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Elsa Oeltjen – Kasimir

 

Elsa Oeltjen – Kasmir wurde am 8.3.1887 in Pettau/ Ptuj als eines von drei Kindern des Malers Alois Kasimir geboren. 1890 zog die Familie nach Graz .Nach dem Abschluss des Mädchen – Lyceum in Graz, einer Mittelschule, studierte sie 1904 an der Kunstgewerbeschule in Wien unter Anleitung des Bildhauers Franz Metzner. Ab 1907 belegte sie gemeinsame Kurse mit dem Maler und Grafiker Oskar Kokoschka.

1908 nahm sie mit eigenen Arbeiten an  den Ausstellungen „ Genossenschaft der Bildenden Künstler Wiens“ und  „ Jubiläumsausstellung des Vereins Bildender Künstler Steiermarks“ teil.

1909 beteiligte sie sich an der 33. Ausstellung der Vereinigung Bildender Künstler Österreichs Secession Wien.

Das Studium an der Kunstgewerbeschule hatte sie mittlerweile abgeschlossen.

1910 lernte sie den Maler Jan Oeltjen kennen und verlobte sich mit diesem. Im April 1911 folgte die Heirat in Jaderberg. Sie trug nach der Heirat  den Nachnamen Namen Oeltjen – Kasimir.

Vermutlich beteiligte sie sich ab 1910  an einer Ausstellung mit dem Hagebund in Wien.

Im Juli 1911 und in den Jahren danach bis zum Ersten Weltkrieg unternahm das Ehepaar Reisen nach Italien.

Im November 1911 beteiligte sie sich erneut an der zweiten  Ausstellung mit dem Hagebund der „Vereinigung bildender Künstlerinnen Österreichs“ .

1912 erblickte in Graz eine Tochter das Licht der Welt. Die Familie zog anschließend in die Himmelstraße nach Wien. 1913 erkrankte Jan Oeltjen an Typhus und wurde mehrere Monate von Elsa Oeltjen – Kasimir gepflegt.

1914 erlitt Elsa Oeltjen – Kasimir eine Fehlgeburt, an deren Folgen sie monatelang laborierte.

Die Malerin und Bildhauerin hielt sich 1916 mehrere Monate lang in Berlin auf  und fertigte im Mai 1916 eine Porträtzeichnung von Wilhelm Lehmbruck, den sie dort kennen gelernt hatte. Die Porträtzeichnung befindet sich heute im Niedersächsischen Landesmuseum in Oldenburg.

1917 besuchte sie in Berlin erstmals Oskar Kokoschka.

I1920 schmiedete man Pläne, nach Wien, Salzburg oder Berlin zu ziehen. Letztlich übernahm Jan Oeltjen den elterlichen Weingarten.

Von 1919 bis 1930 lebte das Ehepaar in Jaderberg. Während dieser Zeit erhielt sie Aufträge für Klinkerplastiken in Oldenburg, so für die damalige Volksmädchenschule Osternburg. Im Zeitraum von 1930 und 1931 schuf sie etwa 160 Klinkerplastiken.

Im Oktober 1919 beteiligte sie sich in Oldenburg in der Hofkunsthandlung Carl G. Oncken an einer „ Ausstellung moderner Maler“.

1922 beteiligte sie sich an einer Ausstellung im Oldenburger Augusteum.

1925 nahm sie an einer Ausstellung im Wiener Künstlerhaus teil.

1927 beteiligte sie sich in der Bremer Kunsthalle mit der „Oldenburger Vereinigung für Junge Kunst“ mit mehreren Arbeiten.

Im selben Jahr zeigte sie zusammen mit ihrem Mann Jan Oeltjen 14 plastische Arbeiten im Gemeindehaus Varel.

1928 fertigte sie für die Oldenburger Margaretenschule einen „Mädchenbrunnen“.

1929 wurden ihre Arbeiten zusammen mit Jan Oeltjen und Konrad Felixmüller in einer Ausstellung im Paula – Becker – Modersohn – Haus gezeigt.

1930 verstarb ihr Vater Alois Kasimir.

1931 stellte sie Plastiken in der Böttcherstraße in Bremen aus. Die Ausstellung wurde durch den Deutschen Werkbund und durch die GEDOK organisiert.

1932 zeigte sie zusammen mit Jan Oeltjen, Otto Trubel, Karl Jirak und Leopold Wallner im Realgymnasium von Ptuj einige Plastiken.

1935 beteiligte sie sich an einer Ausstellung  mit Pastellarbeiten und Plastiken in der NaNationalgalerie in Ljubljana.

Im Dezember 1937 entfernte  das Oldenburger Landesmuseum das Gemälde „Mädchen mit Puppe“, das sie 1929 angekauft hatten, als entartete Kunst aus dem Bestand.

In den Jahren 1940 bis 1941 litt die Künstlerin an einer mehrmonatigen schweren Furunkulose, die sie ans Bett fesselte.

Am 1.4.1941 flüchtete sie nach Graz vor antideutschen Demonstrationen nach dem Militärputsch in Jugoslawien. Der Weinkeller und das Atelier wurden dabei zerstört.

Nach Jaderberg zurückgekehrt spitzte sich die gesundheitliche Situation der Künstlerin zu. Kriegseinflüsse und Plünderungen in der Nachbarschaft veranlassten das Ehepaar, den beweglichen Besitz nach Graz zu schaffen.

Am 5.12.1944 verstarb Elsa Oeltjen – Kasimir in Vareja infolge einer Lungenentzündung.

Ihre früheren bildnerischen Arbeiten waren beeinflusst vom österreichischen Expressionismus. Die avangardistische Phase endete im Nationalsozialismus.

Zahlreiche Arbeiten befinden sich im öffentlichen Besitz.

Quelle:

Digiporta – Digitales Porträtarchiv – www. Digiporta.net

https://de.wikipedia.org/wiki/Elsa_Oeltjen-Kasimir

Künstlerhaus Jan Oeltjen e.V. –https://www.jan-oeltjen.de/elsa oeltjen-kasimir/

 

 

 

 

Pastellkreide, unten links mit Landshut bezeichnet,10.Augg.15 E.O.K.

Blattgröße 26 cm x 34 cm.

Pastellkreide,26 cm x 34 cm, auf Passepartout bezeichnet b. St. Gallen, rechts unten mit Bleistift sign. E.O.K 15.


Jan Oeltjen

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Maler Johann Georg Oeltjen wurde am 15.8.1880 in Jaderberg als einer von insgesamt drei Söhnen des Landwirtes Gerd Oeltjen, geboren .Oeltjen besuchte die Realschule in Varel und anschließend in Oldenburg die Oberrealschule. 1900 begann er ein Architekturstudium an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, musste nach zwei Semestern jedoch feststellen, dass ihm die Malerei mehr lag. Bereits in dieser Zeit malte  und zeichnete er hauptsächlich Akt. Zunächst  war er in dem Atelier des Bildhauers Lewin Funke tätig.  In Berlin besuchte er anschließend die Malschule von Professor Franz Lippisch, der, bevor er Mitbegründer der Sezession war, die Vorbereitungsklasse der Berliner Kunstakademie geleitet hatte. Bis 1904 blieb Oeltjen dort, dann begab er sich nach München, wo er in den von Hermann Obrist und  dem Freiherrn Wilhelm von Debschitz gegründeten „Lehr - und Versuchsateliers für angewandte und freie Kunst „ arbeitete.

Er war dort dem Jugendstil verpflichtet und betätigte sich neben der Malerei auch mit Kunsthandwerk. 1907 siedelte Oeltjen nach Rom über. Ein Jahr später besuchte er Neapel, Florenz und Lyon.

1909/10 hielt ich Jan Oeltjen in Paris auf. Da Oeltjen über seinen Lehrer Lippisch eine enge Verbindung zu Italien gewonnen hatte, hielt er sich dort auch zeitweise auf. In Rom wohnend heiratete er am 21.6.1909 die Kunstmalerin Johanna Feuereisen( 1873– 1947).

In jenem Jahr beteiligte sich Oeltjen mit drei Arbeiten an der 328. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein, die vom 14.11. –15.12.1909 ausgerichtet wurde. Er war dort mit den Arbeiten Champagne(G), Motive aus Italien( div. A), Motive aus Italien             ( diverse R). vertreten. Die Ehe Jan Oeltjens wurde bereits 1910 wieder geschieden. In Ischia begegnete Oeltjen der Künstlerin Elsa Kasimir (1887 – 1944). Sie war die Tochter des Kunstmalers Alois Kasimir ( 1854 – 1930) und dessen Ehefrau Therese geb. Stary (1854 – 1940). Diese wiederum war die Schwester des bekannten Wiener Grafikers Luigi Kasimir. 1911 heiratete das Paar in Jaderberg, dann reiste er mit seiner Frau nach Österreich, wo es sich in Wien und in der Südsteiermark aufhielt. In Wien lebte  das Ehepaar zwei Jahre und pflegte dort Beziehungen zu namhaften Vertretern des Wiener Expressionismus. Die über Elsa Oeltjen - Kasimir begründete Freundschaft zu Oskar Kokoschka wurde zu einem formenden Erlebnis.

In den Jahren 1913 und 1914 malte das Künstlerpaar in Italien und Südtirol. Oeltjen beteiligt sich 1913 an der 340. Kunstausstellung im Oldenburger Kunstverein. Er war dort mit 5 Arbeiten vertreten (Apfelbaum( G), Ischia (G), Straße mit Fässern(R), Meer(R), Bach (A). Von 1914 bis 1918 war Oeltjen Soldat im 1. Weltkrieg. Er diente beim bayerischen Landw. Infanterieregiment Nr. 2. Er stand mit dem Regiment im Sommer 1915 in den Vogesen.

1916 stellte er in der angesehenen Galerie Cassirer in Berlin aus. 1917 entstand er lithografische Zyklus „ Entlausung I – IV“.

Kurz vor Ende des 1. Weltkrieges entstand der Holzzyklus „Weinlese“. In den Jahren 1919 bis 1923 arbeitete Oeltjen an verschiedenen Holzschnittzyklen. 1922 stellte Jan Oeltjen erstmals in Oldenburg aus. 1926 malte er ein großformatiges und mit vielen Figuren versehenes Altarbild für die evangelische Kirche in Jade.

Im Jahre 1928 stellte er im Stadtmuseum Oldenburg erneut seine Werke aus. 1930 beteiligte er sich ander Deutschen Kunstausstellung im Münchener Glaspalast mit den Ölgemälden „Eichenwald“ und „Waldrand“. 1938 entstanden großformatige Wandgemälde für das oldenburgische Landtagsgebäude.

Seit 1930 hielt sich Oeltjen in der Heimat seiner Frau, in Jugoslawien auf, wo sich beide neben der Kunst  der Bewirtschaftung ihres Weingutes Vareja widmeten. Nachdem Tode seiner Frau und dem vergeblichen Versuch, wieder in die oldenburgische Heimat zurück zu kehren, erwarb Oeltjen die slowenische und damit auch gleichzeitig die jugoslawische Staatsangehörigkeit.

In den folgenden Jahren blieb er in der Bundesrepublik weitgehend künstlerisch unbeachtet. Intensiven Briefkontakt pflegte Oeltjen zu Gerhard Marcks.

In den Jahren 1955 und 1959 reiste Oeltjen in die Bundesrepublik und besuchte dabei auch Oldenburg. 1961, noch zu seinen Lebzeiten, fand eine größere Ausstellung in Maribor in Jugoslawien statt.

Am 13.2.1968 starb der Maler in Ptuj in Jugoslawien.

Das Landesmuseum Oldenburg zeigt vom 21. 7.bis zum 21. Oktober 2018 im Rahmen einer Kabinettschau anlässlich des 50. Todestages des Künstlers im Prinzenpalais druckgrafische Arbeiten. Mit 270 Arbeiten Oeltjens, die sich im Besitz des Landesmuseums befinden, bewahrt das Landesmuseum die bedeutendste öffentliche Jan Oeltjen –Sammlung Deutschlands auf.

 

 

 Quellenangaben:

1.     Oldenburgischer Hauskalender 1931 mit einem Beitrag von Fritz Strahlmann

2.     Oldenburgischer Hauskalender mit einem Beitrag von Krimhild Stöver

3.     Oliver 

Gradel – Kunstaustellungen im Oldenburger Kunstverein – herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft

4.     Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg mit einem Beitrag von Jörg MichaelHenneberg , ISBN 3-89442-135-5

5.      Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land -

6. Artikel Oldenburger Sonntagszeitung vom 4.8.2018 mit dem Titel: Ausdrucksstarke Ansichten . Jan Oelötjen: Das Landesmuseum zeigt Kabinettschau.

 Aquarell, unten rechts mit Bleistift signiert J. Oeltjen, unten recht bezeichnet "Jaderberg Mai 1919",

26 cm x 37,5 cm

 

 Heinrich Eberhard Oehme

 


 


 


 


 


 


 


 


 

 

Der Autodidakt Heinrich Eberhard Oehme wurde am 14. November 1795 in Hannover geboren Er war der Großvater des Oldenburger Kaufmanns Friedrich Ritter.

Der talentierte Oehme schuf mehrere Bildnisse, darunter das der Großherzogin Cäcilie in Lebensgröße und das Bildnis von Reinhard Carl Friedrich von Dalwigk zu Lichtenfels (1802-1880). Er war zudem Tier - und Stilllebenmaler. Ein Selbstbildnis, entstanden 1840, befindet sich im Oldenburger Stadtmuseum.

Ohme war ein Freund des Porträtisten und Hannoverschen Hofmalers Friedrich von Kaulbach (1822-1903), der ihn auch ausgebildet hat. 1813 trat Oehme als Freiwilliger ins Feldjäger-Korpse in,1815 trat er als Gefreiter-Korporal in oldenburgische Dienste. 1817 wurde er zum Fähnrich, 1823 zum Leutnant befördert. 1828 wurde er „ behuts Anstellung im Zivil- Staatsdienst verabschiedet“, Bis 1831 war er Amtseinnehmer in Zwischenahn und Burhave.1831 trat er wieder als Oberleutnant ins Heer ein. Am 1. Januar 1833 wurde er zum Hauptmann befördert. 1846 war er wieder Amtseinnehmer in Oldenburg im Zivildienst.

Neun Bildniszeichnungen von ihm wurde im Oldenburger Kunstverein vom  24.7.- 27.4.1904 im Rahmen der Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg gezeigt.

 Oehme starb am 29. März 1875 in Oldenburg.

 

Quellen:

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1937, S. 44.

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 266.

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein, 1843 – 1914, S.136.


August Oetken


 


 




 


 


 


 


 


 

Der Maler Hermann Heinrich August Oetken wurde am 14. 2. 1868 als Sohn des Landmanns Diederich Oetken und dessen Ehefrau Marie Catherine geborene Scheide, in Oldenburg geboren. Beide Eltern stammen aus evangelisch- lutherischen  Oldenburger Kleinbauernfamilien. Lediglich sein Großvate rmütterlicherseits ragt als dynamische durchsetzungsfähige Unternehmerpersönlichkeit heraus, die es vom mittellosen Einwanderer zum Hofbesitzer und später zum Inhaber eines größeren Schuhmacherbetriebes gebracht hatte. August besuchte die Realschule in Oldenburg. Nach Beendigung der Schule begann er 1885 eine Lehre als Theater –und Bühnendekorationsmaler in dem Atelier  des Oldenburger Theatermalers Wilhelm Mohrmann (1849 – 1934).

Während seiner Lehrzeit  bei Wilhelm Mohrmann setzte sich August Oetken mit allen Techniken auseinander, die dieser anspruchsvolle Beruf mit sich brachte. Er arbeitete nämlich in einem renommierten Oldenburger Malerbetrieb, der für die Erstellung der Kulissen des Großherzoglich – Oldenburgischen Hoftheaters verantwortlich war und gelegentlich auch andere Theater belieferte. Beim Malen der Theaterkulissen und Bühnenausstattungen erlernte er dadurch das Malen großer Dimensionen und die Monumentalmalerei.

Dieser Umstand prägte seinen weiteren künstlerischen Lebensweg.

Nach Abschluss der Lehre wurde Oetken 1888 von einem namhaften Oldenburger Architektenbüro

angenommen. Nach der Theatermalerei und dem künstlerischen Kulissenhistorismus lernte er nun, an realen Gebäuden in realem Historismus mitzuarbeiten. Sein damaliger Arbeitgeber nahm ihn 1888 auf eine Studienreise mit, die ihn nach Spanien und Frankreich führte.

1890 wechselte August Oetken nach Hannover. Nicht ausgeschlossen werden kann, dass der damalige Leiter der Oldenburger Kunstgewerbeschule, der Hannoveraner war, ihn erfolgreich nach Hannover vermitteln konnte. So kam es, das Oetken von 1891 bis 1896 in Hannover im Atelier von Professor Hermann Schaper( 1853–1911) arbeiteten konnte.

Von Hannover aus trat er mit seinen beiden ersten bekannten Arbeiten hervor, die sich beide noch auf seine Oldenburger Heimat bezogen. Dem Leiter der Oldenburger Kunstgewerbeschule verdankte er es offenbar, dass er 1891 als Mit- Illustrator der „ Festschrift des Oldenburgischen Gerwerbe- und Handelsvereins zu dessen fünfzigjährigen Jubiläum“ herangezogen wurde, für die er 20 oldenburgische Veduten in einem stimmungsvollen, spätromantischen Stil als Federzeichnung lieferte. Dieses waren seine ersten veröffentlichten Arbeiten.

Von seinem ehemaligen Arbeitgeber in Oldenburg erhielt er 1894 den Auftrag, auf die leere Ostwand eines der ältesten Häuser der Stadt in der Lange Straße ein über die fast  gesamte Wandhöhe des Hauses reichendes Historien- Freskogemälde zu malen. Das Fresko zeigt den früheren Landesherrn Graf-Anton-Günther(1583 – 1667) zu Pferde. Das Bild des Grafen wurde in den vergangenen Jahrzehnten durch die Oldenburger Maler Hermann Schomerus und Kurt Sandstede restauriert, wobei es zu Übermalungen vor allem im unteren Bereich des Freskos kam. Das Wandbild in seiner ursprünglichen Form, so wie es August Oetken schuf, ist deshalb nicht mehr vorhanden, wie man bei einem Vergleich alter Postkarten mit dem heutigen Wandbild feststellen kann.

Dennoch gehört das Fresko heute noch zu einen der bekanntesten Stadtbildern Oldenburgs und wird bei Stadtführungen von auswärtigen Touristen gerne besucht.

Professor Schaper, in dessen Atelier Oetken tätig war, gehörte zu einem der führenden Historienmaler des Historismus.

Die Herausgeber des Buches „ Das Melanchtonhaus Bretten“, Stefan Rhein und Gerhard Schwinge schrieben unter anderem dazu:

Oetken wurde von Schaper nicht nur bei Alltagsaufträgen des Ateliers, Kirchenausmalungen - und Restaurierungen, sondern auch bei Kaiseraufträgen, die dieser erhielt, eingesetzt.

Deshalb finden sich die Modelle für die Programmatik nicht tallein des Brettener Christusmosaiks, sondern auch anderer Gestaltungselemente des Melanchthonhauses in Aachen und sogar im heutigen Polen. Der Dom in Aachen war mit Mosaik auszugestalten. Aachen war seit 1815 politisch und kulturell Herrschaftsgebiet des Königreichs Preußens. Die Ausführung dieses Staatsauftrages hatte Professor Schaper bekommen. Deshalb hatte Oetken die einmalige Gelegenheit, die Mosaikkunst bei Schaper zu erlernen. Die Mosaiken am Melanchthonhaus in Bretten sind Resultat der erlernten Mosaikkunst Oetkens, die er am Aachener Dom anwandte, nachdem er sie erlernt hatte.

1895, in dem Jahr, in dem die Pläne für das Melanchthongedenken geschmiedet wurden, verließ Oetken das Atelier Schapers und machte sich in Berlin als „Historienmaler“ selbständig. In dem damaligen Einwohnerverzeichnis ließ er sich vorsorglich im Branchenteil eintragen, war jedoch dort in bunter Gesellschaft mit bekannteren Größen als er es war. Die Liste war unendlich lang. Berühmte Künstler wie Anton von Werner(1843-1915) oder Adolph von Menzel(1815-1905) waren die bekanntesten Persönlichkeiten der Region. Dennoch war Oetken gut gerüstet, wurde er doch von der Firma„ Deutsche Glasmosaik-Anstalt Puhl & Wagner“ in Rixdorf für offizielle monumentale Schmuckaufgaben herangezogen.

Die Firma hatte Kaisermosaiken für den Kaiserdom in Aachen geliefert und war auf diesem Gebiet sehr gefragt.

Zwischen 1895 und dem Beginn seiner Arbeiten im Melanchthonhaus 1897 lebte Oetken von Aufträgen für Kirchenrestaurationen - und Ausmalungen sowie von der Schaffung von Wandgemälden in alten Kirchen. Die Arbeiten im Melanchthonhaus dauerten bis zum 24.November 1900 als endlich abgerüstet wurde. Es dauerte zwei weitere Jahre, bis das Melanchthonhaus im Jahre 1903 endlich eingeweiht werden konnte. Welches Honorar August Oetken für seine beiden Brettener Mosaiken erhielt, ist nicht bekannt. Was ihm jedoch offenbar nicht bekannt war ist die Tatsache, dass ein kleiner Anteil seiner Entlohnung aus Oldenburg stammte. In den langen Listen der Spender für das Melanchthonhaus, die das „Brettener Wochenblatt“ ab 1896 veröffentlichte, erschienen fünf namhafte Großherzoglich - Oldenburger Theologen. Sie beteiligten sich mehrfach als  Spender, teils als Einsender von Kollekten aus ihren Kirchen.

Der Kontakt zu Hermann Schaper riss in den folgenden Jahren nicht ab. 1897 war wohl der künstlerische Höhepunkt Schapers, als dieser den Auftrag  zur Ausmalung der Marienburg in Westpreußen erhielt und gleich danach auch einen Vertrag ab schloss zur Restaurierung des Aachener Münsters in Anlehnung an die karolingische Zeit und an die Glanzzeit der musivischen Kunst ( Ende des Auszuges).

Zur Bewältigung dieser Aufträge hatte Schaper seinen Mitarbeiterstab ständig erweitert. Karl Bohmann, August Oetken, Heinrich Mittag und der Maler Bürma gehörten ebenso zu Schapers Werkstatt wie der in Brake geborene und in Oldenburg lebende spätere Landschaftsmaler Wilhelm Morisse.

1897/1898 hatte Oetken offensichtlich seinen ersten eigenen Mosaikauftrag bekommen. 1897 hatte der Kaiser eine Reise in die Eifel unternommen und dabei die 1093 gegründete Abtei Maria Lach besucht. Der nackten Abtei spendierte der Kaiser einen Altar, den Oetken mit Mosaikverzierungen und drei Ölgemälden verzieren sollte. Als1899 der „ Kaiseraltar“ feierlich übergeben wurde, erhielt er für seine Arbeit höchste Anerkennung.

Schon 1898 hatte Oetken im Eingangsbereich der St. Maria-Magdalenakirche in Halle ein Krippenbild angebracht.

In jenem Jahr nahm er zudem auf der Großen Berliner Kunstausstellung teil. Von Mai bis September 1899 präsentierte die Deutsche Glasmosaikgesellschaft Puhl & Wagner in der Abteilung Kunstgewerbe: „Kanzeleinlage mit Hirsch, Karton von August Oetken“. Auch als Buchillustrator trat Oetken in diesem Jahr in Erscheinung Zwei der Farbtafeln des Werkes „ Aufnahmen mittelalterlicher Wand - und Deckenmalereien“ stammten von ihm.

1899 erhielt er den Auftrag zur Mosaikzierung an der Kaiserloge in der Kaiser-Wilhelm Gedächtniskirche in Berlin. Als 1901 die Arbeiten an der Innenausstattung begannen, wirkte Oetken mit Entwürfen für Vorhalle und Kirchenschiff mit.

Im selben Jahr malte er ein Wandbild in der Magdalenenkapelle der Moritzburg. 1900 arbeitete Oetken für die neue jüdische Synagoge in Dortmund, das zu Preußen gehörte mit, indem er Entwürfe für die rein ornamentalen Glasmalereien lieferte.

Ein weiterer Kaiserauftrag ging an Oetken, als Wilhelm II in demselben Jahr dem türkischen Sultan Abdul Hamid II. ein Freundschaftsgeschenk machte, indem er für Istanbul einen zwölf Meter hohen Monumentalbrunnen im maurischen Stil stiftete, welcher sich vor dem Topkapi- Palast befindet. Oetken war  der Mosaikkünstler, der an der Ausstattung des Brunnens beteiligt war.

Neben Aufträgen in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche finden in der Literatur Erwähnung: Der heutige Grunewaldturm, ebenfalls ein Kaiserdenkmal, indem Oetken das Standbild Wilhelms I. mit einem blauen sternenbesetzten Mosaikhimmel überwölbte, das Kaiserschlossi n Posen, errichtet von Franz Schwechten 1904 – 1910. Im Luthergeburtshaus in Eisleben erneuerte Oetken 1902 die Ausmalung  auf dekorative Weise in historischem Stil.

Auf Anordnung des Kaisers nahm das Deutsche Reich an der Weltausstellung in St. Louis, Missouri/USA teil. Für die dortige Ausstellung wurden zwei Mosaiken Oetkens aus dem Elisbethzyklus

Der Wartburg-Kemenate ein zweites Mal angefertigt, um sie dort auszustellen. Eines davon zeigte ein Kaiserportrait in Ritterrüstung.

Nach seinen Entwürfen erfolgte 1904 bis 1905 die dekorative Ausmalung der Kirche in Schmiedeberg.

Auch die Gestaltung der Fassade des marinewissenschaftlichen und biologischen „Institutes der Königlichen Biologischen Anstalt“ auf Helgoland. 1902/03 fertigte Oetken im Rahmen des Baues der Erlöserkapelle in Mirbach  Mosaiken an, die die Kapelle zierten.

Oetken arbeitete in den Jahren 1903/04  im Zisterzienser- Nonnenkloster Kloster Heiligengrabe und übernahm die Gestaltung eines großen Kirchenfensters.

1903 wurde im Beisein der Kaiserin Auguste Victoria die Pauluskirche in Halle eingeweiht. Die Glasfenster der Kirche und die Gestaltung des Orgelprospektes stammen von August Oetken.

Von seiner Hand stammen die Ausmalung und die Glasmalereiender drei Chorfenster mit biblischen Motiven der Kirche in Groß Lüben (Prignitz). Als im Februar 1904 ein Brand in der Türmerwohnung der Stadtkirche Bad Schmiedeberg ausbrach, übernahm Oetken die Restaurationsentwürfe im neoklassizistischen Stil und die anschließenden Ausführungen. 1906 erhielt August Oetken den Professorentitel. 1907  erhielt Oetken einen Lehrstuhl für farbige Dekorationen im Stile der mittelalterlichen Baukunst an der Technischen Hochschule in Charlottenburg, den er bis 1926 versah.

Oetken trat , noch während er in Berlin in der Klopstockstraße 8  wohnhaft war, inden Oldenburger Künstlerbund ein und wurde 1908 in dem ersten  gedruckten Mitgliederverzeichnis des Oldenburger Künstlerbundes , neben Paul Müller-Kaempff, Hugo Duphorn, Emma Ritter, Gerhard Bakenhus und anderen Malern,als Mitglied Nr. 16 gelistet.

Hermann Schaper starb am 11. Juni 1911 in Hannover. Der  aus Bad Zwischenahn stammende  Kirchenmaler Friedrich Schwarting, der ein Schüler Schapers war und gerade in der Apsis der Friedhofskapelle arbeitete, erinnert sich in seinem Tagebuch:

„ Am 11. Juni war es, da stürzte mein Kamerad herein mit der unfassbaren Nachricht: Schaper ist tot!. Obgleich ich mit dieser schlimmsten Nachricht hatte rechnen müssen, war mir doch, als ob mit der Boden unter den Füßen schwand..... Am nächsten Morgen eilte ich mit meinem Kollegen zum Trauerhause , und wir wurden von der Witwe an das Sterbelager geführt...Alle Freunde aus nah und fern eilten nun herbei, darunter namhafte Künstler, die Herren aus Aachen, Puhl und Wagner aus Berlin, auch mein Landsmann Professor Oetken, dem ich mich anschloss, in dem schier endlosen Leichenzug...

Geheimrat Steinbrecht, Marienburg, zögerte nicht, Professor Oetken mit der Fortführung der Arbeiten im Remter zu betrauen, während er uns vorschlug, die weitere Ausschmückung der St. Annenkapelle versuchsweise zu übernehmen....

Während seiner schaffensreichen Zeit in Berlin nahm erweiterhin Aufträge für die Instandsetzung und Ausschmückung von Kirchenräumen ein. Zumindest zeitweise hielt sich in Berlin der Oldenburger Maler Ludwig Fischbeck auf, den Oetken aus seiner Oldenburger Zeit her kannte. Ebenso wie er, war auch Ludwig Fischbeck, der Neffe Wilhelm Mohrmanns, in dessen Werkstatt tätig und führte nun in Berlin unter der Leitung und im Auftrage von August Oetken  Arbeiten aus.

Ein Beleg dafür ist sind die Instandsetzungsarbeiten des Kircheninnenraumes der Stadtpfarrkirche St. Nikolai Richtenberg, an der August Oetken und der Kunstmaler Ludwig Fischbeck als dessen Helfer maßgeblich beteiligt waren. Im lokalen Evangelischen Gemeindeblatt und in der entsprechenden Stralsunder Tageszeitung fanden sich Hinweise zur letzten Farbgebung und zum Inventar der noch gut erhaltenen Kirche, die als dringend instandsetzungswürdig bezeichnet wurde. Aus einer Beschreibung der Wiederindienstnahme dieser Kirche, die nach mehrmonatigen Instandsetzungsarbeiten am 1. April 1914 erfolgte, geht bezüglich der mittelalterlichen Farbgebung hervor, dass der unter Kaiser Wilhelm tätige Kunstmaler  und Architekt August Oetken -  Berlin – dafür verantwortlich gewesen ist und die Untersuchungen und die ergänzende Gestaltung vorgenommen hat. Anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche schrieb die Stralsunder Zeitung:

„.. in nicht geahnter Pracht ist unsere alte Kirche,wenigstens im Innern mit ihren Malereien so wiederhergestellt worden, wie es wohl vor Jahrhunderten gewesen ist…

Das Gestühl wurde von den hiesigen Tischlermeistern hergestellt und die Malereien nach den Entwürfen und unter Leitung des bekannten Berliner Kirchenmalers Professor Oetken von seinem Angestellten, dem Kunstmaler Fischbeck – Berlin, ausgeführt.

1913 wurde das Innere der von August Oetkenentworfenen Kapelle des Kaiserschlosses in Posen von ihm nach dem Vorbild der berühmten Capella Palantina in Palermo eingerichtet.

1915/16 nahm Oetken nach vier Jahren die unterbrochenen Malerarbeiten im großen gotischen Saal der Marienburg wieder auf.

Nach der Abdankung des Kaisers Wilhelm II. und der Revolution von 1918 malte Oetken Gefallenengedenktafeln.

1925 arbeitete er noch einmal mit der Firma Puhl & Wagner zusammen, indem er zwei größere Mosaiken anfertigte und damit einen alten Plan von 1905 verwirklichte. Die Arbeiten blieben jedoch nicht in Deutschland, sondern gingen nach St. Louis.

1926 malte Oetken die Petruskirchein Berlin Lichterfeld neu aus. Nach der Machtergreifung Hitlers wurde Oetken für weitere Arbeiten nicht mehr herangezogen. Nachdem August Oetken 1944 sein Mietshaus am Berliner Tiergarten, dass offenbar seine Alterssicherung sein sollte durch Bomben  verloren hatte, kehrte er nach Oldenburg zurück. Er malte hier nur noch kleine Landschaftsgemälde und Stillleben, die sich in den Notzeiten eher schlecht verkaufen ließen. Er lebte  völlig verarmt, wurde aber von seiner Adoptivtochter und seiner Enkelin in Oldenburg rührend umsorgt. Aus seiner frühen Ehe mit Marie geb. Bestvater hatte er eine 1903 geborene Tochter.

 August Oetken starb am 20.5.1951 in Oldenburg. Er fand seine letzte Ruhe auf dem Gertrudenfriedhof in Oldenburg.

 

Quellenangaben:

1.     Oldenburger Hauskalender von 1952

2.     2.Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land –

3.     Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg

4.     Pommern – Zeitschrift für Kultur und Geschichte – Heft 2 -.2007, XLV. Jahrgang mit einem Beitrag von Wolfgang Fiedler: Titel des Beitrages: Das Wirken August Oetkens in St. Nikolai Richtenberg – Ein Beispiel zur Bedeutung von Archivalien für den Denkmalschutz – ( S. 33 – 38)

5.     Das Melanchthonhaus Bretten – Ein Beispiel des Reformationsgedankens der Jahrhundertwende ,ISBN 3-929366-63-0, herausgegeben von Stefan Rhein und Gerhard Schwinge

6.     web:http://www.kirche-in-halle.de

7.     web:http//www.altekirchen.de/Archiv/GrossLueben.htm

8.     web:http://www.physiotherapie-hommes.de/Eifelkirchen/Mirbch/Mirbach.htm

9.     web:http://www.evkirche-bad-schmiedeberg.de/Stadtkirche.html

10.  Predigtzum 24. Dezember 2008 Heilig Abend des Pfarrers Lienhard Krüger, GemeindeSt.Maria-Magdalena.

11.  web:http://www.die-prignitz.ei/seite18.htm

12.  web:http://www.mz-web.de

13.  web:http://www.maerkischeallgemeine.de

14.  web:http://www.kirche-grosslueben.de/index­_kirche.html

15.  web:http://www.poznan.pl/mim/public/turystyka/pages.html


   

Günter Duwe  aus Teltow stellte mir seine durchgeführten Recherchen für eine Veröffentlichungauf der Homepage zur Verfügung. Der Beitrag ist urheberrechtlich geschützt.Eine Verwendung, auch auszugsweise, bedarf der Zustimmung des Verfassers desBeitrages (Günter Duwe).

 

 

WasSt. Louis/MO (USA) und Teltow verbindet

 

Der Künstler Prof. August Oetken war an beiden Orten tätig.

 

Völlig unabhängig von der Person des Künstlers August Oetken, dessen Lebensverhältnisse in der Nachkriegszeit recht eingeschränkt waren, hatte das Erzbistum in St. Louis/Missouri (USA) beschlossen, eine neue, große Kathedrale zu errichten. Der 80 Meter lange Bau unter einer großen Zentralkuppel war 1914 abgeschlossen. Doch der Innenausbau mit Mosaiken verzögerte sich nicht zuletzt wegen des Krieges mit Deutschland. Einzig der von einer New Yorker Firma geschaffene Altar mit einem Baldachin wurde in der Kathedrale unter der Nordkuppel aufgestellt. Dieser Raum ist also das Sanktuarium; denn die Längsachse dieser Kirche verläuft von Nord nach Süd. Man betritt die Kirche durch zwei Türme von Süden.

 Die Fachleute der USA, vornehmlich die, welche die Weltausstellung 1904 in St. Louis besucht hatten, kannten natürlich die berühmte deutsche Mosaikbaufirma Puhl und Wagner. So kam es 1923 zum Vertrag zwischen dem Erzbistum und der Firma, die zu diesem Zeitpunkt Wagner alleine führte. Schon bald begann der beste Mann, Paul Heuduck, größere Wandbereiche farbig zu mosaizieren, vornehmlich in den Farben Rot und Gold. Die sogenannten Sandwich-Glassteine ( Patent der Firma) hatten ja eine enorme Leuchtkraft. Für Prof. August Oetken war der Vertrag ein großer Glücksumstand. Er, der erfahrene Mosaike gestaltende Künstler, wird nicht zuletzt wegen seiner langjährigen erfolgreichen Zusammenarbeit mit der Mosaikfirma engagiert. Sein Können in der figürlichen Malerei hatte er schon bei den historischen Großgemälden für das Kaiserhaus gezeigt. Jetzt kamen religiöse Themen auf ihn zu. Schon 1924 konnten seine in Mosaik umgesetzten Arbeit - Priesterschaft – im Deckenbereich des Sanktuarium installiert werden. Es folgte dann unmittelbar ein Auftrag dem nächsten. Es waren biblische Themen, die vom Künstler in Absprache mit den Auftraggebern in die Bildsprache umzusetzen waren. Die Zentralkuppel wurde von großen Bögen getragen. Die ganze Fläche eines jeden Bogens wurde mit bildhaften Darstellungen eines Themas mosaiziert. Dem Bogen auf der linken Seite „ Heiliger Geist“ folgte im Jahresabstand (1926) der auf der gegenüberliegenden Seite „Die Schöpfung“. Danach wechselte er in das Kirchenschiff unter der Südkuppel. Hier wurden die Wandflächen zu den Seiten über insgesamt mindestens 25 Meter Länge figürlich nach seinen Vorlagen mosaiziert.

 Dagegen erhält der untere Teil der Wände in den Seitenschiffen eine Mosaizierung mit Ornamenten, wie er sie schon für Teltow und andere Kirchen in Brandenburg entworfen hatte.

Dort, wo die Kuppeln in den Ecken mit den Bögen zusammen treffen, entstehen Zwickel. Man nennt sie Pendentive.

Hier in der Kathedrale sind es relativ große Flächen, die im Blickpunkt der Besucher stehen. Von ihnen hat Oetken vier im Sanktuarium und zunächst zwei unter der Zentralkuppel auf der Nordseite in reichhaltiger, kleinteiliger Farbigkeit gestaltet.

Es bleibt festzustellen, dass die Mosaizierung der Kathedralein der Anfangszeit vornehmlich im Hauptschiff, also dort, wo die Gottesdienstbesucher sitzen, und im Sanktuarium erfolgt ist.

Dieser Bereich wurde über einen Zeitraum von 15 Jahren fortschreitend nur von August Oetken gestaltet. Einzig der Triumphbogen war ausgenommen.

Doch auch nach dem 2. Weltkriege wurden noch zwei Pendentive auf der Südseite der Zentralkuppel und zwei große Wandgemälde im oberen Teil des Sanktuariums als Mosaik installiert. Das war 1967. Die Vorlagen müssen lange vorher zugeliefert worden sein, denn sein Atelier wurde 1943 bei einem Luftangriff zerstört.

 Im weiteren Beitrag des Verfassers geht dieser auf ihm vorliegende Fotos mehrerer Mosaikarbeiten Oetkens ein. Sein Beitrag mit mehreren  Fotografien wurde im Teltower Stadt-Blatt veröffentlicht. Da an den Fotos Urheberrechte bestehen, können sie auf der Homepage wegen fehlender Genehmigung nicht dargestellt werden.

Günter Duwe ist Ehrenvorsitzender des Heimatvereins Teltow.


 

Otto Oldenburg


 














Auf dem regionalen Kunstmarkt tauchen hin und wieder Ölgemälde auf, die mit dem Namen Otto Oldenburg signiert sind. Es handelt es sich bei diesen Bildern vorwiegend um norddeutsche Landschaftsmotive, Marinebilder und Seestücke, die qualitativ

ansprechend sind und erkennen lassen, dass der Maler künstlerisches Talent besitzt oder

besaß. Einem Hinweis, dass ein Maler mit dem Namen Oldenburg in Elsfleth gelebt haben soll wurde nachgegangen und hat sich mittlerweile bestätigt. Otto Oldenburg wurde am 11.7.1899 in Bardenfleth als eines von insgesamt acht Kindern

des Schilfschneiders Heinrich Oldenburg und dessen Ehefrau Mathilde geborene Kuhlmann geboren. Heinrich Oldenburg lieferte das von ihm geschnittene Schilf Küfern in Bremen, die damit die Böden von Bierfässern abdichteten. Der Beruf brachte Heinrich Oldenburg gerade so viel ein, dass er die Familie finanziell über Wasser halten konnte. Schilfschneider Heinrich Oldenburg Otto Oldenburg wuchs in diesen bescheidenen Verhältnissen auf. Er besuchte die Volksschule in Elsfleth und begann danach in einer Elsflether Werft eine Schmiede - und Schlosserlehre. Nicht geklärt werden konnte, wie lange Otto Oldenburg dort tätig war. Er entschied sich nach einiger Zeit, diesen Beruf nicht mehr auszuüben. Stattdessen eröffnete er in Elsfleth die Gastwirtschaft Lindenhof in der Oberrege, anschließend das Bootshaus. Noch vor Beginn des 2. Weltkrieges gab er diese Gaststätten auf und übernahm die Bahnhofsgaststätte in Elsfleth, die er mit seiner aus Krögersdorf stammenden ersten Ehefrau Klara, geborene Neuhaus führte. Der musikalisch begabte Oldenburg trat in den 20-iger oder 30-iger Jahren dem Elsflether Männergesangsverein „ Doppelquartett“ bei. Den Gästen war er weniger als Gastronom sondern als Musiker bekannt, denn er liebte es, auf dem Klavier seine Gäste zu unterhalten, während seine Frau Klara sich um die Bewirtung der Gäste kümmerte. Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurde auch Otto Oldenburg zum Kriegsdienst verpflichtet. Auf der Kriegsmarinewerft in Wilhelmshaven soll er während des gesamten Krieges eine

Kantine für die dort stationierten Marinesoldaten und Werftangehörigen geleitet haben. Ein intensiver Kontakt zur Malerei entstand durch den in Wilhelmshaven stationierten Marinesoldaten Fritz Vetter, der sich mit Malerei beschäftigte. Fritz Vetter brachte Otto Oldenburg die Techniken der Malerei ebenso bei wie den Umgang mit Farben. Diese Begegnung prägte Oldenburgs künstlerisches Leben nachhaltig. Oldenburg widmete sich fortan in jeder freien Minute intensiv der Malerei und eignete sich im Selbststudium über einen langen Zeitraum detaillierte Kenntnisse und Fertigkeiten an. Nach Ende des Krieges kehrte Otto Oldenburg 1945 nach Elsfleth zurück. Während seiner Abwesenheit hatte Klara Oldenburg die Bahnhofsgaststätte weitergeführt. Bis 1958 führte das kinderlos gebliebene Ehepaar die Bahnhofsgaststätte. Als das

Bahnhofsgebäude mit der Bahnhofsgaststätte in jenem Jahr abgerissen wurde, führte Otto Oldenburg mit seiner Frau in einer Holzbaracke auf dem Gelände den Gaststättenbetrieb zunächst weiter. Aufgabe des Gaststättenbetriebes mit Abtransport des Inventars.

Als das neue Bahnhofsgebäude fertig gestellt war, musste die Holzbaracke, die bis dahin als Bahnhofsgaststätte diente, weichen. Das Ehepaar setzte sich danach zur Ruhe.

Seit Jahren gestaltete Oldenburg bereits seine Freizeit damit, Postkartenmotive aus der hiesigen Gegend auf Leinwand oder Hartfaserplatte zu übertragen und mit Ölfarben

auszumalen. Vor allem liebte er Heidelandschaften oder einsame Gegenden, insbesondere mit Birken

umsäumte Wege. Schwerpunkt seiner künstlerischen Tätigkeit waren jedoch Schiffsbilder und Seestücke. Otto Oldenburg eignete sich hier eine bemerkenswerte Fertigkeit an. Seine Arbeiten verkauften sich im Raume Elsfleth ganz gut, weil er sich im Verlaufe der

Zeit einen Namen als Künstler gemacht hatte. Als Ende der 70ger Jahre seine Ehefrau Klara starb, heiratete er wenige Jahre später

erneut. Über mehrere Jahre hinweg war Otto Oldenburg als Dozent für die Kreisvolkshochschule Brake tätig. In Elsfleth gab er für einen interessierten Personenkreis Malunterricht.

Wie viele Gemälde Otto Oldenburg während seines Lebens schuf, ist nicht bekannt. An Ausstellungen hat der Maler nie teilgenommen.

Otto Oldenburg starb am 19. Oktober 1994 im hohen Alter von 95 Jahren in Elsfleth. Er fand seine letzte Ruhe auf der Ahnenstätte in Hurrel.1 Viele seiner Arbeiten befinden sich heute in privater Hand.

Quellenangaben

1. Persönlich geführtes Interview des

Verfassers mit Ingeborg Diekmann, Elsfleth, geführt vom Verfasser

im März 2010.


Hans Oldenburger

 

Hans Oldenburger wurde am 26.10.1913 in Kiel geboren, verzog dann aber mit der Familie nach Österreich. In Graz erlangte  er an der Schule die Reifeprüfung und studierte anschließend in den Jahren 1932/1933 Kunstgeschichte und Philosophie an den Universitäten in Graz und Düsseldorf. Nach Kriegsdienstverpflichtung Kriegsverletzung und russischer Kriegsgefangenschaft während des Zweiten Weltkrieges kam er nach Ostfriesland, wo er sich als freischaffender Künstler betätigte. 1947 war er Mitbegründer des BBK Ostfriesland und nahm  1946 an der ersten Ausstellung des BBK in Aurich und Emden teil. 1948 folgte eine weitere Ausstellung in Aurich. 1949 verzog er nach Schönebeck an der Elbe und arbeitete dort als Maler und Grafiker. Von 1953 an war er als Kunsterzieher tätig. Er schloss sich dort dem BBK Magdeburg an. 1970 kam er in DDR-Haft. 1972 wurde er von der Bundesrepublik freigekauft und lebte danach in Hannover, wo er als Kunsterzieher und freischaffender Künstler arbeitete. Er starb am 3.7.1991 in Hannover.

Hans Oldenburger war hauptsächlich Holzschnitzer. Im expressionistischem Stil schuf er auch Arbeiten in Tempera. Er beschäftigt sich dabei mit Motiven wie Mensch und Stadt.

 

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 318, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.


Gerrit Johann Heinrich Onnen

 

Gerriet Johann Heinrich Onnen wurde am 10.4.1873 in Leer geboren und wuchs dort auf. Zwischendurch lebte er in verschiedenen Orten Ostfrieslands, unter anderem in Frankfurt am Main, Köln und in der Schweiz, kehrte dann jedoch immer wieder nach Leer zurück.

Ab 1902  bis 1910 studierte er mit Unterbrechungen Malerei an der Königlichen Akademie der bildenden Künste in Stuttgart unter Leitung der Professoren Robert Poetzelberger, Igler, Eckener und Friedrich von Keller. Von diesem wurde er maßgeblich geprägt. Nach dem Studium betätigte sich Onnen in Stuttgart als freischaffender Künstler. 1912 heiratete er eine Stuttgarterin. 1919 belegte er noch ein Semester in der Meisterklase für Dekorationsmalerei. Er schloss sich dem Reichsverband bildender Künstler Deutschlands in Berlin  an. Als er 1944 bei einem Luftangriff auf Stuttgart ausgebombt wurde, zog er mit seiner Frau nach Ober – bzw. Mittelbrüden. Dort verlebte er seine letzten Lebensjahre.

Er starb am 26.6.1948 in Backnang.

Onnen befasste sich hauptsächlich mit Ölmalerei in einer konservativ- gegenständlichen Malweise. Er bevorzugte dabei Interieur – und Genremotive sowie Landschaften und Porträts. Von ihm stammen auch zahlreiche Gemälde mit ostfriesischen Motiven, wie dem Emdener Hafen oder  Partien an der Jümme.

Viele seiner Gemälde befinden sich heute im Privatbesitz.

      

Quelle: Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert, S. 322, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

     
Bodo Olthoff

 

 Bodo Olthoff wurde am 7. Juni 1940 in Emden geboren und wuchs dort auch auf. Mit seinen Eltern zog er nach Stuttgart und machte dort von 1957 bis 1960 eine grafische Lehre. Von 1960 bis 1967 arbeitete er anschließend in grafischen Betrieben in Stuttgart als

Reproduktionsfachmann.1962 heiratete er Gerda Oesterle. Aus der Ehe gingen zwei Töchter hervor. Um sich weiter zu bilden, besuchte er die Grafische Fachschule in Stuttgart. Nach seiner Rückkehr nach Ostfriesland arbeitete er von 1968 bis 1971 bei der Polizei.

Von 1972 bis 1975 studierte er an der Fachhochschule Münster Design Malerei bei Professor Hans Griepentrog und Grafik bei Professor Marjan Voijska. Es schloss sich von 1976 bis 1980 ein Studium der Kunsterziehung am Institut für Kunsterziehung in Münster und der Kunstakademie Düsseldorf an. Von 1980 bis 1981 war er am Neuen Gymnasium in Oldenburg als Studienreferendar tätig. 1982 bis 1985 übernahm er die Leitung eines Kunst - und Kulturprojektes in Aurich. Seit 1986 ist Bodo Olthoff freischaffender Künstler, bis 2002 mit eigenem Atelier in Manslagt, Krummhörn, dann in Aurich, wo er auch heute noch tätig ist.

1991 erhielt er den Kunstpreis der IHK für Ostfriesland und Papenburg, 2004 den Kulturpreis der Ostfrieslandstiftung der Ostfriesischen Landschaft.

Zahlreiche Ausstellungsbeteiligungen kann er nachweisen, u.a. in

Stuttgart, Münster, Bremen, Oldenburg, Wilhelmshaven, Emden, Aurich, Flensburg, Dresden und Seoul.

 

Quelle:

Auszüge aus Wikipedia über Bodo Olthoff

Bildende Kunst inOstfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S.168-169.

 


 

Carl Onken ( aus Oldenburg)


Carl Onken aus Oldenburg lebte in der Starklofstraße. Er war Hobbymaler ,malte in Öl auf Leinwand oder Hartfaser und signierte seine Arbeiten mit der gleichen Signatur  wie der akademisch ausgebildete Maler  Carl Eduard Onken aus Jever.

Ein wichtiges Unterscheidungsmerkmal der Arbeiten ist die abfallende Qualität des Onkel aus Oldenburg gegenüber dem Maler aus Jever. Es kommt immer wieder zu Verwechslungen der Arbeiten beider Maler aufgrund der Signaturausführung.


 

Carl Eduard Onken

 
















Carl Eduard Onken wurde am 12. März 1846 in Jever als Sohn des Glasers und Malers Christian Eduard Onken und dessen Ehefrau WilhelmineKatharina Mehrtens geboren.

Carl Onken verlebte seine Kindheit in Jever und besuchte dort die Schule. Seine schulischen Leistungen waren gut, so dass seine Eltern ihn auf das Gymnasium in Jever schickten. Bereits früh deutete sich das hervorragende zeichnerische Talent von Onken an. Bereits in der Quarta verließ er allerdings das Gymnasium, weil es wissenschaftlich ausgerichtet war und sich dadurch für ihn keine künstlerischen Perspektiven boten. Die malerischen und zeichnerischen Fähigkeiten des Sohnes beobachtete der Vater mit großem Misstrauen, auch schätzte er seine vorhandenen Fähigkeiten offensichtlich völlig falsch ein. So bezeichnete der Vater die Bestrebungen von Carl Onken,  Maler zu werden, einmal  als brotlose Kunst. Unbeirrt vom Urteil seines Vaters reiste der junge Autodidakt durch die Gegend auf der Suche nach interessanten Motiven. Vornehmlich das Ammerland, Neuenburg, Borkum und Emden hatten es ihm angetan. Dort malte er Landschaften von beeindruckender Schönheit und Professionalität. Das Gemälde „ Ammerländer Bauernhaus“, dass Onken im Jahre 1868 im Alter von 22Jahren malte, ist Beleg hierfür. Schnell hatte sich das überragende Talent des jungen Mannes bis nach Oldenburg herumgesprochen. In dem Oberkammerherren Friedrich Kurt von Alten(1822 – 1894), Leiter der großherzoglichen Sammlungen und zuständig für den Ankauf von Gemälden für die großherzogliche Gemäldegalerie, fand Onken einen Förderer, der dafür eintrat, dass Onken finanziell durch den Großherzog von Oldenburg unterstützt wurde. Mit dem vom Großherzog beschafften Stipendium begab sich Onken zunächst nach Berlin. Dort stellte man die Verbindung zu dem gebürtigen Oldenburger Kunstprofessor Christian Griepenkerl (geb. 17.3.1839 in Oldenburg  – 21.3.1916 in Wien) her, der an der Wiener Akademie tätig war. Nachdem sich Griepenkerl von der Qualität der Arbeiten Onkens überzeugt hatte, gab er diesem den Rat sich an der Kunstakademie in Wien für ein Kunststudium zu bewerben. Onken folgte diesem Rat und wurde einige Zeit später in der Akademie angenommen. Während seines Studiums dort erhielt er mehrere Stipendien. Die Studienreisen führten ihn stets nach Italien, wo er die Stadt Rom besuchte und Wanderungen in den Sabinerbergen unternahm. Die Schönheiten der Landschaft hielt er auf Papier und Leinwand fest.

Während dieser Zeit lernte Onken den Altmeister Professor Friedrich Preller (1804 – 1878) näher kennen, der sich für Onkens weitere Förderung einsetzte. Bei einer zweiten Italienreise widmete sich Onken ganz der Landschaftsmalerei im Stile seines von ihm bewunderten Vorbildes Friedrich Preller.

Zufällig ergab sich dabei die Bekanntschaft mit dem  Komponisten und Pianisten Franz Liszt, der seinerzeit in der Villa d`Este in Tivoli lebte und der Onken mehrere Male dabei beobachtet hatte, wie dieser vor seiner Villa die Alten Zypressen malte.

Dieses Gemälde wurde später übrigens auf dem Pariser Salon in Frankreich ausgestellt. Liszt, der von Onkens Fähigkeiten überaus angetan war, lud diesen daraufhin zu Abendgesellschaften in seine Villa ein. Onken folgte den Einladungen, was dazu führte, dass sich sein Bekanntheitsgrad schlagartig erhöhte, zumal Kunstrezensenten in höchsten Tönen über die Qualität seiner abgelieferten Arbeiten berichteten. Bei solchen Veranstaltungen lernte Onken die Fürstin Wittgenstein kennen, die ihn wiederum ihrer Tochter, der Fürstin zu Hohenlohe, in Wien empfahl. Weiterhin ergaben sich Bekanntschaften mit der Gräfin Dönhoff und mit Cosima Wagner (1837 – 1930).

Diese Bekanntschaften führten auch dazu, dass Onken aufgrund seines gestiegenen Bekanntheitsgrades mit Auftragsarbeiten aus den ersten Wiener Kreisen bedacht wurde.

Endlich wurde er selbständig und unabhängig von der finanziellen Unterstützung seiner in Jever lebenden Eltern.

Dank einer sich ergebenden Bekanntschaft mit dem Wiener Kunstprofessor Ludwig Feuerbach (1804 – 1872) erhielt Onken ein weiteres Stipendium für eine Italienreise. Zunächst wurde der Antrag von der Akademieführung abgelehnt. Auf Druck von vielen an der Akademie tätigen Professoren, die von der Qualität Onkens überzeugt waren, bewilligte die Leitung der Akademie schließlich das Stipendium.

In den darauf folgenden Jahren hatte Onken Kontakt zu bedeutenden Persönlichkeiten dieser Zeit, wie zum Beispiel den Malern Josef von Führich (1800-1876), Hans Makart

(1840-1884), Hans Canon (eigentl. Straschiripka,1829 - 1885)und den Schriftstellerinnen Betty Paoli (eigentl. Barbara Elisabeth Gluck, 1814 -1894) und Sophie Löwenthal(1810 - 1889), um nur einige wenige zu nennen. Mit dem bekannten Stilllebenmaler Carl Schuch (1846 – 1903) ging Onken Malwetten ein  und war ihm dabei in der Qualität der geschaffenen Werke überlegen.

Carl Onken lernte während seines Wienaufenthaltes die Kunstmalerin Marie Palme ( 1871 – 1951) kennen und heiratete diese. Aus der Ehe ging ein Sohn hervor, der im Alter von 9 Jahren an Diphterie starb. Marie Palme verkaufte ihre Arbeiten nach der Heirat häufig unter dem Synonym Mary Palme - Onken. Seit 1880 war Onken bereits Mitglied in dem 1861 gegründeten Wiener Künstlerhaus, der Standesvertretung der Wiener Maler, Bildhauer und Architekten. Er war auf fast jeder Ausstellung des Künstlerhauses mit seinen Arbeiten vertreten. Nicht nur Kaiser Franz Joseph von Österreich ( 1830 – 1916), der mehrere Bilder von ihm, unter anderem je ein Motiv aus Neuenburg und Emden kaufte, sondern auch der Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand (1863 – 1914) sowie Fürst Johann von Lichtenstein nannten bald darauf Gemälde von ihm ihr Eigen. Carl Onken, der einer der ersten Mitglieder des Oldenburger Künstlerbundes war, wurde im Jahre 1882 von der Stadt Jever mit der goldenen Medaille für Wissenschaft und Kunst geehrt. Lebensmittelpunkt für ihn  blieb jedoch immer Wien.

Carl Onken, der immer wieder Wanderungen durch die ihm heimisch gewordene österreichische Bergwelt unternahm, stürzte bei einer Wanderung unglücklich und zog sich dabei einen Oberschenkelhalsbruch zu, von dem er sich nicht mehr erholte. Im Jahre 1934 starb der Maler. Er wurde in Wien, seiner zweiten Heimat, beerdigt.

 

Quellenangaben :

 

1. Kopie eines Beitrages von Dr. Fritz Strahlmann, Oldenburg, über Carl Onken aus Jever. Überschrift: Der Senior der Oldenburgischen Künstler. Eine Würdigung seines Lebens und Schaffens anlässlich des 25jährigen Bestehens des Oldenburger Künstlerbundes (1904 - 1929).

2. Oldenburgischer Hauskalender auf das Jahr 1930, Seite 45.

3. Viele Informationen über den Maler Carl Onken stammen von in Oldenburg lebenden Angehörigen des Künstlers.

4. Gerhard Wietek - 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, Seite 267, herausgegeben von der Landessparkasse zu Oldenburg aus Anlass des 200jährigen Jubiläums, ISBN3-9801191-0-6.

5. José Kastler – Heimatmalerei - Das Beispiel Oldenburg-, Seite 92,151,156,ISBN 3-87358-316-X.


Heiner (Heinrich) Osterkamp

 

Heiner Osterkamp wurde am 20.9.1912 in Altenessen geboren, wuchs aber in Norden auf, wohin er mit seinen Eltern 1916 zurückgekehrt war. Nach dem Besuch der Volksschule durchlief er von 1917 bis 1930 in Norden eine kaufmännische Lehre und war anschließend als kaufmännischer Angestellter auf Norderney und Hagen bei Bremen tätig. Kriegsdienstverpflichtet nahm er in den Jahren 1939 bis 1945 am Zweiten Weltkrieg teil. Er geriet dabei in Kriegsgefangenschaft. Als er daraus entlassen wurde, nahm er seinen Beruf in Hagen, Hamburg und Oldenburg  wieder auf. Er ging 1977 in den Ruhestand. Ab 1979 lebte er in Hude, ab 1986 wieder in Norden. Er starb am 19.3.1988 in Norden.

Als Maler war Heiner Osterkamp Autodidakt, besuchte jedoch  Abendschulen und eignete sich dabei die nötigen Techniken an. Auf Norderney lernte er unter anderem die Maler Heinrich Mindermann und den italienischen Porträtmaler Mario Barone kennen, von denen er wichtige Anregungen erhielt. Es entstanden während dieser Zeit erste Arbeiten.

Während des Krieges lernte er weitere Künstler kennen und verfeinerte dadurch sein Repertoire. Ab 1972 widmete er sich verstärkt der künstlerischen Tätigkeit. In Hude richtete er im Klosterhof Hude ein Atelier mit Galerie ein. Nach seiner Rückkehr nach Norden hatte er in seinem Elternhaus ein Atelier.

Er schuf in Öl,- Aquarell – und Pastelltechnik ebenso Gemälde wie mit Bleistift, Feder -oder Kohlestift. Seine Motive waren häufig Landschaftsdarstellungen aus dem Oldenburger Land oder der ostfriesischen Landschaft.

Eine Ausstellung seiner Arbeiten fand in Greetsiel statt, Arbeiten befinden sich auch in der Auricher Sammlung.

      

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert ,S. 324, herausgegeben von der Ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-950601-33-9

 

Willi Oltmanns


 

           



 


 


 


 


 

Willi Oltmanns wurde am 29. September 1905 als Sohn des Bauern Wilhelm Martin Oltmanns in Bant bei Wilhelmshaven geboren.

 Nach Abschluss der Schule machte Oltmanns eine Ausbildung im Malerhandwerk, die er im Alter von 18 Jahren beendete. 1924 übersiedelte er nach Schreiberhau, wo sein 20 Jahre älterer Bruder als Kunst - und Antiquitätenhändler tätig war. Er konnte dort leben und arbeiten und befasste sich mit der Bemalung von Bauernmöbel, wobei er eine eigene Restaurationsmethode entwickelt oder die alte Bemalung erneuerte. Der Ort hatte sich mittlerweile zu einer Künstlerkolonie entwickelt und Schriftsteller  und Wissenschaftler waren dorthin gezogen. Er blieb in dem kleinen Ort in Schlesien mit dem Vorsatz, dort als freier Maler zu leben. Aus diesem Grunde gab er die Tätigkeit bei seinem Bruder auf. Oltmanns wurde Mitglied in dem Künstlerverein "St. Lukas" und des Schlesischen Künstlerbundes. Er wurde zu Ausstellungen eingeladen und konnte laufend in den Räumen der „ Lukasgilde“ seine Bilder ausstellen.

1928 und 1929 verbrachte Oltmanns in Berlin. Mit einem Groeber-Schüler aus München mietete er ein Atelier in Berlin-Moabit, um intensiv figürlich zu arbeiten. Zugleich studierte er die großen Kunstwerke im Kronprinzenpalais und den anderen Museen, um diese Vorbilder immer vor Augen zu haben.
Es ergab sich für ihn zudem die Möglichkeit, das Atelier des Malers Max Pechstein zu besuchen. Mittlerweile hatte Oltmanns seinen Wohnsitz nach Mittelschreiberau verlegt und wohnt dort in der Zeit von 1930 bis 1942.

Unter der NS - Herrschaft wurde Oltmanns der entarteten Kunst zugeordnet und ab 1937 hatte er bereits ein Ausstellungs - und Malverbot. Im Februar 1942 erfolgte die Einberufung zum Kriegsdienst, im Mai desselben Jahres heiratete er.

 Der Kriegsdienst verschlug ihn an die Westfront Russlands. Während dieser Zeit, er war zu einer Nachrichteneinheit in Dnjepropetrowsk abkommandiert, hatte er die Möglichkeit, Aquarelle zu malen. Gegen Kriegsende gelang es ihm noch, vor den russischen Truppen bis zur Elbe zu fliehen, geriet dort aber in amerikanische Kriegsgefangenschaft. Er wurde, wie es zahlreichen anderen Gefangenen auch ging, an Belgien abgegeben und dort in einem Kriegsgefangenenlager festgehalten, wo er als Bergmann unter Tage arbeiten musste.1946 gelang es ihm zu fliehen, wurde jedoch kurz vor der deutschen Grenze wieder aufgegriffen und zurück nach Hensies - Pommereuil gebracht.

Im Sommer 1947 wurde er entlassen. Seine Frau hatte sich in Delmenhorst niedergelassen und eine bescheidene Anzahl seiner Arbeiten dorthin mitnehmen können. Seinen Neubeginn machte er in Delmenhorst. 1948 wurde Oltmanns Mitglied des Bundes Bildender Künstler "Junge Gruppe Oldenburg" und der Künstlervereinigung Esslingen. Im August 1948 veranstaltete das Landesmuseum Oldenburg eine Ausstellung seiner Arbeiten. Es folgten weitere Ausstellungen in Wilhelmshaven und 1949 in der Kunsthalle Bremen.

Seine Beteiligung an der Ausstellung „Ostdeutsche Bildkunst“ in Düsseldorf im Jahre 1950 hatte zur Folge, dass die „Neue Münchener Künstlergenossenschaft“ ihn einlud, als Gast bei der 

„ Große Kunstausstellung im Haus der Kunst“ in Jahre 1951 eigene Bilder auszustellen.

Im Jahr darauf wurde ihm die Mitgliedschaft angeboten und damit die Möglichkeit eröffnet, alljährlich diese Ausstellung mit Arbeiten zu beschicken.

In anderen großen Ausstellungen wie „ Deutsche Heimat im Osten“, Berlin 1950 und „ Kunst des deutschen Ostens aus sieben Jahrhunderten“ in Frankfurt 1953, wurden seine Schreiberhauer Aquarelle gezeigt.

 Neben der freien Malerei beschäftigte sich Oltmanns ab 1949 mit „Kunst am Bau“. Wandmalereien an öffentlichen Gebäuden und Schulen entstanden aus seiner Hand.

1954 baute er am Klosterdamm in Delmenhorst ein eigenes Haus, in welchem er bis zu seinem Tode lebte.

 In den Jahren von 1949 bis 1975 unternahm der Maler Reisen an die Nord-und Ostsee sowie in die Schweiz, 1952 folgte ein vierwöchiger Aufenthalt in Holland, 1955 begab er sich auf eine Orientreise. 1956 reiste er nach Salzburg, 1969 nach Wien, 1972 nach Mitterndorf.

1959 folgte eine Reise nach Paris, 1972 nach Flandern, Gent, Brügge, Oterloh.1974 reiste er an die Loire und nach Chartres,1975 nach Prag, 1976 durch die Bretagne und nach Jersey, 1977 nach Ischia und nach London.

In den Jahren von 1953 bis 1967 betätigte Oltmanns als Kunsterzieher an der Volkshochschule Delmenhorst. Zudem nahm er in den Jahren 1958/59 eine Lehrtätigkeit im Katholischen Jugendwerk St.Ansgar Adelheide an.

In den Jahren von 1948 bis 1978 folgen 15 Einzelausstellungen und ca. 35 Ausstellungsbeteiligungen, unter anderem 1949 in der Galerie Schwoon in Oldenburg. 1955 zeigte er 2 Aquarelle ( „Am Anleger“ und „ Garten im Frühling“) auf der "Große Kunstausstellung im Haus der Kunst" in München, 1956 in der Kunsthalle Bremen, 1961 der Worpsweder Kunsthalle, 1962 im Kunstverein Bremerhaven und der Galerie „pro arte“ in Delmenhorst, 1964 Haus der Begegnung in Hamburg und der Kunsthalle Wilhelmshaven, 1966 Galerie Reginain Davos, 1968 in der Kunsthalle Bremen und im Kunstverein Salzgitter, 1970 im Haus Coburg in Delmenhorst sowie dem Stadtmuseum Oldenburg, 1971 im Museumsdorf Cloppenburg und im Kunstkreis Lingen, 1973 im Center für Music, Drama and Art,Lake Placid-New York, 1975 Kunsthalle Bremen, 1976 Haus Coburg in Delmenhorst, 1979 Kunsthalle Wilhelmshaven, 1981 Haus Coburg, Delmenhorst sowie dem Museum Nordenham.

 Seine Arbeiten befinden sich in zahlreichen  Museen und im Öffentlichen Besitz.

 Willi Oltmanns verstarb am 3.Januar 1979 in Delmenhorst.

 

Quellenangaben:

 Günter Busch – Willi Oltmanns- ISBN 3-7689-0192-0

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land – S.267

Dokumentation zum 30jährigen Jubiläum des Bundes Bildender Künstler Landesgruppe Oldenburg

Oldenburgischer Hauskalender von 1985, S. 38

Oldenburgischer Hauskalender von 1966, S. 32

Ausstellungskatalog „Oltmanns“ Landesmuseum Oldenburg - Ein Maler zwischen Schreiberhau und Delmenhorst, herausgegeben 1998 vom Landesmuseum Oldenburg.

Ausstellungskatalog zum 65. Geburtstag in der Neuen Galerie des Oldenburger Stadtmuseums am 29.11.1970 bis 3.1.1971

 


 

Friedrich Gustav Wilhelm Otto

 

 













   


Der Maler Gustav Friedrich Wilhelm Otto wurde am 23. August 1868 in Oldenburg als Sohn des als Oberförster in Diensten des Oldenburger Großherzoges stehenden Wilhelm Otto und dessen Ehefrau Meta geborene Ohrt  geboren.

Nachdem er die Schule beendet hatte begab er sich nach Karlsruhe und Berlin  und studierte dort in den 1880er Jahren Malerei an den dortigen Kunstakademien.

In Berlin hatte er in Eugen Bracht  und Professor Max Koner (1854 – 1900 ) ausgezeichnete Lehrer an der Preußischen Akademie der Künste, an der  Großherzoglich Badischen Kunstakademie in Karlsruhe waren es  Professor Friedrich Kallmorgen ( 1856 – 1924) und  1888 bei Gustav Schönleber ( 1851 – 1917), die ihn zum akademischen Maler ausbildeten.

Nach dem Studium zog es ihn zurück in den Nordwesten. Seine ersten Studienplätze, an denen er sich als Landschaftsmaler betätigte, waren die Lüneburger Heide, die Ahlhorner Heide und alte Landsitze, die er in dieser Gegend vor fand.  Nur wenige kleinformatige Gemälde mit heimatlichen Motiven aus den frühen 1890er Jahren mit heimatlichen Motiven sind allerdings bislang erst aufgetaucht. Diese Arbeiten zeigen allerdings deutlich die malerische Routine des Malers und die Fähigkeit, die Lichtbrechungen – und Lichteinflüsse, die  bei der Freilichtmalerei eine Herausforderung darstellen, weil sie ständig wechseln, gekonnt in seinen Arbeiten zu einzubinden.

Nach dem Ende des Studiums ließ sich Wilhelm Otto Anfang 1890 in Bremen als freischaffender Künstler nieder und gründete in der Stadt eine private Malschule.

In jenem Jahr lieferte er  auch Illustrationen zu „Ohrts“ Buch über die Großherzoglichen Gärten.

In den folgenden Jahren war Otto künstlerisch sehr aktiv und suchte nach Möglichkeiten, seine Arbeiten in Ausstellungen zu zeigen, um sich bekannt zu machen und von einem möglichen Verkauf seiner Arbeiten  einen finanziell abgesicherten Lebensunterhalt bestreiten zu können.

 So nahm  vom 15.1.- 5.2.1893 mit drei Gemälden ( Heidelandschaft, Bad Zwischenahn, Hunte bei Blankenburg) sowie 15 Zeichnungen an einer Jubiläumsausstellung des Oldenburger Kunstvereins teil.

Ein Jahr später, zur Jahreswende 1894/95 veranstaltete der Oldenburger Kunstverein die 275. Kunstausstellung, an der  sich Wilhelm Otto  mit den Gemälden „ Im Herbst, Der Stau in Oldenburg, Der Marschweg-Dorfkirche in Hude, Teich in Hude, Bauernhof in Hude, Kuhweide in St. Magnus, Sanddüne in Hemelingen und Wassermühle in                               St. Magnus „,beteiligte.

Ende 1895 nahm er an der  280. Kunstausstellung des OKV mit  22 Aquarellen teil.

Wilhelm Otto war ein überzeugter Verfechter der regionalen Kunst. Aufgrund seiner Überzeugung rief er im Rahmen der Heimatschutzbewegung die Heimatkunst auf den Plan, und warb vehement für sie.

1901 war in Hannover der „Heimatbund Niedersachsen“ ins Leben gerufen worden, der sich gegen die industrielle Heimsuchung auf dem Lande zur Wehr zu setzen suchte und dafür satzungsgemäß die „Erhaltung und Kräftigung der Anhänglichkeit und Liebe zu unserer engeren Heimat“ instrumentalisierte.

Ein Jahr später gründete sich in Bremen  zur Pflege „heimatlich-niedersächsischer Kunst“  die Künstlergruppe „ Die Heidjer“, unter anderem mit dem in Oldenburg vertretenden Hugo Friedrich Hartmann.Auch der  Dötlinger Maler Georg Bernhard Müller vom Siel trat  für kurze Zeit der gegründeten Vereinigung niedersächsischer Künstler „ Die Heidjer“ bei.

Ebenso wurde Müller vom Siel Mitglied der 1906 gegründeten „Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler“. Zwar pflegte der Maler auch Kontakte zu einigen Mitgliedern des 1904 gegründeten Oldenburger Künstlerbundes, weigerte sich jedoch, diesem beizutreten.

Müller vom Siel antwortete dem damaligen Schriftführer des OKB, Gerhard Bakenhus, dass er dafür unüberwindliche Schwierigkeiten sehe, die mit seiner Ablehnung des OKB-Mitglieds Wilhelm Otto zusammen hingen.

Aus dem 1901 ins Leben gerufene Heimatbund  heraus  entstand 1904 in Dresden der     „ Bund Heimatschutz“. Ziel des Bundes war es, deutsches Volkstum ungeschädigt und unverdorben zu erhalten. Unzertrennbar war damit verbunden der Schutz der Heimat vor Verunglimpfung, ihrer Denkmäler und der Poesie der Natur. Von bremischer Seite aus gehörten zu den Mitbegründern die Brüder August und Friedrich Freudenthal. Im Herbst 1904 wurde in Bremen eine landeseigene Organisation „ Verein für niedersächsisches Volkstum“  gegründet, die den Dresdener Zielen entsprach. Das Einflussgebiet des Vereins umfasste Ostfriesland, Oldenburg und Lauenburg. Zu den 25 aktiven Mitgliedern des Vereins gehörten unter anderem Hans am Ende, Otto Modersohn, Heinrich Vogeler, Walter Magnussen, der damals in Osterholz lebende Richard Hartmann und Wilhelm Otto.

Otto war jedoch nicht nur in Bremen aktiv.

Zur Feier des 100jährigen Bestehen der Großherzoglichen Gemäldesammlung  die vom 24.4. -27.4.1904 ausgerichtet wurde, nahm er die Gelegenheit wahr, sich wieder auf einer Ausstellung zu zeigen. Auf der Ausstellung war er mit dem Gemälde „ Bad Zwischenahn“ vertreten.

Als 1905 in Oldenburg die Nordwestdeutsche Landes – Industrie - und Gewerbeausstellung veranstaltet werden sollte, wurde 1904 hierzu ein neunköpfiger Kunstausschuss unter dem Vorsitz des Oberkammerherrn Freiherr von Bothmer eingerichtet und beauftragt, das Bedeutendste zusammenzubringen, was von nordwestdeutscher Kunst erreichbar war. Schriftführer dieses Kunstausschusses war Wilhelm Otto, dem es gelang, für den Entwurf des Kunstpavillons den führenden Industriearchitekten und Designer Peter Behrends (1868 – 1940) zu gewinnen.

Die Oldenburger Künstler waren an dieser Landesausstellung besonders interessiert, weil sie dadurch die Möglichkeit hatten, ein überregionales Echo zu erzielen.

Als die Planung zur Ausstellung  konkrete Formen annahm , gründeten die Oldenburger Künstler 1904 einen Künstlerbund, weil sie dadurch eine willkommende Gelegenheit sahen, sich über die Ausstellung hinweg auf Dauer zu profilieren.

Schon auf der Gründungsversammlung am 7. April 1904 beschloss der Oldenburger Künstlerbund( OKB), den Ausstellungsausschuss zu ersuchen, ihm die Gestaltung der Kunstausstellung zu übertragen. Erster Vorsitzender des OKB wurde Bernhard Winter, Wilhelm Otto fungierte als dessen Stellvertreter. Weitere Gründungsmitglieder waren Gerhard Bakenhus, Hugo Duphorn und Marie Stein.

In dem neunköpfigen Kunstausschuss der Landesausstellung 1905 waren einige Oldenburger Künstler wie Gerhard Bakenhus und Richard tom Dieck vertreten. Im Verkehrs- und Vergnügungsausschuss wirkten neben Bernhard Winter  der Hoftheatermaler Wilhelm Mohrmann mit.

Als die Ausstellung am 9. Juni 1905 vom Großherzog eröffnet wurde, wurde Wilhelm Otto für sein Engagement als Verantwortlicher im Rahmen der Eröffnung der Ausstellung zum Professor ernannt, mit dem Bernhard Winter schon 1903 ausgezeichnet worden war.

Kunstausschuss: Wilhelm Otto ganz rechts.


Otto hatte im Rahmen der Planungen dafür Sorge getragen, dass sich unter den ausstellenden Künstlern auch Arbeiten derjenigen befanden, die  Mitglieder  im Vereins  niedersächsischem Volkstums waren, wie zum Beispiel Modersohn, Vogeler oder  Hans am Ende.

Dass Wilhelm Otto in den Kunstausschuss berufen wurde und erste Wahl bei der Organisation der Ausstellung war, lag möglicherweise auch daran, dass er sich bereits im Vorfeld sehr engagiert gezeigt hatte, sein Vater in Diensten des Großherzogs  tätig war, und  Wilhelm Otto unter anderem dessen Töchter, Erbgroßherzogin Elisabeth von Sachsen-Altenberg (1826-1896) und die Herzogin Sophie Charlotte von Oldenburg (1879 – 1964), die spätere Frau des Kaisersohnes Eitel Friedrich von Preußen, im Malen unterrichtet hatte und auf diese Weise  mit dem Hof in Berührung gekommen war.

Nach der Ausstellung  versuchte Otto an den Erfolg dieser Ausstellung anzuknüpfen und für höhere Ziele zu nutzen.  In Bremen gründete er 1906 die „Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler“.

Die erste Ausstellung fand im Vortragssaal der Bremer Kunsthalle vom 9. 12.1906 bis 8.1.1907 statt.

Dieser Ausstellung  folgten weitere Ausstellungen in verschiedenen Städten wie Lübeck, Hannover, Bremen und Lüneburg. Die Ausstellungen folgten jedoch alle dem gleichen Muster und hatten bei weitem nicht die Beachtung und den Erfolg wie die Kunstausstellung 1905 in Oldenburg.

1909 lernte Wilhelm Otto den Maler Frido Witte kennen, den er überredet hatte, sich  der Vereinigung Nordwestdeutscher Künstler anzuschließen. Zwischen Witte und Otto entstand in den folgenden Jahren eine tiefe Freundschaft, die erst mit dem Tod Wilhelm Ottos enden sollte.

Frido Witte führte über einen langen Zeitraum Tagebuch. Begegnungen, Treffen, Erlebnisse, auch in Zusammenhang mit Wilhelm Otto, finden sich an vielen Stellen in seinen Tagebüchern.

So notierte er:

„Ich lernte ihn vor vielen Jahren kennen, als er, vor dem Weltkriege, in Schneverdingen in meinem elterlichen Gasthause weilte und malte. Er war  groß und stattlich, bremischer Typ, langsam sprechend und langsam gehend, von einer gewissen steifen (bremischen) Würde, aber regsamen und spekulativen Geistes, großzügig, forsch auftretend oder leise, je nach Bedarf und herrischen Charakters, aber auch voller Hingabe an einer Idee und dabei oft selbstlos. Ein guter Gesellschafter von starker Überredungskunst, aber mehr eine Willens - als eine Erkenntnisnatur. Als Künstler ehrlich gut, aber nicht mehr als akademisch“.

Wilhelm Otto, der in Bremen wohnhaft, hatte am 16.6.1900 in Bremen-Mitte die  wohlhabende Elise Sosatt  geheiratet, wohnte in einem komfortablen großen Haus und liebte die ausschweifende Geselligkeit. Dabei sprach er vermehrt dem Alkohol zu, teilweise auch exzessiv. Dieser Umstand sollte sich für ihn in Zukunft  immer dramatischer auswirken.

Nach Studienaufenthalten in Lüneburg und Travemünde kehrte Otto Bremen den Rücken  und ließ  sich Otto mit seiner Ehefrau Elise 1910 in Lübeck nieder.

Frido Witte notierte:

Schließlich zog er nach Lübeck und richtete dort ein altes Biedermeierlandhaus mit herrlichem Park im Stile der Altzeit neu her. Auch hier gab es große Feste und leider auch Kneipereien, denn Otto war dem Alkohol verfallen....

Schließlich wurde es aber doch zuviel des Guten. Es kam zu Schwierigkeiten in seiner Ehe. Ich selbst musste oft Zeuge solcher Katastrophen sein, ja wurde in einigen Fällen von seiner Frau zur Hilfe gerufen“.

Seine Ehefrau ließ sich in der Folge von ihm scheiden, sie lebte später in Berlin.

Um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen, machte Otto eine Entziehungskur, wurde einige Zeit später  jedoch wieder rückfällig.

1912 wurde in München der Deutsche Werkbund gegründet .  Wilhelm Otto  trat dem Werkbund bei und blieb lange Zeit deren Mitglied. Ein weiteres Mitglied des Werkbundes war der Großherzogliche Baurat Adolf Rauchheld aus Oldenburg. Ob sich Otto in dem Werkbund engagierte, ist nicht bekannt.

Otto  musste wie viele andere auch ein Dienstjahr bei Militär ableisten, in seinem Falle   beim Oldenburger Infanterieregiment 91. Während des Ersten Weltkrieges wurde er  zum  Kriegsdienst verpflichtet und als Hauptmann und Kompanieführer im Osten eingesetzt.

 Frido Witte notierte in seinem Tagebuch, dass der Weltkrieg für ihn als Offizier ein neuer Ansporn zum Trinken auf zum Teil weltfernen Posten war.

Aus dem Militärdienst entlassen zog er  1921 nach Hannover. In jenem Jahr gab er den Vorsitz  der Vereinigung nordwestdeutscher Künstler auf.

(Als die Vereinigung 1932 eine Jubiläumsveranstaltung in Oldenburg und Hannover ausrichtete, wurde als Titelbild das von August Heitmüller 1926 gemalte Portrait Wilhelm Ottos ausgewählt).

Otto gab kurze Zeit später die Wohnung in Hannover auf und zog als Auftragsmaler durch die norddeutsche Gegend. Er malte Gelegenheitsbilder, die er schnell verkaufen konnte. Zeitweise hielt er sich in Soltau, Stadthagen oder Celle auf. 1923 hielt er sich auf dem Hof Meyer in Seedorf auf und malte dort sein Domizil, dass von der Familie Meyer betitelte „Beerengartenhaus“, ebenso weitere Bilder, die zum Hof seines Gastgebers gehörten. Aquarelle fertigte er auch in Natendorf, Oldendorf II und Bornsen ( Forsthaus Wichmannsdorf).

Dem 1932 erschienenen Uelzer Adressbuch ist zu entnehmen, dass Otto 1931 sich mit dem Wohnsitz Uelzen – Außenmühle bei der Gemeinde angemeldet hatte. Dort hatte sich Wilhelm Otto offenbar für einige Zeit ein Atelier eingerichtet und schuf dort und in der Umgebung einige Gemälde aus dem Umland.

Während dieser Zeit lernte er in Uelzen den jungen Maler Ernst Pingel kennen. Otto stellte mit 11 weiteren Künstlern in Uelzen im Klubhaus in der Lüneburger Straße 38 am 1. Advendswochenende 1931 zahlreiche Arbeiten aus, die von dem Kunstkritiker Waldemar Augustiny rezensiert wurden.

Zu den Arbeiten Ottos merkte dieser an:

„Prof. Otto zeigt ein recht umfassendes Werk. Seine Art ist nicht besonders aufregend, wirkt heute schon etwas altmodisch, aber doch im Handwerklichen so gekonnt, dass er sich im Rahmen dieser Ausstellung ehrenvoll behauptet...“

                                                   

Frido Witte notierte:

„ Im nüchternen Zustand war er der alte Gentleman, aber mit der Zeit doch melancholisch. Und im Rausch lebte noch seine einstmalige Triebkraft und Wesensader auf“. Die letzten Jahre zog er von einem befreundeten Landwirt zum anderen, schon bisweilen die Figur eines Landstreichers annehmend, aber noch zwischendurch ehrlich seine Bilder malend, die sich fast alle auf die Wiedergabe der ländlichen Betriebe seiner Gönner beschränkten“.

Frido Witte bemühte sich, im Rahmen einer geplanten Ausstellung Arbeiten von Wilhelm Otto zu zeigen. Aus vorliegenden Briefen, die Wilhelm Otto 1937 an Frido Witte schrieb, ist die Frustration Ottos erkennbar, wegen Mangel an Geld, nicht seine kleinformatigen Bilder rahmen lassen zu können.

Am 22.4.1937 schrieb er:

„ Mein lieber Herr Witte!

Besten Dank für Ihren Brief und die Zusage meiner Beteiligung. Ich kann allerdings mich einer Jury, und besonders einer mir völlig unbekannten nicht unterziehen. Es ist Ihnen oder dem Veranstalter der Ausstellung die Möglichkeit gegeben, mich juryfrei einzuladen. Diesen Weg habe ich stets bei meinen zahlreichen Ausstellungen eingeschlagen.

Bilder sind noch im Besitz von Brockmann, Harber, Meier, Mittelstendorf, Schwaar. Ich hätte noch den Innenraum der Weuseschen Kapelle und mehrere gute aquarellierte Zeichnungen von Aspeloh. Diese müssten aber vorher eingerahmt werden. Bemerken möchte ich noch, dass ich ebenfalls keine Transportkosten tragen will“.

In einen weiteren Brief vom 29.4.1937 beklagt sich Otto, dass er bei Ausstellungen, Soltau und Lüneburg, nicht beteiligt hatte.

Am 22.5.1937 schrieb er an Frido Witte, dass er an der geplanten Ausstellung nicht teilnehmen werde, da er kein Geld für eine Rahmung seiner Arbeiten habe.

Ob Arbeiten von Wilhelm Otto nach 1933 auf Ausstellungen zu sehen waren, ist nicht bekannt.

Wilhelm Otto war zu Lebzeiten immer wieder Gast auf dem Ebelingschen Hof in Großeholz, Kreis Soltau. 1936 kaufte die Familie Ebeling in Schleswig-Holstein das Waldgut Waldhütten, Kreis Hohenwestedt. Wilhelm Otto nahm dort ebenfalls seinen Wohnsitz und feierte dort 1938 seinen 70. Geburtstag.

Im Dezember 1942 erkrankte er schwer und wurde in das Stadtkrankenhaus Neumünster verlegt. Dort verstarb er  am 31.12.1942 an Altersschwäche, so wie es in der Sterbeurkunde formuliert ist.

Von den zahlreichen Landschaften , Innenansichten und Portraits die Wilhelm Otto im Verlauf seines Lebens malte, befinden sich heute noch viele im Privatbesitz. Arbeiten von ihm sind zudem im Besitz der Nationalgalerie, dem Historischen Museum in Hannover, der Bremer Kunsthalle , dem Landesmuseen in Oldenburg und Altona und unter anderem im Besitz  des Museums in Lübeck.

Als Grafiker schuf Wilhelm Otto Illustrationen, Werbeblätter und Adressen.

Der Maler unternahm Studienreisen nach England, Dänemark, Schweden und Italien.

                  

Quellen:

1905 - Einhundert Jahre „Nordwestdeutsche Kunstausstellung“, herausgegeben vom Isensee-Verlag 2005, ISBN 3-89995-199-9, mit Beiträgen von Bernd Küster, Antje Tietjen und Reiner Meyer.

Ernst Pingel – Ein Künstlerleben in Uelzen, herausgegeben 2007 von Angelika Weber und Uwe Harnack, ISBN 3-929864-11-8 mit einem Beitrag von Uwe Harnack – Spuren von Wilhelm Otto im Landkreis Uelzen, S. 59 – 62.

Ernst Pingel – Ein Künstlerleben in Uelzen, herausgegeben 2007 von Angelika Weber und Uwe Harnack, ISBN 3-929864-11-8 mit einem Beitrag von Bernd Küster – Der Maler Wilhelm Otto-, S. 55 – 57.

Tagebuchaufzeichnungen des Malers Frido Witte( 1881-1965) über Wilhelm Otto, freundlichst zur Verfügung gestellt von Karl Ludwig Barkhausen, Soltau.

Handschriftlich verfasste Briefe des Malers Wilhelm Otto an Frido Witte.

Sterbeurkunde des Standesamtes Neumünster vom 6.1.1943, Nr. 689/00.

Oldenburger Hauskalender 1931 – Oldenburgische Zeitgeschichte – S. 54, mit einem Beitrag über Wilhelm Otto von Dr. Fritz Strahlmann

Mitgliederverzeichnis und Satzungen des Werkbund 1912

Gerhard Wietek – 200 Jahre Malerei i Oldenburger Land, ISBN 3-9801191-0-6

Oliver Gradel , Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843 – 1914, herausgegeben von der Oldenburgischen Landschaft und der Stiftung Oldenburgischer Kulturbesitz

José Kastler- Heimatmalerei, Das Beispiel Oldenburg, ISBN 3-87358-316-X

Ausstellungskatloge der Kunsthalle Bremen von 1900 - 1949

 

Foto: Repro Abbildung Wilhelm Otto Porträtfoto – Oldenburger Hauskalender.

Fotos: Repro des Fotos  des Kunstausschusses  der Nordwestdeutschen Kunstausstellung 1905.

                   

Jürgen Derschewsky



 

Heinz Johann Otto Pahling

 

Heinz Johann Otto Pahling wurde am 18.12.1907 in Brieg/Schlesien als Sohn des Oberstrommeisters Willi Pahling und dessen Ehefrau Ida Margarethe Pahling geborene Pietsch, geboren. Da sein Vater wurde mehrfach versetzt wurde, absolvierte Heinz Pahling die Schule zwangsläufig an verschiedenen Orten. Schon in seiner Jugend zeichnete er viel und zeigte dabei ein große Talent. Nach der Schulzeit absolvierte er von 1922 bis 1925 eine Ausbildung zum Ingenieur und Baumeister mit einer Zimmermannslehre

in Parey an der Elbe, anschließend die Staatliche Baugewerbeschule in Magdeburg, die er 1926 mit dem Abitur zum Tiefbauingenieur ab schloss. 1933 heiratete er, Aus der Ehe ging eine Tochter hervor. 1936 legte er sein Baumeisterexamen ab. Von 1926 bis 1938 arbeitete er als Tiefbauingenieur in der Stadtverwaltung Magdeburg, dann weiter in Schwerin. Im Verlaufe des Zweiten Weltkrieges wurde auch er zum Kriegsdienst verpflichtet. Nach Kriegsende 1945 war er bis 1949 als

selbständiger Architekt in Upschört, Kreis Wittmund tätig.

Er trat 1949 dem Bund Bildender Künstler Ostfrieslands bei. 1950

heiratete er erneut. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor. Bis zu

seiner Pensionierung 1973 war er dann beim  Wasser - und Schifffahrtsamt in Leer tätig. Nach seinem Eintritt in den BBK nahm er regelmäßig an Ausstellungen teil. Seine Aquarelle, Zeichnungen, Öl - und Temperagemälde wurden in Hildesheim, Dortmund, Hannover und vielen ostfriesischen Orten gezeigt.

In der Zeit vom 26.8. – 16.9. 1962 nahm er für den  BBK Ostfriesland an der Niedersächsischen Kunstausstellung der im BBK zusammengeschlossenen Künstlergruppen in der Werkschule Hildesheim mit der Öl-Temperaarbeit Fischerdorf (Neuharlingersiel) teil.

Für den BBK Oldenburg/ Ostfriesland beteiligten sich unter anderem Alfred Bruns, Hans – Heinz Domke, Herbert Dunkel, Franz Francksen, Marga von Garrel, Hans – Berthold Giebel, Maximilian Gretscher, Wolfgang Heckler, Rolf G. Klann, Walter Kleen, Thea Koch, G.G. Krüger, Heinz Meyerholz, Willi Oltmanns, Reinhard Pfennig, Elisabeth Reuter, Hans – Joachim Sach, Veronika Cspar – Schröder, Heinrich Schwarz, Karl Schwoon, Wernhera Sertürner, Anna Maria Strackerjahn, Werner Tegethof und Curt Ziesmer an der Ausstellung.

In der Zeit vom 4.10. - 1.11.1987 beteiligte er sich an der Landesausstellung des Bundes Bildender Künstler für Niedersachsen in Hannover - Herrenhausen mit einer Zeichnung der Hafenansicht Leer.

Der Künstler starb am 13.August 2004 in Leer. Im Verlaufe seines

Künstlerlebens entstanden über 6000 Arbeiten. Als Künstler schuf Pahling Ölgemälde, Aquarelle, Kreide – und Bleistiftzeichnungen. Themenschwerpunkte seiner Arbeiten waren die ostfriesische Landschaft , Städte, Dörfer, Häuser und Bauwerke.

Heinz Pahling starb am 13.8.2004 in Leer.

Arbeiten von ihm befinden sich unter anderem im Ostfriesischen Landsmuseum, dem Kunsthaus Leer  und der Auricher Sammlung.


Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S. 328, herausgegeben von der ostfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

Heiko Jörn- Ein Beitrag über Heinz Johann Otto Pahling für die

Ostfriesische Landschaft.

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S.169.

Ausstellungskatalog des BBK Landesverband Niedersachsen mit dem Titel "bbk 87" vom 4.10.-1.11.1987.

 

 

Otto Pankok

 

Otto Pankok wurde am 6.6.1893 in Saarn/ Mühlheim a. d. Ruhr geboren. Schon als Schüler machte der zeichnerisch begabte Pakok 1909 erste Studienreisen, die ihn in die Niederlande führten. Nach Schulende begann er 1912 ein Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf, welches er kurz danach wieder abbrach. Von 1912 bis 1913 studierte er an der Kunstakademie in Weimar, brach dieses Studium jedoch auch ab, weil ihm der Akademiebetrieb nicht zu sagte. Mit seinem Studienfreund Carl Lohse verbrachte er danach einige Zeit im Künstlerdorf Dötlingen. Während dieser Zeit hielt er sich zwei Monate in Paris auf. 1914 wurde er zum Kriegsdienst eingezogen. 1915 wurde er bei einem Kriegseinsatz verschüttet und verletzt. Aufenthalte in Lazaretten schlossen sich an. 1917 wurde er aus dem Militärdienst entlassen. Er zog schließlich nach Vechta und Berlin.

Im April 1919 kam Pankok zusammen mit Gert H. Wollheim und Johann Baptist Hermann Hundt nach Remels zu Ulfert Lüken, einem Studienfreund, mit dem er sich an  der Kunstakademie Düsseldorf angefreundet hatte. Gemeinsam mit seinen Künstlerfreuden schufen sie  kubistische und expressionistische Arbeiten. Pollak schuf dort  diverse Holzschnitte, Radierungen und Kohlzeichnungen.

Ende 1919 begab sich Pollak gemeinsam mit Gert H. Wollheim zurück nach Düsseldorf. Pollak betätigte sich dort als freischaffender Künstler. Er heiratete die Journalistin Hulda Droste. 1921 und 1923 besuchte er in Remels Ulfert Lüken. Ab 1925 unternahm er Studienreisen nach Sardinien und Capri, die Ostsee, Masuren, Italien, Frankreich, Niederlande, Spanien, Schweiz und Jugoslawien.

Mitte der 1920er Jahre wandte er sich dem expressiven Realismus zu. Er schuf nun häufig großformatige Holzschnitte und Kohlezeichnungen, auch Radierungen und Lithografien.

Während des Zeiten Weltkrieges hielt er sich vorwiegend im Emsland auf und von 1941 bis 1946 in der Eifel. Er kehrte danach nach Düsseldorf zurück und baute  sein durch den Krieg zerstörtes Haus neu auf. 1947 erhielt er an der dortigen Kunstakademie eine Professur in einer Zeichenklasse. Er lebte bis zu seiner Pensionierung 1958 in Düsseldorf, dann kaufte er in Drevenack in der Nähe von Wesel das „ Haus Esselt“.

Er starb am 20.10.1966 in Wesel.

Arbeiten von ihm befinden sich heute in zahlreichen Museen und in privatem Besitz.

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. und 21. Jahrhundert, S.329 – 331, herausgegeben von der Postfriesischen Landschaft, ISBN 978-3-940601-33-9.

     

 

Hildegard Peters

 

 Hildegard Peters wurde am 30. Juni 1923 in Bielefeld als eines von vier Kindern geboren. Ihr Vater stammte aus Ostpreußen, die Mutter aus Ostfriesland. Nach der Schulzeit nahm sie 1943 in Berlin ein Studium für Kunsterziehung an der dortigen Hochschule für Kunsterziehung auf. Sie wechselte 1943/44 an die Universität in Marburg, wo sie das Studium mit den Fächern Französisch und Kunstgeschichte fortsetzte. In den Semesterferien 1944 war sie als Kartenzeichnerin in Metz tätig. Mit Unterbrechungen setzte sie 1948 das Studium an der Universität in Köln fort. Zeitgleich nahm sie ein Studium an der Kunstakademie in Düsseldorf unter Otto Pankok auf.

1956 erlangte sie das Staatsexamen für das höhere Lehramt in den Fächern Kunst, Werkunterricht, Französisch und Philosophie.

1958 hielt sie sich während eines Studienaufenthaltes in Marokko auf.

Von 1964 bis 1965 lebte sie für ein halbes Jahr in Paris und widmete

sich dort lithografischen Studien. Von 1956 bis 1865 war sie als

Kunsterzieherin an der Realschule auf Norderney tätig, von 1965 bis zu ihrer Pensionierung 1987am Ulrichgymnasium in Norden.

Im Verlaufe ihres Lebensschuf sie Arbeiten in Öl, es entstanden

Lithografien, Holzschnitte und Zeichnungen. Sie nahm an zahlreichen Ausstellungen teil, unter anderem auf Norderney, in Bussum (Nordholland) Amsterdam, Stuttgart, Hannover, Greetsiel, Bochum, Bremen, Leer, Norden, Edewecht, auf Juist, Münster, Bielefeld, Düsseldorf, München, Warschau, Posen, Krakau, Schleswig, Tartu, Taiwan, Berlin, Emden und weiteren Orten

in Ostfriesland.

1998 erhielt sie den Niedersächsischen Verdienstorden 2012 erhielt sie von der Ostfriesischen Landschaft das Indigenat.

 

 Quellen:

 Auszüge aus Wikipedia über die Künstlerin

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S. 170


 

Helene Petraschek- Lange

 

 


 


 


 


 


 


 


    

Die Malerin Helene Petraschek-Lange wurde am 25.5.1875 in Dresden geboren. Ein Teil ihrer Verwandschaft stammte aus der Region Oldenburg oder hatte sich der Kunst verschrieben.

Die Malerin war die Großnichte der verstorbenen Malerin Wilhelmine Mehrens, eine Cousine von Richard tom Diek und eine Verwandte des Pferdemalers Emil Volkers. Auf Anraten ihrer Tante, der Lehrerin und Frauenrechtlerin Dr. H.c. Helene Lange machte sie das Examen zur Zeichenlehrerin und erhielt als solche eine Anstellung an der höheren Töchterschule in Berlin-Wilmersdorf. Zugleich war sie Mitarbeiterin einer Modezeitung. Ihr Weg führte sie anschließend nach Hannover und von dort aus 1912 nach Wien, wo sie den österreichischen Juristen Karl Petraschek heiratete. ( Karl Petraschek wurde 1876 in Weyer/Oberösterreich geboren, 1902 promovierte er in Wien, 1929 war er Privatdozent für Rechtsphilosophie in München, 1939 beamteter Dozent, 1942 ging er in den Ruhe stand und starb schließlich 1950 in München).1926 war sie in München-Schwabing ansässig und gehörte dort dem Verein für Originalradierungen an. Von ihr stammen Blumenstillleben, Landschaften und Bildnisse.

Aus einem Beitrag zur Oldenburgischen Zeitgeschichte aus dem Jahre  1935 geht hervor, dass Petraschek-Lange eine Schülerin des Oldenburger Malers Gerhard Bakenhus gewesen ist.

Ein größeres Blumenstück ( Fliederbusch) wurde auf der Großen Berliner Kunstausstellung von der Neuen Photographischen Gesellschaft angekauft.

Nach der Berufung ihres Vaters nach München nahm Helene Petrasch-Lange das Studium der Malerei  unter den Professoren Angelo Jank und Schrader-Belgen auf. Studienreisen nach Holland, Paris und Italien schlossen sich an. Mit farbigen Blumen-Steinzeichnungen erzielte sie großen Erfolg. Im Seemann-Verlag in Leipzig erschienen zwei Blumenstilleben. Hauptsächlich beschäftigte sich die Malerin außerdem mit Landschafts – und Porträtmalerei.

Anerkennung fanden auch Architekturaquarelle aus Rom. In Venedig und Florenz führte die Künstlerin kunsthistorische Führungen durch.

Blumen-Lithografien befinden sich in den Kupferkabinetten in Dresden, Berlin, München , Frankfurt, Hamburg und Hannover.

Gemälde von ihr, und zwar „ Lesende Geschwister „ und „ Weinender Knabe“ befinden sich im Landesmuseum Oldenburg,

1933 war die Malerin mit Arbeiten auf der Ausstellung „ Kunst im Gau Weser- Ems „ vertreten.

1925 beteiligte sie sich an der 1. Juryfreien Kunstausstellung des Kunstvereins Hannover mit einigen Arbeiten.

Sie konnte auch auf eine rege Ausstellungstätigkeit in München verweisen. Folgende Ausstellungen sind bislang bekannt:

Münchener Jahresausstellung im Königlichen Glaspalast 1916, vom 1. Juli – Ende September 1916, Nr. 1584,Aquarell „Schlossgarten“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1917 im Königlichen Glaspalast, vom 1. Juli bis Ende September 1917, Nr. 1001,Öl „Blumenkorb“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1918 im Königlichen Glaspalast , vom 1. Juli – Ende September 1918, Nr. 1144, Öl „Baumwiese“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1919 im Glaspalast, vom 1. August bis Oktober 1919, Nr. 815,816, Aquarell „Frühlingsstrauß“, Öl „Abendstudie“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1920 im Glaspalast, vom 1. Juli bis 30. September 1920, Nr.1012 – 1016.(Öl,“Herbststudie“,Aquarell „Herbstblumen“,Zeichnung „Rauhreifstudie“,Radierung „Schmetterlinge“,Pastell „Raureif“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1921,vom 15.Juni – 30. September 1921, Nr. 1306-1311,Aquarell „Zinnien“,“Herbstblumen“,“Rosen“,Öl „Porträtstudie“,“Anemonen“,“Frühlingsstudie“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1922, vom 1. Juni – 30. September 1922, Nr. 1333,1333a,1333b,Öl „Baumblüte“,Aquarell „Zinnien“,“Blumenschalen“.

Katalog Münchener Kunstausstellung im Glaspalast 1923, vom 1. Juni – 30. September 1923, Nr. 1206,1206, 1206b,Öl „An der Amper“,Aquarell „Trauben“,“Frühlingsblumen“.

Katalog Münchener Kunstausstellung 1924 im Glaspalast,vom 1. Juni – 30. September 1924, Nr. 1148-1152,Öl „Waldblick“,“Studie“,Aquarell „Sommerblumen“,“Azaleen“,“Trauben“..

Katalog Deutsche Kunstausstellung München 1930 im Glaspalast ,vom 30. Mai – Anfang Oktober 1930, Nr. 1836,Aquarell „Schleißheim“,1837,Aquarell „Anacapri I“

   

Sie ist sowohl indem Künstlerlexikon Thieme-Becker als auch im Dresslers Kunsthandbuch verzeichnet.

 

Die Malerin starb 1965 in München. Sie wurde auf dem dortigen Westfriedhof bestattet.

   

Quellenangaben :

 

Dressler Kunsthandbuch, S. 756

Oldenburger Hauskalender von 1935

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S.268

Diverse Ausstellungskataloge ( sind im Biografietext benannt)

 Gustav Radbruch Briefe II 1919-1949, Seite 416


Carl Ernst Petrich

 

Ernst Petrich wurde am 23. Oktober 1878 in Gravenhorst als Sohn des Hüttendirektors Carl Ernst Petrich und dessen Ehefrau Selma geborene Merkel, geboren. Als sein Vater 1881 die Leitung der Boekhoffschen Fabrik in Leer übernahm und in eine Eisengießerei umwandelte, zog er mit seinen Eltern dorthin.

Nach Abschluss des Gymnasiums 1898 absolvierte er ein Jahr lang ein Kunststudium bei Philipp Franck in Berlin. Ein Jahr später besuchte er die Kunstakademie in Düsseldorf bei Peter Janßen und Eduard von Gebhardt. Bei einem kurzen Parisaufenthalt besuchte er die dortige Akademie Julien. 1902 kam er nach Berlin zurück und studierte dort Marinemalerei bei Carl Saltzmann und Grafik bei Hans Meyer. Von 1905 bis 1912 studierte er Landschaftsmalerei bei Friedrich von Kallmorgen in  Karlsruhe an der dortigen Akademie.1904 bis 1908 stellte er in Emden und

Berlin seine Arbeiteneinem größeren Publikum vor. Auf Studienreisen, die ihn nach Dänemark,England, Schottland und Holland führten, sowie Aufenthalte in Ostfriesland, entstanden Zeichnungen und Skizzen.

In Berlin wurde Petrich Lehrer für Gebrauchsgrafik an Handwerker - und Gewerbeschulen. DieseTätigkeit übte er bis zu seiner Pensionierung 1939 aus. Er gab Privatunterricht wurde war als Illustrator für die Zeitschrift Yacht tätig.1916 trat er dem Verein Berliner Künstler bei. Immer wieder reiste er nach Ostfriesland und betätigte sich dort künstlerisch. Die Verbindungen zu den Museen in Berlin und Hannover weckten sein Forschungsinteresse. Das Heimatmuseum in Leer richtete 1936 das "Ernst Petrich - Zimmer" ein, eine Stiftung des Künstlers mit Studien friesischer und niederländischer Schiffstypen.

An seinem 60. Geburtstagwurde er zum Ehrenmitglied der Gesellschaft für bildende Kunst und vaterländischer Altertümer zu Emden ernannt. Nach seiner Pensionierung zog er nach Altmühltal, dann nach Franken und schließlich nach Meßdorf in der Altmark. Die Ostfriesische Landschaft verlieh ihm 1943 Jahren das Indigenat. 1948 wurde er Ehrenmitglied der Ostfriesischen Landschaft.

1949 kehrte er nach Leer zurück, 1950 wurde er Ehrenmitglied des

Heimatvereins Leer.

Ernst Petrich starb am 19. April 1964 in Leer. Als 1967 seine Ehefrau

starb, wurde der Nachlass in das Heimatmuseum Leer und der

Ostfriesischen Landschaft überführt.

Petrichs Schiffsstudien sind über die Grenzen hinaus bekannt. Seine

Radierungen, Zeichnungen, Skizzen und Gemälde sind auch heute noch gesucht und in Sammlerkreisen begehrt.

 

Quelle:

 

Heiko Jörn - Ein Beitrag über Ernst Petrich für das Ostfriesische

Landesmuseum (BLO I,Aurich 1993, S. 281-283).

Ostfriesisches Landesmuseum Emden - Kunstwerk des Monats 2001 ( 1)

Bildende Kunst in Ostfriesland, herausgegeben vom Landesmuseum Emden 2011, S.170-171

 

Professor Reinhard Pfennig


 

 


 


 


 


 


 


 


 Professor Reinhard Pfennig wurde am 16. März 1914 in Berlin geboren. Er wuchs dort auf, und schloss die Schule mit dem Abitur ab. 1932 begann er ein Studium für Archäologie und Kunstgeschichte an der Friedrich-Wilhelms-Universität Berlin bei den Professoren Andreae, Wulff, Brinkmann, Kauffmann und Pinder.

1933 begann er ein zusätzliches Studium an den „ Vereinigten Staatsschulen für freie Kunst“ in Berlin in der Klasse von Orlik und bei Ulrich, Sandkuhl, Tank und Fischer. Im Jahre 1934 wechselte er an die “Staatliche Kunstschule zu Berlin“ zur künstlerischen und pädagogischen Ausbildung. Hans Zimbahl, Willy Jäckel, Bernhard Hasler und Georg Tappert waren Reinhard Pfennigs Lehrer.

Die künstlerische Ausbildung erfolgte dabei vornehmlich in der Klasse Jäckels.

Es schlossen sich 1935 und 1937 jeweils Studienaufenthalte auf der Hallig Pellworm an.1937 schloss der Kunstmaler das Studium mit dem 1.Staatsexamen für das künstlerische Lehramt und anschließendem Refendariat ab. Im selben Jahre erfolgten wieder Studienaufenthalte auf den Halligen Pellworm und Hallig Hooge, ebenso im Jahre 1938.

Am 29. August 1939 wurde Pfennig zur Wehrmacht einberufen. 1939/45 entstanden während des Krieges in Frankreich und in der UDSSR Zeichnungen, die später in den Zyklen „ Bretonische Bilder“ und „ Bilder vom Tode“ zusammengefasst wurden.

1940 wurde er beurlaubt und schloss sein 2. Staatsexamen in Berlin ab.

Nach dem Kriegsdienst und Gefangenschaft fand der Maler 1945 eine vorläufige Bleibe in Göttingen.1946 begab er sich erneut zu einem Studienaufenthalt auf die Hallig Pellworm. Dort entstanden die ersten Arbeiten nach dem zweiten Weltkrieg. Im Verlag der Bücherstube in Hameln erschien das Buch „ Bilder vom Tode, Zeichnungen von Reinhard Pfennig“ und die Mappe “Bretonische Bilder“, in der in 6 Lithografien Arbeiten aus dem Jahren 1940/41, die in der Betragne entstanden, verarbeitet wurden.

Im selben Jahr wurde er als Hochschullehrer nach Iburg an die Pädagogische Hochschule als Dozent für einen Zweijährigen Sonderausbildungslehrgang für Volksschullehrer berufen. Nach der Auflösung der Pädagogischen Hochschule imJ ahre 1948 wurde Reinhard Pfennig an die Pädagogische Hochschule in Oldenburg versetzt und zum Professor für Bildende Kunst und Kunstpädagogik berufen. Im selben Jahr trat er dem Bund Bildender Künstler, Landesgruppe Oldenburg, bei. 1949 nahm er an der Ausstellung Farbige Graphik“ der Kestner - Gesellschaft Hannover mit der Arbeit „Pferd ( Linoldruck) teil. Es erschienen von Reinhard Pfennig die Schriften „Freies Werken in der Schule“, “ Plastisches Gestalten in der Schule“ und „Farbiges und zeichnerisches Gestalten in der Schule“: Die Laterne, Oldenburg, 1949.

1951 wurde innerhalb des BBK Oldenburg Mitglied in der neu gegründeten „ Junge Gruppe“. Er war mehrere Jahre lang Leiter dieser Gruppe.

1952 wurde Pfennig Vorstandsmitglied des Oldenburger Kunstvereins. Der Kunstverein eröffnete am 20. April desselben Jahres die Ausstellung „ Junge Gruppe Oldenburg-Ostfriesland“.

Pfennig beteiligt sich dabei erstmals mit eigenen Arbeiten.

In der Zeit vom 20.6. – 28. 6.1953 beteiligte sich Pfennig und Adolf Niesmann im Landesmuseum Hannover anlässlich der 1. Norddeutschen Tagung des Bundes deutscher Kunsterzieher mit einigen Werken.

In der Zeit vom 21.3. – 2.5.1954 beteiligte er sich an einer Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Schloss Oldenburg.

In der Zeit vom 13 .3. – 11.4. 1955 beteiligte er sich an der Ausstellung des BBK Oldenburg im Oldenburger Kunstverein in den Räumen des Oldenburger Schlosses.

 

Am 7.5.1955 berichtete die NWZ von dem Ankauf des Gemäldes „Aufbrechend“ durch den Schul –und Kulturausschuss der Stadt Oldenburg.

 

Der Bund Bildender Künstler Nordwestdeutschlands zeigte vom 2.10. – 30. 10. 1956 im Goslaer Museum eine Kunstausstellung seiner Mitglieder, in der auch Reinhard Pfennig vertreten war.

Pfennig beteiligte sich an der Weihnachtsausstellung des bbk Oldenburg – Junge Gruppe –

In der Zeit vom 9.12. 1956 – 6. 1. 1957 in den Räumen des Kunstvereins, im Oldenburger Schloss. Der Bund Bildender Künstler Nordwestdeutschlands e.V., Bezirksgruppe Oldenburg, veranstaltete vom 6. –27.10.1957 die 1. Herbstausstellung im Oldenburger Schloss , an der auch Pfennig vertreten war.

Vom 1.12.1957 bis 5. Januar 1958 war Pfennig auf der Weihnachtsausstellung des bbk Oldenburg – Junge Gruppe - im Stadtmuseum Oldenburg vertreten.

Pfennig beteiligte sich an der Ausstellung „ Kunst uit Oldenburg“ in Groningen, die im Groninger Museum in der Zeit vom 17.5. –17.6.1958 gezeigt wurde.

Weitere Ausstellungen:

 

19.10. – 19.11.1958, Ausstellung „ ARS VIVA Deutsche Malereiseit 1950 “. Ausgerichtet wurde die Ausstellung vom Oldenburger Kunstverein im Schloss Oldenburg. Anschließend wurde die Ausstellung in Wilhelmshaven und Hameln gezeigt.

 

14.12. – 28.12.1958, Ausstellung des bbk – Junge Gruppe –mit dem Titel „ neue Arbeiten“ in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Schloss.

 

Pfennig beteiligt sich in demselben Jahr an der 9. Ausstellung des Deutschen Künstlerbundes in der Gemäldegalerie des Städtischen Museums in Wiesbaden.

 

Im Oktober zeigte er 28 seiner Arbeiten im Hamburger Künstlerclub „ die Insel“, die von Karl Schwoon geleitet wurde.

 

14.2. – 28.2.1960 zeigte die Galerie Wendtorf in einer Ausstellung Arbeiten von Reinhard Pfennig und Wernhera Sertürner - Pfennig.

 

2.7. – 31.7. 1960 Niedersächsische Kunstausstellung des bbk im Neubau des neuen Gymnasiums.

 

17.12.1961 – 8.1.1962 Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins im Oldenburger Schloss.

 

25.3.-22.4.1962 Ausstellung des bbk – Junge Gruppe – in den Räumen des Oldenburger Kunstvereins.

 

11.11. – 9.12.1962 Ausstellung des Oldenburger Kunstvereins mit dem Titel „ 30 deutsche Maler – Situation 1962“.

 

1964 richtete der Künstler Udo Reimann in seinem Atelier eine Ausstellung mit Arbeiten Pfennigs in seinem Atelier aus.

 

Vom 31.1.1965 bis 28.2.1965 Ausstellung“ Oldenburger Künstler“ in der Osterstegschule in Leer, in der neben Pfennig auch Franz Francksen, Gerhard Georg Krüger, Adolf Niesmann,

Wernhera Sertürner, Anna Maria Strackerjahn und Werner Tegethof teilnahmen.

 

30.4. – 27.5. 1966 zeigte die Galerie Wendtorf neue Arbeiten von Pfennig.

 

12.2. – 12.3.1967 bbk Oldenburg – Junge Gruppe – Ausstellung im Oldenburger Kunstverein.

 

1968 stellten bei Opel Hinrichs 15 Maler aus. Titel der Ausstellung: „ Neue Arbeiten Oldenburger Künstler“.

 

11.12.1969 Ausstellung im Kleinen Augusteum des Oldenburger Kunstvereins mit Arbeiten des bbk Oldenburg – Junge Gruppe.

 

13.12.1970 bis 20.1.1971 Ausstellung des bbk Oldenburg –Junge Gruppe – im Kleinen Augusteum des Oldenburger Kunstvereins.

 

20.10.-19.11.1974 Ausstellung des bbk Oldenburg im Kleinen Augusteuim des Oldenburger Kunstvereins.

 

16.2.-11.3.1977 Ausstellung der galerie KUL Bruck/Mur in Österreich. Titel der Ausstellung:

„Reinhard Pfennig. Graphik und Malerei der Jahre 1966 –1976“.

 

22.4. – 29.5.1977 Ausstellung in der Galerie Moderne in Bad Zwischenahn.

 

16.5.-20.6.1979 Ausstellung in der Galerie Schumann in Oldenburg.

 

4.5. – 31.5. 1980 Ausstellung „ Oldenburger Künstler in Taastrup“/Dänemark.

 

1980 zeigt die Galerie Kausch in Kassel Werke des Malers.

 

15.3. – 12.4.1981 Ausstellung im Stadtmuseum Oldenburg .

 

26.9.-1.11.1982 Ausstellung im Kunstverein Coburg. Titel der Ausstellung:“ Künstler aus Oldenburg“.

 

Am 23. 2.1986 eröffnet die Galerie Scheumer in Oldenburgeine Ausstellung mit Werken Pfennigs.

 

6.12. 1987 bis 10.1.1988 Ausstellung des Oldenburger Stadtmuseums unter anderem mit Arbeiten Pfennigs.

 

27.3.-1.5.1994 Retrospektive im Stadtmuseum Oldenburg.

 

Der Künstler wurde in dem Künstlerlexikon Vollmer – Nachträge, Band VI, S. 344, aufgenommen.

 Reinhard Pfennig starb 1995 in Oldenburg.


 
Quellenangaben:

 

 

1.Ausstellungskatalog Reinhard Pfennig der Galerie Moderne vom 22.4.-29.5.1977

 

2. Ausstellungskatalog der Galerie KUL vom 16.2. – 11.3.1977

 

3. Ausstellungskatalog des Oldenburger Stadtmuseums vom 15.3.-12.4.1981

 

4. Ausstellungskatalog des Kunstverein Coburg vom 26.9.-1.11.1982

 

5. Ausstellungskatalog der Galerie Wendtorf vom 30.4.-27.5.1966

 

6. Ausstellungskatalog des Oldenburger Kunstvereins vom 17.12.1961 – 8.1.1962

 

7- Ausstellungskatalog über die Niedersächsische Kunstausstellung Oldenburg 1960 vom 2.7.-31.7.1960

 

8. Ausstellungskatalog des Stadtmuseum Oldenburg, Band 19, vom 27.3. – 1.5.1994


 

Michael Francis Podulke

 

 

Michael Podulke wurde am 4. Oktober 1922 in den USA in Mazeppa/

Minnesota als eines von fünf Kindern  eines Schmiedes geboren. Seine Eltern, ein gebürtiger Pole und eine gebürtige Norwegerin, waren eingewandert. Nach dem High-School-Abschluss war Podulke von 1943 bis zum 26. Januar 1946 in der amerikanischen Armee  und wurde dort als Fallschirmjäger eingesetzt.Von 1946 bis1950 war er am College of Education der Universität of Minnesota Twin Cities eingeschrieben. Dort belegt er Kurse in den Fächern Kunst und Kunsterziehung. Ende 1950 verzog er nach Amsterdam. Dort studierte er  vom 19. Januar bis 31. August an der Universität Amsterdam Kunstgeschichte.

Seit der Gründung des Internationaal Kunsthuis Ende 1963 bis zum 1. Januar 1965 war er Mitglied des Kunsthauses. In den 60er Jahren war er Partner der Galerie Mokum, später eröffnete er eine eigene Galerie.Podulke organisierte in den Jahren 1969 bis 1970

mehrere Ausstellungen. 1975 zog der Künstler nach Norden und arbeitete dort in seinem eigenen Atelier als freischaffender Künstler. Er starb am 20. Dezember 1988 in Norden.

Sein Gesamtwerk umfasst 660 Arbeiten, bestehend aus Ölgemälden, Lithografien, Holzschnitte, Collagen und Werke im Tiefdruckverfahren. Seine Arbeiten wurden sowohl im Ostfriesischen Raum als auch in den Niederlanden gezeigt. Arbeiten von ihm befinden sich in zahlreichen öffentlichen Sammlungen, so zum Beispiel in Amsterdam, Groningen, London, New York, Chicago, San Francisco und Zürich.

 

Quelle:

Hilke Hothan- Ein Beitrag für die Ostfriesische Landschaft (BLO I,

Aurich 1993, S. 287-289)

Auszug aus Wikipedia über Michael Podulke

Ostfriesisches Landesmuseum Emden - Michael Francis Podulke - "Wanderer

zwischen den Welten"

 

 Gerhard Arnold Poppinga

 

Gerhard Arnold Poppinga wurde am 1. Januar 1874 in Leer als eines von Kindern eines Buchbindermeisters geboren. Im Verlaufe der Zeit erkannte sein künstlerisch tätiger Vater sein Talent und schickte ihn vermutlich nach Beendigung der Schule zunächst in die Schweiz und nach Süddeutschland, wo er eine erste Anleitung zum Malen empfing. Anschließend besuchte er die Kunstgewerbeschule in Hannover und beendete diese 1898. Er bildete sich anschließend in Stuttgart und Den Haag weiter. In Paris hielt er sich um 1900 mit dem mit ihm befreundeten Kunstmaler Jan Franken aus Den Haag auf. 1902 zog er nach Köln und arbeitete dort bis 1910 als Dekorationsmaler für die Firma Otto Belitzer. Während dieser Zeit war er häufig an der dekorativen Innenausmalung und Gestaltung von Kirchen beteiligt. 1906 heiratete er Maria Giffels. Aus der Ehe mit ihr ging 1907 eine Tochter hervor. Obwohl er dort sesshaft wurde, bereiste er immer wieder Ostfriesland und betätigte sich dort auch künstlerisch. In der Folge entstanden viele Ölgemälde und Aquarelle, die im ostfriesischen Raum entstanden sind und hauptsächlich Landschaftspartien zeigen. Hin und wieder war er auch als Porträtmaler tätig. 1909 gestaltete er in Leer Innenräume und das Treppenhaus des Reichsbankgebäudes aus. Seinen Lebensabend verbrachte der Maler ab 1944 in Bad Neuenahr. Am 19. April 1961 verstarb er dort Arbeiten von ihm Besitzt das Heimatmuseum Leer und sind in privater Hand zu finden. Das Heimatmuseum Leer stellte vom 4.-12.10.1986 im Rahmen einer Gemeinschaftsausstellung mit anderen ostfriesischen Malern insgesamt 15 Arbeiten von Poppinga in Öl-, Tempera - und Aquarelltechnik  aus.

 

 Quelle:

Ausstellungsbroschüre des Heimatmuseum Leer , 4.-12-10.1986

Martin Tielke – Ein Beitrag über Familie Poppinga für die Ostfriesische Landschaft

(BLO IV, Aurich 2007, S. 342-344)

 

 

 

 

Olga Potthast von Minden


 

 

 

 


 


 


 


 


 


 


Olga Cäcilie Elisabeth von Minden, besser bekannt unter dem Künstlernamen Olga Potthast von Minden, wurde am 19.7.1869 als Tochter des bei der Oldenburger Staatsbahn tätigen Stationsvorstehers Carl Lüdet von Minden und dessen Ehefrau Marie-Louise geborene Rahmen, als eines von zwei Kindern  in Sanderbusch geboren. Im frühen Kindesalter nahm der Vater in Varel eine Stelle als Oberbahnvorsteher an, was dazu führte, dass die Familie nach Varel umzog. Dort fand man in einem Haus in der Gartenstraße 1 ein neues Zuhause. Olga wuchs im Kreise ihrer Familie behütet auf. Nach dem Besuch der Realschule II. Klasse  in Varel begann sie, wie es in gutsituierten Familien üblich war, eine Ausbildung im künstlerischen Bereich und in der Haushaltsführung. In  Julius Preller, der damalige Direktor des Eisenbahnwerkes in Varel und ein begnadeter Kunstmaler, erhielt sie  erste Anleitungen und Anregungen im Fachbereich Ölmalerei. Da Olga hierbei ein herausragendes Talent an den Tag legte, entschloss sie sich, sich weiter ausbilden zu lassen, was sie im Verlaufe der folgenden Jahre in die Tat umsetzte. So nahm sie sich in Oldenburg und Dresden unterrichten. In einem von ihr geschriebenen Lebenslauf berichtete sie, dass sie sich zudem in Hamburg und Berlin in der Portraitmalerei unterrichten ließ. 1890 heiratete die Künstlerin den aus Staßfurt stammenden und in Oldenburg geborenen Kaufmann Adolf Friedrich Potthast und zog mit diesem zunächst nach Staßfurt, wo das Paar einige Zeit lebte. Am 16.4.1891 wurde die Tochter Ellen Marie Luise Hermine Potthast geboren. Um 1904 herum zog die Familie nach Varel um und bezog dort zu ihren Eltern, die zwischenzeitlich in eine große Wohnung  Am Bahnhof 1 umgezogen waren. 1903 erwarben die Eltern ein Grundstück in der Oldenburger Straße 49, auf dem wenige Jahre später ein Haus errichtet wurde. Nach dem Tode des Vaters im Jahre 1924 und  ihres Mannes im Jahre 1928 bewohnte Olga das Haus mit ihrer Mutter und ihrer Tochter. Im Jahre 1939 starb ihr Bruder Max. Der Erhalt des Hauses und des Lebensunterhaltes wurde zumTeil vom Verkauf ihrer Arbeiten bestritten. Die Malerin starb am 23.6.1942.

Olga Potthast von Minden, die weit über die Grenzen Varels hinaus bekannt ist, widmete sich Zeit ihres Lebens in erster Linie der Heimatmalerei. Mit feinem Pinselstrich, so wie sie ihn von Julius Preller her kannte, fing sie immer wieder naturalistische Landschaftsdarstellungen ihrer Heimat auf Leinwand ein, die fast allesamt  impressionistisch geprägt sind. Sonnenbeschienene Wiesen,Dächer und Baumkronen, aufsteigender Rauch aus einer Rauchkate, Dunst im Gegenlicht der Sonne, alle  Motive dokumentierende Ursprünglichkeit der Natur. Sie sollen Gleichzeitig Ruhe ausstrahlen und ein Stück „ Manche Bilder wirken dabei zum Teil verträumt und süßlich, ohne dass dieses negativ bewertet wird.

 Den Vareler Wald, der vor ihrer Haustür lag, diente ihr immer wieder als Motiv und wurde von ihr in mindestens 50-mal gemalt, jeweils als verschiedene Jahreszeiten. Die Gesamtzahl ihrer Arbeiten wird auf etwa 900 geschätzt, wobei Arbeiten von ihr bereits in den USA aufgetaucht sind.

 Auch Kunstdrucke mit ihren Arbeiten sind weit verbreitet und tauchen an verschiedensten Stellen in der Bundesrepublik auf.

Die handwerkliche Qualität die sie bei der Ausführung ihrer Arbeiten zu Tage brachte ist qualitativ außergewöhnlich gut und steht der Qualität von Julius Preller in nichts nach.

Leider hat Olga Potthast von Minden nie an bedeutenden Ausstellungen teilgenommen, sodass ihr Name in erster Linie Kunstfreunden aus dieser Region etwas sagt. Mit Olga Potthast von Minden starb eine bedeutende Landschaftsmalerin des Oldenburger Landes, vor allem aber der Stadt Varel.

Zu ihren Ehren wurde eine Ausstellung am 25. September 1982  vom Heimatverein Varel organisiert, eine weitere folgte im November 2000 in Zettel, organisiert vom Kulturbüro der Gemeinde Zetel.


 
Quellenangaben:

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S.268

Olga Potthast von Minden -eine Ausarbeitung vonHans-Georg Buchmann, Vorsitzender des Heimatvereins Varel,im Oktober 2000

Olga Potthast von Minden- Begleitheft zu einen Ausstellung der Malerinim November 2000 in Zettel.


 

 


 

 


 

 

 

Julius Preller


 


 


 


 


 


 


 


 


 

Der Maler Karl August Julius Theodor Preller wurde am 20. Dezember 1834 in Offenbach als Sohn des Buchhändlers Johann Gustav Preller und dessen Ehefrau Agnes Joganette Auguste, geborene Leske, geboren.

Die Familie lebte zunächst in Offenbach und verzog einige Zeit später nach Mainz. Julius Preller wollte ursprünglich Maler werden, fügte sich jedoch dem Wunsch seines Vaters und besuchte eine Maschinenbauschule in Darmstadtr. 1857 trat er als Ingenieur in das Eisenwerk Varel ein und wurde nach der Umwandlung der Firma in eine Aktiengesellschaft für Maschinenbau und Eisenindustrie am 1.3.1865 deren Direktor. Vermutlich zu Beginn des Jahres 1859– das Aufgebot wurde im Dezember 1858 bestellt – heiratete er Auguste Elisabeth Nolte(  26.6.1832 – 29.9.1922) aus Hamburg. Am 9.10.1859 wurde die einzige Tochter Agnes geboren.

In seiner Freizeit widmete sich Preller der Malerei und nutzte die Ferien zu Besuchen der Kunstakademie in Berlin. Er war ausschließlich Landschaftsmaler und fand die Motive für seine Arbeiten in der Umgebung von Varel, am Jadebusen und am Zwischenahner Meer. Vor allem der Neuenburger Urwald bot dem Künstler immer neue Anregungen. 1884 legte Preller die Leitung des Eisenwerkes nieder und widmete sich nun ausschließlich der Kunst. In den folgenden Jahren führten ihn Studienreisen nach Skandinavien, in die Schweiz, nach Griechenland und in die Türkei. Die Landschaftsauffassung Pralleres ist geprägt durch die Einflüsse der Berliner Akademie. In seinen Arbeiten spiegelt sich die schon von Wilhelm von Schadow erhobene Forderung nach genauer Naturbeobachtung verbunden mit einem poetischen Geist in der Komposition. Auch bei Preller findet sich eine Orientierung am Bildtypus der idealen Landschaft verbunden mit einem objektiven Detailstudium. Die in Varel geborene Olga Potthast von Minden ( 1869 – 1942), die als Porträtmalerin begonnen hatte, wandte sich unter dem Einfluss Julius Prallers der Landschaftsmalerei zu.

Julius Preller nahm an einigen Ausstellungen im Oldenburger Kunstverein teil. Belegt sind folgende Ausstellungen:

287. KA., 21.2.-14.3.1897

289.KA, 14.11.-6.12.1897

290. KA., 16.2.-16.3.1898

Ausstellung zur Feier des 100jährigen Bestehens der Großherzoglichen Gemäldesammlung zu Oldenburg  in der Zeit vom 24.4.-27.4.1904.

An den Ausstellungen 287., 289., und 290 nahm auch Olga Potthast von Minden teil.

 

Julius Preller verstarb am 17. Dezember 1914 in Varel.


 Quellenangaben:

 

Gerhard Wietek- 200 Jahre Malerei im  Oldenburger Land, S. 268

Oldenburger Hauskalender vom 1940, Seite 48 mit einem Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, S. 146

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg,S.569, ein Beitrag von Elfriede Heinemeyer, ISBN 3-89442-135-5


Anselm Prester

 

Anselm Prester wurde am 17.7.1943 am Tegernsee geboren. Nach dem Besuch der Volksschule in Rottach-Egern und dem Besuch der Handelsschule erhielt er bereits früh eine fundierte Ausbildung durch seinen Vater, dem Landschaftsmaler Anselm Prester ( 1912-1959). Nach dessen Tod leitete ihn der Kunstmaler Erich Stockhammer weiter an. Nach einer Lehre zum Bankkaufmann zog er nach der Heirat mit einer Insulanerin nach Langeoog. Zunächst arbeitete er einige Jahre in dem gastronomischen Betrieb seines Schwiegervaters, dann machte er sich als freischaffender Künstler auf der Insel selbständig. Seit 1978 betreibt Anselm Prester ein eigenes Atelier.

Seine Landschafts- Insel- und Küstenmotive fertigt der Maler in Öl, Aquarell, Ölkreide oder Pastell ebenso wie als Rötelzeichnung, Tusche, Sepiakreide oder Bleistift sowie Kohle.

Anselm Prester signiert seine Arbeiten mit Anselm, um sich dadurch von seinem Vater zu unterscheiden.

Quelle:

Walter Baumfalk, Bildende Kunst in Ostfriesland im 20. Und 21. Jahrhundert,  S. 345/346, ISBN 978-3-940601-33-9

       

 

Helene Presuhn


 


 

 


 


 


 


 


 


 

Helene Presuhn wurde 1857 geboren. Sie war die Tochter des großherzoglichen Theatermalers Theodor Presuhn d.Ä.. Als jüngstes von acht Kindern, die alle irgendwie künstlerisch begabt waren, besuchte sie nach der Schulzeit eine Akademie in Berlin, ergänzte die dort erworbene Ausbildung als Zeichenlehrerin noch durch die Ablegung des Turnlehrerinnenexamens und trat dann 1906 in den Schuldienst der Stadtoldenburger Schulen ein. Zuletzt war sie an den städtischen Mädchenmittelschulen tätig. Daneben gab sie Malkurse für junge Mädchen im Hause.

Sie verstarb als Oberzeichenlehrerin in Oldenburg am 20. Mai 1945.

 

Quelle:

Der Oldenburgische Hauskalender oder Hausfreund auf das Jahr 1947, S.60.

Gerhard Wietek, 200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, S. 269

 

 

Theodor Presuhn


 

 


 


 


 


 


 

 

Der Maler Theodor Presuhn wurde am 22.Oktober 1810 in Oldenburg als Sohn des Schneideramtsmeisters Johann August Presuhn und dessenEhefrau Gesche Margarethe geborene Schlemmer, geboren. Die Familie wohnte zu dieser Zeit in der Gaststraße 20. Nach der Schulzeit begann Theodor Presuhn eine Malerlehre in Oldenburg. Es schloss sich die damals übliche Wanderzeit an, die ihn nach Karlsruhe zu einem Theatermaler führte. Für diesen arbeitete Presuhn eine längere Zeit. Am 1. Mai 1834 erhielt Presuhn als erster festangestellter Dekorationsmaler in Oldenburg eine Anstellung am Theater in Oldenburg. Die Arbeiten  in dem kleinen Theater  wurden ihm durch technische Unzulänglichkeiten sehr erschwert. Für die Anfertigung großer Dekorationen wich er deshalb auf das Obergeschoss des Haaren-Vorwerks an der Ofener Straße aus. Dennoch erwarb sich Presuhn mit seinen Bühnenbildern allgemeine Anerkennung.

Neben dieser Tätigkeit  führte  Presuhn Vedutenarbeiten aus und war aufgrund der von ihm geschaffenen hervorragenden Werke ein gesuchter Künstler. Presuhn bevorzugte die Gouachetechnik, eine Deckfarbenmalerei, die im Unterscheid zum Aquarell mit deckenden Wasserfarben ausgeführt wird. Zudem gab er Malunterricht, die er an der Gewerbeschule erteilte Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört eine Folge von Ansichten der Stadt Oldenburg.

Theodor Presuhn beteiligte sich am 24. September – 26.September 1848 mit 13 Gouachen an der 47. Kunstausstellung des Oldenburger Kunstvereins. Es handelte sich dabei ausschließlich um Ansichten der Stadt Oldenburg. Der Großherzogliche Hof zeigte großes Interesse an diesen Blättern und verschenkte sie mit Innenraumansichten an entfernt wohnende Familienangehörige. Selbst das Oldenburger Bürgertum ließ seine Innenräume von Presuhn im Bilde festhalten.

1840 heiratete Theodor Presuhn die aus Karlsruhe stammende Elisabeth Franziska Auguste geborene Müller (1817-1898). Das Ehepaar wohnte mittlerweile in der Grüne Straße 8 .Aus der Ehe gingen 9 Kinder hervor, wobei fast alle künstlerisch begabt waren.

August Presuhn ( 1841 – 1879) erhielt eine Ausbildung als lithographischer Zeichner und Aquarellmaler, Sein Bruder Theodor     ( 1854 -1884) ging zuerst bei ihm in die Lehre und studierte dann an den Kunstakademien in Berlin und Karlsruhe, wo er Meisterschüler von Ferdinand Keller war, Die jüngste Tochter Helene ( 1857 – 1945) wurde Oberzeichenlehrerin in Oldenburg  und  erteilte Unterricht an den Oldenburger Mädchen - Mittelschulen. Zudem hielt er private Malkurse ab.

Theodor  Presuhn starb am 14.3.1877 in Oldenburg. Er wurde in Oldenburg auf dem Gertrudenfriedhof bestattet.


Quellenangaben:

Oldenburger Hauskalender von 1949, Seite 47, ein Beitrag von Dr. Fritz Strahlmann

Oliver Gradel – Kunstausstellungen im Oldenburger Kunstverein 1843-1914, S. 146

Hoftheater, Landestheater, Statstheater in Oldenburg,Beiträge zur Geschichte des oldenburgischen Theaters, herausgegeben von Heinrich Schmidt, Heinz Holzberg Verlag Oldenburg,ISBN 3-87358-165-5

José Kastler-Heimatmalerei- Das Beispiel Oldenburg,ISBN  3-87358-316-X

Biografisches Handbuch zur Geschichte des Landes Oldenburg, Ein Beitrag von Elfriede Heinemeyer, S.569-570, ISBN 3-89442-135-5

Gerhard Wietek-200 Jahre Malerei im Oldenburger Land, .269

Nordwest & Heimat, Eine Beilage zu 248 der NWZ vom 22.10.1960, Nr.21/60 mit dem Titel“ Der Maler des Oldenburger Biedermeier“ von Hans Fr. Redelfs.