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Heinz Walczyk


 

    

   

               


 


 


 


 


 


 


 


 

Es gibt nur wenige überaus künstlerisch und handwerklich begabte Künstlerinnen und Künstler, die auf kulturellem Gebiet ein breit gefächertes Interesse an den Tag legen. Einige von ihnen suchen ständig neue kreative Herausforderungen und sind bemüht, die ihnen anhaftenden Lebensvorstellungen konsequent und zielgerichtet umzusetzen.

     

Gelingt dieses, werden Träume zur Wirklichkeit. Ein Nachteil dabei ist, dass durch diese kreativen Schaffensprozesse Erfolg versprechende Pfade verlassen, und zu Gunsten anderer Projekte geopfert werden.
Diese verlassenen Pfade bekommen ein Gesicht, wenn man die Gelegenheit erhält, Arbeitsergebnisse dieser Künstlerinnen oder Künstler, die in der Vergangenheit entstanden sind, betrachten zu können.

     

Ich hatte die Gelegenheit, Arbeiten des Kunstmalers, Zeichners, Schaufenstergestalters,Goldschmiedemeisters, Buchillustrators, Theaterdarstellers und Lehrers Heinz Walczyk,ansehen zu dürfen.

Bei der Sichtung seiner Arbeiten wurde mir sofort bewusst, dass mit seinem damaligen Weggang aus Oldenburg wichtige bildnerische und kulturelle Akzente, die er hätte setzen können, im hiesigen Raum verloren gegangen sind.

    

Heinz Walczyk wurde am 11. Oktober 1939 in Oldenburg als eines von drei Kindern des Schlachters Franz Walczyk und dessen Ehefrau Eleonore geborene Pachulla geboren.

     

Heinz Walczyk wuchs in Oldenburg im Ehnernviertel auf, das Elternhaus befand sich in der Lambertistraße 59. Nach dem Ende des 2. Weltkrieges besuchte er zunächst die Heiligengeisttorschule, anschließend die Röwekampschule. Die Schulzeit beinhaltete auch einen kurzen Besuch auf der Graf-Anton- Günther-Schule, die vorübergehend im Prinzenpalais untergebracht war.

     

Schon im Kindesalter beschäftigte sich Walczyk viel mit Mal- und Zeichenstiften. Das unübersehbare Talent, das er dafür mit brachte, spiegelte sich in der Schule wider. Gerade im Kunstunterricht brachte er immer wieder sehr gute Noten nach Hause.

     

Diese guten Noten waren schließlich ausschlaggebend dafür, dass er nach der Beendigung der Schule 1954 eine Lehre zum Schaufenstergestalter im Textilkaufhaus Gehrels in der Oldenburger Innenstadt in der Staustraße beginnen konnte.

     

Während seiner Ausbildungszeit lernte er den Filmplakatmaler und Zeichner Kurt Zeh kennen, bei dem er die Plakatschrift üben konnte. Da beide sich für Malerei begeisterten, besuchten sie gemeinsam Kunstausstellungen und Museen.

1958 verzog Walczyk von Oldenburg nach Celle. Er dekorierte dort eine Zeit lang die Schaufenster am Marktplatz im Textilhaus Gödecke und Mittelmann.

     

Auch in Celle besuchte er Kunstausstellungen und häufig das dortige Schlosstheater. In erster Linie interessierte er sich bei den Theaterbesuchen für Kostüme, Bühnenbilder und die Beleuchtung.
Während seiner Freizeit belegte Walczyk an der Volkshochschule Celle einen Kurs im Fach Malerei.

     

Als sein damaliger Kunsterzieher die hohe Qualität seiner Arbeiten sah, empfahl er ihm, sich an einer Kunstakademie zu bewerben.
Mit einer Mappe, darin einige seiner Arbeiten, bewarb er sich 1959 erfolgreich an der Kunstakademie in München.

     

In der Klasse von Professor Xaver Fuhr (1898-1973) studierte er acht Semester Malerei und Grafik.

     

Während der 4jährigen Studienzeit verdiente sich Walczyk seinen Lebensunterhalt, indem er sich in der Freizeit und den Ferien als Plakatmaler, Briefträger, Hafen- und Ziegeleiarbeiten, im Hoch- und Tiefbau; auch als Kulissenschieber im Theater im Sonnenhof in München betätigte.

     

In der noch verbliebenen knapp bemessenen Freizeit besuchte er außerdem weiterhin Museen, Kunstausstellungen und viele Theateraufführungen. Diese intensiv erlebte Münchener Zeit prägte ihn nachhaltig.

     

1962 lernte Heinz Walczyk die aus Varel stammende Helga Köcknitz kennen, die als Textilentwerferin in einem Betrieb bei Geislingen arbeitete.

     

Er gab 1963 daraufhin das Kunststudium auf und zog zu ihr ins Schwabenland.
Nach der Heirat im Oktober desselben Jahres begann er eine Lehre zum Goldschmied.

     

Sein zeichnerisches Talent und die akademische Ausbildung konnte er während der Ausbildung bei der Gestaltung von Schmuckstücken nutzen.

Walczyk mit seiner Frau Helga wohnten zur Miete in Schwäbisch Gmünd auf einem

Bauernhof. Seine Frau brachte in der Folgezeit mit Nicolai und Jendrik zwei Söhne auf die Welt. Sohn Jendrik verunglückte 1988 tödlich.

     

1969 legte Heinz Walczyk die Prüfung zum Goldschmiedemeister ab. Als Mustermacher und Kabinettmeister in der Schmuckwarenfirma Wilhelm Müller mit angeschlossener großer Werkstatt, war Walczyk dort in einer leitenden Position tätig.

    

Obwohl er mit diesem Beruf eine gesicherte Existenz vorweisen konnte, kündigte er 1974 in der Firma und erlangte anschließend über einen Eignungskurs den Zugang zu einem Pädagogikstudium.

     

Im Herbst des Jahres begann er in Schwäbisch Gmünd ein Studium in den Fächern Kunst und Deutsch und schloss dieses einige Jahre später erfolgreich ab. Ab 1978 unterrichtete als Grund- und Hauptschullehrer in einer kleinen Schule in Untergröningen.
In den Vorjahren erledigte Walczyk einige bildnerische Auftragsarbeiten. Nun malte und zeichnete er wieder intensiver, auch beteiligte er sich an regionalen Gemeinschaftsausstellungen.

     

Als Mitarbeiter in der Lehrerausbildung auf der Akademie Comburg gab er in der Sparte„ Schuldruck“ sein Können an andere Teilnehmer weiter.

       

Ein Höhepunkt seiner bildnerischen Laufbahn war eine viel beachtete Einzelausstellung mit über 80 seiner Arbeiten in Aquarell, - Öl- und Acryltechnik, ausgerichtet von der Staatlichen Akademie Homburg in Schwäbisch Hall, in der Zeit vom 4.11.1992 bis 27.11.1992.

Jahrelang wirkte Heinz Walczyk im Kulturverein Schloss Laubach aktiv mit, wobei er auch als Laiendarsteller kleinere Rollen auf der Theaterbühne übernahm.

     

1994 druckte er ein Märchenbuch in kleiner Auflage und malte dafür die Buchillustration.

     

Den Kontakt zu Oldenburg hatte er in den ganzen Jahren nie verloren, zumal Heinz Walcyks Mutter bis zu ihrem Tode 1993 in Oldenburg lebte; auch bestanden Kontakte über seine Ehefrau Helga nach Varel.

     

So war es nicht verwunderlich, dass es den Künstler nach seiner Pensionierung wieder in den Norden zog.
2004 kaufte er in Jaderaußendeich in der Wesermarsch ein altes Gasthaus mit Scheune. Dort richtete er Ausstellungsräume und eine kleine Theaterbühne ein.

     

Erste Theatervorführungen, Lesungen und Musikaufführungen wurden in den letzten Jahren bereits von ihm organisiert.

          

Obwohl Heinz Walczyk aufgrund seiner vielen neuen Ideen im kulturellen Bereich zeitlich gefordert ist, bleibt ihm hin und wieder die Zeit, neue Zeichnungen und Aquarelle entstehen zu lassen.
Es bleibt zu hoffen, dass seine alten und neuen Arbeiten auch hier den Weg in die Öffentlichkeit finden, indem sie in Ausstellungen präsentiert werden.
 

    

Quellenangaben :

              

1. Persönlich geführte Interviews des Verfassers mit Heinz Walczyk, geführt vom Verfasser am 13.3.2011 und 26.3.2011. 


 


 

    

   

  


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 Anna de Wall


 


 


 


 


 


 


 


 

Anna de Wall wurde am 24. Juni 1899 als Tochter eines Schiffskapitäns geboren. Sie verlebte ihre Jugend in Wilhelmshaven. Früh begann sie, sich mit Zeichenstift und Schere zu beschäftigen. Im Verlaufe weiterer Jahre verzogen ihre Eltern von Wilhelmshaven nach Großefehn, wo die Mutter das Haus ihrer Eltern übernommen hatte. 1918 reiste Anna de Wall nach Berlin und bildete sich an der dortigen Mal- und Zeichenunterrichtsanstalt fort. Ihre Absicht, sich ganz der Holzschnitzerei zu widmen, wurde von ihr wiederaufgegeben. Stattdessen verfeinerte sie ihr Talent im Scherenschnitt, um damit eine ähnliche Wirkung wie dem Holzschnitt zu erzielen. Das gelang ihr in bestechender Weise.

Zahlreiche Abbildungen ihrer Arbeiten wurden von 1926 bis 1948 in den Ausgaben des Oldenburgischen Hauskalenders abgedruckt.

Anna de Wall starb 1945.


 

Quellen:

Oldenburger Hauskalender 1926, S.50-51

Oldenburger Hauskalender 1927, S. 17

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.276

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Georg Dietrich Christian Warring
 

 

Georg Diedrich Christian Warring wurde am 23.7.1879 in Emden als Sohn des Steuermanns Christian Marten Warring und dessen Ehefrau Hinderika geborene Thyssen in Emden geboren.

Schon während seiner Schulzeit befasste sich Warring mit der Malerei, indem er Ölfarben selbst herstellte und Malversuche unternahm. Aus dem Jahr 1894 stammt ein Bild von ihm, das er 15jährig gemalt hatte.

Nach dem frühen Tode seines Vaters begann er eine Ausbildung zum Dekorationsmaler. Es schloss sich ein Besuch der städtischen Handwerker-und Kunstgewerbeschule in Hannover an. Um sich weiter zu bilden, arbeitete er in Folge in Berlin als Volontär, um die Kunst der Blumen - und Figurenmalerei zu erlernen. 1903 kehrte er nach Emden zurück und gründete einen Malereibetrieb. Eineinhalb Jahre später führte er den Betrieb gemeinsam mit dem Wandergesellen Reinhard Peters weiter.

1903 heiratete er seine Cousine Katharina Gesina Elisabeth Warring. Aus der Ehe gingen zwei Söhne hervor. Beide Söhne starben in den Jahren 1927 und 1944.

 

Warring wurde nach Beginn des Ersten Weltkrieges zum Kriegsdienst verpflichtet. Als Regimentszeichner war er für die Erstellung von Stellungskarten verantwortlich. In seiner Freizeit zeichnete er viel oder fertigte Aquarelle an.

Nach seiner Rückkehr aus dem Krieg gab er den Malerbetrieb auf und widmete sich fortan nur noch der Malerei.

Zufällig traf Warring auf den Maler Julius Schrag, der sich vorübergehend in Emden aufhielt. Beide unternahmen für einige Wochen gemeinsame Unternehmungen in Ostfriesland und malten unter anderem in Greetsiel. Dort entstanden eine größere Anzahl von Arbeiten. Zwei Jahre später besuchten sie gemeinsam Leeuwarden in den Niederlanden, wo sie hauptsächlich Hafen – und Wertbilder malten.

1925 reisten sie nach Edam und Volendam und widmeten sich dort der Malerei.

Auf Zeeland lernte Georg Warring den Maler Karl Neuss kennen und wurde von diesem nachhaltig beeinflusst.

Er folgte anschließend einer Einladung von Julius Schrag, sich in Wartenberg bei München in der Freilichtschule von Professor Carl-Hans Schrader - Velgen weiter zu bilden.

 

1926 kehrte Warring erneut nach Emden zurück. Seine künstlerischen Fertigkeiten hatte er bis dahin so verfeinert, dass er durch den Verkauf seiner Arbeiten leben konnte.

 

Während des Zweiten Weltkrieges wurde sein Haus durch einen Bombentreffer zerstört.

1941 stellte er gemeinsam mit Julius Schrag, Ernst Krause und Fritz Wildner in  Berching unter dem Titel „ Berching im Bild“, aus. Ab 1942 lebte und arbeitete er in Berching in der Pfalz.

Als seine Ehefrau Katharina am 15. August 1950 starb, beschloss er, wieder nach Ostfriesland zurück zu kehren. Zunächst lebte er  in Jever, dann zog es ihn 1953 in seine Heimatstadt Emden zurück.

Am 2. Juli 1967 starb der Maler in Emden.

In der Zeit vom 13. Juli bis 25.August 1991 wurden 56 seiner Arbeiten in Emden im Pelzerhaus ausgestellt.

 

 

Quellen:

 

Aiko Schmidt – Ein Beitrag überden Künstler Warring für die Ostfriesische Landschaft.

 

 

Emil Wefer

 

 

Emil Wefer wurde am 20. Oktober 1893 in Oldenburg als Sohndes Eisenbahnoberschaffners Johann Wefer und dessen Ehefrau Anna KatharinaWefer geb. Engelhardt, geboren. Sein Vater war in der zweiten Ehe verheiratet,aus der ersten Ehe gab es Halbgeschwister.

Emil Wefer wuchs in Oldenburg auf und besuchte hier auch die Schule. Nach der Schulzeit begann er eine Ausbildung beim Katasteramt Oldenburg. Er brachte es dort bis zum Vermessungsobersekretär. Seine Pensionierung erfolgte im Jahre 1958.

Emil Wefer nannte Oldenburg als die schönste Stadt der Welt. Umzüge, allein oder später mit der Familie, lassen sich nachvollziehen. So wohnte er in der Rüthningstraße 9, der Lambertistraße und der Schleusenstraße 1.

Emil Wefer heiratete am 30.7.1923  Dora Wefer geb. Buhr, ebenfalls aus Oldenburg stammend. Aus der Ehe gingen mehrere Kinder hervor.

 

Emil Wefer war als Maler Autodidakt. Als Angestellter des Katasteramtes brachte er sowohl die mathematischen als auch die zeichnerischen Voraussetzungen mit, um in diesem Beruf erfolgreich zu sein. Der sichere Umgang mit der richtigen perspektivischen Darstellung und das Interesse an der Malerei trieben ihn immer wieder an, auf dem Fahrrad die Gegend zu bestreifen, um interessante Motive einzufangen. Diese Momentaufnahmen fing er auf seinem Fotoapparat ein, um diese Motive später mit Ölfarben auf Karton zu übertragen.

Da er ein gesichertes Auskommen hatte und die Malerei als ein intensives Hobby pflegte, strebte Emil Wefer nicht danach, seine Arbeiten einem größeren Publikum zu präsentieren. Aus diesem Grunde sind auch nicht viele seiner Arbeiten im Umlauf.

Interessant sind vor allem die Ansichten von Oldenburg, da sie ein Stück vergangener Zeit widerspiegeln.

Der Maler starb am 3.8.1976, er wurde auf dem städtischen Friedhof in der Sandkruger Straße in Oldenburg bestattet.

 

 Quellenangaben:

Alle Informationen, seine Person betreffend, stammen von seiner in Bremen lebenden Ehefrau.

 

 

Ewald Westholm

 


 

 

 


 


 


 


 


 


 

Der Maler Ewald Westholm wurde am 9. Mai 1913 in Ziegenort, in Nähe des Stettiner Haff, nördlich von Stettin,( Pommern) geboren. Sein Vater war  Schiffskapitän Hermann Westholm, seine Mutter Marta geborene Krauthoff. Ewald hatte zwei jüngere Schwestern.

 

Seine Kindheit verlebte er in Ziegenort und besuchte dort auch die Grundschule. In den Jahren 1923 bis 1932 besuchte er in Stettin das Schiller-Realgymnasium und schloss die Schule mit dem 1932 erlangten Abitur ab.

 

Seine künstlerische Neigung erkannte er früh und wollte sich deswegen der Kunst und Musik widmen. Wegen der in dieser Zeit existierenden  Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Arbeitslosigkeit seines Vaters begann er zunächst eine kaufmännische Lehre, die er allerdings nach einiger Zeit ab brach. Stattdessen absolvierte er in den Jahren 1933 bis 1935 in Lauenburg(Pommern) an der Hochschule für Lehrerbildung ein Lehramtsstudium mit den Schwerpunkten Musikant Kunst. Die 1.Lehrerprüfung schloss er dabei erfolgreich ab.

 

Anschließend war er als Vertretungslehrer bis 1937 an Dorfschulen tätig, unter anderem in Ballupönen, Kreis Ragnit-Tisit. In jenem Jahr bestand er die  2. Lehrerprüfung.

Im März 1938 heiratete er Lotte Noklies, die 1940 eine Tochter zur Welt brachte, selbst aber im Kindbett ihr Leben lassen musste.

Bis zum Beginn des 2. Weltkrieges unterrichtete Westholm an einer Schule in Tilsit.

 

Von 1939 bis 1945 wurde er zum Kriegsdienst verpflichtet.

Während des Krieges hielt er sich unter anderem in Berlin auf. Dort heiratete er Käte Engel, von der er 1951 geschieden wurde.

 

Unter anderem war er als Funker in den Niederlanden eingesetzt. Gegen Ende des Krieges geriet er in britische Kriegsgefangenschaft. Bis September 1945 war er in einem  Internierungslager in Ostfriesland inhaftiert.

 

Nach der Entlassung nahm er im Frühjahr 1949 eine erste Stelle als Probelehrer in Oldenburg an.

Ab 1952 unterrichtete er Schüler der Haarentorschule im Schützenweg.

1953 heiratete er Elisabeth Rasch geborene Düser, die ihm zwei Kinder schenkte.

 

Westholm widmete sich in seiner Freizeit intensiv der Musik und Malerei. In den Jahren 1950 bis 1955 ließ er sich in der Aquarell- und Maltechnik bei dem Oldenburger Maler Karl Schröder ausbilden, auch hatte er häufigen Kontakt zu Professor Reinhard Pfennig und dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin.

Davon auszugehen ist, dass er sich auch von ihnen Anregungen holte.

 

1953 trat Ewald Westholm in Oldenburg dem Bundbildender Künstler – Freie Gruppe - bei, dem er viele Jahre angehörte. Es entstand dabei eine enge Freundschaft zu den Künstlern Hans Schuster und Karl Nagel.

Ewald Westholm nahm an mehreren Ausstellungen teil.

 

 

In seinen Landschaftsmotiven, die er in Temperablättern und in Zeichnungen schuf, waren vorwiegend Dorfbilder,Seestücke und Berglandschaften Themen seiner Arbeiten. Ewald Westholms Arbeiten wurden unter anderem um 1961 herum in der Wandelhalle in Bad Zwischenahn gezeigt.

Zudem nahm er an folgenden Ausstellungen des BBK teil:

Weihnachtsaustellung des BBK in Kleinen Augusteumin Oldenburg, ausgerichtet im Dezember 1969.

bbk– Kunst im Schaufenster in der Haarenstraße im Februar1977.

 

Weihnachtsausstellung des bbk im Oldenburger Stadtmuseum im Dezember 1958.

 

Ewald Westholm verstarb am 5.11.1978 in Oldenburg. Er fand seine letzte Ruhe in Oldenburg auf dem Neuen Friedhof im Friedhofsweg.

 

Quellenangaben:

Oldenburgischer Hauskalender 1965

Diverse Ausstellungskataloge des BBK aus den Jahren1969,1977, 1958

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land.

Dr. Hilmar Westholm,e-mail vom 9.12.2013

 

 

Johannes von Wicht


 

 

 

Der Maler Johannes von Wicht wurde am 3. Februar 1888 in Malente geboren. Von dort aus zog die Familie einige Zeit danach nach Oldenburg. Johannes besuchte in Oldenburg die Grundschule und begann noch während der Schulzeit bei dem Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus Unterricht zu nehmen.

Als er die Schule beendet hatte, verschaffte ihm seine Mutter eine Lehrstelle als Dekorationsmaler in der Malerwerkstatt des Malermeisters FW Adels. Dort erlernte von Wicht den Umgang mit Farben und Leinöl. In dieser Zeit ließ er sich weiter von Gerhard Bakenhus unterrichten.

Sein erstes Gemälde „ Interieur eins Bauernhauses“ entstand 1907. Bereits 1908 nahm er an einer Ausstellung in der Bremer Kunsthalle teil, die vom 15.2. – 20.4.1908 ausgerichtet wurde.

Von Wicht besuchte ab 1909 die private Kunstschule des Großherzogs von Hessen in Darmstadt. Es folgte ein dreijähriges Stipendium an der Königlichen Akademie der schönen und angewandten Kunst in Berlin .

Am 12.4.1914 nahm er an der ersten Ausstellung der „Freie Sezession“  in Berlin teil.

Von Wicht nahm als Soldat am 1. Weltkrieg teil , wurde dabei verwundet, erholte sich jedoch anschließend wieder .

In der Folgezeit schuf von Wicht, in Berlin wohnend, unter anderem  Illustrationen für Büchern und verdiente sich unter anderem damit seinen Lebensunterhalt.

1923 wanderte Johannes von Wicht in die Vereinigten Staatenlos, weil er im Nachkriegsberlin unter wirtschaftlichen Problemen litt. Er sicherte sich eine Anstellung bei der Ardsley Kunstakademie in Brooklyn und verschaffte sich eine Anstellung bei der US-Gesellschaft für Druck und Lithografie.

1925 wechselte er zur Firma Ravenna Mosaic. Während seiner Tätigkeit dort entwarf er eine Vorhalle für die Kathedrale von St. Louis.

Einige Jahre später unterhielt er auf eigene Rechnung ein eigenes Studio in Brooklyn Heights und ein Büro an der Park Ave .

In den Jahren von 1925 bis 1940 erhielt von Wicht zahlreiche Aufträge für Wand - und Deckengemälden, Mosaiken und Glasfenster.

Bereits 1936 wurde er amerikanischer Staatsbürger . Im selben Jahr fand in New York seine erste Einzelausstellung statt.

1941 wurde er Mitglied in der „ Society of American Abstrakt Artists“ und der

„ Federation of Modern Painters and Sculptors“.

1942 wurde von Wicht als Barkassenkapitän bei der US-Marine eingesetzt.

1951 übernahm er eine Lehrtätigkeit an der New Yorker „ Art Students League“.

In diesem Jahr hatte von Wicht seine zweite Einzelausstellung in der Galerie Passedoit. Eine weitere Ausstellung in derselben Galerie folgte 1954.

1959 nahm Johannes von Wicht an zahlreichen Ausstellungen teil, so unter anderem in Paris , Brüssel, Zürich und Madrid.

Im selben Jahr erwarb er ein Sommerhaus auf Mallorca.

Ab 1960 hielt er sich in den Wintermonaten in New Hampshire, Mac Powell Colony, Alexander Studio, auf.

Johannes von Wicht, der in Amerika den Künstlernamen John von Wicht trug, starb am 20. Januar 1970 im Alter von 82 Jahren an einer Lungenentzündung in Brooklyn, New York.

 

Johannes von Wicht erhielt  zahlreiche Auszeichnungen  für sein künstlerisches Schaffen, insbesondere für seine abstrakten Arbeiten. In den Vereinigten Staaten hat der Name dieses Künstlers auch heute noch einen hohen Stellenwert.


 

Quellenangaben:

 

1.     Ausstellungskatalog der „ Freie Secession Berlin 1914“

2.     Austellungskatalog der Kunsthalle Bremen aus dem Jahre 1908

3.     The Caldwell Gallery –Internetrecherche

 


 

Dr. Hartmut Wiesner

 

 

Dr. Hartmut Wiesber wurde am 2. Mai 1944 in Sande geboren. Er begann 1964 in Hamburg ein Studium der Kunstgeschichte und Philosophie. Ab 1965 besuchte er die Hochschule für Bildende Kunst in Hamburg.

1983 promovierte er mit seiner Arbeit über den Wilhelmshavener Maler Johann Georg Siehl-Freystett, dessen Werke er vom 7. Mai bis 26. Juni 1983 in der Kunsthalle Wilhelmshaven ausstellte.

Im Dezember 1986 und Januar 1987 zeigte er Arbeiten von Siehl-Freystett und eigene Arbeiten in Bonn auf einer Ausstellung „ Seefahrt und Geschichte“ des Deutschen Marine Instituts.

Hartmut Wiesner lehrte an der Carl von Ossietzky Universität Ästhetische Praxis, lebt in Wilhelmshaven und widmet sich in seinem Atelier der Landschaftsmalerei, die er in Spritztechnik, Kunstharzfarben, Siebdruck,Vierfarben-Offsetdruck und Projektion neben Tusche, Farb - und Bleistift herstellt.

Ausstellungen mit seiner Arbeiten fanden in Krakau, 1986 in Warschau, Tokio, Osaka, im Fridricanum in Kassel, 1993 in Delmenhorst, 1994 in Neustadtgödens, 1994 in Wilhelmshaven und 1996 in Bonn statt.

 

Quelle:

Wilhelmshavener Heimatlexikon, 99. Folge vom 4.4.1987, Seite 786.

Internetplattform der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg über Wiesner, Hartmut Dr. phil.(i.R.)


 

  Gisbert Wilhelm

 

Gisbert Wilhelm wurde 1932 in Dortmund geboren. Nach dem Besuch der

Hans - Tombrock- Kunstschule in Dortmund absolvierte er eine Lehre zum

Schaufenstergestalter. Einige Jahre war er in diesem Beruf tätig. In

Abendkursen bildete er sich dann 1963 an der dortigen Kunstgewerbeschule

in dem Fachbereich Malen und Innenarchitektur weiter.. Anschließend

arbeitete er als Innenarchitekt.

Von 1963 an besuchte er regelmäßig Ostfriesland , um sich u.a. dem Malen zu widmen.

1973 verzog er von Dortmund nach Greetsiel, dann nach Groothusen, wo er

ab diesem Zeitpunkt als freischaffender Maler tätig war. Mittlerweile

lebt er als freischaffender Künstler in Pilsum.

Seine gegenständlichen Motive aus der Krummhörn und der

ostfriesischen Landschaft fertigt er vorwiegend in Pastellkreide, hin

und wieder in Öl.

Gisbert Wilhelm ist Mitglied im Bund Bildender Künstler Ostfrieslands.

 

Quelle:

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben 2011 vom Landesmuseum Emden. 

 

Ernst Dietrich Wilhelm Willers

 

 

Der Maler Ernst Dietrich Wilhelm Willers wurde als ältester Sohn des Wagenmeisters und späteren Gastwirts Christian Dietrich Willers und dessen Ehefrau Helene geborene Janken in Oldenburg geboren. Die Familie lebte Vor dem Heiligen Geist - Tor. 1820 pachtete der Vater dort den im staatlichen Besitz befindlichen Gasthof „ Das neue Haus“. Nach dem Besuch der unteren Klassen des Gymnasiums in Oldenburg und einer anschließenden dreijährigen Anstreicherlehre in Varel ging Willers nach Düsseldorf. Er studierte dort an der Kunstakademie  und fand unter dem Einfluss von Karl Friedrich Lessing zur Landschaftsmalerei. Seinen Lebensunterhalt erwarb sich Willers durch Kopistentätigkeit und Mitarbeit im Atelier des Dekorationsmalers Eduard Wilhelm Pose. Nach vierjährigem Aufenthalt wechselte Willers 1825 nach Dresden und setzte, unterstützt durch ein herzogliches Stipendium, unter Johann Christian Clausen Dahl seine Natur – und Landschaftsstudien fort. Drei Jahre blieb Willers dort, dann zog es ihn nach München, wo er in Karl Rottmann erneut einen Lehrer fand, der nachhaltigen Einfluss auf ihn ausübte. Hier entstanden die beiden ersten großformatigen Gemälde, die später der Großherzog erwarb. Nach zwei Jahren kehrte Willers nach Oldenburg zurück und widmete sich dem Studium der Oldenburger Landschaft. Ergibt als der künstlerische Entdecker des Hasbruchs, dessen Eichen zu seinen beliebtesten Motiven dieser Epoche wurden.

Von 1835 bis 1863 lebte Willers in Rom. Hier traf er mit Joseph Anton Koch und Johann Wilhelm Schirmer zusammen, letzteren begleitete er auf dessen Wanderungen durch die Campagne und die Sabine Berge. Der lange römische Aufenthalt wurde 1843 und 1857-1859 durch Reisen nach Griechenland unterbrochen, die Willers im Auftrage des Großherzogs unternahm. 1864 kehrte er im Alter von 61 Jahren nach Deutschland zurück und ließ sich in München nieder, wo er schnell einen neuen Lebensmittelpunkt fand. Schnell integrierte er sich in das Kunstleben der Stadt, stellte seine Arbeiten in den Ausstellungen der Münchener Künstlergenossenschaft aus und fand neue Auftraggeber. Sein bekanntester Münchener Auftraggeber war der Kunstsammler Adolf Friedrich Graf von Schock, der ein großer Liebhaber deutschrömischer Malerei war. Für ihn schuf Willers zwei große Gemälde, die sich noch immer in der Scheck - Galerie in München befinden. 1868 begann Willers nach langer Unterbrechung wieder, Landschaftsstudien in der freien Natur zu unternehmen, so wie er es in Italien tat. Rolling bei Weilheim südlich von München war damals ein beliebter Aufenthalt für den Maler. Dort fand sich auch Willers in den folgenden Jahren gelegentlich ein, wie aus Zeichnungen und einem Eintrag im Gästebuch der Bollinger Klosterwirtschaft ersichtlich ist. Rolling wurde  vermutlich für Willers ein kleiner Ersatz für das italienische Olevano mit der geliebten Künstlerherberge Casa Baldi und dem Eichenwald Serientara, die Willers von Rom, aus so oft aufgesucht hatte.

Trotz seiner langen Abwesenheit hielt Willers Kontakte zu Oldenburg immer aufrecht und stellte laufend im Kunstverein aus. Er war auf folgenden Ausstellungen vertreten:

1.    KA, 19.2. 1843

2.    4. KA, 21.-23.5.1843

3.    5. KA,11.-13.6.1843

4.    8.KA, 10.-12.9.1843

5.    10.KA,15.-17.11.1843

6.    11.KA,13.-15.12.1843

7.    31.KA,9.-10.11.1845

8.    34.KA,19.-21.4.1846

9.    37.KA,20.-22.9.1846

10.  41.KA,16.-18.5.1847

11.  51.KA,17.-21.8.1849

12.  52.KA,4.-6.11.1849

13.  53.KA,9.-11.12.1849

14.  56.KA,18.-20.8.1850

15.  63.KA,2.-4.11.1851

16.  67.KA,21.-23.3.1852

17.  71.KA,3.-5.10.1852

18.  73.KA,30.12.1852-2.1.1853

19.  77.KA,16.-18.10.1853

20.  90.KA,19.-21.8.1855

21.  93.KA,17.-19.2.1856

22.  100.KA,22.4.-10.5.1857

23.  131.KA,9.-11.2.1862

24.  132.KA,27.-20.6.1862

25.  136.KA,30.11.-2.12.1862

26.  153.KA,19.6.1867

27.  157.KA,15.-18.12.1867

28.  176.KA,17.-20.11.1871

   Nach seinem Tode wurden seine Arbeiten in folgenden Ausstellungen gezeigt:

29.  210.KA,17.-21.11.1880( Den künstlerischen Nachlass stellte der Schriftsteller und Romreisende Hermann Allmets 1880 in Zusammenarbeit mit dem Oldenburger Kunstverein aus. 1881 übernahm Max Jordan die über 200 Nummern in die Berliner Nationalgalerie.)

30.  Jubiläumsausstellung,15.1.-5.2.1893

31.  Ausstellung zur Feier des 100-jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung

zu Oldenburg, 24.-27.4.1904.

 

Obwohl Willers Ruhm begrenzt blieb, so gehörteer doch zu den bedeutendsten Landschaftsmalern, des 19. Jahrhunderts, dieOldenburg hervorbrachte. Zwar verbrachte er den größten Teil seines Lebens außerhalb seines Geburtslandes, doch viele seiner Arbeiten fanden wieder nach Oldenburg zurück und befinden sich heute im Besitz des Landes-und Stadtmuseums.

 

Ernst Dietrich Willers starb am 1. Mai 1880in München.

   

     

Quellenangaben:

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S.797-798

Oliver Gradel- Kunstausstellungen im OldenburgerKunstverein, 1843 – 1914, S.200-202

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.276

José Kastler – Heimatmalerei - Das Beispiel Oldenburg,ISBN3-87358-316-X

 

 

 

Johann Willinges

 

 

Der Maler Johann Willinges wurde um 1560  in Oldenburg geboren. Er ließ sich vermutlich in Venedig ausbilden, zumal Einflüsse Tintoretto erkennbar sind (lt.Riewerts)  Das in der Lambertikirche vorhandenes Gemälde „ Verklärung Christi“ stammt von diesem Maler und blieb Jahrzehnte lang unbeachtet. Es fand Anfang der 1960er Jahre einen neuen Platz über der Eingangshalle des neu geschaffenen Gemeindesaales. Es ist für Oldenburg von besonderem Interesse, da es sich als ein 1986 entstandenes Frühwerk von Johann Williges

erwiesen hat.

Dieses geht nicht nur aus der siebenzeiligen Pinselinschrift auf der Holztafel hervor, die sich zum Schutz der Malerleinwand auf der Rückseite des Gemäldes befand. Bei der Reinigung des Gemäldes durch den Oldenburger Maler Hermann Schoners kam zudem die Signatur JW zum Vorschein. Die 1907 erschienenen Bau - und Kunstdenkmäler des Herzogtums Oldenburg ( HeftIV, S. 32) erwähnen nur: „ Zwei Gemälde auf Leinwand – Kreuzabnahme und Verklärung -  hängen jetzt im Treppenhaus zur Hofloge.

 

Bislang war Johann Williges nur durch seine zahlreichen Werke in Lübeck bekannt, wohin er offenbar kurz  nach der Entstehung des Oldenburger Gemäldes gezogen war.

1590 wurde er dort Meister des Maleramtes, nachdem er die Witwe des Meisters Sylvester von Solle geheiratet hatte. Von 1594 und 1605 Ämtermann. Dort ist er nach ausgiebiger Tätigkeit , gelegentlich auch für ein Epitaph in Hamburg 24.( 14.?) 8. 1625 gestorben. Er gilt als die wichtigste Künstlerpersönlichkeit um die Wende des 16. zum 17. Jahrhunderts. Im Oldenburger Kämmereiregister wird 1577 Johann Williges, der Vater, der Meister des Schneideramtes war, als in der Lange Straße wohnhaft genannt. Dieser hatte eine Tochter und drei Söhne, von denen einer namens Reineke etwa 1686 ledig verstorben ist.

Die Gleichzeitigkeit der Entstehung des von dem Maler in die Lambertikirche gestifteten Gemäldes mit dem Tod des Bruders legt die Vermutung nahe, dass es sich dabei um ein Epitaph zum Gedächtnis für seinen verstorbenen Bruder handeln könnte, zumal in der Folgezeit auch eine der Verklärung ähnliche Darstellung, nämlich die Himmelfahrt Christi, für Epitaphien üblich wurde. Eine Inschrifttafel unterhalb des Verklärungsgemäldes müsste dann beseitigt worden sein, als das Bild beim Umbau der Lambertikirche 1790 aus dieser entfernt und beim nochmaligen Umbau 1885/87 in das neu entstandene Treppenhaus gebracht wurde.

 

Zahlreiche Arbeiten des Künstlers sind in einem Werkverzeichnis festgehalten .


 

Quellenangaben:

 

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, S. 799-800

 


 

Bernhard Winter

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Bernhard Winter wurde am 14.3.1871 in Neuenbrok bei Moorriem als Sohn des Malermeisters Bernhard Winter ( 1838 – 1911) und dessen erster Ehefrau Mette Katharina geb. Vogelsang, geboren. Die Familie zog 1875  nach Oldenbrok, wo er bis zu seinem 9.Lebensjahr lebte. Ein Jahr zuvor starb seine Mutter. In Oldenbrok besuchte Winter zuerst die einklassige Schule (die sogenannte litt´je School) mit drei Abteilungen bei „ Koster“ Krey.Seinerzeit wurden die Lehrer noch Küster genannt.

Dieser Lehrer hatte Interesse am Zeichnen und nahm dadurch bereits in der ersten Schulzeit Bernhard Winters einen gewissen Einfluss auf dessen Neigung und  Begabung.

Von 1880 bis 1882 lebte Winter in Bardenfleth bei seinem Onkelund ging dort in die „ Grote School“ des Hauptlehrers. Beim Pastor lernte er ein wenig Französisch, um sich auf den Besuch der Oberrealschule in Oldenburg vorzubereiten, die er von seinem 11. Lebensjahr an besuchen sollte.

In der ländlichen Umgebung von Moorriem bekam Winter die ersten ihn prägenden Eindrücke. 1882 übernahm sein Vater ein Farbengeschäft in Oldenburg, die Familie nahm in der Dobbenstraße 14 ihren Wohnsitz.

 

Schon früh machte sich das zeichnerische Talent des jungen Winter bemerkbar, das außer seinem Vater auch von seinem Zeichenlehrer der Oberrealschule Andreas Spießer gefördert wurde. Für seine künstlerische Entwicklung war jedoch, wie auch bei einigen anderen Oldenburger Malern, die Begegnung mit dem Konservator der Großherzoglichen Gemäldegalerie, Sophus Diedrichs von größerer Bedeutung. Dieser führte den angehenden Maler in die Kunst der niederländischen Landschaftsmalerei ein, die Winter sein Leben lang bewundern sollte.

 

 

Im Jahre 1887 bezog er sechszehnjährig die Kunstakademie in Dresden und absolvierte dort die fünf Klassen in nur vier Jahren. Das Studium dafür finanzierte sein Vater und seine Stiefmutter. Es ist sicher nicht zufällig, dass er hier praktizierte und im Gegensatz zu anderen Akademien, zum Beispiel München, Karlsruhe, Düsseldorf oder Berlin, sehr strenge und konservative Lehrbetrieb  scheint von seiner Konzeption her dem jungen Studenten entgegen gekommen zu sein. In seinen heute im Oldenburger Stadtmuseum befindlichen biografischen Notizen lobte er den Stil dieser Schule, in der noch „ der Geist des Alters“ wehe. Im Laufe der Zeit entwickelte er jedoch Vorbehalte gegen die in Dresden praktizierten Lehrmethoden, und auch in der Meisterklasse von Professor Wilhelm Ferdinand Pauwels hielt es ihn nicht über die vorgeschriebene Zeit hinaus.

Schon 1890 trug er sich mit dem Gedanken, die Akademie zu verlassen, denn im Februar dieses Jahres schrieb Professor Pohle an seinen Vater, der Sohn mache überraschend schnelle Fortschritte, und darum wäre es bedauerlich, wenn er fort ginge. Ursprüngliche Pläne, nach München oder Karlsruhe zu wechseln, wurden nicht realisiert. 1891 kehrte Bernhard Winter schließlich nach Oldenburg zurück. Der Grund dafür lag vermutlich in seinem stark ausgeprägten Heimatgefühl und in dem Streben nach Sicherheit, die er nur in der vertrauten heimatlichem Umgebung fand. Diese Einstellung kommt in vielen seiner Briefe zum Ausdruck, und in Oldenburg standen ihm zudem in seinem Vater und dem ehemaligen Lehrer Andreas Spießer zwei Menschen zur Seite, die für ihn die ersten Kontakte zum großherzoglichen Hof und zur Bevölkerung der Stadt herstellten und damit seine ersten selbstständigen Schritte auf künstlerischemGebiet begleiteten.

Von Oldenburg ging der Maler im Winter 1891 für einige Monate nach Berlin und im darauf folgenden Jahr nach München. Doch beide Städte enttäuschten ihn, zu den Kollegen fand er keine Kontakte und fühlte sich zudem unsicher in der Atomsphäre eines freien Künstlerlebens. Auch von einer Reise zur Weltausstellung nach Chicago, die er 1893/94 auf Einladung eines Onkels unternahm, kehrte er zurück, ohne dass Einflüsse der jungen amerikanischen Malerei in seinem Werk sichtbar werden. Doch ist vielleicht auf dieser Reise sein Entschluss zum Besuch der Kunstakademie in Düsseldorf gereift, einem Ort, an dem zahlreiche amerikanische während der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts studierten.

Die Jahre von 1895 bis 1899 verbrachte Winter in Düsseldorf, allerdings wurde dieser Aufenthalt immer wieder durch längere Aufenthalte in der Heimat unterbrochen. Auf den heimatlichen Bereich konzentrierte Winter seine Arbeit mittlerweile immer stärker, obwohl er mit anderen Bildthemen beachtliche Ausstellungserfolge erzielt hatte. Es ist nicht zufällig, dass die drei frühen prämierten Gemälde „ Das Testament“(1890)- Winter malte dieses Bild 19jährig in der letzten Klasse der Akademie Dresden und erhielt dafür die Große Silberne Medaille - ,“Dämon Gold“(1891) und „Der Rattenfänger“(1896)nicht in Oldenburg entstanden, zu Zeiten also, in denen Winter neuen und fremden Einflüssen ausgesetzt war. Zugleich beteiligte sich  Winter 1893 ( 15.1.-5.2.1893) mit 6 Gemälden , darunter auch die Gemälde „ Das Testament“ und „Dämon Gold“, an der Gemeinschaftsausstellung des Oldenburger Kunstvereins an der Jubiläumsausstellung des Kunstvereins.

Weitere Ausstellungen im Kunstverein folgten am15.11.-29.11.1893 (270. Kunstausstellung),

19.4.-3.5.1896( 282 und 283. Kunstausstellung –zusammengelegt-,

15.11.- 15.12.1896 ( 285. Kunstausstellung),

15.11.-11.12.1898 ( 292. Kunstausstellung),

 17.2.-13.3.1899 ( 297. Kunstausstellung),

 15.2.-18.3.1900( 297. Kunstausstellung),

16.11.-16.12.1900 ( 299. Kunstausstellung),

17.11.-15.12.1901( 302. Kunstausstellung),

16.11.-15.12.1902( 306. Kunstausstellung),

17.2.-17.3.1904( 310. Kunstausstellung),

24. – 27.4.1904 – Ausstellung zur Feier des 100 jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg,

 15.2.-15.3.1905( 322. Kunstausstellung),

 14.11.-15.12.1909( 328. Kunstausstellung),

 17.10.-5.11.1913( 342. Kunstausstellung),

16.11.-15.12.1913 ( 343. Kunstausstellung),

 8.2.-11.3.1914( 344. Kunstausstellung).


 

Winter stellte auch auf folgenden Ausstellungen aus:

Jubiläumsausstellung der Münchener Künstlergenossenschaft zu Ehren des 90. Geburtstages Sr. Kgl. Hoheitdes Prinzregenten Luitpold von Bayern, 1. Juni- Ende Oktober 1911,Nr. 2341, Öl„Die letzte Ehre“.

Münchener Jahresausstellung 1903 in kgl. Glaspalast,Nr. 1268 „Niederdeutsche Bauernhochzeit“,Nr. 1269 „Sonntagmorgen“.

 

Winters Auffassung zur Kunst kommt in seinen zahlreichen biografischen Notizen  sowie in zahlreichen Briefen zum Ausdruck. So gibt er dort unter anderem an, dass eine gute Kunst nur dann gesund und von Bestand sein könne, wenn sie ein Erzeugnis des heimischen Bodens sei.

Die guten Kontakte zum großherzoglichen Hof verhalfen dem Maler nicht nur zu Aufträgen, sondern steigerten auch sein Ansehen im Oldenburger Land. Er wurde immer mehr zum Maler der oldenburgischen Gesellschaft. 1903 verlieh ihm der Großherzog den Professorentitel.

Im selben Jahr baute sich Winter ein Haus in der Dobbenstraße 22 und heiratete 1904 Martha Schröder ( 1878 – 1960), die Tochter des aus Nordermoor stammenden Ökonomierats und früheren Landtagspräsidenten Wilhelm Schröder(1853 – 1939).

 

Der Oldenburger Künstlerbund, damals als Zusammenschluss der Maler gedacht, wurde 1904 auf Anregung des Malers Gerhard Bakenhus zusammen mit Bernhard Winter und Richard tom Dieck gegründet. Er war als dessen Vorsitzender Mitunterzeichner eines Antrages des Staatsministeriums, in dem um die Unterstützung „ der bildenden Kunst und verwandter Bestrebungen“ gebeten wurde.

Die Eingabe hatte Erfolg und von 1906 an wurden jährlich 3000 Mark Fördergelder zur Verfügung gestellt.

 

Bei der Großen Norddeutschen Gewerbeausstellung 1905 auf der Dobbenwiese in Oldenburg war die Oldenburger Künstlerschaft mit einer der besten Ausstellungen vertreten , die jemals hier gezeigt wurden. Winter war Mitglied der Jury dieser Ausstellung, die in einem Sondergebäude zu sehen war.

 

 

Winter, der inzwischen zu einer Institution auf dem Kunstsektor in Oldenburg geworden war, wurde in das Beratergremium gewählt, das über die Verwendung der Gelder beriet, und gehörte auch zwei Jahre später der neugebildeten Ankaufskommission an, die über den Erwerb moderner Kunstwerke entscheiden sollte.

Diese waren für eine in Aussicht genommene Galerie zeitgenössischer Kunst vorgesehen, doch nach der Gründung des Galerievereins,dessen Ziel die Förderung der neuen Sammlung war, gab es Differenzen. Da alle vier Mitglieder des Galerievereins, die der Ankaufskommission angehörten, in Bremen ansässig waren, beschwerte sich Winter gegen die Einmischung von „auswärts“ und wurde daraufhin von seinen Aufgaben entbunden. Hinsichtlich der Schaffung heimatlicher Motive in seinen Gemälden stand Winter unter Zeitdruck, zumal die Industrialisierung immer weiter fort schritt. Schon 1891 bat er in einem Brief seine Eltern um Nachforschungen, wo „ die Leute noch in altertümlichen Zuständen leben“. Nach seiner Rückkehr aus Düsseldorf wollte er dort malen. Auch später gaben ihm Freunde zahlreiche Hinweise, oder aber Winter beschaffte sich die benötigten Vorlagen aus dem Museum. So zeichnete er zum Beispiel im Winter des Jahres 1898 im damaligen Kunstgewerbemuseum Fliesen als Vorstudien zu einem Gemälde. Vermutlich handelt es sich dabei um das im Stadtmuseum Oldenburg befindliche Gemälde „ Bauerntanz“, dass Winter 1904 vollendete.

Nicht nur in seinen Gemälden versuchte Winter festzuhalten,was er als das Volkstümliche und Ursprüngliche seiner Heimat betrachtete.

 

Winter unternahm im Verlaufe seines Lebens mehrere Reisen, die ihn um 1910 herum nach Dänemark sowie nach Flandern und Holland führten.

 

Auf einer Reise nach Norwegen im Jahre 1909  besuchte er das Freilichtmuseum Bygdoyund versuchte, die dort gewonnenen Eindrücke auch im Oldenburger Land zu realisieren. Neben Heinrich Sandstede (1859-1951) gehörte er 1910 zu den Mitbegründern des Freilichtmuseums in Bad Zwischenahn. Auch schriftlich äußerte er sich zu den Themen, die im Mittelpunkt seines Denkens standen. Für die 1913 erschienene Heimatkunde des Herzogtums Oldenburg schrieb er die Beiträge „Unsere alte Volkstracht“, „ Der Schmuck des Hauses sowie Feste“,  „ Sitten und Gebräuche unserer Heimat“. Auch hier wird, wie auf seinen Gemälden, die Entwicklung nicht bis in die Gegenwart aufgezeigt. Überblickt man die Große Zahl der Bilder, die Themen des bäuerlichen Lebens zeigen, so fällt auf, dass hier niemals die harte und mühsame Arbeit

geschildert wird, sondern über allem Geschehen liegt eine feierlich anmutende Ruhe, die jeden Tun idealisiert. Die Farbpalette Winters wird in seiner Frühzeit von einer warmen Tonigkeit bestimmt, die nach der Jahrhundertwende immer mehr einem strengen Nebeneinander von Lokalfarben weicht. Parallel dazu findet eine langsame Verhärtung der szenischen Abläufe statt und von der Zeit um 1910 bis 1915 an ändert sich sein Stil nur noch unwesentlich. Trotz zunehmender künstlerischer Isolierung blieb Winter in seiner Heimat  bis zum Tode ein angesehener Maler, dem zahlreiche Ehrungen zuteil wurde. So trug er sich am14.3. 1931 in das Goldene Buch der Stadt Oldenburg ein.

1944 nahm er an der Kunstausstellung der Gaukulturtage Weser-Ems, vom 7. Mai bis 6. Juni 1944 teil.

 In der Zeit vom 23.5. – 22.8.1971 widmeten ihm das Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte gemeinsam mit dem Oldenburger Stadtmuseum eine Ausstellung, bei der insgesamt 90 seiner Arbeiten gezeigt wurden.

Dass Bernhard Winter zu Lebzeiten auch enge Kontakte zu seinen Oldenburger Malerkollegen pflegte, ist durch eine nicht datierte Postkarte belegt, die Hugo Duphorn an seine Ehefrau nach Oberweimar anlässlich des Verkaufs seines Gemäldes „ Schweigen im Herbst“ schrieb. Auf dieser Postkarte unterschrieben unter anderem Gerhard Bakenhus, Wilhelm Degode, Wilhelm Morisse und Bernhard Winter.

 

Professor Bernhard Winter starb 6.8.1964 in Oldenburg.


 


 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Quellenangaben :

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S. 805-807

Oliver Gradel- Kunstausstellungen im OldenburgerKunstverein, 1843 – 1914, S. 202-203

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.277

Heinrich Schmidt-Hoftheater,Landestheater,Statstheater,Beiträge zur Geschichte des oldenburgischen Theaters, S. 301

José Kastler – Heimatmalerei- Das Beispiel Oldenburg,ISBN3-87358-316-X

Oldenburgischer Hauskalender von 1929, Verfasser unbekannt.

 

 

 Heinz Witte-Lenoir

 

 

Der Kunstmaler Heinz Witte- Lenoir wurde am 17. Februar 1889 in Lintel/ Hude als Sohn eines Bauern und Schrankenwärters geboren. Nach seinem Schulabschluss begann er 1985 eines Ausbildung bei der Großherzoglichen Eisenbahn. Der talentierte junge Mann lernte einige Zeit später einen Kunstprofessor kennen, der ihn für einige Monate mit nach Italien nahm. Bologna, Venedig und Rom waren seine ersten Stationen. Nach seiner Rückkehr nahm er 1898 Unterricht bei dem Oldenburger Maler Gerhard Bakenhus. Ein Jahr später verlegte er seinen Wohnsitz nach Paris, wo er Studien in den Museen von Paris durchführte. 1900 begann er ein Studium der Malerei und Plastik an der Colarossi und der Akademie des Beaux Arts. Nachdem er 1903 erste Straßenbilder ausstellte, erhielt er bei einem Zeichenwettbewerb aus der Hand von A.T. Steinlein, Prinet und Courtois, die als Juror fungierten, den ersten Preis in Höhe von 1000 Francs.Später arbeitete er bei Steinlein an der Druckpresse und für Edgar Degas zog er  Monotypien ab, die heute im Louvre hängen. Sein Fleiß und seine Begabung zeigten bald Früchte.

Von dem Preisgeld finanzierte der Maler seine ersten Studienreisen nach London, den Mittelmeerländern und Afrika, im Jahre 1905 eine erste Reise nach Indien. In den Jahren 1907 bis 1911 schlossen sich weitere Reisen dorthin an. Als seine Kunstfreunde seine in Indien gemalten Arbeiten sahen, gaben sie ihm den Namen „ Le Noir, der Schwarze“.

Schon im Jahre 1900 besuchte ihn Paula Modersohn-Becker, die in Paris an der Académie Colarossi studierte, in seinem Atelier

Später waren es unter anderem Amedeo Modigliani, Wilhelm Lehmbruck, Eugen Spiro, Elie Nadelmann, Josef Egry und Paul Signac.

Als 1914 der erste Weltkrieg ausbrach, siedelte Witte -Lenoir an das Mittelmeer über. Im Jahre 1920 unternahm er eine Reise nach Ägypten, in den Jahren 1922/30 hielt er sich in Paris und am Mittelmeer auf, zeitweilig auch in Berlin.

1930 kehrte Witte - Lenoir endgültig nach Deutschland zurück.

Der Künstler unterbrach seine künstlerische Tätigkeit um sich der Forschung zu widmen. Er entwickelte während dieser Zeit ein mechanisches Reproduktionsverfahren.

Während des zweiten Weltkrieges, im Jahre 1943, hielt sich Witte - Lenoir in Berlin auf. Bei einem Bombenangriff auf die Stadt wurde ein Großteil seiner Arbeiten vernichtet.

1946 kehrte der Maler wieder nach Hude zurück und lebte dort  fortan mit seiner Lebensgefährtin „ Tully“. Er nahm in der Folgezeit Kontakt zu Künstlerkollegen auf, die sich im benachbarten Dötlingen aufhielten. Insbesondere zu August Kaufhold, der in Dötlingen mit dem „ Lopshof“ eine Begegnungsstätte für Künstler aufgebaut hatte, bestanden Kontakte.

 1947 entstanden eine Vielzahl von Arbeiten in Öl, die Witte - Lenoir aus seiner Erinnerung malte. Die noch vorhandenen und in Paris von ihm skizzierten Motive dienten dabei ebenfalls als Vorlage für seine Ölgemälde.

An seinem Geburtstag, dem 17. Februar 1961 starb der talentierte Maler.

Bis zu seinem Tod blieb Witte – Lenoir dem Impressionismus treu. Seine hellen Bilder entstanden vor allem in Frankreich in seiner frühen Schaffensperiode. Die dunkleren Arbeiten

sind hauptsächlich durch seine Indienreise geprägt.

 

Die Arbeiten des Malers wurden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, unter anderem in Paris, der Bremer Kunsthalle in den 20er Jahren, in Oldenburg, Aachen, Köln.


 

Quellenangaben:

 

1.     Dr.Ulrich Wilke: Heinz Witte-Lenoir Werkverzeichnis ISBN 3-939119-38-5

 

2.     GerhardWietek: 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land

 

3.     Rezensionen von Dr. Ulrich Wilke in der NWZ v. 15.4.2006 u. 17.2.2007




           Otto Wohlfahrt

 

 

 

 

 

 

Otto Wohlfahrt wurde am 26.12.1909 in Oldenburg als Sohn des Kaufmanns Otto Wohlfahrt und dessen Ehefrau George geborene Bünning geboren.

Der junge Otto wuchs behütet in Oldenburg in der Kanalstraße auf. Nach dem Besuch der Volksschule 1915 - 1919 wurde er auf die Hindenburgschule umgeschult, die er bis 1925 besuchte und mit dem Reifezeugnis abschloss. Bereits in jungen Jahren wurde deutlich, dass Otto Wohlfahrt ein außergewöhnliches zeichnerisches Talent besaß.

Seine Eltern erkannten dieses künstlerische Potential und beschafften ihm eine Ausbildungsstelle zum Bühnenmaler am  Oldenburgischen Landestheater. Von 1926 bis 1929 arbeitete er dort im Malersaal des Landestheaters und war während dieser Zeit unter Leitung von Alexander Otto an der Gestaltung und Ausführung  von Bühnenbildern beteiligt. Nach der Ausbildung wechselte er 1929 an das Stadttheater Dortmund, wo er bis 1930 als Bühnenbildner tätig war.

Wohlfahrt, der sich in seiner Freizeit intensiv der Malerei widmete, wollte sich unbedingt künstlerisch weiterbilden. Seine in der Ausbildung erlernten Fähigkeiten reichten ihm nicht aus; er wollte neue Maltechniken erlernen um diese im Beruf und in seinen Arbeiten anwenden zu können. Aus diesem Grunde reifte in ihm der Entschluss, die sichere Anstellung am Stadttheater in Dortmund aufzugeben. Wie es damals üblich war, bewarb er sich mit einer Auswahl eigener Arbeiten an der Kunstakademie in Düsseldorf. Im selben Jahr wurde er dort angenommen und belegte in der Folgezeit  bis 1932 ein Kunststudium unter Anleitung von Professor Wilhelm Schmurr, Werner Heuser und Paul Klee.

Während der Studienzeit lernte er Hilma Theis kennen, die an der Folkwangschule in Essen studierte. Während des Kunststudiums hatte er Gelegenheit, seine Arbeiten in Ausstellungen in Düsseldorf und Essen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Als ausgebildeter akademischer Maler kehrte er anschließend nach Oldenburg zurück und übernahm von 1933 bis 1935 die Leitung des Malersaales des Landestheaters.

1933 beteiligte er sich in Oldenburg an der Ausstellung „Kunst im Gau Weser-Ems“.

Otto Wohlfahrt war sehr reisefreudig. Im selben Jahr unternahm er Studienreisen nach Holland, Belgien und Frankreich. Auf seinem Fahrrad machte er zudem eine ausgedehnte mehrtägige Reise von Oldenburg bis Italien. 1934 schlossen sich Reisen nach Dänemark, Schweden und Ungarn an.

 

Einige der auf seinen Reisen entstandenen Arbeiten präsentierte er 1934 auf der Dezember-Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins. Am 2. Dezember 1935 waren Gemälde von ihm  auf einer Ausstellung mit dem Titel „ Bildende Künstler des Gaues Weser-Ems“, Jahresausstellung 1935 des Oldenburger Kunstvereins, zu sehen. Von 1935 bis 1936 unternahm er weitere Studienreisen nach Jugoslawien, Ungarn  und  Griechenland. Auf der Insel Mykonos hielt er sich eine längere Zeit auf. Dort schuf er viele Ölgemälde, Aquarelle und Zeichnungen.

 

Nach seiner Rückkehr nahm er eine Anstellung als Bühnenbildner am Stadttheater  in Brandenburg an, welche jedoch zeitlich begrenzt war.

In Berlin fand er 1936 am Theater des Volkes eine Anstellung als Leiter des Malersaales . Er heiratete dort Hilma Thies, die ihm 1937,1939 und 1940 drei Töchter schenkte. Bis 1940 machte er sich an dem Theater in Berlin einen Namen, dann wechselte er an das Deutsche Theater in Prag, wo er bis 1944 in verantwortlicher Stellung den Malersaal leitete und als Bühnenbildner tätig war.

Den Kontakt zu seinem Heimatort Oldenburg ließ er in den vielen Jahren seiner Abwesenheit jedoch nie abbrechen. Er brachte sich 1941 mit einigen Arbeiten auf der Ausstellung „Kunst im Gau Weser-Ems“ wieder in Erinnerung.

Auch nahm er an der „Kunstausstellung des Gau Weser-Ems“ teil, die in Groningen in der Zeit vom 3.-19.Juni 1942 ausgerichtet wurde. Damalige Veranstalter waren der Oldenburger Kunstverein sowie der Künstlerbund Bremen in Verbindung mit der Niederländisch-Deutschen Kulturgemeinschaft und der Ostfriesischen Landschaft.

Im August 1944  wurde Otto Wohlfahrt  zum Kriegsdienst einberufen und musste deshalb seine Anstellung in Prag aufgeben. Als Soldat wurde er in Budweis stationiert und schließlich von dort aus an die Ostfront abkommandiert. Von  dort kehrte er nicht mehr zurück und gilt seitdem als vermisst.

Einem Bericht des Deutschen Roten Kreuzes ist zu entnehmen, dass der Maler Im Zeitraum vom März 1945 bis Anfang Mai 1945 seit einem Rückzug von Ratibor aus dem Tatragebirge bis in Raum Prag hinein als vermisst gilt.

Otto Wohlfahrt freundete sich während seiner Ausbildung und seiner Tätigkeit im Malersaal des Landestheaters Oldenburg unter anderem mit Adolf Niesmann, Karl Schwoon, Rolf Höfer und weiteren Künstlern an, die entweder am Landestheater eine Anstellung gefunden hatten oder Kontakte dorthin hatten.

 

Nach Ende des Krieges versuchte Hilma Wohlfahrt die Erinnerung an ihren Ehemann in der Öffentlichkeit wach zu halten.

Am 29. August 1948 stellte der Oldenburger Kunstverein Arbeiten von Otto Wohlfahrt, Rolf Höfer, Max Herrmann , Hönselmann, Willi Oltmanns und Marie-Louise Ahlhorn- Pakenius im Oldenburger Schloss aus.

Die Galerie Schwoon zeigte seine Arbeiten in der Zeit vom 17.-30. Dezember 1949 in der damals am Theaterwall ansässigen Galerie.

Im November 1953 stellte der 1947 ins Leben gerufene Bund Bildender Künstler Oldenburg im Oldenburger Lappan im Rahmen einer sogenannten Weihnachtsausstellung Arbeiten von einigen BBK- Mitgliedern aus. Unter den ausgestellten Arbeiten befanden sich allerdings auch Arbeiten von Otto Wohlfahrt. Der Umstand, dass der Maler zu diesem Zeitpunkt als vermisst galt und dem BBK nicht angehörte, zeugt von dem hohen Ansehen, das er in diesen Künstlerkreisen genoss.

Der Maler und Kunstkritiker Rolf Höfer schrieb zu den Arbeiten Otto Wohlfahrts unter anderem in einem Artikel der Oldenburger Nordwestzeitung:

“ Manche seiner Ölbilder spiegeln die Fremdartigkeit verschlafener ungarischer Dörfer, silbergrüner Olivenhaine oder einer Meeresküste .... Sie stehen im Gegensatz zu malerisch flächig empfundenen Landschaften und zu Stillleben einer sanft düsteren Musikalität... Der große Ernst, der aus dem gesamten Werke des früh Gereiften spricht, bestärkt den Betrachter noch in den Gedanken, dass hier ein Künstler von Format sein Schaffen früh beenden musste.

Ein Hinweis in der Oldenburger Nordwest -Zeitung  vom 9. März ( die Jahreszahl ist nicht vermerkt) verweist auf eine weitere Ausstellung seiner Arbeiten im Oldenburger Stadtmuseum.

Das  Oldenburger Landesmuseum, das Stadtmuseum sowie die Stadt Düsseldorf kauften Arbeiten von ihm an.

Otto Wohlfahrt war einer von vielen talentierten hoffnungsvollen Künstlern, die in den beiden Weltkriegen ihr Leben lassen mussten.

Nur wenige seiner Bilder sind heute auf dem Kunstmarkt zu finden. Ein Teil seines künstlerischen Nachlasses befindet sich heute in privater Hand.

Nach der letzten Ausstellung seiner Arbeiten, die mehrere Jahrzehnte zurück liegt, geriet er mehr und mehr in Vergessenheit und ist heute nur noch wenigen Kunstinteressierten ein Begriff.

     

Quellenangaben:

Hoftheater, Landestheater Staatstheater in Oldenburg, Heinz Holzberg Verlag, herausgegeben von Heinrich Schmidt, S. 300 – 301, ISBN  3-87358-165-5.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.277.

Stadtmuseum Oldenburg, Kurt Sandstede Oldenburg, Ewald Gäßler, Jörg Michael Henneberg, 1993, S.25 u.27.

Dokumentation zum 30jährigen Jubiläum der Landesgruppe Oldenburg des BBK, 12.12.1975-11.1.1976, S. 11.

Interview mit Norma Wohlfahrt, Tochter des verstorbenen Künstlers

NWZ-Artikel vom 4.11.1953 über die Ausstellung im Lappan. Verfasser: Rolf Höfer

 

  

Emil Wolff

 

 

Der Maler Emil Wolff gehört eigentlich zu den Delmenhorster Künstlern. Da er jedoch dem Bund Bildender Künstler, Landesgruppe Oldenburg angehörte und hin und wieder Gemälde von ihm in Oldenburg auftauchen, ist er für die Oldenburger Kunstszene ebenso interessant wie zum Beispiel Franz van der Glas.

Zur Zeit gibt es allerdings nur wenige Informationen über diesen Maler.

 

 

Emil Wolff wurde 1895 in Berne geboren. Er ergriff den Beruf eines technischen Zeichners und zwar in der Zeit von 1938 bis 1962 als Zeichenlehrer in Delmenhorst tätig. 1964 beteiligte er sich auf der Weihnachtsausstellung des Oldenburger Künstlerbundes und war dort mit insgesamt13 Arbeiten ( Aquarell und Öl) vertreten.

Emil Wolff war 1953 Mitglied des Oldenburger Kunstvereins. Er malte vor allem Landschaften aus dieser Gegend und dem Hasbruch

 

Er starb 1971 in Delmenhorst.


Quellenangaben:

Gerhard Wietek - 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.277


Klaus Zegenhagen

 

Klaus Zegenhagen wurde am 22. August 1933 geboren. Als Abiturient hatte er 1955 seine erste, von Heinz Janszen organisierte Ausstellung in der Kunsthalle Wilhelmshaven, gemeinsam mit vier anderen Wilhelmshavener Nachwuchskünstlern. Nach er Schulzeit studierte er an der Werkkunstschule in Hannover, dann an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg den Bereich grafische Techniken, Zeichnung und Malerei. Die Techniken der Druckgrafik erlernte er bei Professor Heinz Tröskes; Assistent war Paul Wunderlich, Mitstudent Horst Janszen. Dann zählte er zur Gastdozentenklasse des Friedensreich Hundertwasser, anschließend arbeitete er bei Emil Schumacher. Es folgte ein mehrjähriges Intermezzo als Straßenarbeiter und beim Finanzamt, ehe er von 1964 bis 1967 an der Universität Oldenburg Pädagogik studierte mit dem Hauptfach Kunst bei Professor Reinhard Pfennig.  Zegenhagen war anschließend als Volksschullehrer tätig. 1976 wechselte er als Kunsterzieher in Wilhelmshaven an die integrierte Gesamtschule. Er gehörte zur Gruppe der „Heinz Janszen-Presse“, denen neben ihm Rolf G. Klann, Heinz Carl Wimmer, Peter Geithe, Kea Schwedes, Christian Roos und Wilhelm Gerstenberger angehörten. Klaus Zegenhagen war ein „informeller Maler“ Er .starb am 11. April 2003 in Wilhelmshaven.

Wer nähere Informationen oder Fotos von dem Künstler oder seiner Arbeiten hat, dem wäre ich  für Informationen dankbar.

 

Quellen:

Wilhelmshavener Zeitung vom 6.12.2012 mit einem Beitrag von Alexander Langkals anlässlich der Dezemberausstellung  2012– Werke verstorbener Künstler -. Die Ausstellung ging vom 6.12.2012 – 1.1.2013.

Kunst an der Jade – Wilhelmshaven von 1912 – 1987, herausgegeben vom Verein der Kunstfreunde für Wilhelmshaven e.V., herausgegeben 1987


 

Kurt Zeh

 

 

 


 


 


 


 


 


 


Der Zeichner, Reklame- und Dekorationsmaler Kurt Zeh wurde am 14. März 1919 in Podelwitz, im damaligen Kreis Leipzig liegend, als zweites Kind des Kriminalbeamten Emil Zeh und dessen Ehefrau Anna geborene Müller geboren. Unmittelbar vor ihm erblickte seine Zwillingsschwester Louise das Licht der Welt.

Kurt Zeh wuchs in Leipzig in der Hallische Straße 77 auf. In der Spielschule beschäftigte er sich gerne und viel mit Bunt- und Zeichenstiften.

 

Seine  Kindheit verlief  nicht sorgenfrei; sie litt unter dem kompromisslosen und harten Erziehungsstil des Vaters.

 

1925 wurde er in die Volksschule in Leipzig eingeschult, die er 1933 abschloss.

In der Schule fand Kurt den Unterricht oft langweilig, was ihn dazu veranlasste, während der Stunden lieber zu zeichnen als dem Unterricht zu folgen. Da es in erster Linie nicht immer perfekte Porträts der Lehrer waren die er zeichnete, sorgte das zudem bei einigen Lehrkräften für Unmut. Die Folge war, dass er in einer der vorderen Reihen am Unterricht teilnehmen durfte.

 

Nach Beendigung der Schule begann er 14jährig in Leipzig bei der Firma Köhler & Volkmar eine Ausbildung zum Buchhändler. Während der Ausbildung sah er sich einem Ausbilder gegenüber, der die Erziehungsmethoden seines Vaters vermitteln wollte. Zeh brach daraufhin zwar die Ausbildung ab, blieb jedoch bis 1938 als Angestellter in dieser Firma weiter tätig.

 

Während seiner Ausbildung bei der Firma Köhler & Volkmar hatte er sich mit anderen kunstbegabten Leuten zusammengeschlossen, und mit ihnen die auf Künstlerpostkarten abgebildeten Schauspieler oder Schlagersänger abgezeichnet; die Zeichnungen dann den Künstlern mit der Bitte zugeschickt, sie mit ihrem  Autogramm versehen wieder zurück zu schicken. In aller Regel klappte diese Vorgehensweise auch.

Durch diese regelmäßigen Treffen hatte sich Zeh intensiv mit der Porträtmalerei auseinandersetzen können.

 

1938 wurde Zeh zum Arbeitsdienst eingezogen. Er musste aus diesem Grunde seine Anstellung in dem Betrieb aufgeben. Zunächst in Zeven bei Bremen, wo er  Entwässerungsgräben ausheben musste, folgten in den acht Pflichtmonaten weitere Stationen körperlicher Arbeit. Sein letzter Aufenthaltsort war ein Bauernhof an der Kurischen Nehrung, wo er bei einem Bauern Ribbeck in der Landwirtschaft  arbeiten musste.

 

Nach seiner Rückkehr ins Elternhaus wurde er 1939 zum Kriegsdienst eingezogen und zum Infanterie- Regiment 16, das in Oldenburg stationiert war, abkommandiert.

Im Mai 1940  nahm er an der Besetzung Belgiens teil. Von Belgien aus wurde er 1941 mit dem Infanterie-Regiment nach Russland abkommandiert.

 

Bei einem Feuergefecht auf der Krim wurde Zeh durch einen Granatsplitter schwer im Gesicht verwundet. Mit einem Kieferschussbruch wurde er in ein Lazarett nach Bukarest ausgeflogen. Nach einer ersten Behandlung wurde er in ein Lazarett nach Wien verlegt, wo er ein halbes Jahr ärztlich versorgt wurde. Von Wien aus wurde er anschließend nach Hamburg in das Lazarett in der Eckernförder Straße verlegt, dann nach Leipzig. Zwei Jahre dauerte es, bis seine Gesundheit soweit hergestellt war, dass er den Dienst in Oldenburg wieder aufnehmen konnte.

Als er 1943  an einem Unteroffizierslehrgang in Munsterlager teilnahm, wurde er von dort aus erneut mit dem Infanterie-Regiment 16 nach Ostpreußen abkommandiert.

 

Bei der Verteidigung eines Hügels wurde Zeh durch Granatbeschuss erneut schwer an einem Bein verwundet.

Zunächst in ein Lazarett verlegt, schloss er sich nach einer kurzen provisorischen Behandlung auf Krücken humpelnd, mit anderen Soldaten einem Flüchtlingstreck an, der ihn nach Eutin brachte. Dort begab sich Zeh 1945 in englische Kriegsgefangenschaft.

Seine Verwundung  wurde anschließend in einem Lazarett weiter behandelt.

Als er nach Kriegsende aus der Kriegsgefangenschaft entlassen wurde, schloss er eine Rückkehr nach Leipzig aus. Ein Grund dafür war unter anderem, dass sein Elternhaus bei einem Bombenangriff auf Leipzig am 20. Februar 1944 zerstört worden war. Er kehrte deshalb nach Oldenburg, das nach Kriegsende vorübergehend unter Britische Kontrolle gestellt wurde, zurück. 

 

Erwähnenswert ist, dass Kurt Zeh sich während des 2. Weltkrieges in jeder freien Minute mit Zeichnen beschäftigt hat. Neben Porträts von Kameraden entstanden während dieser Zeit Landschaftsdarstellungen aus den jeweiligen Gebieten, in denen er sich gerade befand.

 

In Oldenburg erhielt Zeh mit Schwierigkeiten und einer Portion Glück eine Zuzugsgenehmigung. Eine vorübergehende Unterkunft in der Stadt verschaffte ihm der Hausmeister der Grundschule Brüderstraße. Auf einer Pritsche im Heizungskeller der Schule konnte Kurt Zeh einige Zeit bleiben.

 

Seine schwierige Situation besserte sich, als er erfuhr, dass das britische Militär in der Stadt einen Schriftenmaler suchte, der für den englischen Soldatenfriedhof in Sage die Grabkreuze der im Kriege gefallenen britischen Soldaten beschriften sollte.

Da Zeh sehr versiert in dieser Tätigkeit war, bewarb er sich dorthin und wurde  am 18.9.1945 angenommen. In einem Hangar auf dem ehemaligen Fliegerhorst in der Alexanderstraße war dieses seinArbeitsplatz bis zum 31.3.1946 und erneut vom 22.8.1947 bis zum 1.4.1949. 

Wegen des hohen Arbeitsaufkommens beaufsichtigte er zeitweise bis zu zehn weitere Mitarbeiter, die ihm zur Verfügung gestellt wurden.

 

Dass Kurt Zeh nicht nur als Schriftenmaler überzeugen konnte sondern auch als Porträtmaler  Talent besaß, blieb den britischen Offizieren nicht verborgen. Zeh wurde deshalb eines Tages in das von den Briten umbenannte Churchill-Haus in der Ratsherr-Schultze-Straße bestellt, um die dort  anwesenden Offiziere  zu porträtieren.

 

Als Entlohnung für seine Dienste erhielt er einige Tassen Tee und Kekse.

 

Zeh hatte bereits kurz nach seiner Ankunft in Oldenburg versucht, Kontakt zu dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin aufzunehmen, weil er sich  zeichnerisch weiterbilden wollte und Kempin in Oldenburg die erste Adresse war.

Dieses gelang ihm über den damaligen Museumsdirektor Professor Dr. Wolfgang Hartung, der in der Hochhauser Straße 28 wohnhaft war, und dessen Dusche Kurt Zeh hin und wieder benutzen durfte.

Als Gegenleistung für das Entgegenkommen durfte Zeh nachts dessen Gemüsegarten bewachen, was Zeh auch widerspruchslos und gerne tat, zumal er es in seiner damaligen Situation genoss, eine Dusche benutzen zu dürfen.

 

Aus Gesprächen mit  Zeh kannte Professor Hartung dessen Wunsch, sich von dem Oldenburger Maler Wilhelm Kempin unterrichten lassen zu wollen. Einige Tage nach dem Gespräch teilte ihm Prof. Hartung mit, dass er mit Kempin gesprochen habe. Der habe ihm gesagt, dass sein Zeichen- und Malkurs in der Volkshochschule zwar voll sei, Zeh aber trotzdem vorbeikommen solle.

 

In der Folgezeit nahm Zeh bei Wilhelm Kempin  über viele Monate hinweg regelmäßig Zeichenunterricht. Exkursionen, die ihn zusammen mit weiteren Schülerinnen und Schülern des Lehrers unter anderem in das Eversten Holz und nach Sandkrug führten, schlossen sich Unterrichtsstunden im Atelier Kempins in der Cloppenburger Straße und  im Elternhaus Marga von Garrels in der Georgstraße 4, an. Einmal in der Woche trafen sich dort Dieter Stöver, Kurt Zeh, Walter Howard, Bernhard Neteler, Eva Simmat, Käthe Knutz und weitere Künstler, um sich unter Anleitung Kempins weiterbilden zu lassen.

 

In der Erinnerung Kurt Zehs haften geblieben ist ein Gespräch mit Wilhelm Kempin, in welchem dieser ihm mitteilte, dass er seine sämtlichen Pinsel unter einem Baum in Sandkrug vergessen habe. Es folgte die Frage, ob Zeh nicht nach Sandkrug fahren könne, um die Pinsel zu holen. Nach langer Suche fand Zeh die Pinsel tatsächlich und brachte sie Kempin zurück.

Kempin war darüber außerordentlich erfreut, da Pinsel  schwer zu beschaffen und nahezu unerschwinglich teuer waren.

 

Während des Zeichenunterrichts bei Kempin lernte Zeh den Oldenburger Kunstmaler Heinz Liers kennen, der sich nach der Begutachtung einiger seiner Arbeiten anbot, ihm ebenfalls Unterricht zu erteilen. Weil Heinz Liers einen anderen Mal- und Zeichenstil pflegte als Kempin, entschloss sich Zeh, einige Monate bei Liers Unterricht zu nehmen.

 

1947 bewarb er sich schließlich mit einer Auswahl seiner Zeichnungen an der Kunsthochschule in Hamburg; wenig später wurde er dort angenommen.

 

Das Kunststudium konnte er dennoch nicht beginnen, weil er, wie es Voraussetzung war, keine Unterkunft in Hamburg nachweisen konnte.

 

Den Gedanken, eventuell später das Studium zu beginnen, verwarf er irgendwann.

 

In  Oldenburg traf Zeh durch Zufall  eine Künstlerin, welche für die Firma Ellerhorst, ansässig in der Mottenstraße, Reklamearbeiten in Spritztechnik ausführte. In einem Gespräch mit ihr erfuhr er, dass diese Dame auswandern wollte und einen Nachfolger für Reklamearbeiten suchte.

 

Da  Zeh Interesse zeigte, legte ihm die Dame ihre Arbeiten vor. Als er diese sah, äußerte er ihr gegenüber selbstbewusst: „Das kann ich!“.

 

Er gab eine Probe seines Könnens ab, überzeugte dabei und erhielt in Folge zahlreiche Aufträge für großflächige Werbetafeln für das damalige Kino „Capitol“ in der Heiligengeiststraße und den Wallichtspielen am Theaterwall.

 

1948 meldete er ein Gewerbe als Werbegestalter für Kinoreklame, Beschriftungen und Dekorationen an.

 

Zunächst arbeitete Zeh in einem Schuppen im Hof hinter dem damaligen Theater „Astoria“in der Alexanderstraße. Später wechselte er in Räumlichkeiten der Autosattlerei Mönnich in der Ziegelhofstraße 36. Jahre später verlegte er sein Atelier auf einen Dachboden in der Kurwickstraße. Das Gebäude gehörte dem Inhaber des Käsegeschäftes Schwarting. Die Schriften malte er in einer Werkstatt im Erdgeschoss des Hauses.

 

Die größten Werbetafeln die Zeh schuf, hatten eine Größe von  3 x 3 Metern und konnten nur unter Mitwirkung von Helfern transportiert, an einer Wand angebracht und dort fertig gestellt werden.

 

In den folgendenJahren schuf er hunderte solcher Werbetafeln.

 

Kurt Zeh, der sich  in Oldenburg nicht zuletzt wegen der in der Öffentlichkeit präsentierten Kino- und Theaterreklame  einen Namen gemacht hatte, lernte 1954 seine Ehefrau Elisabeth kennen, die er 1955 heiratete. Im selben Jahr kam eine Tochter zur Welt.

 

Um ein festes Einkommen für die junge Familie sicherzustellen, arbeitete Zeh in den folgenden drei Jahren als Plakatmaler bei der Firma Gehrels & Sohn in Oldenburg. 

 

Anschließend entschloss er sich jedoch, wieder freischaffend tätig zu sein. Er meldete daher erneut ein Gewerbe als sogenannter Gebrauchswerber an. In dieser Eigenschaft erledigte er in den folgenden Jahren weiterhin Auftragsarbeiten.


 

Am 1.9.1985 trat Kurt Zeh in den Ruhestand.

 

Bis 1970 blieb sein künstlerisches Schaffen auf den privaten Bereich beschränkt. Um sich mit seinen Arbeiten auch der Öffentlichkeit präsentieren zu können, schloss er sich in jenem Jahr

dem Bund Bildender Künstler an und war dort einige Jahre später 2. Vorsitzender der Künstlervereinigung. Anfang der 90er Jahre verließ er den BBK.

Gemeinsam mit seiner Ehefrau unternahm er zahlreiche Reisen, die ihn durch die ganze Welt führten. Auf allen seinen Reisen hatte er stets  seine Skizzenbücher sowie Zeichen- und Farbstifte dabei.

 

Jede sich bietende Gelegenheit nahm er wahr, um vor Ort Situationen, Porträts, oder Landschaftsmotive auf Papier festzuhalten. Auf diese Weise entstanden hunderte Arbeiten, die sich heute in Privatbesitz befinden.

 

Ein letzter Auftrag für großformatige Werbetafeln übernahm Kurt Zeh in den 80er Jahren für das Oldenburger Staatstheater. Es handelte sich dabei um 3 m x 5 m große Transparente für die jeweiligen Spielzeiten des Theaters. Die Arbeiten wurden nach Beendigung der jeweiligen Spielzeit versteigert.

 

Der Künstler nahm im Verlaufe seines Künstlerlebens an zahlreichen Ausstellungen in Oldenburg, Hannover, Stuttgart, Berlin, Bonn, Wilhelmshaven, Cuxhaven, Emden, Jever, Nordenham, Coburg, Bergzabern, Scheeßel, Brügge, Como und  Tastrup teil.

 

Das Stadt- und Landesmuseum Oldenburg, der Kunstverein Tastrup, die Stadt Coburg, die Landessparkasse zu Oldenburg, die Oldenburgische Landesbank, die Vereinigte Sparkasse Coburg und die Professor Stählin-Stiftung kauften Arbeiten von ihm an.

Zeh war während seiner aktiven Zeit außerdem einige Jahre als Dozent an der Volkshochschule Oldenburg tätig.

Seine Arbeiten signierte der Künstler stets mit dem Künstlernamen Curt Zeh.

 

Mittlerweile kann der Kunstmaler auf 91 Lebensjahre zurückblicken. Hin und wieder entstehen zwar noch im kleinen Rahmen Zeichnungen, diese fertigt er allerdings nur auf Bitte seiner Ehefrau an.

 

Zusatz: Kurt Zeh verstarb im Sommer 2013 .


 

         

Quellenangaben:

     

Arbeitsamt Oldenburg, Abteilung V vom 14.3.1949 über Urlaubs- und Krankheitstage, Verwendung während und nach dem Krieg

     

Zeugnis der Firma Gehrels & Sohn vom 30. September 1958 über Kurt Zeh.

     

Persönlich geführtes Interview des Verfassers mit Curt Zeh und dessen Ehefrau Elisabeth, geführt am 16.10.2010,14.11.2010 und 5.12.2010 in Oldenburg. 

    

Eine Auswahl seiner Kinoplakate in Spritztechnik( heute würde man Graffiti sagen)

   

  

 

 


 


 


 


 

 

 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 




 




 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 




 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


Hugo Zieger


 

 

 

    
 

  
               


 


 


 


 

 

Der Kunstmaler Hugo Louis Julius August Zieger wurde am 5. Juli 1864 in Koblenz als zweites Kind des Postexpedienten Hermann August Zieger (*1831) und dessen Ehefrau Karolina Katharina, geborene Brauch (*1830) geboren. Hugo Ziegers Schwester Emma erblickte bereits 1859 das Licht der Welt. Die Familie wohnte in Koblenz zunächst in der Viktoriastraße 26.

     

Ein Jahr nach seiner Geburt folgte ihm Hermine, zwei Jahre später Helene und schließlich Hermann, der 1869 geboren wurde.

Beruflich stieg der Vater in den folgenden Jahren bis zum Postsekretär auf. In der Friedrichstraße in Koblenz fand die Familie ein neues Zuhause. Festgestellt wurde, dass die Familie 1873 und 1879 für die Friedrichstraße 3, 1883 Friedrichstraße 25, 1886 Friedrichstraße 6 und 1890 sowie 1892 für die Friedrichstraße 22 gemeldet war. Ob es daran lag, dass die Straße zunehmend bebaut wurde und es deshalb zu Neuzuweisungen der Hausnummern kam, oder ob die immer größer werdende Familie innerhalb der Straße mehrfach umzog, ist nicht bekannt.

     

Hugo Zieger beschäftigte sich bereits als Kind mit Malen und Zeichnen von Gegenständen. Während seiner Schulzeit wurde er mehrfach vom Direktor der Oberrealschule gemaßregelt, weil er sich in den Schulstunden weniger auf den Unterricht   konzentrierte, sondern mehr dem Zeichnen widmete.

    

1883 verließ er trotz der Einwände seines Vaters die Oberprima. Er hatte sich mittlerweile

um die Aufnahme an der Kunstakademie in Düsseldorf beworben und von dort dieMitteilung erhalten, dass er angenommen worden sei.

   

     

In Düsseldorf besuchte Zieger zunächst die Malklasse des Historienmalers Peter Janssen(1844-1908). Bei ihm und bei Eduard von Gebhardt (1838-1925) erlernte Zieger das realistische Malen und Zeichnen. Insbesondere die Akt- und Porträtmalerei begeisterte ihn.

     

Sein Lehrer Peter Janßen besorgte ihm und den anderen Akademieschülern während desStudiums Malaufträge.

    

Im Hause Pönshagen durfte Zieger während seiner Studienzeit bereits große Wandmalereien ausführen (Anfangs- und Schlussszene der Walküre). Im Ludgerihof zu Münster schuf er außerdem das Wandbild „Die Wiedertäufer auf dem Prinzipalmarkt“. In dieser Zeit erhielt er außerdem mehrere Aufträge für Porträtarbeiten.

     

Der Vater, selbst ein kunstbegabter Mann, gab seinen Widerstand gegenüber seinem Sohn auf, als er erfuhr, dass die Kunstakademie eine große Aktstudie seines Sohnes angekauft und im Aktsaal der Akademie aufgehängt hatte.

     

Nachdem Hugo Zieger 1886 die Ausbildung an der Akademie beendet hatte, arbeitete erin Düsseldorf als Meisterschüler von Peter Janssen weiter. Er malte nun großformatige Gemälde wie „Faun am Meeresstrand, Flöte spielend, und zwei Nymphen in der Brandungbelauschend“, und „Pan mit Nymphe“. Beide Arbeiten fanden den Weg in die städtische Gemäldesammlung in Düsseldorf. In Düsseldorf wohnend, trat Zieger dem bekannten Künstlerverein Malkasten bei, dem er lange Zeit angehörte und den er 1906 wieder verließ.

    

     

Für einen Stuttgarter Verlag illustrierte er in dieser Zeit Kinderbücher und schuf an diversen Orten Wandbilder und Fresken. Es entstanden auch Gemälde auf Reisen, die er unternahm, und die ihn an die Mosel, in die Eifel und in den Hunsrück führten. Eine Studienreise führte ihn nach Holland. Bei dem kurzen, jedoch intensiven Studium, setzte er sich mit Gemälden von Rembrandt und Frans Hals auseinander.

     

1892/93 entwarf er ein Programmplakat (Lithografie) für die Theateraufführung „Die Afrikanerin in Kalau“. Anlass dafür war die Einweihung eines neuen Bühnenvorhanges des Theaters. In Folge beteiligte sich Zieger mit einem großen Karton an einem Wettbewerb der Biehl-Kalthorst-Stiftung zur Hebung der Freskomalerei in Deutschland, welcher der Marschendichter Hermann Allmers nahe stand.

    

     

Hugo Zieger errang 1893 einen Preis mit seiner Darstellung von Didde und Gerold, den freiheitsstolzen Friesen, die auf dem Bremer Marktplatz hingerichtet wurden.
Er erhielt als Preisgeld 3000 Reichsmark. Das Wandgemälde befindet sich noch heute im damaligen Haus von Ummo Lübben in Schmalenfletherwurp in der Butjadingermarsch und ist besser bekannt unter dem Titel „Lewer dod as Slav“.
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Zieger beschäftigte sich in dieser Zeit mit mehreren Projekten gleichzeitig. Einerseits

arbeitete er jahrelang an dem Gemälde „Christi Verrat“, das er nach Fertigstellung in Berlin und Düsseldorf ausstellte und dafür hohe Anerkennung bekam, andererseits fertigte er (um 1896) eine Anzahl Porträts von Politikern, Verwaltungsbeamten und Industriellen an.1897 unternahm er eine Studienreise nach Italien, um dort die Alten Meister zu studieren. Zum 50jährigen Bestehen des Künstlervereins Malkasten schuf er 1898 eine Rötel- und Bleistiftillustration.7

     

1901 bekam er den Auftrag für die Ausmalung der Kuppelhalle der Bergbauabteilung für die große Ausstellung in Düsseldorf. 1902 erhielt er den Auftrag des Bergbauvereins für vier lebensgroße Darstellungen, unter anderem „Schichtwechsel frühmorgens im Schnee“ sowie „Kokslöscher am Füllort“.

     

1903 nahm Zieger, damals in Düsseldorf in der Adlerstraße 22 wohnhaft, mit dem Gemälde „Morgentoilette“ an der Münchener Jahresausstellung im königlichen Glaspalastteil. Im selben Jahr bereiste er gemeinsam mit Christian Kröhner, einem Gesinnungsgenossen von Hermann Löns, den Hochwald des Hunsrücks.
Dort nahm er an Jagdausflügen teil, und malte und skizzierte die wunderschönen Partien des Hunsrück. Der intensive Kontakt mit der Natur und dem Wald beeinflussten den Maler nachhaltig. Eine Reihe Jagdbilder entstanden auf diesen Reisen.
 In der Motivauswahlgriff er immer wieder die Themen Wald, Heide und Wildtiere, vor allem Rehe, Böcke und Wildschweine, auf. Zieger lernte etwa um diese Zeit die im Hamm/Westfalen geborene Elisabeth Auguste Mathilde Antonia Meyer kennen. Er heiratete sie am 1.6.1906. Die Eheblieb kinderlos.

       

Der Kunstmaler hatte bis dahin an zahlreichen Ausstellungen teilgenommen. Unter anderem war er auf der Großen Berliner Kunstausstellung in den Jahren 1893, 1898 und 1899, der Berliner Internationalen Kunstausstellung 1896 und der Berliner Akademischen Kunstausstellung im Jahre 1892 vertreten.

     

Bis 1908 blieb er im Ruhrgebiet tätig.

     

Am 5.10.1908 zog er, aus „Cöln“ kommend, nach Oldenburg in die Bremer Straße 36, und folgte damit seiner älteren Schwester Emma nach Oldenburg. Diese hatte den damals zunächst als Lehrer tätigen Dr. Hugo Beumelburg geheiratet, der in Oldenburg unterrichtete, zum Direktor der Cäcilienschule Oldenburg aufstieg, und diese schließlich von 1901 bis 1921 leitete.

     

Ob der Umzug des Malers nach Oldenburg der Überredungskunst seiner Schwester Emmas zu verdanken war oder auf Anregung seines Freundes, dem Heimatdichter Georg Ruseler (1866–1920) erfolgte, lässt sich abschließend nicht feststellen. Vermutlich könnten beide Faktoren seine Entscheidung beeinflusst haben. Offenbar lag es an der ältesten Schwester Emma, dass die Kontakte unter den Geschwistern nicht abrissen.Nach dem Tode des Vaters 1904 und der Mutter 1914 verzogen die Geschwister ebenfalls von Koblenz nach Oldenburg.

     

In Oldenburg zog Hugo Zieger zunächst am 1.5.1909 von der Bremer Straße in die Kastanienalle 9 und am 25.10.1911 in die Ziegelhofstraße 92. Dort hatte er sich ein kleines Atelierhaus gebaut.12 Bei Huntlosen kaufte er sich ein Stück Heidelandschaft und setzte darauf eine Hütte. Der Standort seiner Behausung lag äußerst günstig, weil sich ein Waldgürtel in unmittelbarer Nähe anschloss und er sich mitten in der von ihm geliebten unberührten Natur befand.

    

   

In dieser Umgebung verbrachte er viel Zeit mit Malerei unter freiem Himmel. Tageweise lebte er in der Hütte, um nicht ständig am Ende eines jeden Tages die beschwerliche Reise nach Oldenburg antreten zu müssen. Besonders liebte Hugo Zieger die Weite der Oldenburgischen Landschaft. Partien aus Sandkrug, Huntlosen und Dötlingen waren Motive, die er bevorzugte.

     

1911 erhielt Zieger als Zeichenlehrer, zunächst vertretungsweise, eine Anstellung an der Stadtknabenschule in Oldenburg. 1912 erhielt er eine Festanstellung und unterrichtete dann an der Oldenburger Cäcilienschule, an der er bis zum Oberzeichenlehrer aufstieg.

     

Von einem Aufenthalt an der Kunstakademie in München in den Jahren 1920 bis 1921/22 abgesehen, hielt sich Zieger in Oldenburg auf.
Zahlreiche kleinformatige Öl- und Temperabilder sowie einige Lithografien entstanden in den nächsten Jahren. Schon um die Jahreswende des Jahres 1894/95 hatte er erstmals Gelegenheit, zwei Gemälde mit den Titeln „Im Lenz“ und „Orangenverkäuferin“ auf der 275. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins auszustellen.

     

     

1908 war er Mitbegründer des Oldenburger Künstlerbundes, wurde 1919 zum Schriftführer und 1920 in den Vorstand gewählt.
In der Zeit vom 14.11.1909 bis 15.12.1909 stellte er auf der 328. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein aus, und war dort mit 5 Gemälden vertreten.

     

Am 17. April 1911 wurde im Oldenburger Lappan ein Gemälde von Hugo Zieger ausgestellt, das er für die Kajüte des neuesten Dampfers der Oldenburg-PortugiesischenDampfschiffs-Reederei „Las Palmas“ gemalt hatte. Es stellte zwei wappentragende stattliche Frauen dar -eine Blondine mit Eichenzweig und eine Dunkle am Lorbeerbaum-, die sich über dem Meer die Hand reichten, die Verbundenheit der Länder Oldenburg und Kanarische Inseln symbolisierend.

     

Weitere Ausstellungsbeteiligungen Ziegers folgten:

     

Auf der 339. Kunstausstellung vom 17.10.1912 – 15.12.1912 stellte er 3 Gemälde, und auf der 342. Kunstausstellung in der Zeit vom 17.10.1913– 5.11.1913 diverse Ölskizzen im Oldenburger Kunstverein aus.

    

Hugo Zieger besserte in seiner Freizeit seinen Lebensunterhalt durch die Erteilung von

privatem Zeichenunterricht auf. Dabei unterrichtete er sowohl die Kinder des Großherzogs von Oldenburg als auch die Oldenburger Kunstmalerin Jona Detjen, die neben ihrer dreijährigen Holzbildhauerlehre bei Gerhard Bakenhus, Wilhelm Kempin und Hugo Zieger Zeichenstudien unter deren Anleitung anfertigte, bevor sie 1924 in Hannover die Kunstgewerbeschule besuchte.

      

Auch die später als Heidemalerin bekannt gewordene Gertrud Freifrau von Schimmelmann ließ sich von Zieger unterrichten. Dieser erhielt auch Aufträge für die Wandgestaltung einiger Frachtdampfer, der Firma AG Hugo Stinnes, Seeschifffahrt und Überseehandel, Hamburg.

     

1924 wurde für ihn anlässlich seines 60sten Geburtstages eine Sonderausstellung vom Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Augusteum organisiert.

     

Hugo Zieger wurde als geselliger, lebenslustiger, zarter, schmächtiger Rheinländer beschrieben, der es den Oldenburgern im Humpenschwingen, Kegeln, Schmoortaalessen und Schießen gleich tat. Er fand auf diese Weise schnell Kontakt zu den als zurückhaltend beschriebenen Oldenburgern. 

     

Der Maler starb am 27.3.1932 in Oldenburg.

       

     

Er fand seine letzte Ruhe auf den Neuen Friedhof in Oldenburg.

     

Unmittelbar nach seinem Tode wurde die Hugo-Zieger-Stiftung ins Leben gerufen. Der Künstler hinterließ ein Barvermögen, das bebaute Wohngrundstück in der Ziegelhofstraße 92 sowie Bilder und Skizzen. Die Vermögenswerte sollten zweckgebunden verwandt werden. Die Stiftung sollte begabten jungen Malern, Ärzten und Lehrern, denen es am Geld fehlt ermöglicht werden, die nötigen Studienanstalten zu besuchen. Die Hugo-Zieger-Stiftung existiert noch heute. In Oldenburg wurde eine Straße nach seinen Namen benannt. 

    

   

Quellenangaben:

 

1.Oldenburger Hauskalender von 1931

2. Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, ISBN 3-89442-135-5, Seite 822- 823 mit einem  Beitrag von José Kastler.

3.Adressbuch des Jahres 1915

4.Gerhard Wietek , 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land

5.Oliver Gradel – Archiv und Sammlung des Oldenburger Kunstvereins, ISBN 3-89598-864- Seite 206.

6. Jona Detjen gab an, dass ihre Holzbildhauerlehre begleitet war von Studien im Zeichnen bei Gerhard Bakenhus, Wilhelm Kempin undHugo Zieger, bevor sie 1924 die Kunstgewerbeschule Hannover besuchte.

7. Beglaubigte Sterbeurkunde Nr. 185 vom 29.3.1932 des Hugo Zieger, Standesamt Oldenburg vom 28.6.2010

8. Beglaubigte Sterbeurkunde Nr. 332 vom 9. 4.1935 der Elisabeth Zieger geb. Meyer, Standesamt Oldenburg vom 28.6.2010.

9. Telefonisch und persöhnlich geführtes Interview desVerfassers  mit Barbara Reißig, geführt vom Verfasser am 28.6.2010 und am 24.7.2010.

10. Hundert Jahre Cäcilienschule Oldenburg, 1867 – 1967, herausgegeben von der Cäcilienschule 1967, Seite 15,17,30.

11.Stadt Koblenz-Stadtarchiv-Az. 47-7-9.24 Zieger – PettraWeiß - vom 2.7.2010 .Mitteilung aus dem Geburtsregister Hugo Ziegers, Nr.327/1864 des Standesamtes Koblenz.

Auskünfte aus den Stadtadressbüchern der Stadt Koblenz aus den Jahren 1868,1873,1879,1886,1890,1892 und 1894/95.

12.web:www.oldenburg.de/stadtol.../Buch_Erbschaften_Stiftungen.pdf

13. Wilhelm von Busch-Hugo Zieger, der oldenburgische Wald-und Heidemaler, undatiert,vermutlich um 1924 anlässlich der Sonderausstellung anlässlich seines 60. Geburtstages des Oldenburger Kunstvereins im Augusteum .Ausgangsquelle Unbekannt, S. 648,649,650,652,654.

14.Stadt Oldenburg, Stadtarchiv, Claus Ahrens,Geschäftszeichen 3154746-1 vom 21.7.2010.

Mitteilung über die Wohnsitze Hugo Ziegers in Oldenburg,Quellen: G Nr. 677 und G Nr. 641/Z.

15. Ausstellungskatalog der Münchener Jahresausstellung 1903 im kgl. Glaspalast, Nr. 1297

16.Landschaftsverband Rheinland-Bildquellen zur Geschichte des Künstlervereins Malkasten in Düsseldorf, Seite 375, Verfasserin: Sabine Schroyen, ISBN 3-933749-82-4



 

 




 


 




 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Carla Zierenberg

 

Carla Zierenberg wurde am 21. August 1917 in Kiel als Tochter des Korrespondenten Carl Ernst Meyer und dessen Ehefrau Meta Theda Willsen,. geboren. Sie wuchs in Nordenham auf.

1937- 1938 war sie als technische Laborantin bei der Firma Zeiss tätig und  studierte von 1939 bis 1940  an der Universität in Jena Medizin.

Nach der Heirat mit Dr. Bruno Zierenberg verzog die Familie nach

Gevelsberg /Westfalen. 1941 brachte sie einen Sohn zur Welt. Sie gab Zeichenunterricht an der Städtischen Oberschule und wurde Mitglied im Westfälischen Kunstverein Münster.1943 verzog die Familie erneut nach Jena. Dort brachte sie 1944 eine Tochter zur Welt.

Sie entschied sich für eine künstlerische Ausbildung  und begann ein Studium für Kunstgeschichte an der Universität sowie Porträt - und Figurenzeichnen bei dem akademischen Zeichenlehrer Erhard Schillbach.

1948 verzog die Familie erneut nach Gevelsberg. Dort  brachte sie 1949 einen zweiten Sohn zur Welt.

Carla Zierenberg unterrichtete von 1949 bis 1952 Kunsterziehung am Progymnasium Ennepetal - Voerde und von 1954 bis 1955 an der Volkshochschule Gevelsberg.

Sie trat während dieser Zeit einer Künstlergruppe und dem Wirtschaftsverband Bildender Künstler Bergisch Land Wuppertal bei. Dort blieb sie bis 1980.

Seit 1956 half sie in der Arztpraxis ihres Mannes

1958 zog sie mit ihrer Familie nach Carolinensiel, wo ihr Mann eine Praxis eröffnete. Sie half auch hier  in der Arztpraxis ihres Ehemannes mit und gab  an der ansässigen Schule und Volkshochschule Kunstunterricht.

1970 gründete sie die „Harle-Gruppe“ und begann eine Reihe mit jährlichen Ausstellungen. 1980 trat sie dem Bund Bildender Künstler Ostfrieslands bei und wurde 1982 Mitglied in der Arts Guild Monaco.

1980 stellte sie ihre Arbeiten in der Galerie Trolldenier in Ruhwarden aus.

1997 verlegte sie ihren Wohnsitz nach Wittmund.

Von 1942 bis 2008 nahm sie an über 80 Ausstellungen teil.

Die Malerin starb am 18. Dezember 2010 in Wittmund.

Dem Oldenburger Stadtmuseum schenkte die Künstlerin zu Lebzeiten 360 Arbeiten.

Ihr zur Ehren widmete ihr das Stadtmuseum eine größere Einzelausstellung.

 

 

Quelle:

Bildende Kunst ion Ostfriesland, herausgegeben vomOstfriesischen Landesmuseum Ende 2011, S. 180/181.

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.278.

Heiko Jörn- Ein Beitrag über Carla Zierenberg für dieOstfriesische Landschaft