenieur auf. Künstlerisch ließ sich Gramberg in dieser Zeit, und zwar von 1947 bis1948, an der Volkshochschule Aurich unter Leitung des Kunstmalers Neuhaus ausbilden.

Bereits einige Zeit vorher hatte Gramberg die Säuglingsschwester Tomma Ost  (1923-1999) kennengelernt. Die Heirat erfolgte 1951, dem Jahr, in dem auch der erste Sohn auf die Welt kam. Bis 1953 arbeitete Gerd Gramberg in Aurich, dann musste er die Familie verlassen, um in Wittmund und Pirmasens seinem Beruf nachzugehen.

Als sich 1956 die Gelegenheit ergab nach Oldenburg zu wechseln, entschloss er sich zu diesem Schritt, zumal sich ein zweiter Sohn ankündigte. Eine Wohnung in der Straße An der Südbäke bot der Familie ein neuesZuhause. Von 1968 bis 1971 absolvierte der Maler neben seinem Beruf  ein sechs Semester umfassendes Fernstudium zum Grafiker, dass er erfolgreich abschloss. 1978 dann der Umzug in ein eigenes Haus in der Insterburger Straße. Im Jahre 1984 wurde Gerd Grambergaus gesundheitlichen Gründen In den Ruhestand verabschiedet.

 

Gerd Gramberg war als Maler Autodidakt. Sein Vater Enno Malermeister, Absolvent der Kunstgewerbeschule in Hannover und ein versierter Kunst - und Kirchenmaler. Das von ihm an Gerd Gramberg vererbte künstlerische Talent insbesondere dadurch zum Vorschein, dass dieser ein außerordentlich feines Gespür für das Erkennen und Umsetzen der richtigen perspektivischen Maßstäbe entwickelt hatte.

Die Liebe zur Natur und die Freude am Malen führten dazu, dass sich Gramberg zu einem herausragenden Landschaftsmaler entwickelte und es bis zur Perfektion in der Öl,-Aquarell-oder Temperamalerei brachte. Er beherrschte die Radiertechnik ebenso sowie die Kohle-und Federzeichnung. Vor allem liebte er die  Freilichtmalerei. Ihn störte es dabei wenig, ob es gerade  kalt oder heiß  war.

Als Gerd Gramberg 1956 in Oldenburg angekommen war, rüstete er sein Fahrrad  so um, dass er Skizzenblöcke, Farben, Malpalette sowie Leinwände mitnehmen konnte. Oft fuhr er an den Wochenenden mit seinem Fahrrad unmittelbar nach Sonnenaufgang los, um Oldenburger Stadtansichten mit dem noch frischen Tageslicht auf Papier oder Leinwand einzufangen. So saß er  hin und wieder um  fünf Uhr morgens in der Innenstadt auf dem Bürgersteig oder in der Ecke eines Hauses, um die Gebäude mit ihren Geschäften zu malen. Je später es wurde, desto schwieriger wurde dieses für den Maler, zumal sich die Stadt mit Passanten füllte und der Straßenverkehr, der zu dieser Zeit noch durch die Straßen führte, häufig den freien Blick auf das Motiv versperrte. Ebenso wurde er von neugierig stehengebliebenen Einkäufern umringt, die seine noch in der Entstehung befindlichen Arbeiten kommentierten und beäugten.

Wenn er nicht bereits an Ort und Stelle seine Aquarelle verkaufte, dann gab er vor allem die Ölgemälde bei der Galerie Harms am Schlossplatz ab, damit sie von dort aus verkauft werden konnten.

Zwangsläufig begegneten ihm dort andere Maler, die Kontakt zur Galerie Harms hatten. Zu erwähnen wären in diesem Zusammenhang Emil Brose oder Otto Fisser, der in ärmlichsten Verhältnissen in der Bergstraße wohnte, und den Gramberg einmal besuchte, ohne dass allerdings der Kontakt zu ihm vertieft wurde.

Bis 1970 entstanden mindestens 50 Gemälde mit Oldenburgmotiven,die heute alle in privater Hand sind.

Als Gramberg in demselben Jahr seinen Führerschein machte und sich ein Fahrzeug zulegte, baute er sofort den Kofferraum seines PKW um, damit er stets Malutensilien auf den geplanten Ausflügen mitnehmen konnte. Diese führten ihn in den folgenden Jahren immer wieder ins Rheiderland, ins Ammerland, die Wesermarsch und nach Ostfriesland. Vor allem Großefehn, Weener, Bardenfleth und das Ostfriesische Moor waren Schwerpunkte seiner Exkursionen. Insbesondere interessierte sich Gramberg für das einfache bescheidene Leben der Torfstecher, das historische Stadtbild von einigen Gemeinden. Um sich eine Vorstellungvom früheren Aussehen der Gemeinde Großefehn zu machen, griff der Maler auf altes Kartenmaterial zurück, wertete alte Postkarten aus und befragte noch alte und lebende Gemeindemitglieder. Dann griff er zu Farben und Pinsel und malte aufgrund dieser Forschungen ein realistisches Abbild des damaligen Stadtbildes von Großefehn. Allein diese Tätigkeit forderte den Maler sieben Jahre. In einer viel beachteten und beeindruckenden Ausstellung zeigte er 1983 einer breiten Öffentlichkeit die Ergebnisse seiner Arbeit.

 

Der Anspruch, den Gramberg an die Qualität seiner Arbeitstellte, war stets hoch. So legte er besonderen Wert darauf, das ideale Motiv mit den optimalen Lichtverhältnissen vorzufinden.

Er führte aus diesem Grunde  immer sowohl eine Straßenkarte als auch einen Tidekalender mit sich, um dann den genauen Ort und, wenn erforderlich, die Tide einzutragen,wenn er vermutete, dass er zu einer anderen Tidezeit ein noch schöneres Motiv vorfinden würde. Später suchte er diesen Ort erneut auf und begann, wenn sich seine Annahme bestätigte, dieses Motiv zu malen.

Der Kunstmaler Gerd Gramberg versteht sich in erster Linie als Handwerker, weniger als Künstler. Eine maßlose Untertreibung, wenn man seine Gemälde betrachtet. Der Impressionist versteht es wie kaum ein anderer, Farbakzente und Lichtpunkte in die Gemälde einzubauen. Das daraus resultierende Licht- und Schattenspiel und das Flimmern des Sonnenlichts gibt den Motiven eine einzigartige Lebendigkeit.

Gerd Gramberg schloss sich nie einer Künstlervereinigung an. Er beteiligte sich 1947 erstmalig an einer Gemeinschaftsausstellung in Aurich,es folgte 1950 eine weitere, unter anderem mit den bekannten Malern Julius Klein von Diepold, Poppe Folkerts und Georg Kittel. In den folgenden Jahren schlossen sich allerdings nur noch wenige Ausstellungen an, die unter anderem in Jever, Weener, Hamburg und Göttingen ausgerichtet wurden.

Leider wurden seine Arbeiten bis zum heutigen Tage nie in Oldenburg in einer Ausstellung der Öffentlichkeit präsentiert, so dass der Name Gerd Gramberg in Oldenburg weitgehend unbekannt blieb.

 

Gerd Gramberg verstarb am 22. August 2013 in Oldenburg. 

 

 Quellenangaben 

1. Alle Informationen über den Lebenslauf des Künstlers Gerd Gramberg stammen von ihm persönlich und sind in Gesprächen mit ihm 2006 erarbeitet worden.

2. Auricher Zeitung und Allgemeiner Anzeiger für Stadt und Kreis Aurich mit einem Artikel vom 9.11.1983 über Gerd Gramberg.

3. Rheiderland-Ostfriesische Grenzlandzeitung – mit einem Artikel vom 8.11.1983 über Gerd Gramberg

4 .Ostfriesen Zeitung mit einem Artikel vom 7.11.1983 über Gerd Gramberg.Überschrift: Beeindruckender Gramberg

5. NWZ, 38. Jahrgang Nr. 273 mit einem Artikel vom 23.11.1983. Überschrift: Griff in die Vergangenheit – Zu einer Ausstellung Gerd Grambergs in Ostgroßefehn.


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Karl Gramberg


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 

Karl Gramberg wurde am 2.9.1922 in Aurich als eines von vier Kindern des Malers Enno Gramberg und dessen Ehefrau Helene Theesen, geboren. Er war der Bruder des in Oldenburg verstorbenen Malers Gerd Gramberg.

Karl Gramberg lebte in Ostfriesland und gilt unter anderen neben seinem Bruder Gerd als einer der bekanntesten ostfriesischen Maler und Grafiker.

In Aurich geboren erlernte „Kalli“ schon früh vom Vater Enno Gramberg die Kunst des Malens. Ebenso wie Karl wurde auch seinem ein Jahr jüngeren Bruder Gerd  die Malerei in die Wiege gelegt. Beide Brüder entwickelten ihre eigenen Malstile. Karl malte graphischer, in Gerd entwickelte sich ein expressionistischer Malstil. 1956 fand Karl Gramberg eine Anstellung als Grafiker bei der Rheinischen Fahnenfabrik in Bonn Karl Gramberg malte vorzugsweise Gemälde in Öl oder Tempera mit ostfriesischen Motiven. Karl Gramberg widmete sich nach seinem Ruhestand 1983 der Geschichte seiner Heimatstadt Aurich und brachte drei Bücher heraus. Nur zwei Tage nach seinem 76. Geburtstag erlitt er auf dem Bahnhof in Leer einen Schlaganfall. Er starb 1998.

 1988 und 2008 fanden in Aurich jeweils große Ausstellungen mit Arbeiten der beiden Brüder statt. In der Vergangenheit beteiligten sich die Brüder in Ostfriesland an weiteren Ausstellungen, bei denen sie jeweils zahlreiche Bilder verkaufen konnten. Das Interesse an ihren Arbeiten ist auch heute noch sehr groß.


 

Quelle:


 

Auszug aus Wikipedia - Karl Gramberg -

 Stefan Dunkmann: -Die Grambergs- Maler aus Aurich-


 


 

Am Ems-Jadekanal, in den 50er Jahren entstanden

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Wilhelm Graupenstein


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Friedrich Wilhelm Graupenstein wurde am 2. September 1828 in Minden geboren. Nach der Schulzeit besuchte er die Kunstakademie in Berlin. 1851 war er in Bremen tätig, seit 1853 ständig in Hamburg. Er war mit der Oldenburger Familie Merzdorf befreundet. In Oldenburg hielt er eine Zeit lang auf und war hier als Hofmaler am Großherzoglichen Hof tätig, ansonsten für mehrere deutsche Höfe als Porträtmaler. Er malte und zeichnete viele Porträts, unter anderem ein Bild von Julius Mosen auf dem Totenbett. Aufträge erhielt er vom Großherzog Nikolaus Friedrich Peter. Er porträtierte auch Großherzog Paul Friedrich August und schuf zahlreiche Bildnisse von Oldenburger Persönlichkeiten. Er gilt als letzter Vertreter der Porträtlithografie in Hamburg. Arbeiten von ihm befinden sich im Besitz des Oldenburger Stadtmuseum und im Privatbesitz.

Von ihm sind als Lithografiearbeiten unter anderen Porträts von Gustav Karsten, datiert 1878, Kapitän Wilhelm von Bremen, datiert 1869 und  Friedrich Wilhelm Jahn,datiert 1861, bekannt.

In Öl schuf er ein Porträt von Wichard Lange, datiert 1873, und seiner Enkelin Olga Graupenstein, datiert 1888. Es existiert auch eine aquarellierte Federzeichnung aus dem Jahr 1845 mit dem Titel „ Die Auffindung des Erichthonios“.

 

Graupenstein nahm im Oldenburger Kunstverein an der 108. Kunstausstellung, ausgerichtet vom 5.-7.9.1858 mit drei Zeichnungen teil.

 

Er starb  am 25.Mai 1897 in Hamburg.

 

Quelle:

Oldenburger Hauskalender oder Hausfreund auf das Schaltjahr 1936, S. 45.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein, 1843-1914, S. 64

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.256.



 

Christian Griepenkerl


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Der Maler Christian Griepenkerl wurde am 17.3.1839 in Oldenburg geboren und  stammte aus einer alten Oldenburger Familie. Er erhielt die ersten künstlerischen Anstöße durch den Maler Ernst Willers ( 1803 – 1880). Aufgrund seines Rates reiste Griepenkerl Ende 1855 nach Wien und besuchte dort die Schule von Carl Rahls ( 1812 – 1865), der seit 1851 eine private Meisterschule für Monumentalmalerei leitete,1861 zum Oldenburger Hofmaler ernannt wurde und 1862 eine Professur an der Akademie der bildenden Künste erhielt. Griepenkerl malte dort sein erstes Bild: Ödipus von Antigone geführt. Rahl beteiligte mehrere seiner Schüler an der Vorbereitung und Ausführung seiner Bilder und prägte dadurch deren persönliche künstlerische Entwicklung. So arbeitete Griepenkerl in Wien an den Fresken in der Treppenhalle des Waffenmuseums sowie in den Palästen Todesco und Sina mit.

Nach dem Tode seines Lehrers führte er dessen unvollendete Arbeiten selbständig zu Ende

Ein größeres Werk sind die von ihm und Eduard Bitterlich im neuen Opernhaus ausgeführten Kompositionen Rahls,die volle vier Jahre in Anspruch nahmen, namentlich die Decke des Zuschauerraums und der Vorhang der tragischen Oper.

Erst nach Rahls Tod (1865) begann Griepenkerl selbständige monumentale Arbeiten, zu denen er von dem Architekten Hansen für die Paläste Ephrussi, Epstein und Franz Klein, für das Schloss Hörnstein und für den Palast Sina in Venedig herangezogen wurde. In letzterem führte er die Deckengemälde: Poseidons Hochzeitszug, Sturmdämonen und Schutzgeister des Meeres aus, die von edler Form und hoher Anmut sind, aber in der Gewandung und in der Beleuchtung Mängel haben. Ebenso bedeutend sind seine Wandgemälde in der Villa der Großherzogin von Toscana in Gmünden und sein Bild: Die Hochzeit der Aphroditeund des Adonis imSpeisesaal der Villa Simon bei Hietzing.

1869 gewann Griepenkerl den Wettbewerb um die Wandgemälde im Treppenhaus des als erstes Kunstmuseum in Oldenburg fertiggestellten Augusteum. Für das Treppenhaus führte er Dekorationsgemälde in Öl auf Leinwand aus, welche an der Decke die Venus Urania als das Ideal aller Schönheit, umgeben von vier Bildern aus der Prometeussage, und an drei Wänden (ähnlich dem Hémicycle von Delaroche) in historischer Reihenfolge eine ideale Versammlung der Kunstheroen aller Zeiten darstellen.

Die Arbeiten begannen 1871 und endeten 1878.

Dieser erste Museumsbau in Oldenburg, dessen Name an den 1853 verstorbenen Großherzog PaulFriedrich August erinnert und der sowohl zur Aufnahme der Fürstlichen Gemälde- und Skulpturensammlung als auch zum Ausstellungsgebäude des Kunstvereins bestimmt war, wurde 1867 durch den Bremer Architekten H. E. Klingenberg im Florentiner Palaststil fertiggestellt- Die künstlerische Ausschmückung konnte wegen Geldmangels allerdings erst ein Jahrzehnt später erfolgen, als ihr Oldenburger Urheber bereits Professor an der Akademie in Wien geworden war und dort mehrere große Dekorationsaufträge ausgeführt hatte. Darunter befanden sich auch diejenigen für das Palais Epstein, bei denen es sich um die nur wenig veränderten Entwürfe seines Lehrers Carl Rahl und Theophilius Hansens für das„Alte Palais“ in Oldenburg handelte, die 1861 nicht zu der bereits durch Griepenkerl vorgesehene Ausführung kamen. Dieser hatte damals jedoch mehrere Bildnisse und Bildniskopien für den herzoglichen Hof geliefert, denen 1859 Porträts aus der mit ihm verwandten Rats- und Kaufmannsfamilie Hoyer vorausgingen. Für deren 1973 abgebrochenes Landhaus am Everstenholz schuf er dekorative Malereien, für den Eingang zu Hoyers Oldenburger Weinhaus ein Gambrinus-Bild. – Der Ausmalung des Augusteums war ein Wettbewerb vorausgegangen, an dem sich auch der Delmenhorster Arthur Fitger beteiligt hatte. Griepenkerl sah für die Dekoration des verhältnismäßig großen und durch beide Geschosse hindurchgehende Treppenhauses ein in Bilderfelder aufgeteiltes Deckengemälde sowie an den drei inneren Wandseiten Figurendarstellungen in anderem Maßstab vor. Als Thema war die Entwicklung der bildenden Kunst aufhistorischer Grundlage vorgegeben. Der Maler ging bei der Decke von einerzentral-symmetrischen Aufteilung aus, in deren rundem Mittelfeld Venus Uraniaals Allegorie der bildenden Kunst ihren Platz erhielt, während in den umgebenden rechteckigen Feldern vier Themen aus der Prometheussage, in den kleinen Rundfeldern der Ecken Putten mit Attributen bildender Künste Aufnahme fanden. An die Wandflächen gelangten Kunstheroen aller Epochen von homerischer Zeit bis zur Gegenwart, wobei neben dem Architekten des Gebäudes auch die mit Oldenburg verbundenen Künstler Rahl, Willers, Hansen und Griepenkerl selbstverewigt worden sind. Die Treppenhausmalereien wurden so auch zu einem Dokument des Beharrens an künstlerischen Traditionen, an deren Gültigkeit weder bei denAuftraggebern noch beim ausführenden Künstler Zweifel bestanden.

Nach den Entwürfen Rahls führte Griepenkerl 1877 – 1884 auch die Wandgemälde im großen Saal der Akademie der Wissenschaften in Athenaus. Es handelte sich dabei um ein durch großartige Formenauffassung und schwungvolle Komposition ausgezeichneter Zyklus von Gemälden aus der Prometheussage.

Von 1874 bis 1910 war er als Professor an der Malerschule der Akademie in Wien tätig.

1877  erhielt er eine zusätzliche Professur für Historienmalerei und übernahm zudem noch die Leitung der allgemeinen Malerschule in Wien.

Griepenkerl beteiligte sich 1879 an der Internationale Kunstausstellung zu München 1879 mit den Gemälden Nr. 339 – 343, „Porträt Oberbaurat Schmidt“, „Hofrat Eitelberger“, „Professor Zumbusch“, „Oberbaaurath Hansen“, „Oberbaurat Ferstel“.

Griepenkerls Werke sind, abgesehen von einigen Portraits, der Monumentalmalerei zuzurechnen: Große Formate mit mythologischen oder historischen Szenen, dem Renaissance-Stil nachempfunden, in Öl auf Leinwand gemalt und dann in vorgegebene Wandfelder der neuen Repräsentativbauten eingefügt. Den Ölfarben wurde Wachs beigefügt, um den Gemälden trotz großer Farbigkeit statt Glanz Mattheit und damit den Eindruck von Frescos zu geben. Werke Griepenkerls sind auch im Augusteum, dem Museumseiner Geburtsstadt Oldenburg, und in Athen zu finden – wohin ihn der Wiener Bankier Baron Sina vermittelt hatte: Dort entstanden in der von Theophil von Hansen als verkleinerte Kopie des Wiener Reichsratsgebäudes erbauten Akademie der Wissenschaften am zentralen Syntagma- Platz die Wandgemälde der großen Säle nach den Entwürfen Griepenkerls, natürlich Motive der griechischen Sagenwelt darstellend.

Christian Griepenkerl war unter anderem Lehrer von Egon Schiele und  Richard Gerstl,die aber aufgrund der antiquierten Auffassungen von Griepenkerl die Akademie aus Protest verließen.

Weitere Schüler waren unter anderem Franz Windhager,Franz Wiegele, Stefan Simony, Kolo Moser, Fritz Zerritsch, Willy Eisenschitz und Carl Fahringer.

 Der Maler Christian Griepenkerl  starb am 19. März 1912 in Wien.    

Quellenangabenl:

 

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.256

Oliver Gradel- Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein1853-1914, S..65

Biographisches Handbch zur Geschichte des Landes Oldenburg, ein Beitrag von Karl Veith Riedel, S. 256-257


 


 

Bernhard Grotzeck

 

Bernhard Grotzeck wurde am 30. August 1915 in Insterburg/Ostpreußen als Sohn  des Kanzlisten Bernhard Grotzeck, geboren. Er besuchte das örtliche Gymnasium, das er 1935 mit dem erlangten Abitur verließ.

Schon  während seiner Jugend beschäftigte sich Bernhard Grotzeck mit Malen und Zeichnen. Er wurde von seinem Onkel im Zeichnen und Malen angeleitet.

Zwar hatte er nicht die Möglichkeit an der Kunstakademie zu studieren, nahm jedoch an Kunstseminaren teil und suchte schon früh den Kontakt zu anderen Maler, Grafikern und Bildhauern.

Während des Zweiten Weltkrieges wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. Gegen Ende des Krieges geriet er in kurze Kriegsgefangenschaft. 1945 wurde er von den Niederlanden aus nach Ostfriesland entlassen. Ab 1948 verlegte er seinen Wohnsitz nach Norden, wo er als zunächst als freischaffender Künstler seinen Lebensunterhalt bestritt.

1950 zog er mit seiner Ehefrau Milli und seinen drei Kindern  nach Emden. 1953 wurde er als Beamter in die Finanz – und Steuerverwaltung in Emden übernommen.

1973 schloss er sich dem Bund Bildender Künstler Ostfrieslands an. Bis zu seiner Pensionierung 1980 war er künstlerisch aktiv. Vor allem malte er Landschaften in und aus Ostfriesland.

1981 wurde er zum Vorsitzenden des BBK Ostfriesland gewählt. Er war in dieser Funktion bis 1992 tätig.

1993 wurde er mit dem Indigenat der Ostfriesischen Landschaft geehrt.

Der Maler starb am 30. August 2008 in Pewsum.

 

Im Verlaufe seines Lebens schuf  Bernhard Grotzeck 2700 Arbeiten. Eine Auswahl seiner Arbeiten vermachte er vor seinem Tod der Ostfriesischen Landschaft.

Sein Werke bestehen aus  Zeichnungen, Aquarelle sowie Öl - und Dispersionsfarben.

Bis 1968 stellte er hauptsächlich in Ostfriesland aus. 1977 nahm er an einer Ausstellung in Bulgarien teil. Mehrere seiner Arbeiten befinden sich im öffentlichen Besitz.

 

 Quelle:

 Bildende Kunstin Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden,

Seite 156/157

Heiko Jörn – Ein Beitrag über Bernhard Grotzeck für die Ostfriesische Landschaft

Auszüge aus Wikipedia über Bernhard Grotzeck.

 


 

Carl Hachez


 

 

 


 


 


 


 

Der Maler Carl Hachez wurde am 13. Juli 1880 in Oldenburg als Sohn des Professors Dr. phil Carl Hachez und dessen Ehefrau geboren. Die Familie wohnte in dieser Zeit in der Brüderstraße 24.

Der junge Carl Hachez verlebte bis zu seinem fünften Lebensjahr in Oldenburg seine Kindheit. Sein an einem Oldenburger Gymnasium tätiger Vater wurde dann an ein Gymnasium in Eutin in Schleswig Holstein versetzt.

Zunächst lebte die Familie in Eutin in der Stolbergstraße 24. Nachdem sie 1888 in ein neu erbautes Haus in der Waldstraße umgezogen waren, verstarb seine Mutter.

Bereits zwei Jahre später heiratete sein Vater erneut.

Carl Hachez besuchte das Gymnasium und schloss den Schulbesuch mit der Erlangung des Abiturs ab.

Nach der Schule begann Hachez zunächst eine Ausbildung in einer Dekorationsmalerwerkstätte in Lübeck.

Zu diesem Zeitpunkt stand für den zeichnerisch talentierten jungen Mann jedoch schon fest, sich der Kunst widmen zu wollen.

Im Jahre 1901 besuchte er deshalb das Wintersemester des Preußischen Kunstgewerbemuseums und blieb dort bis zum Ende des Sommersemesters 1904.

Während dieser Zeit nahm Hachez offenbar Privatunterricht bei Lovis Corinth, Leo von König und Ernst Heilemann und Max Koch. Ein offizielles akademisches Studium bei Corinth und Leo von König ist in diesem Zusammenhang nicht nachweisbar.

 

Es schlossen sich Studienreisen nach Paris und Südfrankreich  sowie Spanien an.

Zwischenzeitlich kehrte Hachez immer wieder nach Eutin zurück und lernte dort schließlich dem Maler Leonhard Boldt ( geb. 1975 ) kennen.

1907 trafen sie sich an der Akademie Julien in Paris wieder,wohin sich Hachez zu einer zweijährigen Ausbildung begeben hatte. Es schloss sich ein Studienjahr in Italien an.

Im selben Jahr zog die Familie mit dem bereits schwer erkrankten Vater nach Eisenach, wo dieser 1909 starb.

Der  nun vollständig zum Radierer, Maler und Illustrator ausgebildete Carl Hachez  begab sich auf weitere Studienreisen, die ihn nach Paris, Rom, Oberitalien, Schweiz und nach Brüssel führten.

Um 1920 herum fertigte er  politische Plakate und Illustrationen für Magazine und Zeitschriften an.

1928 verlegte Hachez seinen Wohnsitz nach Berlin - Wilmersdorf. Unter Umständen war er zeitweise im Zeitraum bis 1937 als Hilfslehrer oder Vertretungslehrer an der Berliner Kunstakademie tätig.

Im Jahre 1938 entschloss er sich für einen Umzug nach Düsseldorf.

Während des zweiten Weltkrieges  wurde bei einem Bombenangriff sein Haus getroffen. Dabei gingen unter anderem eine Vielzahl seiner bisher geschaffenen Arbeiten unwiederbringlich verloren.

Um sich finanziell über Wasser zu halten, betätigte sich Hachez zunächst vornehmlich damit, Buchillustrationen anzufertigen.

Im Verlaufe der Jahre wurde er ein vielbeschäftigter Pressezeichner und Illustrator, der für zahlreiche Zeitschriften und Zeitungen in Berlin und dem Rheinland tätig war, unter anderem für die Würzburger „Main-Post“. Es entstanden auf diese Weise mehr als 5000 Arbeiten des Künstlers. In seiner Freizeit beschäftigte sich Hachez als Bildnis - und Landschaftsmaler. Seine Radierungen, die in erster Linie Stadtansichten zeigen, sind heute begehrte Objekte unter Sammlern, weil sie nicht nur relativ selten auftauchen sondern qualitativ auch hervorragend ausgeführt sind.

1941 nahm Carl Hachez an der Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler teil.

Nach Ende des 2. Weltkrieges verlegte Hachez 1945 seinen Wohnsitz nach Würzburg und betätigte sich dort intensiv künstlerisch bis zu seinemTode, am 3. Januar 1958.

 

Zu seinem 75. Geburtstag 1955 veranstaltete die Stadt Würzburg in der Städtischen Galerie im Falkenhaus eine Ausstellung zu Ehren des Malers.

 

 Quellenangaben 

 

1.     Katalog17 zur  Herbstausstellung Düsseldorfer Künstler 1941

2.     Universitätsarchiv der Universität der Künste Berlin

3.     HistorischesArchiv – Archiv der Akademie der Künste – Berlin

4.     Artikel über Carl Hachez von der Main-Post vom 4.1.1958

5.     Artikel über Carl Hachez vom Main-Echo, Jahrgng 1955, Nr. 126

6.     Artikel über Carl Hachez vom Fränkisches Volksblatt vom 7. Juni 1955

7.     Artikel über Carl Hachez von der Main-Post vom 12.7.1955, Nr. 157

8.     Artikel über Carl Hachez von der Main-Post vom 3. Juni 1955

9.     Artikel über Carl Hachez vom Fränkisches Volksblatt vom 26.8.1953

10.  Artikel über Carl Hachez von der Main-Post vom 1.5.1955

11.  Mainfränkische Hefte – Heiner Dikreiter– Kunst und Künstler in Mainfranken, Heft 18, 1954

 

Theodor Hammacher


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Theodor Hammacher wurde am 27. August 1825 in Düsseldorf geboren Nach der Schulzeit studierte er an der Düsseldorfer Kunstakademie.Seine Lehrer waren Sohn und Schadow. In der Zeit von 1846 bis 1854 war er in Oldenburg als Hofmaler tätig. Er schuf viele Heiligenbilder, besonders für die schleiische Kirchen, außerdem Porträts und Interieurs. Zu seinen besten Bildnissen  gehört das der Hofschaulspielerin Auguste Dietrich, die als Demoiselle Fritze am Oldenburger Hoftheater tätig war. Auch ein Bildnis der Kochkünstlerin Charlotte Droste (Verfasserin eines Kochbuches) fand Beachtung.

Zwei Söhne Hammachers wurden ebenfalls Maler. Einer von ihnen war Willy Hammacher, der als Marinemaler bekannt wurde. Theodor Hammacher starb am 19. März 1865 in Breslau.

Theodor Hammacher nahm an mehreren Ausstellungen des Oldenburger Kunstvereins teil:

33.KA, 1./2. 3.1846. Porträt- Ölgemälde,

 34.KA,19.-21.4.1846 mit einem Porträtgemälde,

 35.KA, 7.-9-6-1846 (Christus auf demBerg von Jerusalem weissagt den Untergang), 41.KA.,16.-18.5.1847( Porträt desPrinzen Elimar,) sowie weitere 5 Gemälde, 48.,KA.,26.-28.1.1849( Porträt desErbgroßherzogs von Oldenburg),

 49.KA., 25.-28.3.1849, 68 KA., 16.-18.5.1852,(Einzug der Erbgroßherzogin),

 76. KA., 25.-27.9.1853, Porträt, Ausstellung zurFeier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg, 24.-27.4.1904 ( 6 Gemälde).

 

Quelle:

 

Der Oldenburgische Hauskalender  oder Hausfreund auf das Jahr 1937.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im OldenburgerKunstverein 1843 – 1914, S.70

 

 

Bertha Harbers


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Die Malerin Bertha Harbers wurde am 6. November 1880 als drittes Kind des Landwirts Bernhard Gerhard Harbers und dessen Ehefrau Sophie Helene geborene Cornelius in Süllwarderburg geboren.

Bertha wuchs mit ihren fünf Geschwistern auf dem Hof der Eltern in Süllwarderburg auf.Sie besuchte zunächst die Volksschule in Süllwarden, anschließend von 1891 bis 1895 die Privatschule „Rectorschule in Burhave“.

Bertha überzeugte in der Schule vor allem durch ihr Handarbeits- und Zeichentalent. Sie erhielt in diesen Lernfächern durchgehend sehr gute Noten. Als sie die Schule beendet hatte, unterstützte sie zunächst ihre Eltern bei der Hausarbeit und im Garten.

 

Von 1898 bis 1899 schickten ihre Eltern sie nach Godesberg, wo sie in der Pension Flora die Haushaltshilfe erlernte.

Ins Elternhaus zurückgekehrt, unternahm sie in den folgenden Jahren zahlreiche Reisen, die sie nach Italien, in die Schweiz und durch ganz Deutschland führten. 1909 übergaben Berthas Eltern den Hof in Süllwarderburg an ihren Bruder Gustav. Sie zogen anschließend nach Oldenburg in die Donnerschweer Straße 1081 in ein zuvorvon ihnen gekauftes Wohnhaus.

 

Bereits ein Jahr später starb der Vater, sodass die Mutter nun auf sich allein gestellt war. Bertha blieb zunächst in Süllwarderburg wohnen und führte ihrem Bruder den Haushalt. Als Gustav Harbers 1914 heiratete, zog sie nach Oldenburg zu ihrer Mutter. Bertha Harbers um 1898

Seit längerer Zeit hatte sich der Wunsch in ihr verfestigt, sich künstlerisch zu betätigen. Als sie schließlich die Kunstmalerin Hermine Schmidt kennen lernte, die Mitbegründerin des Oldenburger Kunstvereins war, wurde diese ihre Lehrerin und gute Freundin zugleich. Bei ihr erlernte sie den professionellen Umgang mit Pinseln, Farben und Zeichenstiften.

Oft begaben sich beide in die Natur und betrieben Landschaftsstudien; im Winter oder bei Regen arbeiteten sie im Atelier der Malerin und schufen Stillleben in Öl und Aquarelltechnik.

Der 1. Weltkrieg beeinträchtigte Berthas künstlerische Weiterentwicklung. Während ihre Brüder und ein Schwager zum Kriegsdienst eingezogen wurden, war Bertha in der Kriegsgefangenenbetreuung eingesetzt.

Bertha Harbers um 1909

Sie erhielt dafür 1917 die Kriegsverdienstmedaille. Erst 1920 kehrte ihr Bruder Bernhard wieder aus russischer Kriegsgefangenschaft zurück.

Bertha Harbers setzte im selben Jahr ihre künstlerische Ausbildung fort. Sie reiste nach Berlin und schloss sich dem „Verein Berliner Künstlerinnen“ an. Dort nahm sie anfangs in der sogenannten „ Wendelklasse“ Unterricht. Da sie nur wenige Tage später an einer schweren Lungen- und Rippenfellentzündung erkrankte, die sich als sehr hartnäckig

erwies, und einen dreimonatigen Krankenhausaufenthalt erforderlich machte, musste sie ihr Studium in Berlin abbrechen.

Nach vollständiger Genesung fuhr sie 1922 nach München und begann ein Studium der Akt- und Porträtmalerei an der dortigen Akademie der Bildenden Künste unter Professor Karl Caspar (1879-1956).

Eine Anzahl Skizzen und Kohlezeichnungen entstanden in dieser Zeit, von denen sie einige im Kunstverein München ausstellen durfte.

Bertha Harbers unternahm in der Folge mehrere Studienreisen. 1923 reiste sie nach Wollin an die Ostsee und 1925 nach Fischen im Allgäu, wo sie sich der Malklasse des

Berliner Malers Karl Wendel anschloss. Es entstanden auf dieser Reise mehrere Aquarelle und Ölgemälde.

1927 unternahm sie mit „acht Maltanten“, so wie sie diese nannte, eine vierwöchige Studienreise nach Frabertsham, einem kleinen Ort zwischen Wasserburg am Inn und dem Chiemsee. Diese Studienreise wurde von Wolf Röhricht (1886 – 1953) geleitet, der ebenfalls dem Verein Berliner Künstlerinnen angehörte und die Nachfolge von Karl Wendel übernommen hatte. Nach Oldenburg zurückgekehrt, hatte Bertha Harbers Gelegenheit, ihre Arbeiten in Ausstellungen der Öffentlichkeit zu präsentieren. Als Mitglied des Oldenburger  

Künstlerbundes nahm sie 1928 an der Weihnachtsausstellung des OKB im Augusteum

teil. Die Stadt Oldenburg kaufte zwei Aquarelle („MünsterlaÅNnder Anrichte“ und „Empirezimmer“) an.

Im selben Jahr trat sie dem Bund Oldenburger Werkkünstler bei und gehörte dem Reichsverband bildender Künstler Deutschlands an.

Bertha Harbers hatte zwischenzeitlich die Bekanntschaft mit dem Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus gemacht. Wie eng die Kontakte zu Bakenhus waren, ließ sich nichtfeststellen.

Bertha Harbers wird jedoch dem Kreis um Gerhard Bakenhus zugerechnet.

 

Aus den vorliegenden Tagebüchern, die sie führte, ergeben sich keine Anhaltspunkte darauf, dass sie Unterricht bei Bakenhus genommen hat oder Exkursionen mit ihm unternommen hat.

Belegt ist allerdings, dass sie sich unter den 24 Malerkolleginnen und Kollegen des  Oldenburger Künstlerbundes befand, die Bakenhus 1930 anlässlich seines 70.

Geburtstages eine Gratulationsurkunde überreichten.

Mehr und mehr wandte sich Bertha Harbers dem Kunstgewerbe zu. So beschäftigte sich intensiv mit Porzellanmalerei und schaffte sich aus diesem Grunde einen kleinen Brennofen an.

 

Sie entwarf Muster für Vasen, Teller, Tassen, Kacheln, Gedecke und kleinere Porzellanstücke, die nach dem Brennen gebrauchsfertig wurden. Die Unterseiten ihrer Arbeiten signierte sie mit: „Entwurf und Ausführung B. Harbers“.

Neben ihrer künstlerischen Tätigkeit war die Reisefreude der Malerin ungebrochen. 1931 fuhr sie nach Holland, wo sie unter anderem die Künstlerkolonie Volendam besuchte.

1933 unternahm sie eine viertägige Studienreise mit dem „ Werkbund“ an den Rhein, die Mosel und Ahr. Es folgte ein Jahr später eine fünftaÅNgige Reise mit dem „Werkbund“ nach Eisenach und Umgebung. Alle Eindrücke auf diesen Reisen hielt sie in ihren mitgeführten

Skizzenbüchern fest. Auf einer Studienfahrt in die Lüneburger Heide schuf sie Ölgemälde und Aquarelle.

 

In den vielen Jahren ihrer künstlerischen Tätigkeit ergaben sich enge und lose Kontakte mit anderen Künstlerinnen und Künstlern aus Oldenburg und der Region. Briefe und

Postkarten belegen, dass Professor Bernhard Winter, Hanna Hohnhorst und Nanne Suffrian augenscheinlich einen engeren Kontakt zu Bertha Harbers hatten.

Während des 2. Weltkrieges musste die Künstlerin die Porzellanmalerei fast vollständig wegen einer Materialknappheit an Porzellan und Gold aufgeben. Als ihre Mutter 1943 im hohen Alter von 96 Jahren starb, lebte Bertha hauptsächlich vonden bescheidenen Mieteinnahmen ihres untervermieteten Hauses. Die Erträge des

vorhandenen Gartens und der Verkauf einiger weniger Bilder ließen sie die schwere Zeit leidlich überstehen.

Als sich die Situation nach der Währungsreform stabilisiert hatte, unternahm sie 1950 eine Reise nach Todtnau und 1960 nach Forbach im Schwarzwald.

Künstlerisch bestimmten Blumenmotive mittlerweile ihre Darstellungen auf Aquarellen und Porzellanstücken. Als sich 1967 die Landessparkasse zu Oldenburg für einen Ankauf des

Wohnhauses in der Donnerschweer Straße interessierte, willigte Bertha Harbers sofort ein. Sie erhielt eine Leibrente; auch wurde ihr eine Wohnung in der Alexanderstraße 163 in einer Zweigstelle der Sparkasse zur Verfügung gestellt.

Da sie den Brennofen aus ihrer alten Wohnung nicht mitnehmen konnte, bedeutete dieses

für sie das Ende der Porzellanmalerei. Sie widmete sich jedoch weiterhin der Aquarellmalerei.

Als 1974 altersbedingt gesundheitliche Probleme bei ihr auftraten, bemühte sich die Künstlerin um einen Platz in einem Seniorenheim. Im Altersstift „Simeon und Hanna“ in

Varel bezog sie ihr letztes Domizil. Drei Jahre lebte sie dort.

Am 23. März 1977 verstarb Bertha Harbers 96jährig.

Sie fand ihre letzte Ruhe auf dem Friedhof in Langwarden.3


 

 Quellenangaben 

1.Einwohnerbuch der Stadt Oldenburg für 1929, S. 364

2. Gerhard Bakenhus-Wilhelm Kempin - Maler in Kreyenbrück, S.24, ISBN 3-920557-69-7

3. Persönlich geführtes Interview des Verfassers mit Günther Harbers, Bremerhaven, geführt vom

Verfasser am 11.9.2010

 

Georg Harms-Rüstringen

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Verfasser der Biografie: Arno Randig

 

   

LEBEN UND WIRKEN

 

Im Almanach für die Jadestädte Wilhelmshaven-Rüstringen auf das Jahr

1917 heißt es in einem Bericht über Wilhelmshavener Künstler, dass derMaler

Georg Harms-Rüstringen „im engeren Kreise der Kunstfreunde durch zahlreiche

wertvolle Arbeiten schon längst berechtigtes Aufsehen erregt und sich in

den Kunsthandlungen Bürgerrecht erworben hat". (1)

 

 In jener Zeit lebte Georg Harms, nach kurzem Militärdienst, bereits wieder seit

etwa einem Jahr in Rüstringen,nachdem er von 1910-1916 an der Hochschule für Bildende Kunst in Weimar undzeitweise auch in München besonders Portraitmalerei und Radierung studierthatte. Zu seinen Lehrern zählten u. a. die Professoren Thedy, Rasch und Mackensen. Mit Mackensen hielt er sich studienhalber des öfteren in Worpswedeauf.

Bereits 1913 erwarb er das Diplom für Graphik an der Großherzoglich Sächsischen Hochschule für bildende Kunst in Weimar. Mehrfach wurde er von der Hochschule für besondere Leistungen ausgezeichnet.

 

So wurde ihm als Meisterschüler 1914 eine Bronzemedaille der Carl Alexander Stiftung, im Fach der Malerei zuerkannt.

 

Geboren am 2. November 1890 im oldenburgischen Heppens (später Rüstringen, dann Wilhelmshaven), erlernte G. Harms nach dem Besuch der Volksschule

(Tonndeich) das Malerhandwerk. Bereits in dieser Zeit zeichnete er nach einer kleinen

Photographie ein lebensgroßes Ölgemälde des Großherzogs von Oldenburg, das diesem wohl so gut gefiel, dass er es erwarb und Georg Harms das

Recht verlieh, sich Harms-Rüstringen zu nennen. Da er sich außerdem auf der gewerblichen Fortbildungsschule „durch zeichnerische und

malerische Leistungen rühmlich hervortat“, ermöglichte ihm die Oldenburgische Handwerkskammer im Anschluss an die Gesellenprüfung ab 1908 den Besuch der königlich - hannoverschen Malerschule Buxtehude. Nach dem Wintersemester 1910 verließ er diese Einrichtung mit einem sehr guten Zeugnis, um eine akademische Ausbildung an der Kunsthochschule in Weimar zu beginnen. Dieses Studium wurde ihm durch ein Stipendium der Oldenburgischen Landesregierung ermöglicht. Die Förderung begabter Maler hatte seit Peter Friedrich Ludwig Tradition in Oldenburg. Georg Harms wäre eine derartige Ausbildung ohne dieses Stipendium wäre sicherlich nicht möglich gewesen.

Ab 1916 entstanden in seinem Atelier, zunächst in der Grünstraße, später in der Hegelstraße/Gökerstraße und zuletzt Gökerstraße/Fritz-Reuter-Straße, viele Ölgemälde, Portraits undRadierungen, die in der Presse und auf Ausstellungen in Bremen, Wilhelmshaven und Oldenburg großes Lob fanden.  "Besonders zahlreich waren seine mit feiner Empfindung der Natur abgelauschten Radierungen", heißt es in einem Nachruf in der NWZ. 

 

Seine Werke wurden in Wilhelmshavener Kunsthandlungen, aber auch in Berlin, Oldenburg,Lübeck und anderen Städten verlegt und fanden auch als Buchillustrationen Verbreitung.

Während er sich zunächst mehr heimatlichen Motiven der näheren und weiteren Umgebung widmete, wandte er sich später mehr maritimen Motiven zu. Diese Entwicklung hängt sicherlich mit dem Wiederaufbau der Marine zusammen,

wodurch der Wunsch nach Schiffsbildern stark anstieg. Daneben ergab sich aus der Motivwahl für Harms-Rüstringen eine sichere Einnahmequelle.

 

Am öffentlichen Leben scheint er  kaum aktiv teilgenommen zu haben, doch bezeichnet er sich selbst als Mitbegründer der „Kunsthalle“. Es gibt keine Hinweise darauf, dass er Kontakte zu hiesigen Künstlern pflegte. In dem Kreis heimischer Künstler blieb Georg Harms still und zurückhaltend. Sein Metier war die Radierung, wodurch er weit über unser Gebiet hinaus bekannt wurde", schreibt hierzu Helmut Hertrampf. 

Nachdem im Krieg seine Wohnung mit Atelier in der Gökerstraße, Ecke Fritz-Reuter-Straße sowie ein Großteil seiner Habe, darunter auch viele Druckplatten, zerstört worden waren, zog er mit seiner Frau, von den jahrelang erlebten Bombenangriffen zermürbt, nach Rastede.  

Dort wohnte er zunächst bei einemBauern in Kleibrook und bezog dann eine Wohnung mit einem Atelier und einer Werkstatt für seine Druckerpresse in der Knoopstraße (heute Raiffeisenstraße). Ab 1954 bewohnte er ein kleines Siedlungshaus im Buschweg, das ihm die Gemeinde zur Verfügung gestellt hatte.

Da mit Kriegsende seine maritimen Motive und auch viele seiner Landschaftsradierungen

- letztere vielleicht auch aufgrund ihres leicht melancholischen Charakters - kaum mehr gefragt waren, reiste er viel über Land und bestritt mit Porträtzeichnungen und Zeichenunterricht seinen Lebensunterhalt. Eine Reihe neuer Radierungen mit Ansichten bekannter Bauwerke aus dem Oldenburgischen, wie zum Beispiel Schlössern, Kirchen und Mühlen sind ebenfalls in dieser Zeit entstanden.

Bis zu seinem Tode, kurz vor Vollendung des 65. Lebensjahres am 14.10.1955, lebte er recht zurückgezogen, krank und unter sehr bescheidenen finanziellen Verhältnissen in Rastede. Obwohler zu Beginn seiner Schaffensperiode doch recht bekannt war, geriet er nunimmer mehr in Vergessenheit.

Seine Frau Käthe Harms, geb. Bredlow, nutzte nach seinem Tod die noch vorhandenen Platten und Abzüge, die sie, wie auch schon zu Lebzeiten ihres Mannes, mit "Georg Harms Rüstringen" signierte und verkaufte. Die Druckerpresse, mit der Harms-Rüstringen gearbeitet hatte, ein Teil der Platten sowie der Abzüge wurden von ihr an Privatleute veräußert.

Als sie 1965 starb, wurde der restliche Besitz von der Gemeinde versteigert. Ein Teil der künstlerischen Hinterlassenschaft befindet sich heute im Gemeindearchiv.

"Mit seinen Radierungen von Hafen und Siel, die zumeist alle in charakteristischem Hell - Dunkel gehalten sind, /.../(gehört er)/.../ zu den vom Landschaftlichen stark angesprochenenKünstlern" schreibt Pötter 1958 in einem Aufsatz über "Wilhelmshavener Maler". Die Beschränkung auf "Hafen undSiel" lässt vermuten, dass schon zu dieser Zeit das Werk von Harms-Rüstringen kaum mehr bekannt war. Oder wollte man sich an ihn nicht mehr erinnern, weil er den realistischen, traditionellen Stil, trotz der künstlerischen Innovationsschübe der Weimarer Zeit, des Expressionismus und der neuen Sachlichkeit, stets beibehielt?  Die Städte Wilhelmshaven und Oldenburg erwarben etliche Bilder von ihm, die auch heute noch in einigen Amtsstuben hängen. Auch hatte er verschiedene erfolgreiche Ausstellungen, die in der hiesigen Presse lobende Erwähnung fanden. 

Seine frühen Radierungen sind durch die Aufenthalte in Worpswede stark geprägt.

Hier ist die Freude am Motiv, die Arbeits- und Entdeckungslust in dem Versuch neuer Radiertechniken deutlicher kennbar. Bei den Radierungen der dreißiger Jahre und danach, die fast ausschließlich Marinemotive und bekannte Stadtansichten beinhalten, zeigt sich dann eine gewisse Routine.

Zeitlos sind seine zahlreichen Landschaftsmotive (auch durch den weitgehenden Ausschluss von Mensch und Technik). Sie können auch heute noch als typisch für den Küstenraum angesehenwerden.

 

Quellenangaben:

Mit freundlicher Genehmigung von Arno Randig, dem Verfasser dieser Biografie. 

 

 

 

 

Amalie Hegeler


 

Amalie Hegeler war vielen als Person, jedoch nur wenigen als Malerinbekannt, Obwohl nicht all zu viele Erkenntnisse über ihre Vergangenheit alsMalerin vorliegen, so ist sie doch ein erwähnenswerter Bestandteil derOldenburger Kunst-und Kulturgeschichte.

Amalie Hegeler wurde am 22. Juli 1854 als Tochter des Oberbaurates JohannGeorg Wilhelm Nienburg und dessen Ehefrau Almuth Sophie geborene Trentepohlgeboren.

Die Eltern tauften sie noch in selben Jahr mit evangelischer Konfession.


Bereits mit 21 Jahren heiratete sie am 28. September 1875 den BankdirektorConrad Wilhelm August Hegeler, der am 6.11.1845 geboren wurde.
 

August Hegeler entstammte der angesehenen und sehr wohlhabenden FamilieHegeler aus Eversten, dessen Großvater der Rats-und Gutsherr Conrad HeinrichHegeler (1763-1847) war. Das Landhaus des Ratsherrn Conrad Hegeler in derHauptstraße 19 in Eversten, das dieser 1836/37 vom Oldenburger ArchitektenHeinrich Strack im klassizistischen Stil bauen ließ, existiert noch und zeugtvom damaligen Wohlstand der Familie.
 

Nicht weniger bekannt war Conrad Hegelers Schwester Helene Hegeler (1792-1872),die mit dem General Wilhelm Gustav Friedrich Wardenburg verheiratet war (1781-1838).
 

Der Sohn von Conrad Heinrich Hegeler, Bankdirektor Friedrich BernhardHegeler     (13.9.1802-21.6.1876),heiratete nach dem Tode seiner ersten Ehefrau Margarethe geb Baumann (verstorben1835) Henriette Louise geb Eyting (1819-1905), die neben August Hegeler achtweitere Kinder gebar.
 

August Hegeler trat am 2.1.1868 in die  damalige Spar &Leihbank, der späteren Landessparkasse zu Oldenburg  ein. undam 1.7.1880, ein Jahr vor seinem Tod, wieder aus. Bereits in jungen Jahrengehörte er zur Direktion des Hauses und stieg zum Bankdirektor auf. Er bezog gemeinsam mit Amalie ein Haus in der Gartenstraße 34, das dem Rittergutsbesitzer Ernst Hegeler aus Parchim gehörte.
 

Bereits ein Jahr nach der Heirat wurde am 24.10.1876 Margarethe und am16.3.1879 Anna geboren.
Amalie brauchte sich um ihre Zukunft nicht zu sorgen, zumal ihr Mann Augustdurch seinen Beruf und Ländereien ein genügendes Auskommen hatte. So besaßAugust Hegeler ein 132 Hektar großes Heidegrundstück in Huntlosen, dass er nacheinem Heidebrand in den Jahren 1878/1879 aufforsten ließ.
 

Nur zwei Jahre später, am 27.März 1881, starb August Hegeler 36-jährig.


Amalie verkaufte am 21.Mai 1881 das sich entwickelnde Waldstück für 39500 Markan das Großherzogtum Oldenburg. Die Waldfläche wurde Hegeler Wald genannt. EinSandstein mit dem Namen August Hegelers sowie die Hegeler Waldstrasse deutenauf den ehemaligen Besitzer der Waldfläche hin.
 

Amalie Hegeler wohnte mit ihren Töchtern Margarethe und Anna in den darauffolgenden Jahren weiterhin in der Gartenstraße. Die Mädchen entwickeltensich prächtig und waren der Kunst sehr zugetan. Amalie Hegeler hatte sich indieser Zeit offensichtlich bereits intensiv mit der Malerei beschäftigt, wasdas von ihr 1883 gemalte Bild " untergehende Sonne in der Heide"dokumentiert. Die Arbeit zeigt eine gekonnte Pinselführung wie sie nur einerfahrener Künstler auf die Leinwand bringen kann.
 

Margarethe, die dieses Talent von der Mutter erbte und ebenfalls malte,engagierte sich für den Oldenburger Kunstverein. Anna zog es zur Musik, wobeisich herausstellte, dass sie über alle Maßen talentiert war. So war es nichtverwunderlich, dass die gesamte Familie häufig in vorderster Reihe im Kasinobei Kammermusikkonzerten zu sehen war. Anna entpuppte sich zudem alsKomponistin, sie komponierte Kinderlieder und war als Bratschistin Mitglied desLandesorchesters.

Als der Kreyenbrücker Maler Gerhard Bakenhus sich 1895 in Oldenburgniederließ, unterrichtete dieser bekannte und weniger bekannte Maler undMalerinnen in seinem Atelier,
 

Amalie Hegeler gehörte zu den weniger bekannten Malerinnen, die GerhardBakenhus unterwies. Eine Mappe mit 27 Arbeiten von Kollegen und Schülern, diediese Bakenhus 1920 zu seinem 60-zigsten Geburtstag schenkten, enthielt unteranderem eine Radierung von Amalie Hegeler.
 

Es ist sehr wahrscheinlich, dass Amalie Hegeler bereits viele Jahre vorherden Kontakt zu Bakenhus aufgenommen hatte. Inwieweit sie zu diesem Zeitpunktbereits Malunterricht bei ihm nahm, konnte allerdings nicht geklärt werden.
 

Amalie Hegeler besuchte zur gleichen Zeit wie Gerhard Bakenhus im Herbst 1906die Ausstellung von Hugo Duphorn in Rastede, einem Freund von Bakenhus. Beide trugen sich kurz hintereinander in das Gästebuch Duphorns ein, das dieser in seinem Atelier ausgelegt hatte.
 

Am 19. August 1926 wurde die Familie von einem schweren Schicksalschlaggetroffen.
 

Margarethe und Anna Hegeler befanden sich gemeinsam in dem SchnellzugBerlin-Köln und näherten sich der Ortschaft Leiferde. An dieser Bahnstrecke lauerten zwei 22-jährige Brüder, die beschlossen hatten, den Postwagen und die Zuginsassen auszurauben. Sie brachten den Zug zum Entgleisen. Einige Abteilegerieten dabei in Brand. Bei dem Attentat, das 24 Zuginsassen das Leben kosteteund bei dem 39 Personen zum Teil schwer verletzt wurden, traf es auch Anna und Margarethe. Beide wurden schwer verletzt, Anna in letzter Sekunde aus einem brennenden Waggon gerettet. Die beiden Geschwister litten in den nachfolgendenJahren sehr stark unter den Ereignissen und Verletzungen.
 

Am 24.1.1936 starb Margarethe Hegeler im Alter von 60 Jahren, Anna am 12.2.1937im Alter von 58 Jahren. Ihr großer und bedeutender musikalischer Nachlass gingan einen
 

Neffen in Mannheim. Dessen Haus erhielt während des Zweiten Weltkriegeseinen Bombenvolltreffer, der das Haus und den gesamten Nachlass vollständig zerstörte.
 

Amalie Hegeler, die mittlerweile in die Taubenstraße 20 in Oldenburg umgezogen war, starb am 6. Februar 1938.
 

Ein Teil ihres Nachlasses, nämlich 4 Arbeiten, bestehend aus drei Ölgemälden und eine Federzeichnung, erhielt das Landesmuseum Oldenburg.
 

Die Familie wurde auf dem Oldenburger Gertrudenfriedhof in einemFamiliengrab bestattet. Ein 2,50 Meter hoher Obelisk, links neben dem Mausoleum, auf dem die Namen aller Familienmitglieder in den Sandstein gemeißelt sind, weist darauf hin, dass diese Familie existiert hat.
 

 

 

Quellenangaben Amalie Hegeler

 

2. Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, ISBN3-89442-135-5, Seite 292,292.

3. Der Oldenburgische Hauskalender  oder Hausfreund auf das Jahr 1938, Kurzdarstellung über AnnaHegeler

4. Der Oldenburgische Hauskalender 1985 S. 77 ff. mit einem Beitrag überAnna Hegeler von Hedwig Willms

4. Adressbücher der Stadt Oldenburg von 1887/88,1916,1921,1929,1933/34

5. Gerhard Bakenhus-Wilhelm Kempin, Maler in Kreyenbrück-Ein Beitragzur     Landschaftsmalerei in Norddeutschland ,S. 24,ISBN3-920557-69-7

6. Gerhard Wietek-200 Jahre Malerei im Oldenburger Land-, S. 257,ISBN3-9801191-0-6

7. Kirchenbuch der Gemeinde Eversten, Trauungen 1856 - 1875, 250 Nr. 55Bd 3.

8. Der Hegeler Wald- Eine Zeitreise durch Huntlosen-von Dirk Faß Web.Link:   http://www.wolfganghoffmann.de

9. Das Landhaus des Ratsherrn C.H. Hegeler-Ein Beitrag vom GymnasiumEversten-Klassizismus in OldenburgWeb.Link: http://www.gymnasium-eversten.de.

10. Irla Duphorn-Kaiser - Erinnerungen eines Oldenburger Malers -Seite114,ISBN 3-87358-126-4

11. Amtsgericht Oldenburg - Nachlassgericht-,Geschäftsnummer:NZS 4 VI123/38 

 

Ernst Hemken

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

Georg Melchior Bernhard Ernst  Hemken, wurde am 21. April 1834 als erster Sohn des Advokaten und Obergerichtsanwaltes Friedrich Christoph Melchior Hemken (1805-1871)und dessen Frau Dorothea geb. Decker(1813 – 1890) in Jever geboren. Er wuchs in Jever auf und besuchte das Mariengymnasium. Hier verbrachte er seine Kindheit und absolvierte das Mariengymnasium. Ursprünglich wollte er Seemann werden, begann aber 1852 seine künstlerische Ausbildung bei dem Landschafsmaler 

 Friedrich Preller d.Ä. (1804 - 1875) in Weimar. Hemken lebte im Hause seines Lehrers. Dieser legte Wert darauf, seinen Schülern als Grundlage der Malerei das Verständnis für den menschlichen Körper zu vermitteln.

1855 setzte Hemken seine künstlerische Ausbildung an der Akademie in  Dresden fort. und zwar bei dem Galeriedirektor und späteren Nazarener Julius Schnorr von Carolsfeld (1794 - 1872) . Er wandte sich der Portraitmalerei zu, arbeitete aber auch an biblischen Sujets.

So schuf er unter anderem ein Altarbild für die Kirche in Brake und „Adamund Eva finden die Leiche Abels“, entstanden 1857, in Dresden,  sowie „Potiphars Weib klagt Joseph an“.

Für eines seiner Gemälde erhielt er den ersten Preis der Akademie.

In der Zeit vom 7.2.-9.2.1858 beteiligte sich Hemken in Oldenburg an der 104. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins mit dem oben genannten Altarbild „Adam und Eva finden die Leiche Abels“.

Auf der 11.2 Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein, ausgerichtet vom 22.5.-24.5.1859, zeigte Hemken vier Portraits.

 

Der Verkauf seiner Arbeiten ermöglichte es Hemken, sich mit seinem Lehrer Friedrich Preller d.Ä. und dessen Sohn 1959 über Genua, Florenz und Livorno nach Rom zu begeben. Ende Oktober kamen sie dort an und verlebten den Winter in Olevano Romano. In Rom trat Hemken dem Deutschen Künstlerverein bei und verbrachte den folgenden Sommer in Olevano in den Sabinerbergen.

Bedingt durch eine Krankheit kehrte Hemken erst im August 1861 nach Deutschland zurück.

Während zwischenzeitlicher Aufenthalte in seiner Heimatstadt Jever fertigte Hemken Kopien von Familienbildern des Grafen Wedel für das Wasserschloss Neustadt-Gödens an und schuf mehrere Portraits, wie z.B. das des Kaufmanns A.B. Süssmilch (1858) oder des Advokaten Geber (1859). Nach einem Italienaufenthalt wieder in Deutschland, folgte Hemken dem Ruf Prellers, zusammen mit Edmund Friedrich Kanoldt (1845 - 1904) den Sockelfries für die Odyssee im Grossherzoglichen Museum zu Weimar auszuführen. Ab 1869 lebte Hemkenständig in Dresden, wo er als Bildnismaler und später als Kopist alter Meistertätig war. In dieser Zeit entstanden die Portraits des Ehepaares Bleeker(1881). 

 In der Zeit vom 25.9. – 20.10.1895 beteiligte sich Ernst Hemken  mit einer Kopie von Tizian – Der Zinsgroschen – an der 279. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein.

Ein letztes Mal stellte er dort in der Zeit vom 24.4.1904 -27.4.1904 anlässlich der Feier zum 100jährigen Bestehen der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg aus und zeigte dort drei Portraits.

 

Der Maler Ernst Hemken starb am 11.7.1911 in Dresden.


 

 Quellenangaben:

 

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914, Seite 77

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 258

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, ein Beitrag von José Kastler, Seite 300-301

 

 


 Max Herrmann

 


 

 


 


 


 


 


 



 

 

Der Maler Max Herrmann wurde am 11. September 1908 in Halle/Saale geboren. Nach der Schulzeit  begab sich Herrmann in den Jahren von 1926 bis 1928 in die Werkstatt des Malers, Grafikers und Architekten Karl Völker  ( 1889 – 1962) und erhielt dort eine handwerkliche Ausbildung, erstes Malen und Zeichnen. Zudem wurde er zu architektonischen Arbeiten herangezogen und half bei Kirchenrenovierungen in der Provinz Sachsen mit. In dieser Zeit eignete sich Herrmann Kirchen maltechniken an.

 1928 bis 1930 wurde er an der Kunstakademie Dresden aufgenommen. Dort studierte  er unter anderem bei  Richard Müller (1874 – 1954) das Aktzeichnen und Materialkunde bei Kurt Wählte Schließlich wurde er Meisterschüler des Expressionisten Otto Dix ( 1891– 1969).

Er verließ anschließend die Kunstakademie und ging an das Städtische Kunstinstitut in Frankfurt/ Main, wo er Meisterschüler Max Beckmanns( 1884 – 1950) wurde.

In den Jahren 1932 bis 1933 besuchte Max Herrmann die Kunstgewerbeschule Burg Griebichenstein bei Halle/Saale und ließ sich dort im Zeichnen von Charles Crodel                ( 1894– 1973)und Gerhard Marcks( 1889– 1981) unterrichten .

 

Durch private Vermittlung nahm er in jenem Jahr einen Wohnungswechsel vor. Als Kunsterzieher fand er zunächst eine Anstellung in dem Volkshochschulheim Bertha Ramsauers in Husbäke, wo er Kunstunterricht erteilte, die Chorleitung und das Instrumentalspiel übernahm. Dort lernte er auch seine spätere Ehefrau kennen.

1934 verließ das Paar die Einrichtung und zog nach Oldenburg. Dort versuchte Max Herrmann zunächst, sich als freier Künstler den Lebensunterhalt zu sichern.

Zudem erteilte er privaten Musikunterricht. Da der Verkauf seiner Arbeiten jedoch schleppend voran ging, ließ sich der musikalisch begabte Maler in den Jahren 1935 und 1936 am Leipziger Konservatorium zum Musiklehrer, Organisten( bei Karl Hoyer) und Chorleiter ausbilden. Das Organistenexamen legte Herrmann bei Kurt Fiebrig in der Kirchenmusikschule Aschersleben ab.

In den Jahren von 1937 bis 1940 betätigte er sich in Oldenburg weiterhin als freier Maler. Gleichzeitig unterrichtete er als Musikerzieher an der Hochschule für Lehrerbildung, der späteren Pädagogischen Hochschule. Zur gleichen Zeit betätigte er sich,1949 beim Oldenburger Staatstheaters Chorrepetitor und übernahm das Organistenamt. Zudem war er in derJugendmusikschule Oldenburg aktiv.

Von 1940 bis 1945 versah Max Herrmann den Kriegsdienst und wurde dabei schwer verwundet. Die Zerstörung seiner Wohnung in Bahnhofsnähe durch einen Bombenangriff zwangen den Künstler zu einem Neubeginn.

1946 kehrte Herrmann nach Oldenburg zurück und betätigte sich in Oldenburg erneut als freischaffender Künstler. Ein Austausch  mit  Hannoveraner Malerkollegen, allen voran Carl Buchheisrer (1890 – 1964) ebneten Herrmann neue Wege in der malerischen Gestaltung.

Er trat 1947 in Oldenburg der „ Junge Gruppe“ im Bund Bildender Künstler bei und betätigte sich in  dem Berufsverband an vielen Ausstellungen.

Max Herrmann widmete sich neben der Malerei der Gestaltung von Kirchenfenstern und Altarräumen. Er erhielt viele öffentliche Aufträge zur Gestaltung unter anderem  von Schulen, Kirchen und öffentlichen Gebäuden . Sein Wirkungskreis zog sich durch Niedersachsen, in erster Linie schuf er jedoch Arbeiten in Oldenburg, dem Oldenburger Land und Ostfriesland.

In den Jahren von 1956 bis 1990 entstanden auf diese Weise nicht weniger als 50 künstlerische Arbeiten, die bis heute die jeweiligen Gebäude schmücken.

Neben den zahlreichen Ausstellungsbeteiligungen im BBK nahm Max Herrmann an mehreren Einzelausstellungen teil:

1950 ,Galerie Schwoon, Oldenburg.

1955, Oldenburger Kunstverein( zusammen mit VeronikaCaspar-Schröder, und Reinhard Pfennig)

1956, Neues Forum Bremen, Böttcherstraße (mit Gerhard GeorgKrueger und Anna Maria Strackerjahn)

1974, Stadtmuseum Oldenburg

1985, Kollektivausstellung in der Deutschen Gesellschaft fürchristliche Kunst, München

1986, Galerie Jacob, Oldenburg

1988 Galerie Jacob, Oldenburg

1991 Galerie 42, Sara Ruth Schumann, Oldenburg.

1993, anlässlich seines 85. Geburtstages wurde eine umfassende Ausstellung im Oldenburger Kunstverein durchgeführt.

1998 Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg anlässlich seines 90. Geburtstages.

 

Max Herrmann starb am 18. November 1999.

Im Jahre 2000 richtete das Landesmuseum Oldenburg die Ausstellung „ in Memorial Max Herrmann“ aus.

 

Quellenangaben Max Herrmann

 

1.Katalog zur Ausstellungseröffnung von Max Herrmann imOldenburger Kunstverein vom 11.9.-16.10.1994, Text und Konzeption JürgenWeichardt, ISBN 3-89442-214-9

2. Kirchführer Rechtsupweg

Ausstellungsflyer Max Herrman, Ausstellung vom24.3.-22.4.1974 im Stadtmuseum Oldenburg

Ausstellungskatalog des Stadtmuseum Oldenburg aus Anlass derAusstellung vom 30.8.-27.9.1998, mit einem Beitrag von Ewald Gäßler, Band 12der Neue Reihe zur  aktuellen Kunst

Taschenbuch  derArbeitsgruppe Kunsthandwerk Oldenburg vom 12. Juni 1956, ohne Seitenzahl.

Ausstellungskatalog – 35 Jahre bbk Landesgruppe Oldenburgvom 16.5.-6.6.1982, S. 46-47

Ausstellungskatalog Malerei-Entwürfe, OldenburgerKunstverein Lamberti-Kapelle, 11.9.-16.10.1994

Oldenburger Hauskalender von 1963, S. 41 


 


 

Dr. Helmut Hertrampf

 

Helmut Hertrampf wurde am 21. April 1911 in Rüstringen geboren. Nach der Schulzeit studierte er Zahnmedizin .

Ab 1935 arbeitete er als Assistent in einer zahnmedizinischen Klinik. 1938 eröffnete er eine eigene Praxis. Bereits im Kindesalter entdeckte er sein zeichnerisches Talent. Während des Zeiten Weltkrieges und danach setzte eine künstlerische intensive Phase ein, in welcher er eine größere Anzahl Arbeiten mit heimatlichen Ansichten schuf.

Nach 1946 bemühte er sich neben seiner zahnärztlichen Tätigkeit um die Wiederbelebung der Kunst in Wilhelmshaven.

Bei einem Wettbewerb, der von der Stadt Wilhelmshaven  unter dem 

Thema „ Unsere Heimat“ ausgelobt wurde, erhielt das Bild „ Rüstersiel“ von Hertrampf den zweiten Preis.

In seiner Freizeit nahm sich Hertrampf typisch norddeutscher Themen, wie Hafen, Boote und Schiffe, Volksleben pp., an.

Er bereiste Nordafrika und besuchte Rhodos, Indien und Nepal. Diese Reisen inspirierten ihn immer wieder aufs Neue.

Der Maler fungierte auch als Autor des Buches „ Mein Weg alsMaler“. Dabei handelt es sich um autobiografisches Werk.

1944 nahm er an der Kunstausstellung Gaukulturtage Weser-Ems teil. Die Ausstellung fand im „Augusteum“ zu Oldenburg statt. Hertrampf war mit drei Ölgemälden vertreten.

Im Eckhaus Luisenstraße/Königstraße 154 (heute Ebertstraße) bei Karl Schiele eröffnete Hertrampf am 4. November 1945 eine Ausstellung seiner Ölgemälde und Zeichnungen.

Helmut Hertrampf war Mitglied im Bund Bildender Künstler Gruppe Oldenburg.

Er nahm an der 1. Herbstausstellung vom 6.-27. Oktober 1957 im Oldenburger Schloss teil.

Vom 2. Juli bis 31. Juli 1960 nahm er an der Niedersächsischen Kunstausstellung in den Räumen des Neuen Gymnasium inOldenburg, Alexanderstraße teil.

 

In der Zeit vom 6.-27. Dezember 1970 fand im der Kunsthalle Wilhelmshaven eine Ausstellung statt, bei der seine Arbeiten aus den Jahren 1958 bis 1970 gezeigt wurden.

Am 24. Oktober 2011 wurden 25 frühe Arbeiten Hertrampfs in der Kunsthalle Wilhelmshaven ausgestellt.

 

Dr. Helmut Hertrampf starb am 10. April 2003 in Wilhelmshaven. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Friedhof Friedenstraße inWilhelmshaven.

 

Quelle:

 

Kunst an der Jade – Wilhelmshaven 1912 – 1987, herausgegeben vom Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven 1987.

Wilhelmshavener Heimatlexikon, Folge 27 vom 30.2.1985, S. 210

Pressebericht der Wilhelmshavener Zeitung vom 22.10.2011anlässlich der Hertrampf -Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven.

Auszüge aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie über Helmut Hertrampf

Ausstellungskataloge der Jahre 1957 und 1960 des BBK

Ausstellungskatalog von 1944, Gaukulturtage Weser-Ems, S. 18

 


 

 Arthur Heyer


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Fotograf und Kunstmaler Arthur Heyer wurde am 19.Mai 1881 in Tilsit als eines von insgesamt acht Kindern des Glasmachers Wilhelm Heyer und dessen Ehefrau Therese geboren. Arthur war das älteste Kind der in bescheidensten Verhältnissen lebenden Familie.

Unmittelbar nach seiner Geburt zogen seine Eltern nach Düsseldorf um, weil sein Vater in der Gerresheimer Glashütte, die bereits 1890 über 1200 Beschäftigte hatte und zu diesem Zeitpunkt die größte Glashütte der Welt war, eine neue Anstellung gefunden hatte.

In Düsseldorf besuchte Arthur Heyer zunächst die Schule bis zur 8. Klasse. Er zeigte sehr großes Interesse am Zeichnen und nutzte jede freie Minute, um Dinge mit Zeichenstift oder Kohle zu skizzieren oder zu malen.

Geld für die Anschaffung von Ölfarben konnten seine Eltern zu diesem Zeitpunkt nicht aufbringen.

Arthur Heyer war gerade 15 Jahre alt und hatte die Schule verlassen, als er, um die Familie finanziell zu unterstützen, in der Glashütte, in der auch sein Vater arbeitete, eine Anstellung als ungelernte Hilfskraft annahm. Als sogenannter Austräger bestimmte die

körperlich schwere Arbeit mit 10 Arbeitsstunden pro Tag und einer Sechstagewoche seinen Lebensrhythmus.

Einen Großteil seines geringen Lohnes steuerte er zur Unterstützung der Familie bei. Von dem, was ihm verblieb, kaufte er Ölfarben und widmete sich der Ölmalerei. Zudem nahm

er Unterricht bei zwei Kunstmalern mit Namen Schwarz und Möller, die in Düsseldorf ansässig waren und von Arthur Heyer, wann immer es ihm möglich war, aufgesucht wurden.

Nach einigen Jahren verließ die immer größer werdende Familie Düsseldorf und zog nach Nienburg, wo sein Vater in einer anderen Glashütte eine neue Anstellung gefunden hatte.

Arthur Heyer beschloss, nunmehr eigene Wege zu gehen, und verließ sein Elternhaus. Er hatte sich zwischenzeitlich eine Fotokamera gekauft, weil er die Feststellung getroffen

hatte, dass man durch das Fotografieren von Personen und Gebäuden und den Verkauf dieser Fotos durchaus Geld verdienen konnte. Zudem hatte er die Möglichkeit, auf diese Weise interessante Motive im Bild festzuhalten und diese später mit Ölfarben auf Leinwand zu übertragen.

Diese Vorgehensweise war für ihn viel komfortabler als möglicherweise bei Wind und Regen in der freien Natur zu sitzen um, vor Ort die entsprechenden Motive zu skizzieren oder zu malen. Als Wanderfotograf war er häufig zu Fuß unterwegs, nur manchmal fuhr er mit dem Zug oder dem Omnibus. Sein Weg führte ihn bis in die Mitte Deutschlands, wo er einige Zeit für ein Fotogeschäft arbeitete. Ihm wurde ein Werber zur Seite gestellt, der die damals misstrauischen oder scheuen Mitmenschen überreden musste, ein Foto von sich, ihren Angehörigen, Wohnungen oder Häusern machen zu lassen.

Da sich diese Tätigkeit durchaus rentierte, war es nur allzu verständlich, dass Heyers Reisen immer weiter in die Ferne führten, unter anderem bis nach Paris, wo er sich eine

kurze Zeit aufhielt. Arthur Heyers Wunsch, sich als Kunstmaler zu betätigen, war stets präsent. Er reiste aus diesem Grunde nach Dresden und belegte Zeichen- und Malkurse in den privaten Kunstschulen der akademisch ausgebildeten Kunstmaler Heinrich Hartung (1851-1919) und Otto Hammel (1866 – 1950) im Fachbereich Aquarell und Landschaftsmalerei.

 

Einige Jahre später zog es ihn in das Städtchen Oker im Harz, weil seine Eltern mit seinen Geschwistern mittlerweile dorthin gezogen waren. In einer dort ansässigen Glashütte hatte sein Vater Wilhelm abermals eine neue Anstellung gefunden. Arthur Heyer, der sich inzwischen zu einem hervorragenden Fotografen entwickelt hatte,

eröffnete in dem Ort ein Foto- und Maleratelier und hatte schon nach kurzer Zeit Erfolg damit.

Im Jahre 1906 heiratete er die Tochter eines ortsansässigen Gastwirts, welche ihn nach der Heirat mit dem Betrieb einer Schneiderei unterstützte. Da sich Arthur Heyer künstlerisch weiterentwickeln wollte, begab er sich nach Hamburg und nahm Unterricht bei einem Herrn Moritz, der ein ausgebildeter Restaurator und Porträtmaler war. Eine weitere

Reise führte ihn abermals nach Dresden, wo er erneut Malkurse besuchte.

Während seine Frau das Fotogeschäft und die Schneiderei weiterführte, betätigte sich Heyer bis 1909 zeitweise in Bad Harzburg und Essen in Fotogeschäften als Fotogehilfe,um die Reisen und den Unterricht zu finanzieren. Der umtriebige Künstler und Geschäftsmann übernahm schließlich im ostfriesischen Leer ein Fotoatelier, dass er ein

paar Jahre später jedoch wieder aufgab. Mit seiner Frau und mittlerweile zwei Kindern eröffnete er anschließend in Nienburg ein

Fotogeschäft, dass er bis 1914 führte. Er betätigte sich zudem als Porträtmaler und bekam unter anderem Aufträge aus dem Welfenhaus Hannover und von angesehenen und

solventen Einwohnern der Stadt. Als 1914 der 1. Weltkrieg ausbrach, wurde auch Heyer zum Wehrdienst

einberufen. Seine Dienststelle war das „1. Garderegiment zu Fuß „ in Potsdam. Noch im selben Jahr nahm er am Marnefeldzug teil, erlitt dabei einen Durchschuss seines linken Arms und kehrte verwundet wieder nach Potsdam zurück. Als ein Medizinalrat namens Professor Wolf erfuhr, dass sich ein Maler und Zeichner in der Krankenabteilung des Hauses befand,, wurde Arthur Heyer angetragen, die

Verletzungen der im Gefecht verwundeten Soldaten zu dokumentieren. Als anatomischer Zeichner für Kriegsverwundungen hatte Arthur Heyer viele Monate lang so ein Auskommen.

1918, unmittelbar nach Ende des 1. Weltkrieges, zerbrach die Ehe Heyers. Während seine Frau in Nienburg das Fotogeschäft weiter betrieb, blieb er in Berlin, übernahm in

Berlin - Friedrichshagen ein Fotoatelier und richtete sich darin ein Atelier für Porträtmalerei ein. Im Verlaufe der Zeit lernte er dabei den Dichter Gerhart Hauptmann kennen, den er mehrfach porträtieren und fotografieren durfte.

Arthur Heyer an der Staffelei mit dem Porträt des Dichters Gerhart Hauptmann Politisch engagiert, arbeitete Heyer als überzeugter Sozialdemokrat mittlerweile im Rat der Stadt. Nach seiner Scheidung heiratete er erneut. Seine Frau brachte 1930 eine Tochter

zur Welt. Bis 1933 arbeitete Arthur Heyer in Friedrichshagen erfolgreich als angesehener Fotograf und Maler. Mittlerweile hatten sich jedoch die politischen Verhältnisse geändert. Der Fokus der damaligen SA richtete sich unter anderem auch auf ihn. Da er aufgrund seiner

Parteizugehörigkeit in der SPD Repressalien fürchten musste, gab er sein Geschäft in Berlin auf.

(Am 24.03.1933 stimmten – außer der SPD – alle anderen Reichstagsfraktionen für das Ermächtigungsgesetz. Am 22.06.1933 wurde schließlich die SPD verboten.

„Überwachungen, Hausdurchsuchungen, Bespitzelungen, Verhöre und Verhaftungen waren an der Tagesordnung. Ehemalige Mitglieder der SPD wurden schikaniert. In jedem Haushalt, der auch nur als SPD- nah galt, wurde nach verbotenen Büchern und belastenden Schriften gesucht). Nach einem kurzen Aufenthalt in Aschersleben verließ er

Deutschland und baute sich in den Niederlanden in dem kleinen Städtchen Winschoten eine neue Existenz auf.

Hitlers Aktivitäten nach 1933 in Deutschland wirkten sich auch auf Deutsche im Ausland negativ aus. 1935 gelang es Heyer, nach Deutschland zurückzukehren.

Mit der Eröffnung eines Fotogeschäftes in Oldenburg sollte Arthur Heyer endlich dauerhaft sesshaft werden. Arthur Heyer betätigte sich in der Folgezeit nur noch als Fotograf und hatte damit ein

gesichertes finanzielles Auskommen. Hin und wieder trat man mit dem Wunsch an ihn heran, von berühmten Gemälden Kopien anzufertigen. Auch kam es vor, dass jemand seine Landschaftsgemälde erwarb.

Da der Betrieb des Fotogeschäftes genügend abwarf, brauchte der Maler keinem Berufsverband beizutreten oder sich um die Teilnahme an Ausstellungen zu bemühen.

1965 übergab er schließlich, 84 jährig, das Geschäft an seine Tochter.

Arthur Heyer nutzte seit seiner damaligen Ankunft in Oldenburg jede freie Minute, um zu Fuß die Stadt zu erkunden. Auf seinen täglichen Spaziergängen, bei denen er in der Regel

zwei oder mehr Stunden unterwegs war, fotografierte er immer wieder reizvolle Motive und

malte diese später, wenn die Fotos entwickelt waren, in einem Zimmer seines Hauses in Ölfarben auf Leinwand, Hartfaserplatte oder Pappe.

Im Verlaufe der vergangenen Jahre entstanden auf diese Weise viele mittlerweile stadthistorisch wertvolle Ansichten, die dem Betrachter der Bilder ein Stück Stadtgeschichte vermitteln. Sie befinden sich zu einem Teil noch im Besitz der Familie. Arthur Heyer war als Maler Autodidakt. Sein Talent, der Besuch zahlreicher Malkurse bei

renommierten Kunstmalern und seine genaue Beobachtungsgabe haben ihn einen eigenen und unverkennbaren Malstil entwickeln lassen, der ihn als Kunstmaler

auszeichnet. Arthur Heyer starb nach einem bewegten Leben im hohen Alter von 92 Jahren am 24. Dezember 1973 in Oldenburg.

Er fand seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof in Donnerschwee.

Quellenangaben

1.     www.spd-degerloch.de/index.php?mod=content...id

2.     Persönlich geführtes Interview mitMarietta und Paul Meskemper , geführt vom Verfasser im Oktober 2007. 

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 

Hinrich Hilmer


 


 


 


 


 


 


 

 

In der Vergangenheit gab es hoffnungsvolle künstlerisch begabte Talente, denen es aus

den verschiedensten Gründen versagt blieb, sich fort zu entwickeln. Entweder fehlten

diesen Personen für eine künstlerische Weiterbildung die finanziellen Mittel oder

außergewöhnliche Vorkommnisse führten dazu, dass ihre weitere Entwicklung ein

plötzliches Ende fand. Je länger diese Ereignisse zurückliegen, desto eher geraten solche

Menschen in Vergessenheit. Ihnen fehlte die Gelegenheit oder die Zeit, sich durch ein

fundiertes Studium als Künstlerin oder Künstler einen Namen zu machen.

Vor allem im 1. oder 2. Weltkrieg fielen viele hoffnungsvolle Talente dem Krieg zum Opfer,

sei es als Soldat oder Zivilist.

Opfer des 1. Weltkrieges waren zum Beispiel die Oldenburger Künstler Fritz Notholt

(1884-1914) und August Diers (1885-1915), die als Soldaten im 1. Weltkrieg fielen.

Ein solcher hoffnungsvoller Künstler, der im 1. Weltkrieg als Soldat ebenfalls gefallen ist

und der seine Wurzeln im heutigen Petersfehn in der Woldlinie hat, war Hinrich Hilmer.

Hinrich Hilmer wurde am 30. Dezember 1891 als jüngstes von fünf Kindern des Bauern

Hermann und Charoline Hilmer geboren.

Bauernhof der Familie Hilmers im heutigen Petersfehn, An der Woldlinie 32. Das

Foto entstand um 1920/30.

Hermann Hilmer hatte sich mit seiner Frau Charoline 1851 in der damaligen "Colonie zu

Bloherfelde" (auf dem Kolonat 55, 2.2.1851), dem späteren Petersfehn angesiedelt, und

bewirtschaftete dort drei Hektar Land. Neben der Kuh- und Schweinehaltung sicherte

Hermann Hilmer durch Torfabbau auf einem Teil des Grundstückes die bescheidene

Lebensgrundlage für die Familie.

In dieser ländlichen Umgebung wuchs Hinrich Hilmer auf. Schon als Kind wurden er und

seine Geschwister zu einfachen Arbeiten auf dem Hof und im Haushalt herangezogen.

Hinrich besuchte die Volksschule in Petersfehn. Während der Schulzeit beschäftigte er

sich bereits intensiv mit Zeichnen und Malen.

„Wehnen“,Aquarell, 22,3 cm x 18,6 cm, signiert unten rechts H Hilmer,datiert

16.6.1910

Nach der Schulzeit begann er, am 17. April 1905, eine Lehre in dem Malerbetrieb Martin

Suhr in Eversten. Die Lehrzeit schloss Hinrich Hilmer am 29. April 1910 mit der

Gesellenprüfung ab. Das Gesellenprüfungszeugnis der Maler- und Lackierer-Innung zu

Oldenburg bestand er mit der Note "gut" und den Lehrbrief mit der Note "sehr gut".

Mit dem Gesellenbrief in der Tasche ging er anschließend, wie es damals üblich war, auf

Wanderschaft. Er fand in unterschiedlichsten Malereibetrieben Arbeit. Sein Tätigkeitsfeld

umfasste dort das Anstreichen von Wänden bis hin zur zeichnerischen Gestaltung von

Werbeplakaten. Die erste Wanderschaft führte Hinrich Hilmer über Hannover und

Hildesheim nach Thüringen. Dort hielt er sich einige Zeit in Jena und Apolda auf.

„Frankfurt a. Main“, Aquarell, Lutherhaus mit Kannengießergasse, unsigniert,

undatiert

Im Frühjahr 1911 kehrte er in die Gegend um Hannover zurück und blieb dort bis zum

Herbst 1912. Nachvollzogen werden kann, dass er sich in dieser Zeit in Marienwerder,

Isernhagen und Bad Nenndorf aufhielt.

1913 führte ihn die Wanderschaft über Elberfeld nach Aachen, wo er für etwa drei Monate

im Hotel "Grand Monarque" Malerarbeiten ausführte. Während seiner freien Zeit machte er

Ausflüge in das Dreiländereck. Über Bingen, den Taunus und Frankfurt führte sein Weg

dann erneut nach Hannover zurück. Auf der Wanderschaft nutzte er jede Gelegenheit,

reizvolle Landschaftsmotive als Zeichnung oder Aquarell auf Papier festzuhalten.

Seinem Traum, später einmal als Künstler zu arbeiten kam er näher, als er 1913 an der

Kunstgewerbeschule Hannover einige seiner Arbeiten der Auswahlkommission vorlegte.

Offenbar hatten diese Arbeiten überzeugt, denn im November des Jahres wurde der

talentierte junge Mann an der Kunstgewerbeschule angenommen. Hinrich Hilmer suchte

daraufhin in Hannover eine Unterkunft und fand diese in der Leisewitzstraße 16.

Etwa 10 Monate lang widmete er sich dem Kunststudium. Am 14. August 1914 musste er

es vorzeitig beenden.

Wie viele andere auch, wurde mit Beginn des 1. Weltkrieges im Rahmen der allgemeinen

Mobilmachung auch der 23jährige zum Kriegsdienst eingezogen; zunächst in Hannover,

dann in Munster-Lager stationiert, wurde er im Mai 1915 mit seiner Kompanie an die

französische Front verlegt.

„Aussicht über Hannover“, Aquarell, 65,4 cm x 48 cm, signiert Hilmer, datiert 1914

Anfang Juni kam er in der östlichen Picardie, der Gegend von Soissons, an. Schon wenige

Wochen später erlitt er bei einem Fronteinsatz eine Beinverletzung. Zunächst in einem

Lazarett in der Nähe von Chauny behandelt, wurde er im August des Jahres nach

Würzburg und im November nach Bad Brückenau verlegt. Für mehrere Wochen riss der

Kontakt zur Familie anschließend ab.

Ein Lebenszeichen erreichte die Familie Anfang 1916. Hinrich Hilmer meldete sich aus

Strassburg und teilte unter anderem mit, dass er mit "fachmännischen Arbeiten" beauftragt

sei, ohne diese Aussage jedoch zu konkretisieren.

Am 26. April 1916, als Hinrich Hilmer in Veslud bei Laon mit dem Eisernen Kreuz

ausgezeichnet wurde, sandte er ein letztes Lebenszeichen aus.

Als Angehöriger des Reserve Infanterie Regiments 92 (39. Res.Brig.;19 Res. Div.1

Bataillon, 2. Komp.) kam es offenbar zu einem Fronteinsatz bei Becelaere.

Am 30.9.1917 tauchte Hinrich Hilmer auf der Verlustliste des Regiments auf. Er galt

seitdem als vermisst.1

Die auf der Wanderschaft und während des Kunststudiums entstandenen Arbeiten Hilmers

lassen das künstlerische Potential erahnen, das in dem jungen Künstler steckte.

Erhalten geblieben sind etwa 150 Arbeiten von ihm, die sich heute im Besitz des

Oldenburger Stadtmuseums befinden.

 

Quellenangaben

1. www.denkmalprojekt.org

2. Persönliches Interview des Verfassers mit Hartmut Witte, geführt vom

Verfasser im Juni 2010. Alle Angaben zu Hinrich Hilmer stammen von

Hartmut Witte.


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 



 

 

Willy Hinck


 

 

 


 


 


 


 


 


 



 

Willy Hinck wurde am 11.2.1915 in Bremerhaven - Lehegeboren. 1919 zog die Familie nach Varel um, wo sein Vater eine Tätigkeit alsZollangestellter angenommen hatte. Hinck verlebte seine Kindheit in Varel undbesuchte dort die Oberrealschule. Von 1932 bis 1934 absolvierte er eine Lehreals Bankkaufmann in Varel und arbeitete dann als Handelsvertreter undJournalist. Bei Kriegsausbruch wurde er eingezogen. 1945 geriet er in Berlin inrussische Kriegsgefangenschaft, aus der er ausbrechen konnte. 1947 trat derMaler dem Bund Bildender Künstler Oldenburg bei. Seit 1948 war er als Reporter,Pressezeichner und Redakteur für die Nordwest-Zeitung in Oldenburg tätig, wobeier parallel der künstlerischen Tätigkeit nachging. Seit 1950  lebte er in Dangast, wo seine Frau dasKinderheim „ Haus Irmenfried“ übernahm, die ehemalige“ Villa Wobick“, in derseinerzeit die von 1907 bis 1912 in Dangast wirkenden Brücke-Maler Erich Heckelund Karl Schmidt - Rottluff verkehrten. Hinck baute auf dem benachbartem Grundstückan der Rennweide ein Wohnhaus mit Atelier und legte einen rund 5000Quadratmeter großen Garten um sein Haus an, der mit seinen zahlreichenexotischen Pflanzen als herausragend im Oldenburger Land gilt. Im „ HausIrmfried“ betrieb er seit 1970 auch eine eigene Galerie. 1972 wandte sich Hinckvom Journalismus ab und widmete sich ganz der Malerei. In tausenden Gemälden,Zeichnungen und Aquarellen hielt er unter anderem Landschaften, Dörfer undGebäude des Oldenburger Landes fest, was ihm einen Ruf als bedeutendenChronisten der Region verlieh.

 

Willy Hinck gehörte dem Bund Bildender Künstler,Landesgruppe Oldenburg, an. Er nahm an zahlreichen Ausstellungen teil und wardort mit Aquarellen und Ölgemälden vertreten.

Unter anderem nahm er an einer Gemeinschaftsausstellung desBBK im Stadtmuseum Oldenburg, vom 16.5.1982 – 6. Juni 1982 ( 35 Jahre bbk)ebenso teil wie an der BBK-Ausstellung – Freie Gruppe – vom 14.12.1969 –14.1.1970 im Kleinen Augusteum Oldenburg und im Stadtmuseum Oldenburg vom12.12.1975 – 11.1.1976 anlässlich des 30-jährigen Bestehens des bbk Oldenburgteil. Weiterhin beteiligte er sich an der Niedersächsischen Kunstausstellungdes bbk vom 2.7.-31.7.1960 im Neuen Gymnasium Oldenburg und derWanderausstellung der Oldenburgischen Landschaft vom 16.1.-7.2.1992 in RathausWardenburg, 16.2.-16.3.1992 im Bahnhof Westerstede,19.3.-17.4.1992 im KreishausWildeshausen,10.5.-7.6.1992 im Kunstverein Kaponier in Vechta, 24.9.-22.10.1992im Rathaus Großenkneten, 1.11.1992 -7.1.1993 im Kunstverein Nordenham sowie vom12.1.-9.2.1993 im Bürgerhaus Schortens.

 

Willy Hinck starb am 13.5.2002 in Varel. 


 Quellenangaben:

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei i Oldenburger Land, S.258

Ausstellungskatalog – 35 Jahre bbk Landesgruppe Oldenburgvom 16.5.-6.6.1982, S. 52-53

75 Jahre Kunstverein Wilhelmshaven, Kunst an der Jade –Wilhelmshaven 1912 – 1987, S. 155.

Oldenburger Hauskalender von 2003, S. 90


Harro Hinrichs

 

Harro Hinrichs wurde 1940 in Neermoor geboren.

1961 entstanden erste Kohlezeichnungen.

Ab 1962 studierte er an der Pädagogischen Hochschule Oldenburg Theologie und Werken.

1965 schuf er erste Farbbilder mit Wachsmalkreide und Deckfarben.

Seit 1966 beschäftigte er sich auch mit experimetellen Arbeitsschritten, so zum Beispiel das „Absprengen“ der Deckfarbenbilder mit Scribtol.

Seit 1970 lebt er in Neermoor und unterrichtete an der dortigen Grundschule. Etwa ab diesem Zeitpunkt wandte er sich der Ölmalerei zu.

Ab 1975  widmete er sich der Linolschnitzerei zu., außerdem entstanden Ziegeltonplastiken.

 Seit seiner Pensionierung 1996 betätigt er sich als freischaffender Künstler.

Harro Hinrichs Arbeitstechnikern sind Ölmalerei, Linolschnitt aber auch Mischtechniken.

Er bevorzugt bei seinen Arbeiten Motive aus Ostfriesland, Landschaften, Kirchen und Dörfer in der Krummhörn, aber auch auch der Bretagne.

In den Jahren 1979,1989,1994,2000 und 2008 nahm er regelmäßig an Ausstellungen im Rahmen der Greetsieler Woche teil.1983,1985,1987, 2006 und 2008 stellte er in der Greetsieler Zwillingsmühle aus.1992 fand eine Ausstellung im Pelzerhaus Emden statt.

Von 1991 bis 2008 fanden außerdem mehrere Ausstellungen im Kastanienhof Wiegboldsbur, dem Rathaus Moormerland, der Werkstatt und Galerie Hamswehrum in Greetsiel statt.

 

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S. 158.

Veranstaltungsmitteilung der Greetsieler Woche –Kunstausstellung in Greetsiel aus 2008.

www.greetsieler-woche.de/2008/kk-hinrichs.php


 


 

Hanna Hohnhorst

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Hanna Hohnhorst wurde am 11. August 1892 als Tochter eines Offiziers in Landsberg an der Warthe geboren. Sie verlebte ihre Jugend in Graudenz, Mainz,Metz und Frankfurt am Main. Dabei handelte es sich um die Städte, in die ihr Vater jeweils versetzt wurde. Nach Unterrichtseinheiten in verschiedenen Ateliers übernahm der Maler Julian Klein von Diephold aus Homburg v.d. Höhe ihre weitere Ausbildung. Auch als von Diephold nach Berlin gezogen war und später längere Zeit in Ostfriesland arbeitete, blieb seine Schülerin, deren Vater nach Osnabrück und dann kurz vor dem Kriege nach Oldenburg versetzt worden war, mit ihm in Verbindung.

Hanna Hohnhorst besuchte von Oldenburg aus die Kunstgewerbeschule in Bremen. Sie nahm Teil an figürlichen und grafischen Unterricht. 1926 nahm sie an einer Ausstellung teil, 1933 war sie auf der Ausstellung „ Gau in Weser-Ems“ vertreten. Die Stadt Oldenburg kaufte zwei Gemälde  von ihr, und zwar  Interieur Osternburger Kirche und einAquarell „ Schmiede“. Arbeiten von ihr befinden sich im Oldenburger Stadtmuseum und im Landesmuseum.

1963 verzog sie nach Essen.

Wann sie starb, ist zur Zeit nicht bekannt.

 

Quellen:

Der Oldenburgische Hauskalener oder Hausfreund auf das Schaltjahr 1932, S. 50

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.259



 

Hermann Holst


 



 


 


 


 


 


 


 

Hermann Holst wurde 1903 in Lauenburg geboren.

Als junger Mann kam er nach Oldenburg und arbeitete hierals Chefdekorateur bei der Oldenburger Textilfirma Gehrels und Sohn.

Nach Besuchen von Kunst- und Werkschulen in Berlin und Köln arbeitete er in den folgenden Jahren als freischaffender Künstler in Oldenburg. Er beherrschte die Öl- und Temperamalerei ebenso wie die Bildhauerei. Auch Schnitzarbeiten fertigte er an. Themen seiner  Gemälde waren Blumen-und Landschaftsdarstellungen.

Er lebte jahrelang in Oldenburg in der Staustraße 6.

Hermann Holst gehörte dem Bund Bildender Künstler – Gruppe Oldenburg- an.

Er nahm an folgenden Ausstellungen teil: Herbstausstellung des BBK vom 6. - 27.Oktober 1957 im Oldenburger Schloss. Er war dort mit dem Aquarell „ Feuerlilien“ vertreten.

 

Er wurde auch zu Renovierungsarbeiten in Kirchen und an  Altären  herangezogen und erhielt mehrereAufträge vom Offizialat Vechta.

1958 entwarf Hermann Holst für die Heilig-Geist-Kirche in Osternburg an der Stedinger Straße/Ecke Dedestraße ein Buntglaskirchenfenster, das auf die Symbole der Taufe hinweist.

1963 entwarf er ein weiteres Buntglasfenster für die rechte Seite unter dem Orgelboden derselben Kirche. Für die Filialkirche Heilige-Drei-Könige in Wardenburg schuf Holst eine Nachbildung des Gnadenbildes. Es hängt beimTaufbecken links neben dem Altar.

Hermann Holst starb nach schwerer Krankheit im Alter von75 Jahren am 8. Januar 1978. Er wurde auf dem katholischen Friedhof in Oldenburg beigesetzt.

 

Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek-200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite259

Christina Jacob- Di Heilig-Geist-Kirche inOldenburg-Osternburg- ein Überblick über das Gebäude, sein Ausstattung undseine Geschichte.

Persöhnlich geführtes Interview mit CharlotteMayer-Schomerus im Jahre 2007, Dort erhielt ich Informationen über den Maler,der mit der Künstlerin befreundet war.

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Walter Howard


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 

Hellbrennender Ziegelton

Auf der Suche nach Plastiken des Bildhauers Walter Stats Howard in Oldenburg

 

Die Kombination aus Moorlandschaft, Torfstichen und Geestrücken, aus Birken- und Bruchwäldern hat einst die Maler nach Kreyenbrück gelockt. Marie Meyer-Glaesecker ist zu nennen. Die  Bekannteren sind Gerhard Emil Bakenhus und dessen aus der Glasbläserzunft stammende Schüler Wilhelm Kempin mit seiner ebenfalls malenden Ehefrau Helene. Kempin hat mit seinem Zeichenzirkel seit 1933 im Oldenburger Augusteum und später bei sich zu Hause dafür gesorgt, dass sich das Kreyenbrücker Malervolk vermehrte: Bernhard Neteler, Käthe Knutz, Eva Simmat, Dieter Stöver und nicht zuletzt Elisabeth Margaretha Eleonore (meist einfach nur Marga) von Garrel. Heute wäre das vielleicht ein Dauerkurs an der Volkshochschule. Die Teilnehmer waren Hausfrauen, Büroangestellte, Ingenieure, Schüler und Studenten. Einige sind später bildende Künstler im Hauptberuf geworden.

Zu diesem eingeschworenen Malzirkel stieß 1938 der 1910 in Jena geborene, gelernte Maschinensetzer Walter Stats Howard hinzu. Er wurde Kempins Ausnahmeschüler. Denn im Malen und Zeichnen war er der schlechteste der Gruppe. Kempins SohnJan - Hermann erinnert sich: "Der sah alles immer dreidimensional. Das konnte er nicht aufs Papier bringen." Tatsächlich dilettierte Howard in seiner Freizeit an Porträtbüsten - mit Ton, den er sich aus einer Grube an der Hundsmühler Straße holte und in der Dinklage'schen Dampfziegelei daneben brennen ließ. Weil er zu Hause schlecht weiter kam mit seinen Porträts, ließ ihn Kempin im Zeichenzirkel modellieren. Howard wird 50 Jahre später sagen:"Kempin war mein erster und entscheidender Lehrer. Als ich 1946 bei ihm aufhörte, war ich fertig ausgebildet." Da ging Howard nach Berlin-Weißensee, um an der neu gegründeten Hochschule ein Bildhauer-Studium aufzunehmen. In den 50er und 60er Jahren gehörte Walter Howard zu den zwei Dutzend führenden Bildhauern der DDR und wurde entsprechend geehrt. 1963 übernahm er eine Professor an der Technischen Universität Dresden und lebte bis zu seinem Tod 2005 im benachbarten Radebeul.

Der 1990 aus Bayern nach Radebeul zugewanderte Journalist Burkhard Zscheischler recherchiert über Howards Leben. Im November 2010 würde dieser 100 Jahre alt und zu diesem Anlass soll es eine Jubiläumsausstellung und eine Biographie geben. Grundlage sind Tonbänder, die Howard besprochen hat sowie seine seit 1944 geführten Tagebücher. Sein Biograph Zscheischler: "Walter begann in Oldenburg nur deshalb mit einem Tagebuch, weil er den Überblick über sein Hobby zu verlieren drohte. Schon seit etwa 1942 muss er halb professionell als Plastiker gearbeitet haben. Dabei war er im Hauptberuf Maschinensetzer, mit einer vollen Arbeitswoche bei Stalling."

Zuvor hatte Howard bei Adolf Isensee gearbeitet. An diesen erinnerte er sich besonders gern. 1931 - ganz frisch in Oldenburg und arbeitslos, trat Howard der KPD bei, die in Osternburg ihre Hochburg hatte und war bis zum Verbot der Partei 1933 Vorsitzender des Erwerbslosenausschusses. Die Gestapo nahm Howard - wie viele andere KPler - 1933 wegen einer Lappalie fest und steckte ihn für zwei Jahre in verschiedene Gefängnisse, zuletzt in Vechta. Adolf Isensee, wie wohl NSDAP-Mitglied, wusste, wes Geistes Kind Howard war und holte den Knastbruder und eingeschriebenen Kommunisten dennoch immer wieder, wenn es in seiner Druckerei Arbeitsspitzen gab. Howard revanchierte sich dafür 1945, indem er positiv vor der Entnazifizierungskommission für Isensee aussagte. Dieser konnte seine Druckerei sofort wieder in Betrieb nehmen - eine jener Dönches über Howard, die der heutige Senior-Chef Dieter Isensee bestätigt. Der auf Nazi-Militaria spezialisierte Stalling-Verlag indessen, bei dem Howard seit 1940 arbeitete und 1943 bis 1946 Vorsitzender des Betriebsrats war, musste bis 1948 auf seine Lizenz warten.

Howard war mit Sicherheit eine Persönlichkeit mit Ecken und Kanten: Durch nichts von seiner Überzeugung abzubringender Kommunist vom 21. Lebensjahr bis zu seinem Tod mit 95 Jahren. "Die Wende hat mich mindestens 15 bis 20 Jahre meines Lebens gekostet", zitiert ihn sein Biograph. Sein Lebensziel seien 120 Jahre gewesen, habe er stets mit Augenzwinkern gesagt. Dass es "nur" 95 wurden, lag daran, dass ihm das Leben zuletzt "keinen Spaß" mehr machte. Der Grund: Howard litt seit seinem achten Lebensjahr, als er bei einem Unfall ein Bein bis auf einen 20 Zentimeter langen Stumpf verlor, an immer schlimmer werdenden Phantomschmerzen, die er zuletzt nur noch mit höchsten Gaben an Morphinen ertragen konnte. Er hatte also täglich nur noch wenige Stunden der geistigen und körperlichen Fitness, die er in seiner Werkstatt zubrachte, wo er mit Hammer und Meißel Steine beklopfte. Howard war in seinem Alterswerk seit etwa 1970 ein Meister der Steine geworden. Ob einfache Feldsteine, von Freunden aus Urlauben mitgebrachte Granite oder Basalte, ob marmorne Reste der Grabsteinproduktion oder Specksteine, stets holte er ähnliche Motive daraus hervor: Torsi und Halbakte von Mädchen und Frauen sowie Paare. Und immer trug Howard einen "Schmeichelstein" in der Hosentasche, den er in Gesprächen befingerte. Neben der Radebeuler Sternwarte steht seit den 70er Jahren ein bronzenes Paar einander gegenüber, vielleicht Vater und Sohn, die, sich den Hals verrenkend, staunend in den Himmel blicken -ein von der Tourismuswerbung vielfach fotografiertes Motiv. Nur noch selten griff Howard im Alter zu seinem seit Oldenburger Zeiten geliebten hellbrennenden Ziegelton, aus dem er in Oldenburg so viele Figuren geformt hatte. Eines seiner letzten Ton-Porträts schuf er von seinem Biographen.

Dieser will sich nun revanchieren, indem er Howards Lebenswerk zusammen trägt - sei es als Fotos oder als Leihgaben für eine 2010 geplante Ausstellung. Dabei will ihm der Oldenburger Jürgen Derschewsky helfen, Betreiber einer Internetseite Oldenburger Künstlerporträts. Es fehlt fast komplett die Oldenburger Zeit Howards. Zscheischler: "In etlichen Haushalten müssen mindestens 100 Sachen von Howard herumstehen oder an den Wänden hängen, Porträtbüsten und Masken, halbe und ganze Akte von Onkeln und Tanten oder Großvätern sowie Fantasiefiguren wie 'Junge mit Schirmmütze', alle aus gebranntem rotem Ziegelton, die zwischen 1938 und 1946 entstanden sind und die Howard an seine Modelle, zumeist Freunde seiner Arbeiterumgebung in den Glasfabrik-Siedlungen Kamerun, Kreta, Sansibar und Roter Strumpf verschenkt hat. Etliche sind vielleicht farblich - dunkelgrün oder schwarz - getönt und mit dem Zeichen 'W.St. H' für Walter Stats Howard versehen."

Als Howardbekannter in Oldenburg war, zog er auch zahlende Kunden an. Im Tagebuch von1946 findet sich u.a. der Name Wöltje, der es sich leisten konnte, den Künstler zu sich zu bestellen. Unmittelbar danach porträtierte Howard eine Frau namens Sigrid. Der Namens- und Zeitzusammenhang lässt vermuten, dass es sich um den damaligen Fotoladenbesitzer Carl Wöltje und dessen Tochter gehandelt haben könnte. Heute ist mit diesem Namen einer der größten Arbeitgeber Oldenburgs verbunden - Cewe Color.

Seit Anfang1946 hatte Howard gemeinsam mit seinem Malerfreund Dieter Stöver zwei Räume inden Kasernen westlich der Cloppenburger Straße in Kreyenbrück gemietet. Am 17.April 1945 hatten britische Bomber versucht, sie zu vernichten, doch der Bombenteppich fiel etwa 100 Meter östlich daneben und zerstörte unter anderem das Haus von Wilhelm Kempin. Der Zeichenkreis - Howard inbegriffen - half in der Folge, es wieder zu errichten. Im Kasernen-Atelier muss fleißig produziert worden sein. Nicht umsonst konnte Howard aus seiner einfachen Bauernhauswohnungan der Schützenhofstraße 75 - nahe der damals neu gebauten Umgehungsstraße,heute A 28 - aus- und in eine vornehme Villenetage am Haarenufer 17 einziehen. Seine adlige Malerfreundin Marga von Garrel hatte ihm die Wohnung vermittelt. Beide blieben bis zu deren Lebensende befreundet und haben sich wechselseitg etliche Male porträtiert.

Nach dem Krieg war Howard - im Brotberuf nach wie vor Betriebsratsvorsitzender bei Stalling - auch politisch aktiv: Er war einer der von den kanadischen Besatzern ausgewählten "nominated represential discouncel" im Oldenburger Stadtrat und wurde Mitbegründer der Volkshochschule. Als er Ende des Jahres 1946 zum Studium nach Ostberlin ging, hatte er mit dem Verkauf seiner Plastiken genügend Geld verdient, um sich dort zwei Semester über Wasser zu halten und seine in Oldenburg gebliebene Frau Herta, geborene Höse, und die Kinder Dieter und Thekla zu unterstützen. Auf die Wiederentdeckung dieser Werke hoffen Derschewsky und Zscheischler.

 Quellenangaben:

Burkhard Zscheischler  aus Radebeul  hat diese Biografie verfasst und mir die Erlaubnis erteilt, sie zu veröffentlichen. Mittlerweile hat er ein Buch über diesen Künstler geschrieben und in den Handel gebracht.